Warum man seine Echsen keinen Auslauf in der Wohnung ermöglichen darf!

Reptil-Freilauf-Wohnung

Ab und an tauchen immer mal wieder Bilder auf, die Reptilien beim Freilauf in Häusern und Wohnungen zeigen. Viele Halter möchten ihren Tieren damit nur etwas Gutes tun. Ein bisschen mehr Platz zur Bewegung schadet den Terrarienbewohnern ja schließlich nicht. Allerdings birgt so ein Ausflug eine Menge an Gefahren.

Schließlich gehören Leguane nicht auf Schränke oder Gardinenstangen. Genauso wenig sollte man sie als Besitzer durch die Gegend tragen. Zwar schauen Bilder mit Reptilien auf den Schultern oder dem Kopf wirklich putzig aus, aber wir sind strikt gegen solche Experimente. Warum Freilauf in der Wohnung oder das herumtragen des Tieres keine gute Idee ist, verraten wir dir im Folgenden.

Alles Wichtige auf einen Blick:
  • Das Klima in der Wohnung entspricht nicht dem natürlichen Lebensraum. Meist ist es zu kalt und die Luftfeuchtigkeit ist nicht hoch genug. Auch die Beleuchtung ist zu schwach.
  • Umfallende Einrichtungsgegenstände sind ein großes Problem. Echsen klettern gerne und gelangen so an die unmöglichsten Stellen in der Wohnung. Flaschen und Lampen können aber umfallen und die Tiere schwer verletzen.
  • Andere tierische Bewohner können zum Problem werden. Je nach Größe des Reptils kann der Jagd- und Futtertrieb von Hunden oder auch Katzen geweckt werden.

Reptilien, die wechselnden klimatischen Bedingungen ausgesetzt sind, besitzen ein schwaches Immunsystem. Damit sind sie häufiger krank und können schwerere Krankheiten, wie etwa Lungenentzündungen entwickeln.

Schwankende Temperaturen sind das Grauen:

Reptilien sind wechselwarme Tiere. Das bedeutet, dass ihre Körpertemperatur stark von der Temperatur der Umgebung abhängig ist. Dies führt zu einem ganz einfachen Effekt, sobald das Tier aus dem Terrarium genommen wird. Die Rede ist von der Absenkung des Stoffwechsels. Und dies geschieht hier nicht gleichmäßig, sondern einfach ruckartig.

Um dieses Problem zu beseitigen, versuchen die Tiere die nächstmögliche Wärmequelle anzusteuern. Das können Haustiere, Menschen oder auch Fenster sein. Im schlimmsten Fall ist es aber eine noch warme Herdplatte oder eine heiße Lampe. Aber auch Hunde sind keine gute Wahl. Sie können das Reptil als Feind, Nahrung oder einfach Spielzeug betrachten. So oder so, das Ganze wird nicht gut ausgehen.

Die Zugluft sorgt für Atemwegserkrankungen:

Wir Menschen spüren es gar nicht so. Aber durch jede Ritze gelangt Luft in den Raum. Ist nun noch ein Fenster geöffnet, kann es zu starken Luftströmungen am Boden kommen. Gerade Echsen vertragen diese gar nicht. Zugluft ist bereits im Terrarium eine der Hauptursachen von Schnupfen und Lungenentzündungen.

Die UV-Bestrahlung ist lebensnotwendig:

Reptilien brauchen eine ausreichend starke Beleuchtung, die nicht nur zur Temperaturerhöhung dient. UV-Licht ist für die Tiere überlebensnotwendig. In unseren Wohnräumen gibt es aber keines davon. Zudem sind die eigenen vier Wände für Reptilien ungewöhnlich dunkel und damit beängstigend eingefärbt.

Dies versuchen die Reptilien auszugleichen, indem sie sich instinktiv zum Fenster fortbewegen. Aber auch dies ist selten der Schlüssel zum Erfolg. Im besten Fall gibt es dort eine Heizung, im schlimmsten Fall nur eine Kältebrücke mit viel Zugluft. Und nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass viele Fenster kein UV-B-Licht durchlassen. Dies ist aber absolut überlebensnotwendig.

Gefährliche Substanzen und Keime:

In unseren Wohnungen lauert es nur so von Gefahrenquellen. Damit sind nicht nur umstürzende Einrichtungsgegenstände oder tiefe Spalten hinter Schränken gemeint. Auf dem Boden können sich noch Rückstände von Reinigungsmitteln oder anderen für Reptilien schädlichen Substanzen befinden.

Nimmt unser Haustier solche auf, kann es zu einer Schwächung des Immunsystems kommen. Andere Leute haben uns aber auch schon von einem Organversagen berichtet. So etwas sollte man keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. Schnell geht es und über die Schleimhäute im Mund werden gefährliche Chemikalien oder Krankheitserreger aufgenommen.

Hygiene gibt es bei Reptilien keine:

Wer schon mal einen großen Leguan durch die Wohnung hat laufen lassen, wird genau wissen, was wir meinen. Reptilien haben keine Wertevorstellungen, sind nicht domestiziert und erst recht nicht stubenrein. So lassen die Tiere an den unpraktischsten Stellen Kot oder Urin ab. Da kann das Sofa schon mal tagelang stinken. Vom Esstisch erst gar nicht angefangen.

Außerdem können die geliebten Reptilien auch für den Menschen gefährliche Krankheitserreger in der Wohnung verteilen. So können Salmonellen für Säuglinge, kleine Kinder aber für ältere Mitmenschen gefährlich werden. Dies ist auch einer der Gründe, wieso man im Umgang mit Reptilien seine Hände regelmäßig desinfizieren sollte.

Warum Echsen scheinbar aus dem Terrarium wollen:

Immer wieder hört man von Reptilienhaltern, dass ihre Tiere das Terrarium verlassen möchten. Sie kratzen sich an der Scheibe oder laufen stundenlang an ihr auf und ab. Das hat aber nicht den Hintergrund, dass sie das angrenzende Wohnzimmer endlich erkunden möchten.

Für das Verhalten gibt es viele Ursachen. Häufig sind es die Außenreize, wie Fernseher und herumlaufende Menschen. Auch das eigene Spiegelbild können die Tiere manchmal in der Scheibe erkennen und wollen den Kameraden dann attackieren oder mit ihm kommunizieren. Sie verstehen nicht, dass sie es selbst sind.

Aber auch ungünstige oder teils falsche Haltungsbedingungen sind eine der Hauptursachen. So stimmt die Beleuchtung nicht oder die Temperatur ist zu niedrig. Viele vergessen dabei auch das Kontrollieren der Luftfeuchte. Handelt es sich also um den Versuch einen besseren Platz aufsuchen zu wollen, muss man gezielt gegensteuern.

Gut zu wissen:
In der freien Natur gibt es keine Glasscheiben. So eine unsichtbare Barriere ist für die Tiere daher nicht nachvollziehbar. Daher versuchen sie oft sehr lange die Barriere zu überwinden. Hier kann man die Grenzen des Terrariums einfach sichtbar machen. Es bieten sich Folien oder Dekoaufbauten an.

Unser Fazit:

Der Auslauf ist natürlich gut gemeint, aber damit noch lange keine gute Idee. Alle Gründe dafür haben wir aufgezählt und erläutert. Anstelle die Tiere durch die Wohnung laufen zu lassen, sollte man das Terrarium artgerecht gestalten. Wer kann, braut das Domizil so groß wie möglich oder baut gar ein Außengehege für den Sommer. Dazu braucht es aber einen eigenen Balkon oder Garten und einen ausreichend warmen Sommer.

Über Sarah Engelmann 4 Artikel
Hi! Mein Name ist Sarah und ich schreibe hier über mein liebstes Hobby. Genauer gesagt bin ich die Person hinter den zahlreichen Ratgebern über Gottesanbeterinnen und Vogelspinnen. Das Ziel all meiner Artikel ist ganz simpel. Noch mehr Menschen sollen mit der Haltung dieser Tiere beginnen.