Leguan

Sobald man den Begriff Leguan hört, denkt man fast unweigerlich an den bekannten Grünen Leguan. Er lebt in den Tropen von Zentral- und Südamerika. Allerdings gibt es noch weitere Exemplare aus der Familie der Iguanidae (Leguane).

Diese unterscheiden sich äußerlich sehr stark vom populären Grünen Leguan. Zudem kommen sie nicht nur auf dem amerikanischen Doppelkontinent, sondern auch auf den karibischen Inseln, den Galápagos-Inseln und den Fidschi-Inseln vor.

Der Leguan als Haustier:
Viele Vertreter dieser Art können zu Hause im Terrarium gehalten werden. Allerdings gilt dies nicht für jede der rund 8 Gattungen und 40 Arten. Wer mit der Terraristik beginnen möchte, sollte mit dem Halsbandleguan starten. Über dessen Haltung existieren viele Bücher auf dem Markt und man findet viele Informationen im WWW.

Allerdings ist die Leguan-Haltung kompliziert und daher für Einsteiger in die Welt der Terraristik eher nicht zu empfehlen. Der Zeitaufwand zur Haltung dieser wunderschönen Tiere ist nämlich sehr groß. Außerdem sind die Haltungskosten sehr hoch und an der Halter braucht einiges an Erfahrung im Umgang mit Terrarienbewohnern.

Leguan-Steckbrief:

Diese Echsen zählen zu den beliebtesten Bewohnern in deutschen Terrarien. Außerdem existieren viele große Arten, die über den ganzen Globus verteilt leben. Es gibt also diverse Gattungen und Arten. Daher fällt es schwer sich, als Anfänger einen ersten Überblick über die Familie der Iguania zu verschaffen. Aus diesem Grund haben wir einen kleinen Steckbrief erstellt:

Wissenschaftlicher Name:Iguanidae
Familie:Leguanartige (Iguania)
Klasse:Reptilien
Ordnung:Schuppenkriechtiere
Aussehen:Kämme auf dem Rücken, Wangenschuppe, Kehllappen, blau, schwarz, braun-rot, orange, grün, gemustert
Größe:Ca. 14 – 220 cm
Gewicht:Bis zu 15 kg
Verbreitung:Doppelkontinent Amerika, karibischen Inseln, Galápagos-Inseln & Fidschi-Inseln.
Alter:Je nach Art können die Tiere bis zu 20 Jahre alt werden.
Lebensform:Tagaktiv & kletternd.
Ernährung:Allesfresser mit Schwerpunkt auf Pflanzen.
Geschlechtsreife:Zwischen 1 und 3 Jahren
Paarung:Paarungszeit ist zwischen Dezember und Januar. Die Tiere legen etwa 20 bis 60 Eier ab.
Artbestand:Gefährdet
Feinde:Hauptsächlich Raubvögel & Schlangen. Aber auch Menschen, Hunde und Katzen sind Feinde.
Besonderheiten:Bis zu 35 km/h schnelles fortbewegen. Sie können schwimmen und bis zu 30 Sekunden die Luft anhalten. Zudem können die Tiere bei Gefahr ihren Schwanz abwerfen.

Aussehen & Merkmale:

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Ein Leguan kann wenige Zentimeter klein sein oder gar 2 Meter groß sein. Der Schwanz ist dabei meist länger als der restliche Körper. Zudem ist der Kopf meist mit Schuppenkämmen oder einer Kehlwamme bestückt.

Letztere ist beim Männchen weit stärker ausgeformt als beim Weibchen. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, handelt es sich doch um ein wichtiges Instrument bei der Balz und bei Kämpfen. Zudem kann mit dem Kehllappen noch die Temperatur kontrolliert werden und im Bedarfsall eignet er sich auch zur Kommunikation.

Weiterhin verfügen die Tiere über eine imposante Wangenschuppe über deren Sinn und Zweck Wissenschaftler noch heute streiten. Die auch als Subtympatisches Schild bezeichnete Schuppe befindet sich unterhalb des Trommelfells. Sie soll laut verschiedenen Theorien ein Auge vortäuschen.

Auf dem Rücken dieser Echsen befinden sich in der Regel kleine Schuppen. Die Bauchschuppen hingegen sind etwas größer, stehen dabei aber nicht in einer regelmäßigen Reihe. Je nach Gattung und Art kann die Echse ein paar Gramm oder weit über 10 Kg auf die Waage bringen.

Die Farben haben ein breites Spektrum. So existieren Tiere mit grauer, grüner, gelber, blauer, oranger, roter, schwarzer und sogar pinker Färbung. Dabei kann die Farbe je nach Art eher einfarbig, aber auch mit diversen Mustern versehen sein. Häufig trifft man dabei auf Flecken oder Streifen. Je nach Stimmung können manche Arten die Farben sogar wechseln.

Achtung, aufgepasst:
Leguane sind zwar nicht giftig, können allerdings für den Menschen gefährlich werden. So besitzen die Tiere sehr starke Kiefer und sind gerade in der Paarungszeit sehr aggressiv. Gerade zu diesem Zeitpunkt werden Menschen häufig gebissen.

Allerdings beißen die Echsen nicht nur, sondern wehren sich häufig auch mit einem Schlag. Hierfür benutzen sie ihren starken Schwanz. Ein solcher Schlag ist sehr schmerzhaft.

Erstaunliche Besonderheiten:

Wer die Allesfresser schon mal in der freien Natur bewundern durfte, kann davon berichten, wie schnell sie sich fortbewegen können. Bis zu 35 km/h schnell können die Tiere im Bedarfsall werden. Dies ist auch nötig, um vor ihren Feinden, wie Falken, Adlern und Schlangen zu fliehen.

Trotz des schnellen Tempos sind Leguane keine ausgeprägten Jäger. Sie konzentrieren sich bei der Ernährung viel eher auf Pflanzen, Insekten und Schnecken. Zudem können die Tiere sich nicht nur am Land fortbewegen. Auch im Wasser sind sie agil und können die Luft sogar bis zu 30 Minuten lang anhalten.

Das ist aber noch lange nicht alles, was man über den Leguan sagen könnte. Die Tiere sind sehr mutig, wenn es um die Flucht vor Fressfeinden geht. Manch ein Exemplar springt dabei sogar von einem Baum direkt ins Wasser. Und das Ganze aus einer Höhe von bis zu 15 Metern, ohne sich dabei zu verletzten.

Gut zu wissen:
Im eigenen Terrarium werden diese Reptilien etwa 10 bis 20 Jahre alt. Das genaue Alter hängt dabei stets von den Bedingungen und der jeweiligen Art ab. Wer sich also gut um seine Bewohner kümmert, hat noch lange Freude an ihnen.

Die große Welt er Leguanarten:

Leguan-Arten

Im Laufe der Jahre hat sich die Zahl an Gattungen und Arten stetig verändert. Momentan gibt es rund 8 Gattungen und stolze 40 Arten. Nicht jede von ihnen eignet sich zur Haltung. Für Einsteiger in die Welt der Terraristik empfehlen wir diese 3 Leguangattungen:

Der grüne Leguan erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit unter Terraristikfreunden. Allerdings kann er bis zu 2 m groß und stolze 20 Jahre alt werden. Beide Aspekte werden nur selten bedacht und sprechen eigentlich gegen eine Haltung im Terrarium. Zudem eignet er sich nicht für Beginner.

Weitere interessante Arten:

Natürlich gibt es noch weit mehr interessante Vertreter dieser Schuppenkriechtiere. Zwar können diese nicht selbst gehalten werden, aber auch sie sind sehr interessant. Besonders populär sind noch diese Arten der Familie der Iguanidae:

Artgerechte Haltung:

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Diese Echsenart wird hierzulande immer beliebter. Sie stellen inzwischen einen populären Bewohner in deutschen Terrarien dar. Allerdings unterschätzen viele Leute die Anforderungen an die Haltungsbedingungen vollkommen. Obwohl gerne gegenteiliges behauptet wird, handelt es sich bei Leguanen nicht unbedingt um anfängerfreundliche Tiere.

Bevor man sich einen Leguan kauft, sollte man sich daher ein paar Gedanken machen. Vor allem sollte man sich detailliert in die artgerechte Haltung dieser besonderen Reptilien einlesen. Schnell wird man bemerken, dass hinter der Haltung ein hoher zeitlicher und finanzieller Aufwand steckt.

Gerade die Futter- und Stromkosten sind relativ hoch. Das Terrarium samt Technik bekommt man auch selten für wenig Geld. Zudem braucht es doch einiges an Wissen, um das Terrarium artgerecht einzurichten. Der Punkt Licht ist zum Beispiel eine Wissenschaft für sich. Neulingen sind all diese Aspekte häufig nicht bewusst und so verlieren sie schnell die Lust am neuen Hobby.

Und das Wichtigste haben wir noch gar nicht erwähnt: Eine Urlaubsvertretung braucht es nämlich auch. Diese sollte sich zumindest rudimentär mit Leguanen und deren Haltung auskennen. Aufgrund dessen sollte man gründlich prüfen, ob es eine geeignete Person im Umfeld gibt.

Unsere passenden Guides:

Möchtest du mit der Haltung beginnen, kannst du dich mithilfe unserer detaillierten Ratgeber tiefer in die Thematik Leguanhaltung einlesen. Für den ersten Überblick solltest du dir diese Artikel zu Gemüte führen:

FAQ zum Abschluss:

FAQ

Viele Leser stellen uns immer wieder Fragen per E-Mail. Daher haben wir uns dazu entschlossen, auf dieser Seite ein kleines FAQ ins Leben zu rufen. Hier bekommst du nun die Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen unserer Besucher.

Was fressen Leguane?

Es gibt bei diesen Tieren reine Vegetarier sowie Allesfresser. In der Terrarienhaltung besteht die Nahrung daher aus pflanzlichen und tierischen Teilen. Gerne wird in der Terraristik auf Kräuter, Gemüse, Obst und Futtertiere zurückgegriffen.

Auch eigens entwickelte Vitamin- und Mineralstoffpräparate gibt es. Deren Verwendung ist durchaus zu empfehlen. In der freien Wildbahn fressen Leguane zudem noch kleine Wirbeltiere, Fische und sehr viel Grünfutter. Daher muss auch der Speiseplan für die Haltung sehr vielseitig sein.

Welches Terrarium benötigt ein Leguan?

Dies hängt ganz davon ab, um welche Art es sich handelt. Je nach den natürlichen Lebensbedingungen braucht man eine dieser Varianten: Waldterrarium, Regenwaldterrarium, Tropenwaldterrarium oder ein Trockenterrarium.

Kann man einen Leguan zähmen?

Ja, dies ist möglich. Bis zu einem gewissen Punkt kann man sie zähmen. So können sie durchaus gestreichelt werden. Aller Wahrscheinlichkeit nach ertragen sie aber nur die Berührung und genießen sie nicht. Weiterhin ist es möglich den Leguan aus der eigenen Hand zu füttern.

Wo kann man Leguane kaufen?

Die Auswahl an Händlern ist größter als man denkt. Neben Zoohandlungen bieten sich auch Züchter an. Wer möchte, kann sein Glück auch auf Reptilienbörsen probieren. Hier sollte man aber etwas aufpassen. Da die Tiere hier sehr eng beieinander ausgestellt werden, können Krankheiten sich rasch verbreiten.

Manchmal kann man Leguane auch im Tierheim erwerben. Auch das Durchsuchen von Kleinanzeigenportalen kann Sinn ergeben. Nicht selten geben Halter ihre Tiere kostenfrei ab. Allerdings sollte man sich nicht aus Mitleid zu einem für sich selbt eher ungeeigneten Exemplar hinreißen lassen.

Können Leguane ihren Schwanz abwerfen?

Im Gegensatz zu vielen anderen Echsen hat der Schwanz eines Leguans keine Sollbruchstelle. Kommt es zur Abtrennung eines Teils des Schwanzes, kann sich dieses Stück aber durchaus regenerieren. Das Regenerat bildet allerdings keine verknöcherten Schwanzwirbel aus, sondern wird lediglich durch Knorpel gestützt.