Leguan-Arten

Wer zum ersten Mal mit dem Thema Leguane und dessen Gattungen konfrontiert wird, kann schnell verzweifeln. So existieren diverse Arten und Gattungen. Und als wäre das noch nicht genug, liest man ab und auch von Echsen mit den Namen Anolis und Basilisken. Das Ganze wirft mehr Fragen auf als beantwortet werden.

Dies hat uns auf die Idee gebracht im Folgenden verschiedene Gattungen und Arten anhand ihrer Größe vorzustellen. Außerdem beantworten wir am Ende des Artikels noch die am häufigsten gestellten Fragen rund um diese Thematik. Mit Fachwissen und hilfreichen Informationen wird in diesem Guide also nicht gegeizt.

Eines aber gleich vorweg: Anolis und Basilisken sind Gattungen der Familie der Leguanartigen. Bei ihnen handelt es sich um immer beliebter werdende Tiere fürs heimische Terrarium. Einsteiger sollten sich aber eher mit den Bunten Maskenleguanen, den Halsbandleguanen oder auch den Malachit-Stachelleguanen auseinandersetzen. Die klein bleibenden Arten sind eher pflegeleicht und verzeihen typische Anfängerfehler.

Kleine Leguane für Terrarianer:

Nicht immer hat man genügend Platz, um ein mehrere Meter großes Terrarium zu Hause unterzubringen. Viele scheuen auch die hohen monatlichen Unterhaltskosten für solch ein Monstrum. Aufgrund dessen ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Nachfrage nach kleinen Leguan-Arten fürs Terrarium besonders hoch ist. In den folgenden Zeilen stellen wir dir 5 interessante Exemplare vor.

Glattkopfleguan – Leiocephalus:

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Der natürliche Lebensraum dieser Leguane ist die Wüste oder auch Buschsteppe. Allerdings stammen die Tiere keineswegs aus Afrika. Die kleine Leguan-Art lebt auf den Inseln der Antillen, von Kuba bis Trinidad. Die Tiere werden zwischen 15 und 35 cm groß. Hierzulande erfreut sich der Haiti-Glattkopfleguan größerer Popularität.

Steckbrief:

Geeignet für:Anfänger
Haltung:Einzeln, Paarweise oder im Harem
Terrarium:Trockenterrarium
Futter:Insekten, Blätter & Blüten
Verhalten:Ausgeprägtes Revierverhalten bei den Männchen

Lebensweise:

Die Tiere leben in der freien Wildbahn in kleinen Gruppen zusammen und bewohnen Erdhöhlen. Interessant an ihnen ist die Tatsache, dass sie den Schwanz beim Laufen nach oben krümmen. Als Nahrung dienen den kleinen Leguanen Insekten, Blätter und Blüten.

Haltung:

Wer sich für die Haltung interessiert, braucht ein Trockenterrarium mit den Mindestmaßen von 80 x 50 x 40 cm. Als Deko empfehlen wir eine Steinkulisse aus Dolomitsteinen. Der Bodengrund besteht aus einem trockenen Sand-Lehm-Gemisch. Im Inneren des Terrariums beträgt die Temperatur am Tage 25 bis 30 Grad Celsius.

Unterhalb der Wärmelampen können auch 38 Grad vollkommen im Rahmen liegen. Nachts hingegen genügen auch schlappe 20 Grad. Die relative Luftfeuchtigkeit pendelt sich am besten innerhalb von 50 bis maximal 60 Prozent am Tag ein. In den nächtlichen Stunden können auch 80 Prozent erreicht werden.

Halsbandleguan – Crotaphytus collaris:

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Dieser Leguan ist in Deutschland sehr beliebt. Er gilt, als einfach zu halten und ist damit gerade für absolute Einsteiger eine gute Wahl. Die Echsen sind sehr farbenprächtig und können bis zu 35 cm lang werden. Dabei entfallen etwa 22 cm auf die Kopf-Rumpf-Länge. Den Namen Halsbandleguan verdankt er der Zeichnung am Hals. Sie erinnert nämlich bei genauerer Betrachtung an ein doppeltes und schwarzes Halsband.

Eine weitere Besonderheit der kleinen Leguane ist deren flinkes Laufen auf den Hinterbeinen. Dies ermöglicht ihnen eine enorm hohe Geschwindigkeit. Damit sie währenddessen nicht zu Fall kommen, halten sie mit ihrem langen Schwanz die Balance. Gerade bei der Flucht vor Angreifern kann man den aufrechten Gang beobachten.

Steckbrief:

Geeignet für:Anfänger
Haltung:Einzeln, Paarweise oder im Harem
Terrarium:Trockenterrarium
Futter:Insekten (Pflanzliche Kost wird durch die Futtertiere aufgenommen)
Besonderheiten:Winterruhe, während der Paarungszeit bekommen die Weibchen orange oder rötliche Punkte und Flecken.

Lebensweise:

Halsbandleguane sind tagaktiv und leben in kleinen Gruppen. Sie bewohnen sowohl Felsen als auch den normalen Boden. Trotzdem positionieren sie sich am liebsten auf Steinen, um dort Ausschau nach Futtertieren und Feinden zu halten. Ab Ende November halten diese kleinen Leguane eine Winterruhe, die zwischen 2 und 3 Monaten andauert.

Haltung:

Die Allesfresser benötigen als Unterschlupf ein Trockenterrarium mit einer Größe von etwa 120 x 60 x 60 cm. Im Inneren sollten sich ausreichend einsturzsichere Felsaufbauten und natürlich Sonnenplätze befinden. Wer es wirklich ernst meint, kann eine Strukturrückwand im Terrarium platzieren. Diese sorgt für weitere Klettermöglichkeiten in Form von Felsvorsprüngen. Natürlich dürfen auch Äste nicht fehlen.

Am Tag sollte die Temperatur sich in einem Bereich von 28 °C bis 35 °C einpendeln. Im Bereich des Wärmespots sind bis zu 45 °C ohne Bedenken okay. Nachts hingegen reichen 18 bis 22 Grad Celsius vollkommen aus. Die Luftfeuchtigkeit sollte sich im Bereich von 50 bis 60 Prozent bewegen.

Die 2 bis 3 Monate andauernde Winterruhe erfordert Temperaturen von 10 bis 12 Grad Celsius und ein schrittweises Einläuten. Gleiches gilt für das Beenden der Winterstarre. Gelegentlich kommt es vor, dass die Tiere länger als 3 Monate Winterruhe halten wollen.

Bunter Maskenleguan – Leiocephalus personatus:

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Diese Leguane gehören zur Gattung der oben vorgestellten Glattkopfleguane. Sie werden etwa 23 bis 28 cm groß, erreichen ein stolzes Alter von ca. 10 Jahren und stammen aus der Karibik. Die männlichen Vertreter dieser Gattung sind etwas bunter als die Weibchen und verfügen über einen Kaum aus stark gekielten und vergrößerten Schuppen.

Steckbrief:

Geeignet für:Anfänger
Haltung:Einzeln oder Paarweise
Terrarium:Trockenterrarium
Futter:Insekten, Blätter & Blüten
Besonderheiten:Winterruhe, graben sich zum Schlafen ein und wackeln mit dem Schwanz bei Bedrohungen.

Lebensweise:

Die bunten Maskenleguane gelten als tagaktive Bewohner der Dominikanischen Republik und Haiti. Sie leben in kleinen Gruppen und flüchten bei Bedarf in selbst gegrabene Erdhöhlen. Bevor sie aber bei Gefahr die Flucht ergreifen, sieht man häufig auch das Aufstellen des Schwanzes. Ob dies eine Drohgeste oder schlicht eine Ablenkung sein soll, ist aber noch nicht abschließend geklärt.

Haltung:

Die Mindestmaße für die Haltung eines Paares lauten 80 x 50 x 40 cm (L x B x H). Das Trockenterrarium kann mit diversen Steinen oder gar ganzen Steinkulissen versehen werden. Wer es mit echten Pflanzen probieren möchte, kann sich die vielen Sukkulenten näher anschauen. Als Bodensubstrat empfiehlt sich ein Gemisch aus Sand und Lehm.

Tagsüber sollte die Temperatur in einem Bereich von 25 bis 30 Grad Celsius liegen. Unterhalb der Wärmelampen dürfen auch Werte bis 40 °C erzielt werden. Nachts muss es natürlich nicht ganz so warm sein. 20 Grad sind eine gute Marke. Notfalls reichen aber auch 18 Grad Celsius vollkommen aus.

Die Luftfeuchtigkeit liegt tagsüber zwischen 50 und 60 Prozent. Sobald es dunkel wird, sind dann aber bis zu 80 Prozent gerechtfertigt. Was gerne unter den Tisch bei diesen Tieren fällt, ist die Winterruhe. Über eine Zeitspanne von 2 bis 3 Monaten erstreckt sich diese bei leicht niedrigeren Temperaturen.

Malchitgrüner Stachelleguan – Sceloporus malachiticus:

Kleiner Leguan

Diese Gattung gilt als überaus artenreich und stammt aus Nord- und Mittelamerika. Was hier besonders schnell auffällt, ist der stark ausgeprägte Geschlechtsdimorphismus. So sind die männlichen Stachelleguane stärker gefärbt. Je nach Art sind bis zu 30 cm Gesamtlänge möglich.

Steckbrief:

Geeignet für:Anfänger
Haltung:Einzeln oder Paarweise
Terrarium:Regenwaldterrarium
Futter:Insekten, Trinkwasser versprühen
Besonderheiten:Baumbewohner und Geschlechtsdimorphismus

Lebensweise:

Die Gattung der Stachelleguane kommt in den unterschiedlichsten Lebensräumen zu Recht. Man trifft die Echsen auf Felsen, aber auch in trockenen Buschregionen an. Auch vor Wüsten machen sie keinen Halt. Selbst in Gebirgen und sehr feuchten Kiefern- und Nebelwälder leben diese kleinen Leguane. Auf dem Speisesplan stehen sowohl tierische als auch pflanzliche Kost.

Haltung:

In Deutschland erfreut sich hauptsächlich ein Vertreter der Stachelleguane großer Beliebtheit. Die Rede ist vom Malachit-Stachelleguan. Dieser wird bis zu 20 cm lang und bewohnt den tropischen Nebelwald. Er gilt als Baumbewohner und lebt in der freien Wildbahn in kleinen Gruppen.

Zur Haltung im Wohnzimmer braucht man nur ein kleines Regenwaldterrarium mit den Mindestmaßen 80 x 50 x 60 cm. Neben ein paar Steinen, sollten im Inneren ausreichend Äste zum Klettern vorhanden sein. Die Temperatur sollte tagsüber bei 25 bis 30 Grad Celsius liegen. Unterhalb der Wärmelampen sind auch 40 Grad Celsius kein Problem.

Nachts hingegen genügen 15 bis 20 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit sollte sich in einem Bereich von 50 bis 80 Prozent bewegen. Sobald es Nacht wird, sind aber auch 100 Prozent kein Problem. Als Bepflanzung für das Terrarium bieten sich Bromelien, Farne oder Philodendron an. Immer wird bei dieser Art zum Versprühen von Trinkwasser geraten.

Leopardleguan – Gambelia wislizenii :

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Unter Fortgeschrittenen in der Welt der Leguanhaltung werden Leopardleguane immer beliebter. Dies ist auch kein Wunder, schließlich sind die Tiere wunderschön anzusehen. Ihrem ausgefallenen Aussehen verdanken sie sogar ihrem Namen. Eine leopardenähnliche Musterung verziert nämlich die Oberseite des Körpers.

Die kleinen Leguane werden etwa 40 cm lang, wobei 2/3 auf den Schwanz entfallen. Die männlichen Vertreter sind kleiner als die weiblichen Tiere. In puncto Färbung gibt es 3 Möglichkeiten: Grau, Braun oder Beige. Die Bauchseite hingegen ist immer hell eingefärbt.

Steckbrief:

Geeignet für:Fortgeschrittene
Haltung:Einzeln, paarweise oder im Harem
Terrarium:Trockenterrarium
Futter:Insekten, Blätter und Früchte
Besonderheiten:Verbringen die Nacht in Erdbauten und können auf den Hinterbeinen rennen.

Lebensweise:

In der freien Natur trifft man die Tiere auf Steinen liegend an. Dort sonnen sie sich oder halten Ausschau nach Futterinsekten oder Fressfeinden. Ist es allerdings zu warm ziehen sich die Tiere in den Schatten zurück. Nachts sieht man sie gar nicht, da sie zum Schlafen Erdbauten aufsuchen.

Haltung:

Leopardleguane kann man einzeln, als Paar oder auch in einer kleinen Gruppe mit einem Männchen halten. Das Trockenterrarium sollte etwa 150 x 60 x 80 cm groß sein. Da diese kleinen Leguane wahre Kletterkünstler sind, braucht es einsturzsichere Felsaufbauten. Das Bodensubstrat sollte ein Gemisch aus Sand oder Lehm sein.

Am Tag sollte sich die Temperatur in einem Bereich von 25 bis 35 °C bewegen. Sobald es Nacht wird, kann die Temperatur auf 18 bis 22 °C absinken. Vergessen sollte man aber auf gar keinen Fall den Sonnenplatz. Dort können gut und gerne 40 Grad Celsius herrschen. Damit die Luftfeuchtigkeit im Terrarium stimmt, sollte man täglich etwas Wasser sprühen.

Gut zu wissen:
In puncto kleine Leguan-Arten werden gerne die Saumfingerechsen vergessen. Die auch unter dem Namen Anolis bekannten Tiere, gehören zur Gruppe der Leguanartigen. Kleine Vertreter dieser Gruppe wären der Rotkehlanolis, der Braune Anolis, der Bahamaanolis, der Weißlippenanolis oder auch der Dickkopfanolis. Alle diese Echsen werden gerne gehalten und erfreuen sich daher großer Beliebtheit bei Terrarianern.

Mittelgroße Leguane fürs Terrarium:

Kleine Leguan-Arten sind mit großem Abstand die Nummer 1 auf der Beliebtheitsskala. Allerdings gibt es auch viele interessante Leguane, die etwas größer sind. Man sollte hierbei im Hinterkopf behalten, dass man hier mehr Platz für die Unterkunft braucht.

Des Weiteren muss auch das Budget eine Ecke größer sein. Bereits die Anschaffungskosten fürs Terrarium sind bei diesen Leguan-Arten höher. Und von den monatlichen Unterhaltungskosten wollen wir erst gar nicht berichten. Strom oder Futter sind ja immer noch nicht umsonst.

Nichtsdestotrotz handelt es sich hier um interessante Terrarien-Tiere, die noch mit moderatem Aufwand gehalten werden können. Wenngleich der künftige Halter ausreichend ambitioniert sein sollte und wirklich Lust auf die Pflege seiner Bewohner haben muss. Der Zeitaufwand wächst schließlich mit der Größe, wie eine alte Faustregel besagt.

Wüstenleguan – Dipsosaurus dorsalis:

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Diese Leguan-Art stammt aus den Wüsten der USA und Mexiko. Sowohl der deutsche als auch der lateinische Name nehmen Bezug auf das Verbreitungsgebiet der Tiere. So leitet sich „dipsa“ von Durst ab und „sauros“ von Echse. Wichtig zu wissen ist hier, dass es sich um eine sogenannte monotypische Gattung handelt. Es gibt also eine Nominatform mit 3 weiteren Unterarten.

Die Wüstenleguane werden gar nicht allzu groß. Nur etwa 40 Zentimeter Gesamtlänge erreichen sie, wobei mehr als die Hälfte auf den Schwanz entfällt. Charakteristisch ist noch der niedrige Kamm und die braune mit grauen Flecken versehene Haut. Während der Fortpflanzungszeit können die Flanken der Tiere leicht rosa leuchten.

Steckbrief:

Geeignet für:Fortgeschrittene
Haltung:Paarweise oder in einer Gruppe mit 1 Männchen
Terrarium:Trockenterrarium mit starker UV-Bestrahlung
Futter:Blätter, Blüten und ein paar Insekten.
Besonderheiten:Als Unterschlupf dienen selbstgegrabene Bodenlöcher oder alte Kängururatten-Bauten. Die Tiere halten eine Winterruhe.

Lebensweise:

Diese Wüstenbewohner lieben die Hitze. Selbst im Hochsommer tollen sie in der Mittagszeit noch herum. Wie Wissenschaftler herausgefunden haben, kann sich ihr Körper auf bis zu 47 °C erwärmen. In der freien Natur ernähren sich die Tiere mit pflanzlicher Kost. Aber auch Insekten und Aas werden vertilgt.

Haltung:

Das Terrarium für diese Leguan-Art sollte für die paarweise Haltung etwa 150 × 60 × 80 cm groß sein. Als Bodengrund empfiehlt sich ein Gemisch aus Sand und Lehm. In puncto Deko empfehlen sich Wurzeln oder größere Steine. Viele Halter schwören auf ganze Felsbauten. Auch eine Kletterrückwand wird gerne angenommen.

Die Temperatur im Terrarium sollte in einem Bereich von 40 bis 45 Grad Celsius am Tag liegen. Im Bereich der Wärmelampen sind selbst 50 bis 60 Grad Celsius absolut im Rahmen. Sobald es aber dunkel wird, sollte die Temperatur auf 20 bis 22 Grad Celsius absinken. Die Luftfeuchtigkeit sollte sich in einem Bereich von 30 bis etwa 40 Prozent einpendeln.

Chuckwallas – Sauromalus:

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Die aus dem Südwesten der USA und Norden Mexikos stammende Leguangattung wird zwischen 32 und 45 cm groß. Dabei entfällt etwa die Hälfte der Gesamtlänge auf den Schwanz. Derzeit gehören rund 6 Leguan-Arten zu der Gattung Chuckwallas. Die Haltung dieser Echsen ist so populär, dass der bekannte Autor Gunter Köhler gemeinsam mit Hannes Zorn ein eigenes Buch über deren Haltung verfasst hat.

Steckbrief:

Geeignet für:Fortgeschrittene
Haltung:Paarweise oder in einer Gruppe mit 1 Männchen.
Terrarium:Trockenterrarium
Futter:Blattgemüse, Kräuter Blüten, Früchte & Insekten
Besonderheiten:Winterruhe, kann sich aufblähen und verkriecht sich bei Bedrohungen sofort.

Lebensweise:

In der freien Natur erspäht man diese Leguane hauptsächlich auf sonnengewärmten Felsen. Die offenen Flächen rings herum meiden die Tiere meist. Kommt es dort zu einer Konfrontation mit einem Fressfeind, verkriechen sich die Echsen in Windeseile.

Als Versteck dienen dabei meist Felslücken. Damit es einem Angreifer nicht gelingt sie aus diesen Spalten herauszuziehen, können sie ihren Körper auf bis zu 60 Prozent aufblähen. Die Tiere haben also ein eher passiveres Wesen. Daher verwundert es einen auch nicht, dass sie hauptsächlich Pflanzen vertilgen. Ab und an findet aber auch mal ein Insekt den Weg in den Schlund.

Haltung:

Die Pflege dieser Leguane ist eher etwas für Fortgeschrittene. Aber auch ambitionierte Anfänger können mit den Chuckwallas starten. Man sollte aber im Hinterkopf behalten, dass die Tiere eine Winterruhe halten und eher etwas plump wirken. Dies kann aber auch den Reiz der urigen Echsen ausmachen.

Zur Haltung benötigt man ein Trockenterrarium mit ausreichendem Bodengrund. Die Tiere graben doch ganz gerne. Viele Halter empfehlen ein Gemisch aus Sand mit etwas Kies. Auch bei dieser Leguan-Art braucht man wieder einiges an Steinen im Terrarium. Wer den Echsen etwas Gutes tun möchte, sollte einen richtigen Felsaufbau installieren.

Am Tag sollte die Temperatur etwas oberhalb von 30 Grad Celsius liegen. Im Bereich des Sonnenplatzes sind bis zu 50 Grad Celsius möglich. Nachts hingen, sind 20 Grad Celsius vollkommen okay für die Leguane. Viel wichtiger ist die lange Beleuchtungszeit von 12 bis 14 Stunden mit ausreichend großer UV-Bestrahlung. Zudem sollte die Luftfeuchtigkeit am Morgen bei 90 % bis 100 % liegen.

Fidschi-Leguan – Brachylophus fasciatus:

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Diese Leguangattung lebt ausschließlich auf den Inseln Tonga und Fidschi. Selbstverständlich findet man die grün eingefärbten Leguane auch in so manchen Terrarium. Gerade Einsteiger verwechseln die Tiere häufig mit den Grünen Leguanen aus Südamerika. Allerdings werden diese nicht nur 1 Meter groß, sondern erreichen Längen von über 2 Metern.

Dementsprechend ist auch die Optik der Fidschi-Leguane nicht so imposant. Dafür wird der Schwanz aber 3 mal so lang wie die Kopf-Rumpf-Länge. Derzeit gibt es rund 4 Arten, wobei nur eine als stark gefährdet geführt wird. Verschiedene Ausgrabungen lassen darauf schließen, dass es früher noch größer werdende Leguan-Arten gab.

Steckbrief:

Geeignet für:Fortgeschrittene & echte Profis
Haltung:Paarweise oder in einer Gruppe mit 1 Männchen.
Terrarium:Tropenwaldterrarium
Futter:Allesfresser (Omnivor) mit starken Fokus auf Grünfutter.
Besonderheiten:Sehr ausgeprägtes territoriales Verhalten, mitunter aggressiv dem Weibchen gegenüber & wurde wegen seines Fleisches gejagt.

Lebensweise:

Es handelt sich hier um richtige Waldbewohner, die sich meist von Blättern ernähren. Aber auch Insekten stehen von Zeit zu Zeit auf dem Speiseplan. Die wenig erforschten Tiere besitzen ein stark ausgeprägtes Revierverhalten und sind mitunter sehr aggressiv dem Weibchen gegenüber. In ihrer Heimat werden sie wegen ihres Fleisches gejagt.

Haltung:

Wer sich an die Haltung wagen möchte, braucht einiges an Platz und etwas Erfahrung im Umgang mit Leguanen. Für die paarweise Pflege empfiehlt sich ein Tropenwaldterrarium mit den Maßen 200 × 80 × 120 cm (L × B × H).

Den Schwerpunkt bei der Einrichtung sollte man auf Äste setzen. Etwas Bepflanzung schadet hierbei auch nicht. So bieten sich Ficus, Pothos, Philodendron und Nephthytis an. Da diese Leguane Pflanzen als Futter lieben, sind Kunstpflanzen auch keine schlechte Wahl.

Die Temperatur sollte tagsüber zwischen 28 – 32 °C pendeln. In den Nachtstunden sind 20 °C vollkommen ausreichend. Bei der Luftfeuchtigkeit wird einiges vom Halter abverlangt. Am Tag sollte sie in einem Rahmen von 60 bis 80 % liegen. Nachts darf es ruhig mehr sein. Bis zu 95 % Prozent sind sinnvoll.

Gut zu wissen:
Wenn es um mittelgroße Leguane geht, vergessen die meisten die Gattung Basilisken. Auch diese Echsen gehören zur Familie der Leguanartigen. Sie werden zwar nicht ganz so häufig in Deutschland gehalten, aber sie eignen sich trotzdem für Einsteiger. Beliebte Vertreter sind hier der Stirnlappenbasilisk, der Kronenbasilisk, der Helmabsilisk oder auch der Streifenbasilisk. Alle diese Echsen werden kaum länger als 80 cm und können im Terrarium gehalten werden.

Große Leguane als Terrarien-Tiere:

Leguan-Arten

Große Leguane ziehen viele Menschen in ihren Bann. Daher möchten viele Einsteiger mit deren Haltung beginnen und haben große Ambitionen und Wünsche. Allerdings ist dieses Vorhaben nur selten mit Erfolg gekrönt. Die meisten Menschen unterschätzen nämlich den Platzbedarf, die Anforderungen an die optimale Haltung und auch die hohen Kosten.

Seien es die ersten Investitionen in den Unterschlupf oder auch die laufenden Kosten für Strom, Futter und Tierarzt. Große Leguane sind daher eher etwas für absolute Liebhaber mit viel Zeit und großem finanziellen Budget. Einsteiger sollten keine dieser Leguan-Arten in Betracht ziehen. Dies gilt insbesondere für den im Folgenden vorgestellten Grünen Leguan.

Grüner Leguan – Iguana iguana:

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Das Verbreitungsgebiet dieser Leguan-Art ist Mittel- und Südamerika. Aber auch in vielen deutschen Terrarien findet man den Iguana Iguana. In der Regel erreichen die Tiere eine Gesamtlänge von etwa 1, 5 Metern. Weibchen sind dabei meist etwas kleiner. Der Vollständigkeit halber sei aber gesagt, dass der aktuelle Rekord bei 2, 3 Metern liegt. Ganze 10,5 Kilogramm bringt der Riese dann auf die Wage.

Steckbrief:

Geeignet für:Fortgeschrittene & echte Profis
Haltung:Einzeln, Paar oder Gruppe mit einem Männchen.
Terrarium:Feuchterrarium
Futter:Pflanzenfresser (herbivor)
Besonderheiten:Männchen werden größer als Weibchen, diverse Farbzüchtungen am Markt verfügbar & können gut schwimmen.

Lebensweise:

Der Name täuscht hier etwas. Diese Leguane sind nicht vollkommen grün. Eine Mischung aus Grau bis Grün mit etwas Braun trifft es da schon eher. Es gibt aber auch Farbzüchtungen in rot-orange. Obwohl die Tiere aus Südamerika stammen, leben sie heute sogar in Florida.

Allerdings ist das bevorzugte Terrain doch eher ein Tieflandwald in der Nähe großer Gewässer. Schließlich können die Tiere tauchen und nutzen diese Fähigkeit gerade bei der Flucht sehr gerne. Höhere Lagen, wie etwa Gebirge meiden die Tiere in der Regel. Selten trifft man sie in Höhenlagen von über 1000 Metern an.

Haltung:

Wer diese Tiere halten möchte, braucht einiges an Platz. Mehrere Meter in jede Richtung sind dabei die absolute Pflicht. Viele Halter verzichten auch vollständig auf ein Terrarium und bauen einen Kellerraum oder einen ganzen Wintergarten um. Dieses Unterfangen ist aber gar nicht so leicht.

Schließlich sollte die Luftfeuchtigkeit in einem Bereich von 60 bis 80 % liegen. Nachts darf die Luftfeuchte sogar noch höher sein. 80 bis 95 % sind empfehlenswert. Eine Beregnungsanlage ergibt daher durchaus Sinn. Ebenso sollte ein Wasserbecken vorhanden sein.

Das A & O sind aber Kletteräste. Auch Versteckmöglichkeiten wie etwa Korkröhren und Korkplatten sind ein wichtiger Einrichtungsgegenstand. Wer den Lebensraum so naturgetreu wie nur möglich gestalten will, setzt auf eine Bepflanzung aus ungiftigen Pflanzen.

Gemeine Schwarzleguan – Ctenosaura similis:

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Die relativ große Leguan-Art stammt aus Mittelamerika. Die Tiere werden etwa 1,5 Meter lang und erreichen ein Gewicht von ca. 2 Kilogramm. Der Schwanz nimmt rund 2/3 der Gesamtlänge ein. Tendenziell werden die Männchen größer und kräftiger. Weibliche Vertreter dieser Leguan-Art sind deutlich kleiner.

Steckbrief:

Geeignet für:Fortgeschrittene und echte Profis
Haltung:Einzeln, paarweise oder in einer Gruppe mit einem Männchen.
Terrarium:Trockenterrarium
Futter:Als Jungtier Futterinsekten, später Blätter, Blüten, Kräuter, Gemüse & Keimfutter.
Besonderheiten:Winterruhe, klettern gerne und graben Erdhöhlen als Verstecke.

Lebensweise:

Es handelt sich hierbei um Waldbewohner, die man aber auch mal auf Felshängen antrifft. Wie andere wechselwarme Tiere auch, lieben sie es sich zu sonnen. Haben sie erstmal ein Plätzchen gefunden, wo sie sich wohlfühlen entfernen sie sich nicht mehr allzu weit von ihrem Standort.

Zu Anfang leben die Gemeinen Schwarzleguane am Boden und erst später bevorzugen die Tiere Bäume. Als Jungtiere ernähren sie sich häufig von Insekten. Mit zunehmenden Alter werden sie aber fast schon zu reinen Vegetariern. Laut diversen Quellen sollen die Tiere über 60 Jahre alt werden können.

Haltung:

Prinzipiell empfehlen wir die Pflege dieser Leguan-Art für Einsteiger nicht. Selbst fortgeschrittene Halter können schnell an ihre Grenzen stoßen. Schließlich werden die Tiere sehr groß und benötigen daher viel Platz und Zuwendung. So muss ein Terrarium für die paarweise Haltung etwa 200 cm x 180 cm x 180 cm (L x B x H) groß sein.

Als Deko setzen die meisten Halter auf künstliche Felsbauten, Höhlen, Korkröhren und auch Wurzelstrünke. Zudem wird eine Trinkgelegenheit empfohlen. Als Bodensubstrat sollte man auf ein Gemisch aus Erde, Sand und Rindenmulch zurückgreifen.

Die Temperatur sollte tagsüber etwa 28 bis 33 ºC betragen. Unterhalb der Wärmelampen sind auch 45 ºC kein Problem. In den Stunden der Nacht sind selbst 18 Grad Celsius noch vollkommen im Bereich des Machbaren. Die Luftfeuchte sollte zwischen 50 und 60 Prozent betragen. Nachts sind 70 bis 80 Prozent etwas besser.

Gut zu wissen:
Große Leguane erfordern einiges an Know-How in puncto Haltung. Zudem braucht man viel Platz, ausreichend finanzielles Budget und gute Nerven. Schließlich findet man nur wenige Informationen im Netz über Krankheiten, Eigenarten und die optimalen Haltungsbedingungen. Allerdings stimmt dies nicht ganz. Über den Grünen Leguan gibt es doch einiges an Literatur und Wissen. Trotzdem eignet er sich nicht für Einsteiger.

Unser FAQ über Leguan-Arten zum Abschluss:

FAQ

Echsen sind beliebte Haustiere. Gerade die verschiedenen Leguane und deren Haltungsbedingungen faszinieren unsere Leser. Aber auch die eher unbekannten Gattungen Anolis und Basilisken im Reich der Leguanartigen sorgen für reichlich Gesprächsstoff. Daher brauchen wir es auch gar nicht mehr groß ankündigen. Im Folgenden findest du ein kleines FAQ mit Fragen rund um Leguan-Arten:

Welche Leguan-Arten eignen sich besonders gut für Einsteiger?

Anfängern werden immer wieder kleine Leguane empfohlen. Das hat auch seine Hintergründe. So braucht man kein allzu großes Terrarium und die Kosten bleiben erst einmal überschaubar. Wir raten meist zu Stachel- oder Maskenleguanen.

Wovon wir an dieser Stelle ganz besonders abraten möchten ist der Grüne Leguan. Er ist eher etwas für Profis mit viel Platz und Erfahrung. Allgemein lässt sich sagen, dass mittelgroße und große Arten eher etwas für erfahrene Halter sind. Anfänger sollten hier von der Anschaffung absehen.

Welche Leguan-Arten werden in Deutschland als Haustiere gehalten?

Die Palette an Leguanartigen, die sich hierzulande in den Terrarien tummeln ist wirklich groß. Gerne gepflegt werden in unseren Breitengraden Maskenleguane, Stachelleguane, Wüstenleguane und Chuckwallas.

Aber auch die Gattungen Anolis sowie Basilisken erfreuen sich wachsender Beliebtheit. So trifft man ab und auf Streifen-, Helm-, Kronen- und Stirnlappenbasilisken. Im Bereich Saumfingerechsen dreht sich alles um den Ritter-, Rothkehl- und Braunen Anolis.

Welche Leguan-Gattung wird am größten?

Ganze 2 Meter kann ein Grüner Leguan lang werden. Er ist sowohl die größte wildlebende Gattung als auch der längste Leguan, der von Terrarianern gehalten wird. Mit der Haltung sollten sich aber nur Profis beschäftigen, die über ausreichend Erfahrung und Platz verfügen. Die finanziellen Mittel sollten ebenfalls stimmen.

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