Geistermantis-als-Haustier

Für Terrarienfreunde mit wenig Platz bietet sich die Haltung von Insekten an. Phyllocrania paradoxa, die Geistermantis, ist eine eher kleine Gottesanbeterin mit sehr spannendem Äußeren, die nicht nur in Gruppen gehalten werden kann, sondern auch für Anfänger geeignet ist. Was diese Gottesanbeterin ausmacht, wie sich ihre Haltung und Vermehrung gestaltet und wo man sie herbekommt, wird im Folgenden erklärt.

Geistermantis-Steckbrief:

Wissenschaftliche Bezeichnung: Phyllocrania paradoxa
Deutscher Name:Geistermantis
Verbreitung:Vor allem trockene Gebiete in Afrika (Ostafrika, Angola, Demokratischen Republik Kongo, Namibia, Simbabwe, Südafrika). Darüber hinaus nahezu überall südlich der Sahara
Adulte Größe: 5 cm, wobei Männchen und Weibchen quasi gleich groß sind.
Lebenserwartung:Weibchen 11 Monate, Männchen 8 Monate, davon etwa 6 Monate im Larvenstadium, unbefruchtete Weibchen können auch 18 Monate alt werden.
Farbvarianten:Grün- und Brauntöne bis hin zu fast schwarzen Exemplaren
Aggressivität: Mittel
Haltung:Trennung nach Geschlecht empfehlenswert, Weibchen können Männchen leicht überwältigen
Schwierigkeitsgrad: leicht
Schwierigkeitsgrad:leicht
Temperatur:Tagsüber 25-30 °C, nachts möglichst nicht unter 18 °C
Luftfeuchtigkeit:30-50 %
Terrarium:Für einzeln gehaltene Tiere reicht ein Würfel mit 15 cm Seitenlänge aus, Gruppen von bis zu fünf Tieren sollten in Würfeln mit mindestens 30 cm Seitenlänge gehalten werden.
Futter:Fruchtfliegen, Goldfliegen & Schmeißfliegen
Geschlechtsbestimmung:8 Sternite (Bauchringe) beim Männchen, 6 beim Weibchen

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Merkmale & Aussehen:

Die Geistermantis ahmt in ihrem Aussehen ein Blatt nach. An ihrem Hinterleib (Abdomen) und den Beinen besitzt sie viele verbreiterte Lappen (Loben), die ihr dabei helfen. Sie besitzen eine raue Oberfläche, welche entsprechend ihrer Umgebung gemustert sein kann. Ebenfalls auffällig ist ihr breiter Nackenschild, der zusätzlich an ein Blatt erinnert, sowie die längliche Krone auf dem Kopf. Diesen kann die Geistermantis um fast 180° drehen.

Neben zwei großen, seitlich liegenden Facettenaugen, mit denen die Gottesanbeterin die genaue Entfernung zu ihrer Beute, Gefahren und Geschlechtspartnern bestimmen kann, besitzt das Tier zusätzlich drei Punktaugen. Diese befinden sich zwischen den Antennen, welche häufig nicht über die Krone hinausragen, und ermöglichen die Unterscheidung von hell und dunkel.

Das erste Beinpaar ist, wie bei Mantiden üblich, zu Fangarmen umgebildet. Auf ihnen finden sich spitze, gebogene Dornen, welche der Geistermantis dabei helfen, ihre Beute festzuhalten. Adulte Männchen sind flugfähig. Auch adulte Weibchen besitzen zwei Flügelpaare, diese sind jedoch zu klein, als dass die Tiere mit ihnen abheben könnten.

Gut zu wissen:
Das Geschlecht lässt sich bei der Geistermantis einfach und schnell bestimmen. Bereits ab dem dritten Larvenstadium gelingt die Geschlechtsbestimmung zuverlässig anhand eines Merkmals. Die Rede ist von der Krone. Bei einem weiblichen Tier verläuft diese vom Kopf aus gerade. Die des männlichen Insekts ist hingegen geschwungen.

Verbreitung & Lebensraum:

Geistermantis-Verbreitung-Karte

Der ursprüngliche Lebensraum der Geistermantis ist Ostafrika. Dort lebt sie vor allem in trockenen Sträuchern, einzeln stehenden Bäumen und Buschwerk. Sie ist nicht besonders anfällig für Feuchtigkeit, sodass sie darüber hinaus auch in feuchteren Gebieten vorkommen kann.

In der Praxis bedeutet dieser Umstand, dass man die Tiere heute auch in der Demokratischen Republik Kongo, Angola, Namibia, Südafrika und Simbabwe antrifft. Auch dort fühlen sie sich in den trockenen Gebieten wohl. In den dort wachsenden Sträuchern und Büschen warten sie auf ihre Beute.

Lebensweise:

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Die Geistermantis lebt räuberisch als Lauerjäger. Dafür verharrt sie bewegungslos an einem Ort und wartet darauf, dass Beutetiere in ihre Nähe kommen. In diesem Fall schlägt sie blitzschnell zu und beginnt ihre Beute bei lebendigem Leib zu fressen.

Besonders adulte Weibchen sind sehr standorttreu. Männchen nutzen häufiger ihre Flugfähigkeit, während Larven allgemein aktiver sind und wandern. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass die Tiere tagaktiv sind.

Bewegt sich die Geistermantis fort, geschieht dies meist langsam und wackelnd. Das Tier setzt nicht ein Bein vor das andere, sondern schaukelt mehrmals vor und zurück, ehe es tatsächlich einen Schritt tut. Dadurch erinnert es an ein im Wind wiegendes Blatt und hält seine Tarnung auch aufrecht, wenn es den Standort wechselt.

Gut zu wissen:
Übersetzt man den wissenschaftlichen Namen mit etwas Fantasie, kann man diese Gottesanbeterinnen-Art auch als „die Unglaubliche mit dem blattförmigen Rücken“ bezeichnen. Wer lieber die englische Sprache bevorzugt, nutzt stattdessen besser den Begriff Ghostmantis.

Haltung der Geistermantis:

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Wer mit der Haltung von Gottesanbeterinnen beginnen möchte, sollte sich definitiv näher mit der Geistermantis auseinandersetzen. Die Tiere gelten als wenig anspruchslos und können auch in einer Gruppe gehalten werden. Gerade hier kann man die Bandbreite an Farbvarianten erkennen. Von Grün über Braun bis hin zu fast schwarzen Exemplaren ist dabei alles möglich.

Doch was braucht man eigentlich alles zur Haltung? Eine ganze Menge:

  • Äste
  • Pflanzen
  • Rückwand
  • Bodengrund
  • Thermometer
  • Hygrometer
  • Beleuchtung
  • Heizmatte
Weiterhin braucht man zur Haltung dieser Art noch eine Sprühflasche sowie eine lange Pinzette. Außerdem sollte man das Terrarium vor dem Einzug der Geistermantis mindestens zwei Tage lang warmlaufen lassen. So kann man noch einmal in Ruhe prüfen, ob alles ordnungsgemäß funktioniert oder man bei einigen Kleinigkeiten noch nachbessern muss.

Terrarium:

Die Größe des Terrarium hängt davon ab, wie viele Tiere zusammen gehalten werden sollen. Als Faustregel gilt für ein einzelnes Tier, dass die Höhe des Terrariums der doppelten Körperlänge eines adulten Tieres entsprechen sollte. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Tiere bei einer Häutung nicht gegen den Boden stoßen, wodurch es zu Deformierungen und Verletzungen kommen könnte.

Für ein einzelnes, adultes Tier sollte daher mindestens ein Würfel mit Seitenlängen von 15 cm gewählt werden. So ist noch ein wenig Spielraum für Dekoration und Kletteräste vorhanden. Viel Anspruch an ihr Terrarium stellen die Tiere nicht. Im Grunde reichen ein paar Äste an den Wänden und der Decke. Gerade bei Phyllocrania paradoxa bieten sich auch trockene Blätter an, wodurch die Tiere ihre Tarnung optimal nutzen können.

Ebenfalls ist es empfehlenswert, die Decke des Terrariums mit Fliegennetz zu bespannen, um eine größere Lauffläche bieten zu können, ohne das kleine Terrarium mit Ästen füllen zu müssen. Als Bodengrund eignet sich ein Gemisch aus Sand und Erde. Echte Bepflanzung ist bei einzeln gehaltenen Tieren nicht zu empfehlen. Diese würde zu viel Platz verbrauchen.

Wichtig ist außerdem eine gute, doppelte Belüftung. Phyllocrania paradoxa mag es eher trocken und benötigt, wie viele Gottesanbeterinnen, eine stetige Luftzirkulation. Idealerweise besitzt das Terrarium im unteren Bereich einer Wand, sowie im oberen der gegenüberliegenden Seite oder in der Decke eine ausreichend breite Belüftung, um stehende Luft und sich sammelnde Feuchtigkeit zu vermeiden.

Diese Lüftungsschlitze sollten sicherheitshalber mit Fliegennetz bespannt werden. Sie bestehen häufig aus Lochblech, welches mit seinen scharfen Kanten ein Verletzungsrisiko für die Gottesanbeterin darstellt. Als Beleuchtung eignet sich jede Lampe, die die Temperatur in dem Würfel auf mindestens 25 °C hoch geheizt bekommt.

Besser sind bis zu 30 °C und ein leichtes Temperaturgefälle, damit die Tiere sich die Temperatur aussuchen können, die sie gerade brauchen. So ein Gefälle ist allerdings nur in größeren Terrarien zu erreichen. Die Lampe sollte mindestens 12, besser 14 Stunden täglich leuchten. Nachts ist eine Temperatur von 20 °C zu empfehlen. Auch 18 °C sind noch in Ordnung.

Das fertig eingerichtete Terrarium sollte etwa zwei Tage vor Besatz eingeschaltet werden. Auf diese Weise kann man mitverfolgen, wie die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit verlaufen. Gereinigt werden sollte das Becken wöchentlich, indem Kot und Futterreste entfernt werden.

Eine gründliche Reinigung ist meistens nicht nötig, sollte jedoch vor Neubesatz durchgeführt werden. Dafür eignen sich milde Reinigungsmittel oder Zitronensaft. Das Terrarium sollte anschließend gut ausgespült werden und völlig trocknen sein, ehe es neu eingerichtet wird.

Futter:

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Phyllocrania paradoxa ist auf Fluginsekten spezialisiert. Diese greift sie auch gerne blitzschnell aus der Luft. Als Futter eignen sich daher vor allem Fliegen und Motten in passender Größe. Überwältigen kann die Geistermantis alles bis zur eigenen Körpergröße, wobei Männchen, wegen ihres schwächeren Körperbaus, lieber kleinere Beutetiere wählen. Darüber hinaus frisst die Geistermantis aber auch andere Insekten wie Heuschrecken, Schaben und Grillen.

Das Futterangebot sollte bei in Gruppen gehaltenen Tieren besser sein, um Kannibalismus zu vermeiden. Einzelne Tiere brauchen nicht täglich Futter. Ihren Sättigungsgrad kann man an der Fülle ihres Hinterleibes ablesen. Ist dieser sehr flach, ist das Tier hungrig. Ist er hingegen aufgebläht und rund, kann mit der nächsten Fütterung noch einige Tage gewartet werden.

Zucht:

Zur Vermehrung setzt man Weibchen und Männchen zusammen. Die Paarung kann in einem Terrarium oder auch außerhalb stattfinden. Dabei sollte bedacht werden, dass die Tiere mehrere Stunden aufeinander verharren können und das Männchen nach erfolgter Paarung davonfliegt.

Weibchen sind etwa zwei bis drei Wochen nach der adulten Häutung paarungsbereit. Erkennbar ist dies daran, dass sie beginnen, Pheromone zu versprühen, indem sie rhythmisch mit dem Hinterleib pumpen. Männchen benötigen nach der adulten Häutung eine Woche, ehe sie paarungsbereit sind.

Es ist möglich, dass das Männchen während der Verpaarung von dem Weibchen verspeist wird. Dies bricht die Paarung jedoch nicht ab. Die Paarung wird dennoch normal beendet, auch wenn das Männchen bereits tot ist.

In der Regel reicht eine Paarung bis an das Lebensende des Weibchens aus.
Im Abstand einiger Woche wird das Weibchen daraufhin flache, helle Eipakete, sogenannte Ootheken, an den Ästen ihres Terrariums ablegen. Bis zu acht Ootheken sind möglich. Aus diesen schlüpfen nach weiteren vier bis sechs Wochen (temperaturabhängig) pro Oothek 20 bis 30 vollkommen schwarze Larven.

Diese benötigen eine leicht höhere Luftfeuchtigkeit von bis zu 70 %. Nach zwei bis drei Häutungen stellen sich die typischen Farben ein, welche bis zur adulten Häutung noch mehrmals wechseln kann. Dass die Einrichtung und Luftfeuchtigkeit Einfluss auf die Färbung der Tiere nimmt, ist nicht eindeutig geklärt. Viele Halter beobachten völlig unabhängige Färbungen ihrer Tiere.

Männchen sind nach sechs, Weibchen nach sieben Häutungen adult. Die adulte Häutung erfolgt nach fünf bis sechs Monaten, ist allerdings von der Temperatur und dem Futterangebot abhängig. Gut gefütterte Tiere, die bei 30 °C gehalten werden, sind schneller ausgewachsen, als kühler gehaltene, welche weniger Nahrung erhalten.

So lässt sich die Entwicklung der Weibchen und Männchen steuern, um die recht kurze Lebensdauer der Männchen im adulten Stadium dem der Weibchen anzupassen. Etwa nach der vierten Häutung sind die Geschlechtsunterschiede erkennbar. Weibchen haben eine deutlich breitere Krone als Männchen. Auch anhand der Abdomensegmente ist eine Unterscheidung möglich: Männchen haben acht, Weibchen nur sechs.

Kaufen:

Phyllocrania paradoxa ist eine recht verbreitete Art unter Züchtern. Ob Einzelhandel oder privater Züchter sind dabei abhängig vom Angebot und der eigenen Vorliebe. Die Tiere können bei hohen Temperaturen in entsprechend gut verpackten Päckchen per Post verschickt werden.

Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass so eine Reise Risiken birgt und auch wenn diese beachtet werden, ist dies keine Garantie, dass alle verschickten Tiere gesund ankommen. Sicherer ist daher, die Tiere persönlich abzuholen.

So verbringen diese nur eine kurze Zeit außerhalb ihres gewohnten Habitats. Der Preis richtet sich nach dem Larvenstadium des Tieres. Jüngere Tiere werden für deutlich weniger angeboten. Mit etwa 3 bis 10 € pro Geistermantis sollte man rechnen.

Gut zu wissen:
Wer möchte, kann anstelle eines Insekts auch eine Oothek erwerben. Große Eipakete mit etwa 5 bis 6 cm liegen bei 25 Euro. Eine mittelgroße oder kleine Oothek bekommt man oft schon für 15 bis 20 Euro.

Unser FAQ zum Abschluss:

FAQ

Diese Gottesanbeterinnen-Art wird immer beliebter. Dadurch findet man sie in vielen deutschen Terrarien. Da ist es wenig verwunderlich, dass uns immer mal wieder Fragen erreichen. Dies hat uns schließlich auf die Idee gebracht einen kleinen Frage-Antwort-Bereich ins Leben zu rufen. Diesen findest du im Folgenden:

Eignet sich die Geistermantis als Haustier für Einsteiger?

Die Geistermantis ist eine recht robuste Art, die mit Anfängerfehlern zurechtkommt. Sie eignet sich daher auch für jemanden, der noch keine Erfahrung mit Gottesanbeterinnen gemacht, sich aber natürlich zuvor ausreichend informiert hat.

Woher stammt der Name?

Phyllocrania ist der Name der Gattung, zu der die Geistermantis gehört. Paradoxa bedeutet „widersinnig“ und „unglaublich“, was auf ihre gute Tarnung anspielt, durch welche sie wie ein lebendiges Blatt aussieht. Der deutsche Name „Geistermantis“ geht auf die englische Bezeichnung „Ghostmantis“ zurück.

Ist die Gruppenhaltung bei der Geistermatis möglich?

Die Art kann sowohl einzeln als auch in einer Gruppe gehalten werden. Der Kannibalismus ist nicht allzu stark ausgeprägt. Wer sich auf die Gruppenhaltung einlässt, kann sich über die diversen Farbvariationen in seinem Terrarium erfreuen.

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