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Wer auf der Suche nach einer Leguangattung für Einsteiger ist, sollte sich definitiv näher mit den Chuckwallas auseinandersetzen. Sie sind besonders einfach zu halten. Daher empfehlen wir Neulingen immer wieder diese Echsengattung.

Was man in puncto Haltung wissen sollte, wo die Tiere ursprünglich herkommen und wie sie leben, verraten wir dir in diesem Ratgeber. Selbstverständlich gehen wir aber auch auf viele weitere wichtige Aspekte ein. Das Lesen lohnt sich daher auf jeden Fall.

Chuckwallas Steckbrief:

Den Beginn dieses Artikels macht die obligatorische Tabelle mit den wichtigsten Fakten. So kann man sich im Handumdrehen einen Überblick über diese Gattung verschaffen:

Gattung:Die Chuckwallas (Sauromalus) sind eine Echsengattung aus der Familie der Leguane (Iguanidae).
Arten: Chuckwalla (Sauromalus ater, Synonym: Sauromalus obesus), Sauromalus australis, Sauromalus hispidus, Sauromalus klauberi, Sauromalus slevini & Sauromalus varius.
Aussehen:Weibchen sind meist kleiner als die Männchen. Es gibt verschiedene Färbungen mit und ohne Punkte und Streifen.
Größe:Gesamtlänge von 32 bis 45 cm, wobei die Kopf-Rumpf-Länge etwa 20 cm beträgt.
Gewicht:Etwa 350 Gramm
Verbreitung:Südwesten der USA bis Nordwesten Mexikos. Dort ist diese Gattung in den Wüstengebieten mit Felsen beheimatet.
Alter:Ca. 10 bis 15 Jahre
Lebensweise:Tagaktives Tier, das sich gerne auf Felsen herumtreibt.
Ernährung:Pflanzenfresser (Blattgemüse, Kräuter Blüten & Früchte)
Geschlechtsreife:Nach 4 bis 6 Jahren
Fortpflanzung:Trächtige Weibchen legen etwa 5 bis 16 Eier nach einer Trächtigkeit von ca. 70 Tagen.
Artenschutz:nein
Haltung:Paarweise oder in einer Gruppe mit 1 Männchen.
Terrarientyp:Trockenterrarium mit UV-Bestrahlung
Schwierigkeitsgrad:1 – 2
Besonderheiten:12 bis 16 Wochen andauernde Winterruhe, Körper kann um bis zu 60 % aufgebläht werden & verkriechen sich bei Gefahr sofort.

Merkmale & Aussehen:

Die recht schwerfällig wirkenden Echsen können sehr kräftig werden. Meist sind die Tiere schwarz bis grau bräunlich eingefärbt. Die Weibchen haben dabei häufig nur ein schlichte, braunes Schuppenkleid. Verziert ist dies oft mit Streifen oder Punkten. Oft verändert sich die Farbe der Schuppen im Laufe des Lebens.

So gibt es gänzlich schwarze Tiere, aber auch rote oder weiß-schwarze Exemplare. Charakteristisch für diese Gattung ist der flache und nahezu dreieckig geformte Kopf. Auf diesem befinden sich unregelmäßig verteilte Schuppen. Am Bauch findet man meist an der Seite ein paar Falten.

Alles in allem wirken die Tiere recht plump. Allerdings sind sie weit agiler als man meinen könnte. So können sie im Ernstfall sehr schnell rennen und sich auch recht gut gegen Angreifer wehren. Dank sei dem gewirtelten Schwanz.

Gut zu wissen:
An den Flanken befinden sich Lymphsäcke. Diese ermöglichen es den, in der Wüste lebenden Tieren, Wasser über mehrere Monate zu speichern. Da bei diesem Vorgang auch viel Salz aufgenommen wird, müssen die Chuckwallas dieses zeitnah ausscheiden. Dies geschieht mithilfe kräftiger Nieser. Daher befinden sich auf den Terrarienscheiben häufig Salzflecken.

Verbreitung & natürlicher Lebensraum:

Die Tiere stammen aus den USA und Mexiko. Dort trifft man sie meist in Wüstengebieten mit vielen Felsen und Steinen an. Offene und ausschließlich sandige Flächen meiden diese Leguane. Sie brauchen die Felsen nämlich, um sich vor Fressfeinden zu schützen.

Sie können bei Bedarf ihren Bauch nämlich um mehr als doppelte aufblähen. Verkriechen sie sich zeitgleich noch in einer Felsspalte ist es so unmöglich sie aus dieser herauszubekommen. Allgemein lässt sich sagen, dass die Chuckwallas eher scheu sind und lieber einmal zu oft ihr Versteck aufsuchen.

Lebensweise:

Diese Leguane sind tagaktive Tiere, die es sich gerne auf oder in der Nähe von Felsen bequem machen. Sie lieben die trockenen und felsigen Regionen der in Amerika befindlichen Wüsten. Offene Sandflächen meiden die Tiere. Längere Zeit halten sie sich zum Sonnenbaden auf Felsen auf.

Schließlich können sie dich dort bei Gefahr sofort in den Ritzen verkriechen und sich darin verkeilen. Dem Aufblähen sei Dank. Kommt es allerdings zum Duell werden die scheuen Leguane plötzlich sehr lebendig. Sie beginnen mit einem lauten fauchen und schlagen bei Bedarf kräftig mit ihrem starken Schwanz zu.

Auch Hiebe mit den Beinen sind schmerzhaft. Diese Gattung besitzt nämlich kräftige Krallen, die sich aber nicht nur zum Kämpfen eignen. So buddeln sie damit auch Löcher und Höhlen. Diese nutzen sie als Verstecke oder zur Ablage von Eiern.

Gut zu wissen:
Wie viele andere Echsengattungen auch, halten Chuckwallas eine Winterruhe ab. Meist dauert diese zwischen 10 und 16 Wochen an. Meist beginnt die Winterruhe Anfang November und dauert dann entweder bis Februar oder März an. Wie lange sie konkret dauert, kann man aber nie sagen.

Chuckwallas-Haltung:

Die Chuckwallas-Haltung ist nicht so fordernd, wie man auf den ersten Blick meinen könnte. Allerdings gibt es ein paar wenige Leguan-Arten bzw. Gattungen, die noch besser für Anfänger geeignet sind. Nichtsdestotrotz reden wir hier noch immer von einer Gattung mit dem Schwierigkeitsgrad von 1 bis 2.

Terrarium:

Das Chuckwalla-Terrarium sollte für die Haltung von zwei adulten Tieren etwa 150 × 80 × 80 cm groß sein. Da die Tiere gerne graben, sollte man den Bodengrund auf eine Höhe von 15 cm aufschütten. Als Material hierfür eignet sich handelsüblicher Sand mit ein bisschen Kies.

Besonders wichtig bei der Einrichtung sind Steinaufbauten. Diese sollte stabil sein und über ausreichend Ritzen für die Tiere verfügen. Da beim Aufblähen große Kräfte entfaltet werden, muss so ein Felsaufbau einsturzsicher sein. Zusätzlich dazu sollten sich im Terrarium noch Versteckmöglichkeiten und verschiedene Hölzer als Klettermöglichkeit befinden.

Wer will, kann auch eine strukturierte Rückwand verbauen. So sorgt man für zusätzlichen Kletterspaß und Ruheplätze. Da die Tiere viel Frischluft benötigen, sollte man für ausreichend große Lüftungsflächen im Terrarium sorgen. Die Temperatur liegt am Sonnenplatz zwischen 40 und 50 Grad Celsius. An der kältesten Stelle im Terrarium sollte die Temperatur am Tag nicht unter die 30 Grad-Marke fallen. Nachts hingegen sind 20 Grad Celsius vollkommen ausreichend.

Beim Punkt Beleuchtung kommt es auf ein paar wichtige Aspekte an. Die tägliche Leuchtdauer sollte einen Zeitraum von 12 bis 14 Stunden niemals unterschreiten. Zudem brauchen die Tiere eine UV-Bestrahlung in ihrem Trockenterrarium. Grundsätzlich gilt hier, dass diese Leguangattung Sonne über alles liebt. Die Luftfeuchtigkeit sollte am Morgen bei 90 % bis 100 % liegen.

Futter:

Chuckwallas ernähren sich fast ausschließlich von Grünfutter. Allerdings jagen sie auch ganz gerne Heuschrecken, wenn man welche ins Terrarium setzt. Wichtig ist beim Punkt Futter, dass die Ernährung abwechslungsreich gestaltet wird. Ansonsten kann es nämlich zu einem Ungleichgewicht im Mineralstoffhaushalt kommen.

Gute Erfahrungen haben wir mit der täglichen Fütterung gemacht. Ein Fastentag schadet aber definitiv nicht. Zudem lohnt sich das Verabreichen von Vitaminpräparaten. Dies ist bei der Haltung von Reptilien grundsätzlich eine gute Wahl. Weiterhin gilt bei der Haltung der Chuckwallas, dass man ausprobieren sollte was und wie viel die Tiere fressen möchten.

Als Futter bieten sich geraspelte Karotten, diverse Salatarten, Löwenzahn, Gurken, gekochter Reis, Zucchini, Paprika, Erdbeeren, Himbeeren, geraspelter Apfel und ab und mal eine Banane an. Auf gar keinen Fall sollte man den Leguanen Kohl geben. Dieser sorgt nur für lebensbedrohliche Blähungen. Außerdem sollte man Obst nur einmal oder zweimal im Monat verfüttern.

Gut zu wissen:
Möchte man den Tieren eine Freude bereiten, empfiehlt sich das Züchten von Sprösslingen auf der Fensterbank. Hierfür kann man Hirse, Weizen und Linsen in eine Schale mit feuchter Erde stecken. Wer sich nun gut um die kleinen Samen kümmert, sie also täglich gießt, kann nach rund 2 Wochen ein saftiges Grünfutter für die Chuckwallas ernten.

Winterruhe:

Bereits Ende Oktober werden die Tiere ruhiger und stellen das Fressen ein. Es handelt sich hierbei um die ersten Anzeichen der kommenden Winterruhe. Nun muss das Licht auf 4 bis 5 Stunden am Tag reduziert werden. Zudem ist es empfehlenswert nun einen Wassernapf im Terrarium zu installieren. Die Temperatur sollte auf 15 °C bis 20 °C abgesenkt werden.

Die Winterruhe der Chuckwallas dauert meist bis Mitte Februar oder Anfang März. Eine 10 bis 16 Wochen dauernde Ruhephase sollte man bei der Haltung der Tiere einplanen. Was man auf gar keinen Fall machen sollte, ist es die Tiere zu früh aufzuwecken. Außerdem muss die Reduzierung der Temperatur langsam erfolgen. Umgekehrt gilt dies natürlich auch für das Aufwachen.

Zucht:

Chuckwallas züchten ist nicht so schwierig, wie man meinen könnte. Allerdings kann es rund 4 bis 6 Jahre dauern bis die Tiere geschlechtsreif sind. Nach einer Trächtigkeitsphase von 70 Tagen legen die weiblichen Leguane meist 5 bis 16 Eier in ein selbst gegrabenes Gelege.

Die Jungtiere sind etwas heikel in der Aufzucht. Gerade die Futteraufnahme ist nicht ihre größte Stärke. Daher empfiehlt sich es einen Napf samt Futter in das Terrarium zu stellen. Alternativ kann man die Nahrung auch im Terrarium verteilen. So laufen die kleinen Racker ständig am Futter vorbei und nehmen es bei Bedarf auf.

Kaufen:

Möchte man sich einen Leguan aus der Gattung Chuckwalla zulegen, sollte man beim Kauf auf ein paar wichtige Details Acht geben. Welche das sind, erfährst du nun:

  • Wohlgenährt
  • Klare, leuchtende Augen
  • Keine Verletzungen
  • Kräftige Schwanzwurzel
  • Saubere Kloake
  • Nicht verschleimter Maulinnenraum
Es gibt auch ein paar Merkmale, wo man lieber vom Kauf absehen sollte: Hypernervöses Verhalten, Außen- & Innenparasiten, apathisches Verhalten, verkrustete, entzündete oder eingefallene Augen, Deformationen aller Art, steife Gelenke oder Gliedmaßen, abgemagertes Äußeres sowie Schwellungen unter der Haut oder im Kieferbereich.

Unser FAQ zum Abschluss:

FAQ

Da die Leguangattung Chuckwalla immer beliebter als Haustier wird, erreichen uns ziemlich viele Fragen. Aufgrund dessen haben wir an dieser Stelle ein kleines FAQ ins Leben gerufen. Es soll dir dabei helfen, noch mehr Informationen über diese Gattung zu bekommen.

Woher stammt der Name Chuckwalla?

Die Bezeichnung Chuckwalla lässt sich auf die Indianer zurückführen. Sie nannten diese Leguane, nämlich „fette Echsen“. Aber nicht aufgrund der Körpergröße, sondern einer ganz speziellen Fähigkeit. Bei Gefahr können die Tiere nämlich ihren Bauch um mehr als das Doppelte aufblähen. Damit ist es für Fressfeinden unmöglich, sie aus den Felsspalten zu ziehen.

Gibt es besondere Anforderungen bei der Haltung?

Chuckwallas sind nicht allzu anspruchsvoll was ihr Zuhause oder gar ihre Ernährung angeht. Einsteiger neigen aber dazu zu viele Früchte und Obst zu verfüttern. Zudem empfiehlt sich die Gabe von Bioprodukten oder das Sammeln von Wildkräutern.

Braucht man zwingend einen Ultraschallbefeuchter für die Chuckwallas?

Hierbei spalten sich die Meinungen. Grundsätzlich geht es auch ohne, wenn man 3 bis 4 mal pro Woche mithilfe einer Sprühflasche Wasser im Terrarium verspritzt.

Warum haben Chuckwalla-Terrarien Salzflecken an den Scheiben?

Diese Echsengattung kann nur auf einem Weg überflüssiges Salz aus dem Körper befördern. Dafür niesen sie es mit starken Stößen aus den Nasenlöchern aus. Daher befinden sich an den Scheiben häufig kleine Salzansammlungen.

Benötigt man einen Trinknapf?

Die Tiere nehmen die komplette Flüssigkeit über die Nahrung auf. Das im Grünfutter enthaltene Wasser reicht also in der Regel völlig. Ist dem einmal nicht so, trinken die Tiere den morgendlichen Tau. Wer möchte, kann aber eine Trinkschale im Terrarium platzieren. Jungtiere nehmen dieses Extra gerne an.