Gottesanbeterin auf Zimmerpflanze halten

Viele Menschen träumen davon eine Gottesanbeterin zu halten. Dabei will aber nicht jeder ein Insekten-Terrarium in den eigenen vier Wänden haben oder das Tier einfach so einsperren. Daher klingt die Zimmerfreihaltung von Gottesanbeterinnen mehr als verlockend. Das Unterfangen ist aber gar nicht so leicht und Einsteigern wird aufgrund dessen meist zum Terrarium geraten. Allerdings muss das gar nicht sein.

Worauf es bei der Zimmerfreihaltung ankommt und welche Fehler man auf jeden Fall vermeiden muss, erfährst du in diesem Ratgeber. Außerdem berichten wir von unseren Erfahrungen und stellen für diese Form der Haltung geeignete Arten vor. Das Lesen lohnt sich also, so viel sei schon mal verraten.

Alles Wichtige auf einen Blick:
  • Für die Zimmerfreihaltung benötigt man eine standorttreue und robuste Mantidenart. Gute Erfahrungen haben wir mit der Indischen Riesengottesanbeterin gemacht. Allerdings eigen sich auch viele weitere Hierodula- und Sphodromantis-Arten.
  • Männchen beginnen im ausgewachsenen Stadium oft mit dem herumfliegen auf der Suche nach einer Geschlechtspartnerin. Daher empfiehlt sich zur Haltung auf der Zimmerpflanze ein Weibchen ab dem 5. Larvenstadium.
  • Passen die klimatischen Verhältnisse im Raum nicht ganz, kann man mit ein Spotstrahler sowie einem Pflanzenspüher nachhelfen.
  • Damit die Tiere nicht verhungern, muss man ihnen Futtertiere anbieten. Hierfür braucht man eine Pinzette. Zur Wasseraufnahme reicht es die Fangarme der Tiere einzusprühen.
  • Bei dem Vorhaben kommt es auf die richtige Pflanze an. Die Gottesanbeterin sollte sich an ihr festhalten können. Zusätzlich braucht es Kletter- und Versteckmöglichkeiten.

Grundlagen zur Zimmerfreihaltung:

Wir sind kein Freund dieser Haltungsmethode, da man hierbei eine ganze Menge an Fingerspitzengefühl braucht. Zudem erschrecken sich viele Besucher beim Anblick solch großer, frei lebender Insekten. Und, wenn diese dann auch noch unvermittelt damit beginnen in der Wohnung herumzufliegen, war es für viele der letzte Besuch.

Wo wir auch schon beim Punkt fliegen wären. Es kann immer mal passieren, dass ein Tier entkommt. Gerade Männchen werden sehr aktiv, sobald sich der Geschlechtstrieb meldet. Daher empfiehlt sich deren Haltung auf einer Zimmerpflanze eher weniger. Weibchen sind hier die bessere Wahl. Nicht zuletzt, da sie als standorttreuer gelten.

In den eigenen vier Wänden entspricht das Klima nicht immer den Bedürfnissen von Mantiden. Daher muss man gegebenenfalls etwas nachhelfen. So kann man einen Spotstrahler direkt auf die Pflanze richten, um die Temperatur anzuheben. Damit auch die Luftfeuchte passt, sollte man ein bis zweimal am Tag vom Wassersprüher Gebrauch machen.

Gut zu wissen:
Gegen die Haltung von Gottesanbeterinnen ohne Terrarium spricht überhaupt nichts, solange man mit den Nachteilen leben kann. Man sollte sich aber bewusst sein, dass man die Insekten bei dieser Haltungsform nicht kontrollieren kann. Zudem wirkt es oft so als hätten die Tiere großen Stress, sobald jemand sich der Pflanze nähert oder einfach nur vorbeigeht.

Geeignete Arten zur Haltung auf einer Zimmerpflanze:

Sobald man die Wörter Zimmerfreihaltung und Gottesanbeterinnen hört, schießt den meisten Leuten die Indische Riesengottesanbeterin durch den Kopf. Bei ihr handelt es sich um eine der am häufigsten im Terrarium gehaltenen Gottesanbeterinnen-Arten.

Allerdings kann man sich auch die Afrikanische Riesengottesanbeterin genauer anschauen. Ebenfalls empfehlenswert ist die Geistermantis. Sie benötigt keine allzu hohe Luftfeuchtigkeit und ist schön anzusehen. Zumindest wenn man sie ohne langes suchen im Blattwerk erspähen kann.

Wer möchte, kann aber auch 2 bekannte Vertreter der Gespensterschrecken auf einer Zimmerpflanze halten. Hierfür bieten sich die Wandelnde Bohne oder auch die Australische Gespensterschrecke an. Schließlich muss es ja nicht unbedingt eine Gottesanbeterin auf der heimischen Pflanze sein.

Worauf es bei der Pflege ankommt:

Im Prinzip reichen zur Haltung eine Futterpinzette und ein Wassersprüher aus. Ersteres raucht man zur Verfütterung von Futtertieren und letzteres für die Luftfeuchte und als Wasserquelle. Viele stellen aber auch eine kleine Schüssel voll Wasser in die Nähe der Pflanze. So oder so sollte man die Luftfeuchtigkeit regelmäßig kontrollieren.

Kommt man nicht auf die erforderlichen Werte, kann man mehr Pflanzen aufstellen. So lässt sich die Luftfeuchte ebenfalls auf 50 und mehr Prozent bringen. Dabei sollte man aber die Temperatur nicht aus den Augen verlieren. Es sollte keinesfalls zu kalt im Raum sein. Zur gezielten Beheizung der Pflanze bietet sich ein Spotstrahler an.

Gut zu wissen:
In puncto Pflege kommt es auch auf die richtigen Schutzmaßnahmen an. Damit die Tiere nicht einfach so entwischen, sollte man ein Fliegennetz im Fenster installieren. Außerdem schadet es nicht Ausschau nach Kotresten und Eiern zu halten. Ein bisschen Hygiene muss ja auch sein.

Welche Pflanzen sich anbieten:

Grundsätzlich können auch bei dieser Haltungsform unechte Pflanzen benutzt werden. Allerdings widerspricht dies doch etwas dem Grundgedanken. Die meisten möchten ja für etwas Leben auf ihren Pflanzen sorgen. Extra anschaffen muss man für die Insekten in der Regel keine Bepflanzung, solange irgendeine Zimmerpflanze über ausreichend Struktur zum Festhalten und Klettern verfügt.

Wer aber unbedingt möchte, kann sich die vielen verschiedenen Ficus-Arten näher anschauen. Auch die Dreimasterblume ist einen Blick wert. Als Alternative bietet sich auch der Ganz zur Gärtnerei oder zum nächsten Baumarkt an. Investiert man hier ausreichend Zeit, kann man wirklich tolle Pflanzen zur Freihaltung der Gottesanbeterinnen erwerben.