Die Kalifornische Kettennatter schlängelt sich inzwischen durch Deutschland!

Kalifornische Kettennatter

Eingeschleppte Tierarten können für Ökosysteme schnell zur waschechten Bedrohung werden. Gerade die Kanareninsel Gran Canaria kann davon ein trauriges Liedchen singen. Dort ist die Natter eine Bedrohung für zahlreiche Reptilienarten. Zumindest für all jene, die sie noch nicht ausgerottet hat. Bereits in den späten 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts fand die Schlangenart ihren Weg auf die Insel.

In letzter Zeit häufen sich allerdings die Meldungen, dass auch hierzulande Kalifornische Kettennattern heimisch werden könnten. Das würde für die hiesige Flora und Fauna aber ebenso ein großes Problem darstellen. Deshalb ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Art nun als invasiv und damit als anerkannte Gefahr für Deutschlands Kleintiere geführt wird.

Ob es sich hierbei um eine für Menschen gefährliche Schlange handelt oder man weiter beruhigt einen Spaziergang durch die freie Natur machen kann, erfährst du in den folgenden Zeilen. Zudem verraten wir dir, ob sich die Art in Deutschland dauerhaft ausbreiten kann und ob es für uns Terrarianer bereits Einschränkungen in puncto Haltung, Zucht und natürlich auch Handel gibt.

Alles Wichtige auf einen Blick:
Die wohl wichtigste Frage beantworten wir gleich zu Beginn. Giftig sind Kalifornische Kettennattern nicht. Auf der Speisekarte stehen kleine Säuger, Vögel und andere Reptilien – für uns Menschen also eine gute Nachricht. Reizen sollten wir die Tiere in freier Wildbahn aber nicht. Bei einem Biss werden nämlich Bakterien und Keime übertragen werden, die zu starken Schwellungen führen können.

  • Verbreitungsgebiet: Der natürliche Lebensraum der Art erstreckt sich über den westlichen Teil der USA. Gemeint sind damit Arizona, Oregon sowie das südliche Nevada. Ebenfalls gibt es eine große Population auf Gran Canaria und in Europa könnte die Schlangenart heimisch werden. Häufig gesichtet werden die Tiere auf Ackerland und in der Nähe von Gewässern. Ebenso gibt es Populationen in Wüsten, Halbwüsten sowie in Wäldern und Wiesen.
  • Äußeres: Die Lebenserwartung soll bis zu 20 Jahre betragen. Im Laufe der Zeit können die Tiere bis zu 150 cm lang werden. Der Kopf ist dabei im Verhältnis zum restlichen Körper eher klein. Charakteristisch für die Schlangenart sind die gelben Ringe auf der ansonsten dunkelbraunen Färbung. Die Tiere werden etwa nach 3 Jahren geschlechtsreif und sind ab und an in Terrarien anzutreffen.
  • Terraristik: Bis zur Einstufung als invasive Art galten die Tiere als klassische Anfänger-Nattern. Deshalb ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass hierzulande viele Lampropeltis getula californiae gehalten werden. Die Tiere gelten als friedvoll und wenig aggressiv. Die Schlangenart hält eine 3 bis 6 Monate andauernde Winterruhe und geht direkt im Anschluss auf Partnersuche. Im Terrarium mögen es die Nattern tagsüber mit 25 bis 28 Grad Celsius recht warm.

Was zeichnet die Kalifornische Kettennatter aus?

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Einst war die Art nur im Südwesten der USA sowie in Mexiko daheim. Seit August 2022 steht sie aber auf der Unionsliste der invasiven Arten. Damit ist amtlich bestätigt, dass es sich hier um eine gebietsfremde und vor allem gefährliche Spezies für uns Ökosystem handelt. Damit mit einher geht ein EU weites Handels- und Nachzuchtverbot.

Immer mal wieder berichten große Zeitungen davon, dass die Kalifornische Kettennatter hierzulande in freier Wildbahn gesichtet worden ist. Das ist soweit auch korrekt. Funde der ungiftigen Schlagen gibt es ab und an mal. Nicht ganz sicher ist man sich allerdings, ob es sich hierbei um entwischte Terrarientiere handelt oder die Art hier bereits heimisch geworden ist.

Sollte letzteres der Fall sein, geht von ihr eine große Gefahr für unsere Artenvielfalt aus. Die Kalifornische Kettennatter ernährt sich von kleinen Säugern, Vögeln und Reptilien. Menschen stehen also nicht auf ihrer Speiseliste. In der Not ernährt sie sich dann doch lieber von anderen Schlangen und kleinen Echsen.

Trotzdem wird die invasive Art wenig Sympathie-Punkte bei Einheimischen und Urlaubern sammeln können. In Deutschland ist man einfach den Anblick solch großer Schlagen nicht gewöhnt. Und da es hierzulande keine Kojoten und noch dazu wenige große Greifvögel gibt, muss mit einer schnellen Vermehrung gerechnet werden. Allerdings könnte dies noch etwas dauern.

Schließlich müssen ein paar Jahre ins Land ziehen bis die Tiere geschlechtsreif werden. Ob es soweit aber überhaupt kommt, ist doch recht ungewiss. Schließlich ist unser Wetter nur im Sommer recht ähnlich zu dem des natürlichen Habitats. Allerdings gibt es in Deutschland noch immer richtige Winter mit eisigen Minusgraden. So etwas ist auf Gran Canaria oder in Mexiko nicht der Fall.

Gut zu wissen:
Wie eine renommierte Studie unlängst bewiesen hat, sollten stets frühzeitig Maßnahmen gegen die Ausbreitung von invasiven Tierarten ergriffen werden. Andernfalls ist mit mindestens zehnmal höheren Kosten zu rechnen. Eine erfolgreiche Bekämpfung ist nämlich deutlich teurer und auch zeitaufwendiger. Durch ein gutes Vorsorgemanagement könnte also eine Menge Geld eingespart werden.
Über Maik Herrmanns 6 Artikel
Hey! Ich bin Maik und verfasse hier Beiträge über Warane. Seit über 10 Jahren halte ich die urigen Echsen und möchte meine Erfahrungen mit anderen Terrarianern teilen. Mein Ziel ist es bei Problemen weiterzuhelfen und Menschen über die komplizierte Haltung der faszinierenden Echsen aufzuklären.

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