Afrikanische Blütenmantis

Die afrikanische Blütenmantis gehört zu den Fangschrecken und ist in Ost- und Südafrika verbreitet. Sie ist vor allem in den Ländern Tansania, Mosambik, Angola, Kenia, Kongo und Malawi, Simbabwe, Sansibar, Transvaal und Simbabwe bekannt. Man findet sie meistens auf Blüten, Blumen oder auf Büschen.

Während die Weibchen eine Körperlänge von 40 bis 50 Zentimetern erreichen, werden die Männchen nur 30 bis 40 Zentimeter groß. Die afrikanische Blütenmantis hat eine sehr interessante Färbung. Einerseits ist sie weiß gefärbt, aber ein Teil des Kopfes, sowie auch der Beine haben grüne Bänder oder Flecken. Sie sehen stachelig aus und dieses besondere Tier ist auf der Briefmarke von Simbabwe abgebildet.

Nach jeder Häutung passt sich diese Fangschrecke der Untergrund Färbung an, sodass sie blau, grün, weiß oder sogar violett sein kann. Die Augen der afrikanischen Blütenmantis sind blauviolett und reichen über den Kopfumriss hinaus. Auf dem Hinterleib ist außerdem eine Augenzeichnung manchmal zu erkennen.

Gut zu wissen:
Die Weibchen können ca. neun Monate am Leben sein und die Männchen dagegen nur sieben Monate. Am liebsten ernährt sich die afrikanische Blütenmantis von Taufliegen, Spinnen, Insekten und Larven.

Steckbrief über die Afrikanische Blütenmantis:

Wissenschaftliche Bezeichnung:Pseudocreobotra wahlbergi
Deutscher Name:Afrikanische Blütenmantis
Verbreitung:Feuchtere Gebiete Afrikas
Adulte Größe:4-5 cm, Weibchen sind größer
Lebenserwartung:7 bis 9 Monate
Farbvarianten:Hellgelb, hellgrün, weiß, gescheckt
Aggressivität:Die Männchen sind friedlich. Die Weibchen hingegen sind aggressiv.
Haltung:Weibchen in Einzelhaltung und Männchen als Gruppe.
Schwierigkeitsgrad:Mittelmäßig, nicht allzu kompliziert
Temperatur:25-30 Grad, nachts Abkühlung auf Zimmertemperatur.
Terrarium:Größe sollte 20x20x30 cm betragen. Die Tiere müssen gut klettern können. Der Boden muss wöchentlich gewässert werden. Rückzugsorte einbauen durch Hölzer und Wurzeln.
Futter:Kleine Heimchen, Fruchtfliegen & Larven
Geschlechtsbestimmung:Die Weibchen sind größer als die Männchen und können schlechter fliegen.

Merkmale und Aussehen:

Wie schon oben erwähnt, erreicht ein Weibchen eine Körpergröße von 40 bis 50 und das Männchen eine Größe von 30 bis 40 Zentimetern. Die Afrikanische Blütenmantis kann weiß, hellgelb oder grünlich gefärbt sein. Sie passt sich immer der Umgebung an, sodass sie auch andere Farben annehmen kann.

Auf jeder Seite des Abdomens hat sie lappenförmige Auswüchse, die Blütenblätter imitieren. Am vorderen Tel des Thorax befinden sich blasenförmige Anhänge und die Flügel haben eine grün-gelblich-schwarze Augenzeichnung. Bei einer Bedrohung kommt diese Augenzeichnung zum Vorschein.

Bei Afrikanischen Blütenmantiden, die noch nicht ausgewachsen sind, befinden sich die Augenzeichnungen auf dem Hinterleib. Wenn sich diese dann bedroht fühlen, heben sie den Hinterleib an, um den Feind damit abzuschrecken. Zwei Fortsätze befinden sich zudem am Hinterende.

Die Augen dieser besonderen Tiere sind blauviolett und sitzen am Kopfumriss. Während die Männchen gut fliegen können, sind da die Weibchen eher unbeholfener, weil ihre Flügel schmaler sind und das Gewicht nicht tragen können.

Gut zu wissen:
Gottesanbeterinnen haben ihnen Namen erhalten, weil sie bei der Nahrungssuche mit „betenden“ Vorderbeinen auf die Suche nach Beute gehen. Sie pirscht sich aus dem Hinterhalt an und fixiert die Beute mit ihren Facettenaugen, bevor sie mit den beiden Fangbeinen nach dem Opfer schnappt und auffrisst. Dieser Vorgang ist so schnell, dass ein menschliches Auge das gar nicht vernehmen kann.

Verbreitung und Lebensraum:

Die Afrikanische Blütenmantis findet man in Ost- und Südafrika. Aus Äthiopien kam das Typusexemplar. Man findet sie in allen möglichen Ländern und bevorzugt leben sie auf Blüten und auf Gebüschen. Sie halten sich im Hochland auf und bewohnen feuchte Gebiete wie Sträucher und Wiesen. Auf der Blütenunterseite lauert sie übrigens auf ihre Nahrung.

Lebensweise & Verhalten:

Die Afrikanische Blütenmantis lauert ihrer Beute auf, bevor sie sie einfängt und auffrisst. Hauptsächlich ernährt sie sich von Fliegen und anderen Fluginsekten, die sich oft auf Blüten aufhalten. Ihr Verhalten ist zudem kannibalisch, denn es kommt nach der Paarung nicht selten vor, dass Weibchen die Männchen auffressen.

In den Larvenstadien ernähren sich diese besonderen Fangschrecken von Wiesenplankton und steigen dann später auf Fliegen, Wachsmotten und kleinere Schaben um. Letztendlich fressen sie auch Wanderheuschrecken. Afrikanische Blütenmantiden haben auch natürliche Feinde, wie zum Beispiel Vögel und kleine Säugetiere.

Um sich zu schützen, verwenden sie hier ihre Augenzeichnungen auf den Flügeln. Dafür stellen sie ihre Flügel seitlich auf. Dadurch wirken sie auch größer und ihre spiralähnlichen Augen bereiten den Feinden schließlich Angst.

Gut zu wissen:
Die Afrikanische Blütenmantis zeigt ein besonderes Verhalten, denn beide Geschlechter lieben es minutenlang mit den Flügeln zu schlagen, ohne dabei loszufliegen. Es konnte noch nicht herausgefunden werden, warum sie sich so verhalten und was sie damit bezwecken. Man vermutet jedoch, dass dieses Verhalten dazu dient, freigesetzte Pheromone in der Luft zu verteilen.

Geschlechtsunterschied und Fortpflanzung:

Die Männchen sind paarungsbereit, sobald eine Woche nach dem Imaginalhäutung vergangen ist. Die Weibchen brauchen bis zu drei Wochen länger für diesen Prozess. Wenn sich ein Pärchen dann gefunden hat, besteigt das Männchen das Weibchen. Oft passiert aber schon vor der Befruchtung, dass das Männchen vom Weibchen aufgefressen wird, was also heißt, dass das Männchen sogar während der Paarung sein Leben verlieren kann.

Zwischen fünf bis vierzehn Stunden dauert die Paarung selbst und wenn es dem Männchen gelingt, vom Weibchen abzusteigen, ergreift er die Flucht. Eine Woche nach der Paarung beginnt das Weibchen dann mit dem Bau von Ootheken. Es werden bis zu acht oder noch mehr Ootheken gebaut, die dunkel, braun oder schwarz sind. Manche sind recht in die Länge gezogen und manche schmal.

Nach der Imaginalhäutung beträgt die Größe des Männchens bis zu 30 Zentimetern. Beide Geschlechter kann man gut voneinander unterscheiden. Die Männchen haben am Abdomen nämlich sechs gleich lange Anhängsel und einen eher zarten Körperbau, während die Weibchen robust wirken.

Die Flügel der Männchen sind lang und ragen sogar über das Abdomenende hinaus. Da ihre Flügel so gebaut sind, können sie besser fliegen als die Weibchen. Die Weibchen dagegen haben am Abdomen nur fünf Anhängsel. Die Ersten sind am kürzesten und die letzten am längsten. Außerdem sind die Flügel sehr schmal, sodass sie ihr eigenes Gewicht nicht wirklich gut tragen können.

Gut zu wissen:
Ab L3 und L4 verfügen die männlichen Tiere über einen zusätzlichen kleinen Stachen auf der Unterseite des Abdomens. Man zählt hier also 6 Stacheln, wohingegen die Weibchen nur 5 besitzen.

Haltung der Afrikanischen Blütenmantis:

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Die Haltung dieser Gottesanbeterin ist auch von Einsteigern machbar. Worauf es dabei ankommt und welche Fehler man nicht machen sollte, verraten wir dir in Folgenden. Außerdem gehen wir auf die erfolgreiche Vermehrung und viele kleine Feinheiten der erfolgreichen Haltung ein.

Terrarium:

Wenn man ein Weibchen dieser Gattung halten will, sollte man sich ein Terrarium anschaffen mit einer Größe von 20x20x30 Zentimetern. Sie verhalten sich relativ aggressiv und sind auch standorttreu, sodass man auch keinen größeren Behälter braucht, da sie keinen Bewegungsdrang haben.

Weibchen sollten in Einzelhaltung gehalten werden, während die Männchen auch in Gruppen gehalten werden können, da diese recht friedliebend sind. Wenn man fünf Exemplare halten möchte, sollte man sich ein Terrarium mit Maßen von 30x30x50 Zentimeter aussuchen.

Für den Bodengrund kann man Küchenrollen, sowie auch ein Sand-Erde-Gemisch verwenden. Man muss darauf achten, dass diese feucht sind, aber Vorsicht: Sie dürfen nicht nass sein! Wenn man dem Tier ein schönes Leben bieten möchte, sollte man Äste, Blüten, Zweige, Blumen und Blätter in das Terrarium geben. Hierfür kann man sogar künstliche Blüten verwenden.

Gut zu wissen:
Es wäre von großem Vorteil, die Decke mit Gaze zu bespannen, weil sich die Blütenmantis gerne über den Kopf aufhängt. Zudem sollte man auf eine gute Belüftung achten, damit es zu keiner Staunässe kommt. Für die Beleuchtung kann man Leuchtstoffröhrchen, Glühbirnen oder Halogenstrahler benutzen.

Klimagestaltung:

Die Temperaturen sollten am Tag zwischen 28 und 35 Grad sein, nachts sollten sie dafür sogar unter 20 Grad fallen. 12 Stunden lang sollte das Terrarium beleuchtet und besprüht werden, damit die Luftfeuchtigkeit immer 30 bis 50 Prozent beträgt. In der Nacht benötigt die Afrikanische Blütenmantis eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 80 Prozent.

Futter:

Die Fütterung findet alle zwei bis drei Tage statt. Heimchen und Grillen sollte man nicht zu oft dieser Spezies geben und lieber auf Wiesenplankton, Fliegen und Schaben zurückgreifen. Allerdings überwältigt das blütenbewohnende Insekt gerne Fluginsekten. Sogar Heuschrecken kann diese Gottesanbeterin überwältigen.

Zucht:

Nach der Imaginalhäutung kann man sich als Züchter an die Kopulation herantrauen. Da die Paarungsbereitschaft, bei den Geschlechtern unterschiedlich ist, sollte man das Männchen kühler halten als das Weibchen, denn sie braucht ein paar Wochen länger als das Männchen, bis sie paarungsbereit ist.

Wenn beide dann so weit sind, sollte man das Weibchen zu dem Männchen ins Terrarium setzen, um für das Männchen den Stress zu reduzieren. Außerdem sollte das Weibchen vor der Paarung gut gefüttert werden, um zu vermeiden, dass sie das Männchen am Ende auffrisst.

Selbst während der Paarung kann man dem Weibchen immer wieder Nahrung zuführen, um das Männchen vor ihr zu beschützen. Wenn das Männchen Interesse an dem Weibchen hat, wird es sofort auf ihren Rücken fliegen. Es ist zu empfehlen, dass Männchen mit 40 Grad zu stimulieren und direkt auf den Rücken des Weibchens zu setzen.

So vermeidet man, dass das Männchen doch vom Weibchen aufgefressen wird. Manche Männchen zeigen ein Balzverhalten mit aufgestellten Flügeln, manche aber auch nicht. Die Paarung kann eine längere Zeit dauern, bis die beide kopulieren, aber am dritten Tag sollte man die beiden voneinander trennen, da das Männchen sonst an Kraft verliert und verhungert. An sich dauert die Kopulation bis zu sieben Stunden.

Falls es dem Weibchen trotz Vorkehrungen gelingt, dem Männchen den Kopf abzubeißen, kann die Paarung dennoch funktionieren. Sobald das Männchen vom Rücken des Weibchens absteigt, sollte man das Weibchen sofort aus dem Terrarium nehmen, bevor es das Männchen angreift. Nach spätestens zehn Tagen wird das Weibchen damit beginnen, Ootheken zu bauen mit einer Größe von fünf Zentimetern.

Vor allem in dieser Zeit müssen die Terrarium-Temperaturen, wie auch die Luftfeuchtigkeit stimmen. Die Temperatur muss bei 35 Grad sein und die Luftfeuchtigkeit bei 65 Prozent. Sobald die Larven dann schlüpfen, sollten diese in einen separaten Behälter gelegt werden, da das Weibchen wegen ihrer kannibalischen Triebe sonst ihre eigene Brut fressen würde.

Aufzucht der Jungtiere:

Nach zwei Tagen sollten die Larven mit Wiesenplankton gefüttert werden. Die schwarze Färbung verschwindet nach der zweiten Häutung und es sind nur noch schwarze Flecken sichtbar. Ab diesem Zeitpunkt wird die Grundfärbung immer heller.

Die ersten Häutungen finden nach acht Tagen statt, die anderen nach zwei Wochen. Nach sieben Häutungen sind die Weibchen reif, während die Männchen dafür nur sechs Häutungen benötigen. Insgesamt beträgt die Entwicklungszeit also zwischen zehn und vierzehn Wochen.

Afrikanische Blütenmantis kaufen:

Die Afrikanische Blütenmantis kann man beispielsweise Online bestellen. Es gibt aber auch etliche Tiermärkte, jedoch sollte man sich vor dem Kauf gut informieren. Diese besonderen Fangschrecken sind nicht sonderlich teuer. Sie kosten zwischen 14,99 und 39,90 Euro. Man muss jedoch beachten, dass es nicht gerade günstig ist, ein Terrarium zu halten und zusätzlich immer frische Insekten oder Wiesenplankton zu kaufen.

Die Haltung von Gottesanbeterinnen ist recht aufwendig und nur für Leute geeignet, die genügend Zeit haben, da man regelmäßig die Temperatur und Luftfeuchtigkeit kontrollieren muss. Es ist auch wichtig, Weibchen immer allein zu halten, da sie aggressiv sind. Männchen und Weibchen dürfen nicht zusammen in einem Terrarium leben.

Gut zu wissen:
Diese Gottesanbeterinnen-Art ist sehr drohfreudig. Bei Gefahr stellt sie sofort ihre Flügel auf und schreckt Angreifer zusätzlich mit ihren großen Augenflecken ab.

Unser FAQ zum Abschluss:

FAQ

Alles in allem hat man es hier mit einem einzigartigen Tier zu tun – charakterlich wie auch äußerlich. Viele Mythen ranken sich um die geheimnisvolle Blütenmantis, die zu den Gottesanbeterinnen gehört. Bevor man sich ein neues Haustier anschaffen will, sollte man sich gründlich darüber den Kopf zerbrechen und die nötigen Vorbereitungen treffen, um eine erfolgreiche Haltung zu gewährleisten. Daher bekommen wir immer wieder Fragen per E-Mail gestellt, die im Folgenden beantworten werden:

Eignet sich die Afrikanische Blütenmantis als Haustier für Einsteiger?

Ja und es gibt einige weitere Gottesanbeterinnen-Arten, die sich für Anfänger eignen. Diese müssen jedoch bei der Gestaltung des Terrariums darauf achten, Luftlöcher mit Fliegennetzen zu überspannen, um zu verhindern, dass sich die Tiere an den scharfen Kanten die Füße abreißen. Hier macht Übung den Meister.

Wann wurde die Art zum ersten Mal beschrieben?

Die Afrikanische Blütenmantis wurde 1871 von Carl Stal entdeckt. Der Naturforscher Johan Augus Wahlbergt hat das Insekt zum ersten Mal nach Schweden geschickt und nach ihm wurde das Insekt auch benannt. Diese Tiere gehören zu der Unterfamilie Hymenopodinae, die insgesamt 14 Gattungen beinhaltet.

Kann die Afrikanische Blütenmantis mit anderen Tieren vergesellschaftet werden?

Man sollte es vermeiden, die Afrikanische Blütenmantis in Vergesellschaftung zu halten, da diese ein räuberisches Verhalten zeigen und Jäger sind. Im Terrarium würde es nur zu Konkurrenzkämpfen um das Futter kommen. Außerdem haben verschiedene Arten auch verschiedene Bedürfnisse, sodass man es hier nicht allen Tieren gleichzeitig recht machen kann.