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Wer bereits etwas Erfahrung mit Insekten als Haustiere sammeln konnte, sollte sich definitiv einmal genauer mit der Teufelsblume auseinandersetzen. Bekannt ist diese Mantidenart noch unter den Namen Teufelsmantis und große Teufelsblume. Die aus Ostafrika stammende Gottesanbeterinnen-Art hat sich in Deutschland unter Terraristikfreunden etablieren können.

Warum dem so ist, welche Merkmale diese Tiere auszeichnen und wie sie sich verhalten, verraten wir dir in diesem Ratgeber. Außerdem gehen wir sehr detailliert auf die Haltung samt Terrarium, Futter und Zucht ein. Des Weiteren geben wir dir ein paar Tipps an die Hand, worauf man beim Kauf achten sollte.

Große Teufelsblume Steckbrief:

Den Beginn dieses Artikels machen wir mit der obligatorischen Tabelle. Hierin enthalten sind die wichtigsten Fakten zur dieser Insektenart aus der Ordnung der Fangschrecken.

Wissenschaftliche Bezeichnung:Idolomantis diabolica
Deutscher Name:Teufelsblume
Verbreitung:Mwanza/Mara, Tansania, Ost-Afrika
Adulte Größe:11 cm bei Weibchen, 10 cm bei Männchen
Lebenserwartung:18 Monate bei Weibchen, 12 Monate bei Männchen
Farbvarianten:keine
Aggressivität:Gering ausgeprägt
Haltung: Einzel- & Gruppenhaltung
Schwierigkeitsgrad:Schwer
Temperatur:Tagsüber 28 – 35 °C, Nachts reicht Zimmertemperatur
Luftfeuchtigkeit:40 – 50 %
Terrarium:Einzelhaltung ab 30 × 30 × 30 cm & Gruppenhaltung ab 50 × 50 × 50 cm für 3 – 4 Adulttiere
Futter:L1 kleine Fruchtfliegen & kleine Goldfliegen, L2 – L4 Goldfliegen & L5 – adult Schmeißfliegen
Geschlechtsbestimmung:8 Sternite (Bauchringe) beim Männchen, 6 beim Weibchen

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Merkmale & Aussehen:

Bei dieser Gottesanbeterinnen-Art werden die Weibchen bis zu 3 cm größer als die Männchen. Dabei sind die Flügel bei beiden Geschlechtern gut ausgebildet und können eine maximale Flügelspannweite von 16 cm erreichen. Befindet sich das Tier im Ruhezustand reichen die Flügel etwa bis zum Ende des Hinterleibs.

Diese Art ist meist grün oder hellbraun gefärbt, wobei der Farbton teils stark variiert. Im Larvenstadium ist die Färbung eher schwarz oder manchmal auch dunkelbraun. Mustert man die Insekten genauer, sticht einem die lange und schlanke Vorderbrust ins Auge. Diese ist länger als die Hüfe der Fangbeine. Diese verfügen über große, blattförmige Loben, die eine zentrale Rolle beim Drohen spielen.

An den Femora der Vorderbeine befinden sich lange Dornen, zwischen denen sich bei genauerem Hinsehen jeweils drei kurze Dornen befinden. Selbst an den beiden hinteren Beinpaaren der Teufelsblume gibt es blattartige Fortsätze. Diese bestehen aus verbreiterten Duplikaturen der Cuticula. Der Vertex des Kopfes ist bei dieser Art vor den Facettenaugen kegelförmig zugespitzt.

Wie man das Geschlecht bestimmt:
Die Weibchen sind nicht nur größer und massiger als die männlichen Tiere, sondern besitzen sogar sechs oder sieben Segmente. Die Männchen hingegen verfügen über 8.

Ab dem Subadultstadium kann man die Geschlechter bereits anhand der Beschaffenheit der Fühler unterscheiden. Dabei sind die Fühler der männlichen Teufelsblumen doppelt gekämmt und der weiblichen Exemplare dünnere, unverzweigte Antennen besitzen.

Verbreitung & Lebensraum:

Große Teufelsblume Verbreitung Karte

In der freien Natur trifft man diese Fangschrecken in Afrika an. Genauer gesagt im Osten des Kontinents. Dort bevölkern die Tiere die Staaten Äthiopien, Somalia, Kenia, Malawi, Tansania und Uganda. Möchte man sie dort erspähen, braucht dies einiges an Zeit und Übung. Schließlich können sich die Tiere sehr gut tarnen.

Im Fachjargon nennt man diese Verhaltensweise auch Mimese. Gemeint ist damit, dass sich das Insekt in Gestalt, Farbe und Haltung dem Lebensraum so sehr anpasst, dass es für optisch orientierte Jäger kaum mehr zu erspähen ist. Eine wirklich fantastische Eigenschaft der Großen Teufelsblume.

Gut zu wissen:
Die Teufelsblume ist ein tagaktiver Lauerjäger. Mit ihrem Aussehen, dass dem eines Blattes entspricht, kann sie sich wunderbar tarnen und in aller Ruhe auf ihre Beute warten. So gelingt es ihr trotz ihrer geringen Größe und Kraft ausreichend Nahrung zu reißen.

Lebensweise & Verhalten:

Fühlt sich diese Gottesanbeterinnen-Art bedroht, werden die Fangbeine gespreizt. Dies ermöglicht es dem potenziellen Angreifer die Farben auf der Unterseite der blattförmigen Loben und auf dem Thorax zu erkennen. Anfangs wurde dieses Verhalten noch als Imitation einer Blüte interpretiert, heute ist dem aber nicht mehr. So soll es sich hierbei ausschließlich um eine Drohgeste handeln.

Allerdings ist diese Geste von der Optik her betrachtet, kaum noch von einer Blüte zu unterscheiden. Schließlich ähneln die Fühler farblich Staubgefäßen. Auch der nach vorne gezogene kegelförmige Teil des Kopfes, könnte man hierbei als Stempel einer Blüte betrachten. Nichtsdestotrotz vertreten inzwischen die Mehrzahl der Forscher die Meinung, dass es sich hier um eine Drohgeste handelt.

Die Insekten werden etwa nach der 8. Häutung, die meist im 6. Monat stattfindet geschlechtsreif. Daher bezeichnet man diesen Vorgang auch als Reifehäutung. Das Weibchen lebt noch 6 bis 8 Monate weiter, wohingegen das Männchen schon bald nach der Paarung stirbt.

Gut zu wissen:
In der freien Natur ernähren sich die Tiere hauptsächlich von Fluginsekten, wie etwa Fliegen, Schmetterlingen, Bienen, Wespen, Hummeln und Heuschrecken. Manchmal kommt es vor und die Tiere bekommen nicht genügend Nahrung. Dies führt meist unweigerlich zu Problemen bei der Oothekbildung.

Haltung der Teufelsblume:

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Aufgrund der atemberaubenden Färbung in Kombination mit der Größe wird diese Art von vielen Liebhabern als „Königin der Fangschrecken“ betitelt. Es ist auch gar nicht verwunderlich, dass es sich hier um ein gefragtes Tier in Terraristikkreisen handelt. Dabei ist die Nachfrage noch immer größer als das Angebot an Tieren. Trotzdem wollen immer mehr Leute die Teufelsblume halten.

Welche Ausstattung du dafür haben musst, verrät dir unsere Liste:

  • Äste
  • Pflanzen
  • Rückwand
  • Bodengrund
  • Thermometer
  • Hygrometer
  • Beleuchtung
  • Heizmatte
Weiterhin braucht man zur Haltung dieser Art noch eine Sprühflasche sowie eine lange Pinzette. Außerdem sollte man das Terrarium vor dem Einzug der Teufelsblume mindestens zwei Tage lang warmlaufen lassen. So kann man noch einmal in Ruhe prüfen, ob alles ordnungsgemäß funktioniert oder man bei einigen Kleinigkeiten noch nachbessern muss.

Terrarium:

Diese Insekten können sowohl einzeln als auch in Gruppen von 3 bis 4 adulten Tieren gehalten werden. Wer nur eine große Teufelsblume halten möchte, braucht ein Terrarium mit den Maßen 30 × 30 × 30 cm. Für die Gruppenhaltung sind 50 × 50 × 50 cm empfehlenswert. Natürlich gilt auch hier der alte Grundsatz: umso größer, desto besser!

Klima:

Tagsüber sollte im Teufelsblumen-Terrarium eine Temperatur von 28 – 35 °C herrschen. Nachts hingegen genügt die Zimmertemperatur vollkommen. Auch Temperaturen unter 18 °C sind kein Problem. In puncto Luftfeuchtigkeit sollte man sich in einem Bereich von 40 – 50 % bewegen.

Einrichtung:

Als Bodengrund kann Küchenpapier, Kokoshumus, Kies, Sand oder auch Erde benutzt werden. Zu beachten ist dabei, dass sich die Tiere nur selten auf dem Boden aufhalten. Daher braucht es im Terrarium viele dünne und dicke Äste. Gerne dürfen diese auch horizontal oder gebogen sein.

Auf jeden Fall sollten die Klettermöglichkeiten bis an die Decke gehen. Dabei ist ein Gaze im Decken nicht von Nachteil. Je nach Belieben können echte und künstliche Pflanzen verwendet werden. Selbstverständlich darf das Grün nicht mit Pestiziden und anderen Giften behandelt worden sein. Zur Reinigung kann man auf Essigreiniger oder biologisch abbaubaren Glasreiniger zurückgreifen.

Futter:

Im Stadium L1 sollte man den Teufelsblumen kleine Fruchtfliegen und Goldfliegen vorsetzen. Ab L2 bis L4 genügen Goldfliegen. Danach kann man ausschließlich Schmeißfliegen verfüttern. Und der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Tiere keine Heimchen und Grillen fressen.

Zucht:

Etwa 2 Wochen nach der Reifehäutung sind die Männchen bereits geschlechtsreif. Bei den Weibchen hingegen dauert der Vorgang etwas länger. Meist muss man 3 bis 4 Wochen warten. Kommt es nun zur Paarung, dann dauert die Kopulation etwa 2 bis 5 Stunden.

Die Eipakete (Ootheken) sind etwa 4 bis 5 cm groß und dabei oval oder kastenförmig geformt. Die hellbraunen Ootheken werden meist an dicken Ästen oder Rinde abgelegt. Das Intervall beträgt dabei etwa 14 bis 20 Tage bei einer Anzahl von bis zu 6 Stück.

Nach rund 5 bis 8 Wochen schlüpfen dann die Jungtiere. In der Regel liegt die Schlupfquote hierbei bis zu 100 Stück. In der Regel sind es 50 bei einer Größe von 1 cm in L1.

Teufelsblume kaufen:

Die Auswahl an Händlern ist überschaubar. Die meisten Zoohandlungen führen keine Teufelsblumen in ihrem Sortiment. Daher muss man auf Züchter und Online-Versender ausweichen. Wer hier auf der Suche nach einem Anbieter ist, kann die gängigen Kleinanzeigenportale und Suchmaschinen bemühen. Häufig müssen weitere Wege in Kauf genommen werden.

Gut zu wissen:
Während den Larvenstadien sind die Tiere braun gefärbt. Ihre türkis-weiß-violette-grüne Farbenpracht bekommen sie erst im adulten Stadium. Dies hat den Hintergrund, dass die Tiere in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet in der Trockenphase als Larven besser getarnt sind. In Afrika häuten sie sich, nämlich erst in der Regenzeit zum adulten Tier.

FAQ zum Abschluss:

FAQ

Gottesanbeterinnen sind faszinierende Insekten, die als Haustiere immer mehr in Mode kommen. Aufgrund dessen bekommen wir sehr häufig Fragen zur Haltung und zur Zucht gestellt. Dies hat uns dazu veranlasst auf dieser Seite ein FAQ ins Leben zu rufen.

Wo kann man die große Teufelsblume kaufen?

Insekten sind als Haustiere zwar im Kommen, aber nicht jede Zoohandlung verkauft auch die Teufelsblume. Daher muss man häufig auf Züchter oder den Online-Versand ausweichen. Ein Blick in die einschlägigen Kleinanzeigenportale kann auf der Suche nach einem Händler ebenfalls hilfreich sein.

Eignet sich die Teufelsmantis für Einsteiger?

Es gibt definitiv Arten, die sich besser für Anfänger eignen. Wer sich aber gründlich in die artgerechte Haltung einarbeitet, kann auch mit einer Teufelsblume in die Welt der Insekten starten. Man sollte sich aber vor Augen führen, dass es sich hier um der am schwierigsten zu haltenden Mantidenarten handelt.

Woher stammt der Name Teufelsblume?

Die Bezeichnung lässt sich auf die Drohhaltung dieser Gottesanbeterin zurückführen. So wirkt das Tier dank dieser Körperhaltung, wie eine Pflanze. Früher ging man davon aus, dass es sich bei diesem Verhalten um eine Tarnung zum leichteren Anlocken von Futtertieren handelt. Dem ist aber heute nicht mehr so. Die meisten Halter sowie Forscher sind sich inzwischen sicher, dass es sich hier um eine reine Drohgeste handelt.

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