Heimchenplage in der Wohnung: Wie kann man die kleinen Biester am besten beseitigen?

Heimchenplage

Gerade unter Terraristikfans ist das Problem mit den Plagegeistern bekannt. Ehe man sich versieht, hat man eine Heimchenplage in den eigenen vier Wänden. Und das nächtliche Zirpen der männlichen Hausgrillen kann einen um den wohl verdienten Schlaf bringen. Außerdem legen die Weibchen bis zu 2600 Eier ab aus denen ständig neue Plagegeister entstehen können. Zudem ernähren sich die Heimchen einfach von unseren Lebensmitteln, da sie Allesfresser sind.

Aber wie kann man überhaupt für Abhilfe schaffen und braucht man vielleicht sogar einen Kammerjäger? Die Antwort auf all diese Punkte erfährst du in diesem Guide. Wir stellen dabei sowohl Hausmittel als auch ausgefallene Bekämpfungsvarianten mit Tieren vor. In diesem Guide findet also jeder die Lösung für seine Heimchenplage.

Wie sehen Heimchen aus?

Heimchen

Bevor man sich detailliert über die Bekämpfung von Heimchen informiert, sollte man anhand unserer Beschreibung noch mal abklären, ob es sich auch wirklich um einen Heimchenbefall in der Wohnung handelt. So gehören die kleinen Biester zur Familie der Echten Grillen und sind obendrein verwandt mit den Heuschrecken.

Möchte man Heimchen auf einen Blick identifizieren, gilt es auf diese Punkte zu achten:

  • Gelblich-braune bis strohgelbe Körperfarbe
  • Der Vorderflügel ist um ein Vielfaches kürzer als der Hinterflügel
  • 2 lange Antennen am Kopf
  • Deutlich verdickte Hinterbeine
  • Weibchen haben einen stabförmigen Legebohrer am Hinterteil

Was sollte man über die Biester wissen?

Der Fachbegriff lautet Acheta domesticus und setzt sich aus den zwei bekanntesten Eigenschaften dieser Grillen zusammen. So verbirgt sich hinter dem Wörtchen Acheta Sänger. Der Name domesticus hingegen heißt so viel wie häuslich.

Damit ist im Prinzip auch schon alles verraten. Bezug wird hier auf den nächtlichen Gesang der männlichen Exemplare genommen. Da dieser mit einer Frequenz von bis zu 3.800 Hertz stattfindet, kann er einen nachts um den Verstand bringen.

Das Wort häuslich sollte man aber nicht vergessen. Damit ist gemeint, dass die Tiere in der freien Wildbahn den Winter nicht überleben würden. Trotzdem sind die Insekten in Mitteleuropa weitverbreitet, da sie in Häusern ausreichend Wohnraum vorfinden.

So gibt es viele warme Stellen mit mehr als genug Nahrung und Wasser in der näheren Umgebung. Gerade Heizungsräume, Gewächshäuser, Abfalltonnen und kleine Vorratskammern haben es den Heimchen angetan. Allerdings nehmen sie im Zweifel auch einen Komposthaufen, wenn es nicht anders geht.

Gut zu wissen:
Obwohl Heimchen Flügel haben, benutzen sie diese aber nur selten. Meist nutzen sie ihre starken Hinterbeine, um sich in Windeseile fortzubewegen. Dabei rennen sie aber nicht, sondern machen kurze, hohe Sprünge.

Heimchen beseitigen – So wird es richtig gemacht:

Nachdem du jetzt weißt, wie die Tiere aussehen und wo sie sich am liebsten aufhalten, kannst du dich nun an die Bekämpfung der Heimchen machen. Dafür brauchst du am Anfang weder Insektizide noch einen Kammerjäger. Es gibt ein paar gute Hausmittel, die meist schon vollkommen ausreichen, um Herr über die Biester zu werden.

Brutplätze der Heimchen vernichten:

Die meisten Terraristik-Fans werden es schon wissen. Heimchen erreichen in der Regel ein durchschnittliches Alter von 10 Wochen. Während dieser Zeitspanne legen die weiblichen Tiere eine ganze Menge Eier ab. Rund 1000 bis 2500 Eier sind dabei vollkommen normal. Wie viel genau sie ablegen, hängt davon ab, wann sie von den Männchen begattet wurden.

Möchte man die Brutplätze aufspüren, gibt es 2 Möglichkeiten. Man kann sie nachts über das Zirpen der Tiere ausfindig machen oder einfach das Haus nach Larven und Eier absuchen. Beginnen sollte man dabei im Bereich von feuchter Erde (Blumentöpfe, Gewächshäuser usw.) oder dem Bio-Müll. Verdächtig sind dabei weißlich, gekrümmte Eier. Meist sind diese etwa 0,3 × 2,3 mm lang.

Entdeckt man hingegen 2,5 mm lange und grau-schwarze Maden, handelt es sich meist um die Larven. So oder so muss man in beiden Fällen die gleichen Hausmittel benutzen. Sehr effektiv ist das Beseitigen der Brut mit kochend heißem Wasser. Gerade die Eier vertragen diese Behandlung gar nicht.

Alternativ kann man die Larven und Eier einfach aufsaugen. Dann muss man den Staubsaugerbeutel nur noch luftdicht verschließen und im Hausmüll entsorgen. Am besten kombiniert man beide Möglichkeiten für ein gutes Ergebnis.

Adulte Heimchen mit Fallen jagen:

Heimchenbefall

Das Vernichten der Brut ist aber nicht ausreichend, um die Heimchenplage in den Griff zu bekommen. So muss man auch die erwachsenen Grillen beseitigen. Diese sind allerdings eher dämmerungs- und nachtaktiv. Daher ist es äußerst schwierig die Tiere nachts zu lokalisieren oder überhaupt einzufangen. Daher muss man auf Heimchenfallen zurückgreifen. Diese sind sehr effizient, aber man bekommt sie oft nur online.

Möchte man hingegen schnell für Abhilfe schaffen, kann man Honig mit heißem Wasser im Verhältnis von 1 zu 4 verrühren. Die klebrige Masse lässt man nun in einer kleinen, flachen Schüssel abkühlen. Diese stellt man dann einfach an den beliebten Rückzugsorten auf. Am besten fertigt man gleich mehrere dieser Honigfallen an. Wenn alles glattläuft, springen die Grillen in die Melasse und ertrinken.

Alternativ kann man auch Klebefallen aufstellen. Diese bekommt man in so gut wie jedem gängigen Baumarkt. Wer möchte, kann diese aber auch selber bauen. Hierfür kann man einen dünnen Karton mit Melasse oder Honig bestreichen. Nun werden die Klebefallen einfach in den eigenen vier Wänden verteilt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Fallen zeitnah ausgetauscht werden müssen, wenn sich Kadaver in ihnen befinden. Schließlich möchte man die restlichen Heimchen nicht vorwarnen.

Heimchen mit Insektenspray bekämpfen:

Obwohl viele Leute von diesem Tipp nicht begeistert werden sein, ist es noch immer die beste Methode um die Population schnell in den Griff zu bekommen. Insektensprays sind günstig und funktionieren wirklich gut. Allerdings enthalten sie auch eine ganze Menge Gift und sind daher nicht jedermanns Sache. Nichtsdestotrotz ist es günstiger diese zu benutzen, als eine verschleppte Heimchenplage vom Kammerjäger ausräuchern zu lassen.

Bei der Anwendung der Sprays sollte man darauf achten, dass man die Dämpfe nicht selbst einatmet. Außerdem sollte man nur dort sprühen, wo man den Heimchenbefall auch vermutet. Zusätzlich lohnt es sich in Ecken, Fensterbänken und an Türritzen das Gift kurz zu versprühen.

Danach sollte man den Raum aber verlassen und das Mittel für eine Stunde einwirken lassen. Ist die Stunde vorbei, gilt es das Zimmer gründlich zu lüften und die Anwendung bei Bedarf zu wiederholen. Möchte man sich möglichst gut vor den giftigen Dämpfen schützen, kann man eine Maske aufsetzen.

Achtung, aufgepasst:
Insektizide, wie Insektensprays sollte man nur mit Vorsicht und Bedacht einsetzen. Gerade bei Kindern und Tieren im Haushalt sollte man aufpassen. Zusätzlich zu unseren Tipps sollte man noch die Herstellerangaben beachten!

Wie kann man Heimchenbefall vorbeugen?

Heimchen in der eigenen Wohnung kann man gut vorbeugen. Zumindest, wenn man die Tiere nicht zur Verfütterung an Terrarientieren wie Echsen und Co nutzt. So sollte man darauf achten, dass Lüftungen mit feinmaschigen Gittern versehen sind. Zudem sollten sich keine Schlitze in Fenstern oder Türen befinden. Außerdem gilt es auf diese Aspekte zu achten:

  • Mülleimer geschlossen halten.
  • Kompost und Brennholz weit entfernt vom Haus lagern.
  • Kein Licht brennen lassen, wenn Fenster und Türen offen sind.
  • Risse in Wänden mit Spachtelmasse verschließen.
  • Löcher in Fenster und Türen mit Silikon abdichten.
  • Regenrinnen von Blättern und anderem Dreck befreien.
Solange noch Sommer ist, nisten Heimchen vorzugsweise an feucht-warmen Orten. Erst im Herbst finden sie ihren Weg in die Häuser. Schließlich möchten sie warm und sicher überwintern. Gerade jetzt gilt es also aufzupassen, ob sich Schädlinge im eigenen Haus niederlassen.

Unser FAQ zum Abschluss:

FAQ

Obwohl viele Leute Heimchen halten oder diese für ihre Terrarientiere züchten, kommt es doch immer mal wieder zu einem Befall der eigenen vier Wände mit den kleinen Biestern. Gerade Anfänger haben dann viele Fragen und machen sich große Sorgen. Dies hat uns dazu veranlasst ein FAQ ins Leben zu rufen. So bekommst du noch mehr Informationen zur Bekämpfung von Heimchen.

Gibt es Tiere, die Heimchen einfach fressen?

Oft reicht schon ein Hund oder eine Katze, die aufgrund ihres Spieltriebs die kleinen Biester tötet. Sobald man aber eine größere Population in den eigenen vier Wänden hat, sollte man auf andere Tiere oder besser gleich Fallen und Insektizide zurückgreifen. Viele schwören allerdings auf das Aussetzen von Geckos oder Wirbellosen in der Wohnung.

Was hilft gegen eine Heimchenplage im Terrarium?

Oft genügt es schon, wenn man eine große, tiefe Tasse mit Wasser im Bodengrund des Terrarium versenkt. Die Heimchen ertrinken dann relativ schnell im feuchten Nass. Wer den ganzen Prozess noch etwas beschleunigen möchte, kann den Hunger der Insekten zu seinem Vorteil nutzen.

Meist reicht es, wenn man ein paar Haferflocken oder Gurkenscheiben in eine verschließbare Box legt. Sobald sich dort genügend Heimchen eingefunden haben, wird der Deckel darauf gemacht und fertig. Wenn all diese Tipps nicht bringen, muss man sich mit der Pinzette auf die Lauer legen.

Wie kann man eine Heimchenplage im Terrarium vermeiden?

Ein Heimchenbefall des Terrariums lässt sich sehr gut vermeiden, indem man nicht zu viele Heimchen auf einmal als Futter gibt. Das hört sich natürlich relativ banal an. Schließlich sind es die übrig gebliebenen Heimchen, die für den Befall im Terra sorgen. Daher sollte man Heimchen am besten einzeln als Futter geben.

Außerdem gilt es darauf zu achten, dass es auch wirklich gefressen wurde. Ansonsten sollte es umgehen aus dem Terrarium entfernt werden. Alternativ kann man auch nur männliche Heimchen verfüttern. Viele schwören auch darauf nur jüngere, nicht geschlechtsreife Tiere als Futter zu geben. Viele geben auch gar keine Heimchen mehr als Futter, sondern setzen ausschließlich auf Heuschrecken oder Fliegen.

Über Fabian Wüst 6 Artikel
Hallo! Ich heiße Fabian und bin der Kopf hinter dieser Webseite. Auf Terraristikfibel.de schreibe ich über meine größte Leidenschaft. Die Rede ist natürlich von der Terraristik. Da ich bei Fragen gerne behilflich bin und mehr Leute für Terrarientiere begeistern möchte, habe ich dieses Online-Magazin gegründet.

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