Fangschrecke als Haustier

Im Jahr 2017 wurde die europäische Gottesanbeterin zum Insekt des Jahres gewählt. Die auch als Mantis religiosa bekannte Art ist allerdings die einzige in Mitteleuropa beheimatete Vertreterin der Fangschrecken. Sie darf weder gefangen noch gehalten werden. Zum Glück gilt dies nicht für die vielen anderen Arten.

Doch eignet sich eine Gottesanbeterin für dich als Haustier und welche Voraussetzungen sollte man grundsätzlich erfüllen? In diesem kleinen Beitrag erfährst du es. Eines aber gleich vorweg, die kleinen Fangschrecken eignen sich sehr gut für Terraristik-Neulinge.

Was spricht für die Haltung?

Insekten im Allgemeinen sind spannende und sehr ausgefallene Haustiere. Ihr Anblick im Terrarium macht einem richtig gute Laune. Zudem kann man sich sehr intensiv mit der Tierart, der Technik und vielen anderen Dingen auseinandersetzen. Wer unbedingt möchte, kann viele Stunden und Tage mit dem Studium von Büchern & Co. verbringen.

Aber auch die Bepflanzung des kleinen Terrariums macht eine Menge Spaß. Gerade, da man hier nicht allzu viel Zeit und Geld investieren muss. Das gilt übriges auch für das komplette Equipment. Für verhältnismäßig wenig Geld bekommt man hier eine anfängerfreundliche Ausstattung samt Tier.

Trotzdem ist die Haltung von Gottesanbeterinnen ein vielseitiges Hobby, mit dem man sich zu jeder Jahreszeit beschäftigen kann. Des Weiteren erfreuen sich viele Gäste über den Anblick der Tiere. Schließlich bekommt man nur selten eine echte Gottesanbeterin zu sehen.

An die Urlaubsvertretung gedacht?
Als potenzieller Halter macht man sich über viele Dinge einen Kopf. Gerne wird aber vergessen, dass man auch mal für ein paar Tage in den Urlaub fahren möchte oder auch mal krank werden kann. Gerade dann braucht man eine Person, die sich fachkundig um die kleine Fangschrecke kümmert. Zwar muss es sich hier um keinen Experten handeln, aber die grundlegenden Fähigkeiten sollte die Person besitzen.

Was spricht, gegen die Haltung?

Geistermantis als Haustier

Die obigen Absätze klingen recht positiv und bestärken einem eigentlich dabei eine Gottesanbeterin als Haustier zu halten. Allerdings gibt es wie überall im Leben auch Schattenseiten und Aspekte, denen sich Anfänger gar nicht bewusst sind.

Aufgrund dessen möchten wir in diesem Artikel auch auf alle negativen Aspekte eingehen. Nur so kannst du entscheiden, ob du wirklich mit der Haltung beginnen möchtest. Schließlich sollte das Ganze gut überlegt sein.

Gottesanbeterinnen sind keine Haustiere zum Kuscheln:

Möchte man sich ein Haustier zulegen, mit dem man kuscheln kann, wird man mit einer Gottesanbeterin nicht glücklich werden. Für dieses Vorhaben eignen sich eher Katzen, Hunde und andere Tierchen. Außerdem bauen diese auch eine Bindung zu ihrem Halter auf.

Gottesanbeterinnen können zwar auf die Hand genommen werden, aber empfehlenswert ist dies nicht. Zudem werden die Tiere nie richtig zahm oder gar zutraulich. Allerdings ist es möglich eine Fangschrecke auf einer Zimmerpflanze zu halten. Standorttreu sind die Insekten, nämlich durchaus. Aber auch dies ist wenig sinnvoll.

Die Familie sollte einverstanden sein:

Bevor man sich übereilt ein Einsteigerset samt Gottesanbeterin holt, sollte man die anderen Familienmitglieder nach ihrer Meinung fragen. Nicht jeder Mensch findet die Tierchen toll oder ist ein großer Fan der Verfütterung von Lebendfutter. Aufgrund dessen sollte man mit der Familie ein klärendes Gespräch führen.

Selbstverständlich auch, um abzuklären, ob jemand die Urlaubs- oder gar Krankenvertretung übernehmen möchte. Hier sollte man allerdings mit offenen Karten spielen. Schließlich braucht diese Person etwas Fachwissen. Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass ein bisschen Interesse und Zeit vorhanden sein sollte. So kann man die wichtigsten Grundlagen erlernen.

Fachwissen ist das A & O:

Die Haltung von Terrarientieren erfordert doch einiges an Knowhow. Dies wird aber immer wieder gerne vergessen. Zwar lässt sich über Gottesanbeterinnen mit gutem Gewissen sagen, dass sie anfängerfreundlich sind, aber etwas Wissen muss man sich doch anlesen.

Gerade die Fortpflanzung und die Behandlung von Krankheiten erfordern nicht nur Erfahrung, sondern auch Fachwissen. Dies gilt übrigens auch für die Unterkunft. So sollte zum Beispiel das Klima stimmen. Weiterhin gehört auch eine vernünftige Belüftung sowie Beleuchtung zu den Grundlagen in puncto Ausstattung und vor allem Knowhow.

Unterschätze den Zeitaufwand nicht:

Viele Menschen unterschätzen bei Haustieren den finanziellen Aufwand. Der ist hier zum Glück aber nicht so groß. Allerdings sollte man ausreichend Zeit einplanen. Zwar können Zeitschaltuhren die Beleuchtung selbständig ein- und ausschalten, die Fütterung muss man aber noch immer selbst übernehmen.

Weiterhin sollte man das Tier regelmäßig auf dessen gesundheitlichen Zustand hin überprüfen. Zwar kommt ein Parasitenbefall eher selten vor, dafür kommt es aber ab und mal zu Verletzungen. Aber keine Sorge man muss hier meist nicht aktiv eingreifen.

Des Weiteren ist auch eine regelmäßige Säuberung des kleinen Terrarium-Würfels Pflicht. Als grobe Faustregel sollte man mit 15 bis 30 Minuten Arbeitsaufwand pro Tag rechnen. Manch ein Halter kommt auch mit etwas weniger Minuten noch problemlos aus.

Gut zu wissen:
Zur Haltung einer Gottesanbeterin benötigt man ein Terrarium samt Pflanzen und Einrichtung. Auch ein Pflanzensprüher, Lebendfutter und natürlich die obligatorische Futterpinzette sind dabei Pflicht. Ein solches Einsteigerset bekommt man bereits für 35 bis 50 Euro. Weiterhin sollte man mit Kosten für die Beleuchtung, das Futter und natürlich die Bewohnerin rechnnen.

Welche Arten eignen sich für Einsteiger?

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Die Auswahl an Arten für Neulinge ist weit größer als man meinen könnte. Insgesamt gibt es mehr als 2400 verschiedene Fangschreckenarten auf der Erde. Aber nicht alle von ihnen werden überhaupt gehalten. In Deutschland erfreuen sich diese Arten großer Beliebtheit:

  • Indische Gottesanbeterin
  • Geistermantis
  • Arikanische Blütenmantis
  • Große Teufelsblume
  • Orchideenmantis
  • Australische Riesenmantis

Je nach Art ist es möglich eine ganze Gruppe der Tiere zu halten. Dabei sollte man allerdings immer im Hinterkopf behalten, dass es zu Kannibalismus kommen kann, auch wenn ausreichend Futter zur Verfügung steht.

Gut zu wissen:
Im Süden Deutschlands trifft man ab und an mal auf die Mantis religiosa. Die hierzulande eher unter dem Namen Europäische Gottesanbeterin bekannte Art darf aber nicht eingefangen und gehalten werden. Sie steht unter Artenschutz.

Unser Fazit zur Gottesanbeterin als Haustier:

Fangschrecken sind gute Haustiere, die sich optimal für Anfänger im Bereich der Terraristik eignen. Nichtsdestotrotz sollte man sich vor der Anschaffung detailliert in die Haltung und Pflege einlesen. Dies gelingt sehr gut mithilfe von Fachbüchern, aber auch den vielen Webseiten am Markt. Selbst ein paar gute YouTube-Videos gibt es inzwischen.

Trotzdem erreichen uns ab und an Fragen rund um diese Thematik. Dies hat uns dazu veranlasst an dieser Stelle ein kleines FAQ ins Leben zu rufen. So bekommst du weitere wertvolle Informationen rund um Gottesanbeterinnen als Haustier.

Kann man eine Gottesanbeterin auf einer Zimmerpflanze halten?

Prinzipiell wäre dies möglich und ab und an berichtet auch mal ein Halter, dass dies bei ihm erfolgreich klappt. Wir raten allerdings davon ab eine Fangschrecke auf einer Zimmerpflanze zu halten. Warum dem so ist, verraten wir nun.

Grundsätzlich gilt erstmal, dass für dieses Vorhaben nur Weibchen ausreichend standorttreu sind. Männchen hingegen können sehr gut fliegen und damit auch schnell mal auf nimmer wieder sehen entkommen. Außerdem ist es nicht jedermanns Geschmack von einem frei herumfliegend Insekt von solch einer Größe Bekanntschaft zu machen.

Trinken Gottesanbeterinnen?

Wie bei anderen Tieren auch, müssen selbst Fangschrecken ihren Flüssigkeitsbedarf decken. Hierfür nutzen sie sowohl die Nahrung als Trinken in Form von Wassertropfen. Daher empfiehlt es sich mindestens einmal am Tag die Umgebung der Tiere mit Wasser zu besprühen.

Können Gottesanbeterinnen fliegen?

Ist die letzte Häutung erfolgreich hinter sich gebracht, sind die Insekten geschlechtsreif und haben zudem endlich Flügel. Diese verwenden sie selbstverständlich auch. Gerade die Männchen fliegen oder springen gerne herum. Viele Weibchen sind hingegen aufgrund ihres höheren Gewichts oft flugunfähig.