Fidschi-Leguan

Bei den Fidschileguanen handelt es sich um eine Gattung, die auf den Inselstaaten Fidschi, Tonga und Vanuatu vorkommt. Vom Aussehen her betrachtet, ähneln die Tiere dem Grünen Leguan. Allerdings werden sie nur 1 Meter groß und bleiben damit deutlich kleiner. Die wenig erforschten Tropenwaldbewohner fressen in der freien Wildbahn fast ausschließlich Blätter und gelten als stark gefährdet.

Trotzdem ist es möglich sie im heimischen Terrarium zu halten. Es existieren allerdings nur wenige Nachzuchten auf den Markt, die zudem sehr teuer sind. Außerdem eignen sich Fidschileguane nicht für Einsteiger. Es braucht doch einiges an Erfahrung um diese seltene Leguan-Gattung zu halten. Was man über die Inselbewohner wissen muss und wie man sie korrekt hält, verraten wir dir in diesem Ratgeber.

Fidschi Leguan Steckbrief:

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Den Beginn dieser Vorstellung macht wie immer die obligatorische Tabelle mit den wichtigsten Daten zu dieser Gattung:

Wissenschaftlicher Name:Brachylophus
Arten:Kurzkammleguan, Brachylophus bulabula, Brachylophus gau & Brachylophus vitiensis
Aussehen:Die Weibchen sind einfarbig grün, beide Geschlechter haben eine mäßig große weißen Kehlwamme, es gibt Bänder sowie Flecken.
Größe:Bis zu 100 cm Gesamtlänge bei einer Kopf-Rumpf-Länge von ca. 20 cm.
Gewicht:Maximal 300 Gramm
Verbreitung:Tonga, Vanuatu & Fidschi
Lebenserwartung:Kann bis zu 25 Jahre alt werden
Lebensweise:Tagaktive Tiere, die gerne auf Bäume klettern.
Ernährung:Allesfresser (Omnivor) mit starken Fokus auf Grünfutter.
Geschlechtsreife:Ab dem 4. Lebensjahr
Fortpflanzung:Es werden bis zu 5 Eier gelegt. Die Brutzeit beträgt zwischen 5 und 6 Monaten.
Artenschutz:Stark gefährdet (Brachylophus vitiensis ist sogar vom Aussterben bedroht)
Haltung:Paarweise oder in einer Gruppe mit 1 Männchen.
Terrarientyp:Tropenwaldterrarium
Schwierigkeitsgrad:Fortgeschrittene & echte Profis
Besonderheiten:Sehr ausgeprägtes territoriales Verhalten, mitunter aggressiv dem Weibchen gegenüber & wurde wegen seines Fleisches gejagt.

Merkmale & Aussehen:

Diese Gattung ist noch immer wenig erforscht. Trotzdem gibt es inzwischen 4 rezente Arten, die sich im Erscheinungsbild alle stark ähneln. So werden die Tiere etwa 70 bis 100 cm groß, wobei die Kopf-Rumpf-Länge gerade einmal bei ungefähr 20 cm liegt. Zudem sind die Tiere sehr schlank.

Auf den ersten Blick kann man sie doch recht schnell mit dem Grünen Leguan verwechseln. Allerdings sind sie doch deutlich kleiner, schlanker und haben kleinere Kämme. Auch der Schwanz sowie die Kehlwamme sind doch deutlich kleiner als beim Grünen Leguan.

Je nach Art haben die Tiere eine Bänderzeichnung, die meist aus 2 bis 3 breiten blassgrünen oder blassbläulichen Bändern auf dem Rumpf und Schwanz besteht. Außerdem sieht man häufig Punkte und Flecken im Schulter- und Nackenbereich. Der Kehlsack kann weiß gefärbt sein und die Weibchen sind bei manchen Arten vollkommen grün.

Gut zu wissen:
Früher gab es noch weit größere Formen des Fidschileguans. Zumindest lassen dies Ausgrabungen der späten Lapita-Kultur auf der Tongainsel Lifuka vermuten. Aller Voraussicht nach wurden diese Leguane von den polynesischen Siedlern oder durch deren Haustiere ausgerottet.

Verbreitung & Lebensraum:

Diese Leguane kommen auf den Fidschi-Inseln sowie auf Tonga und Vanuatu vor. Auf den letzten beiden wurde die Population allerdings künstlich eingeführt. In der freien Natur findet man die Fidschi Leguane in Feucht- und Trockenwäldern. Aber auch in der Nähe von Siedlungen und Küsten fühlen sich die Tiere wohl, solange es dort mindestens 6 Meter hohe Bäume gibt.

Sie lieben es zu klettern und sind daher häufig in Sträuchern anzutreffen. Dort können sie sich im dichten Blattbewuchs mithilfe ihrer Tarnfärbung verstecken und finden gleichzeitig ein tolles Nahrungsangebot vor. Gerne verzehren sie die Blätter, Früchte und Blüten. In der Regel kommen die Fidschi-Leguane nur zur Eiablage auf den Boden und verbringen den Rest ihres Lebens auf den Bäumen, Sträuchern oder in den Mangroven.

Gut zu wissen:
Die Frage, wie die Leguane auf die Südsee-Inseln gekommen sind, ist noch nicht vollständig geklärt worden. Derzeit gibt es 2 Theorien zu dieser Thematik. So besagt das erste Modell, dass die Tiere mithilfe von Treibholz von Südamerika bis zu den Inselstaaten gelangt sind.

Die 2. These geht davon aus, dass diese Leguan-Gattung und ihr letzter gemeinsamer Vorfahr schon sehr lange in dieser Weltgegend lebten. Damals war es nämlich noch möglich über Landbrücken und nicht nur übers Meer die Inseln zu erreichen. Zudem sollen auch auf anderen Südsee-Inseln Fidschi-Leguane gelebt haben.

Gefährdung:

Diese faszinierende Leguan-Gattung ist noch immer vom Aussterben bedroht. So ist der Bestand an frei lebenden Fidschi-Leguanen in den letzten Jahrhunderten immer weiter gesunken. So wird diese Gattung auf der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft. Zudem ist sie seit 1981 durch das Washingtoner Artenschutzabkommen weltweit geschützt.

So ist der Export strengstens untersagt und wird daher sehr hart bestraft. In seltenen Fällen dürfen Tiere zu professionellen Nachzucht ausgeführt werden. Gemeinst sind damit aber Zoos und keine versierten Halter.

Schuld am starken Rückgang der einst so großen Population sind aber keine widrigen klimatischen Umstände, sondern der Mensch selbst. Er zerstörte den natürlichen Lebensraum der Tiere, indem er Wälder abholzte und dort Zuckerrohr anbaute.

Außerdem wurden die Tiere früher von den polynesischen Inselbewohnern, wegen ihres Fleisches gejagt. Gott sei Dank, ist das Jagen und Verzehren dieser Tiere heute nicht mehr nötig, um zu überleben. Viel eher werden die Tiere dort als Haustier gehalten.

Wo schon der nächste Aspekt angesprochen worden wäre. Weitere „unnatürliche Feinde“ des Fidschi-Leguans waren und sind eingeschleppte Mungos, Katzen, Ratten und Hausschweine. Sie fraßen die Eier und machten Jagd auf die Leguane. Der Mensch selbst ist also schuld am starken Rückgang der einst so großen Population an Fidschi-Leguanen.

Gut zu wissen:
Die Gattung selbst gilt als stark gefährdet. Die Art Kammelguane ist sogar vom Aussterben bedroht. Auf ihrer Heimatinsel haben sich Ziegen breit gemacht und das komplette Angebot an Nahrung aufgefressen. Daher wurden die letzten 20 verbliebenen Kammleguane (Brachylophus vitiensis) eingesammelt und in ein Zuchtprogramm verfrachtet. Alle Ziegen wurden eingesammelt oder erschossen.

Nach und nach werden jetzt wieder gezüchtete Tiere ausgewildert, um den Bestand sicherzustellen. Dabei müssen die Zuchttiere gut vor Dieben geschützt werden. Immer wieder versuchen Wilderer sie zu stehlen und auf dem Schwarzmarkt zu Höchstpreisen zu verkaufen. Schließlich sind die seltenen Kammleguane mehrere Tausend Dollar teuer.

Fidschi Leguan Haltung:

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Die Haltung von Fidschi-Leguanen ist kein leichtes Unterfangen. Zudem sind die Tiere relativ selten und dadurch sehr teuer. Anfänger sollten sich daher eher weniger mit dieser Gattung auseinandersetzen. Wem besonders das Aussehen gefällt, kann sich zusätzlich noch mit dem Grünen Leguan beschäftigen. In den folgenden Zeilen geht es aber natürlich ausschließlich um die Leguan-Gattung von den Fidschi-Inseln.

Terrarium:

Das Zuhause sollte sehr geräumig gehalten sein. Für die paarweise Haltung wird ein Terrarium mit den Maßen 200 × 80 × 120 cm (L × B × H) benötigt. Grundsätzlich gilt hierbei, dass das Terrarium nie zu klein sein kann. Schließlich sind die Männchen sehr territorial und reagieren ab und an sehr aggressiv auf das Weibchen. Möchte man hingegen nur ein Tier halten, sollte das Terrarium 120 × 80 × 120 cm (L × B × H) groß sein.

Als Einrichtung empfehlen sich horizontale und vertikal angeordnete Äste mit rauer Oberfläche. Als natürliche Pflanzen eignen sich Ficus, Pothos, Philodendron und Nephthytis. Man sollte allerdings daran denken, dass diese gerne von den Leguanen angeknabbert werden. Daher sind Kunstpflanzen oft die bessere und vor allem pflegeleichtere Wahl.

Weiterhin braucht man noch eine Wasserschale im Fidschi-Leguan-Terrarium. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass die ganze Einrichtung täglich mit temperierten Wasser bespritzt werden muss. Gerne lecken die Tiere die Tropfen auf. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 60 bis 80 % am Tag liegen. Nachts hingegen sind 75 bis 95 % besser. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit sollte das Terrarium nicht aus Holz gefertigt sein.

Als Bodengrund eignet sich im nur Sand. Die Belüftung ist bei der Haltung von Fidschi-Leguanen überaus wichtig. Stockluft oder zu hohe Luftfeuchtigkeit kann nämlich relativ schnell zu Hautentzündungen bei den Tieren führen. Diese sind langwierig und schwierig zu behandeln und sollten daher vermieden werden. Die Tagestemperaturen sollte sich in einem Bereich von 28 – 32 °C bewegen. Nachts hingegen genügen 20 °C vollkommen.

Gut zu wissen:
Fidschi-Leguane mögen 2 Dinge in ihrem Terrarium absolut nicht. Die Rede ist von übermäßigem Durchzug sowie dem Gegenteil Luftstau. Beides sollte regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls optimiert werden.

Futter:

Grundsätzlich betrachtet handelt es sich hier um Allesfresser. Den Hauptteil der Nahrung machen aber Gräser, Blätter, Kräuter, Gemüse und Früchte aus. Sinnvoll ist es einmal in der Woche einen Fastentag einzulegen. Außerdem sollte man 2 bis dreimal pro Woche noch Insekten als Futter geben. Gute Erfahrungen haben wir mit Wachsmotten und deren Larven, Grillen, Heimchen, Wanderheuschrecken, Zophobas und Seidenraupen gemacht.

Gut zu wissen:
Die Futtertiere sollten mit einem Vitamin- und Mineralstoffpräparat eingepudert werden. Ebenso schadet es nicht, wenn man zur zusätzlichen Kalziumversorgung geriebene Sepiaschalen oder geriebene Schalen von Hühnereiern anbietet.

Kaufen:

Fidschi-Leguane kaufen kann ein schweres Unterfangen sein. Die Zahl an Nachzuchten ist noch immer gering und die Tiere sind daher sehr teuer. Außerdem muss man weite Fahrtstrecken in Kauf nehmen, um so ein Exemplar sein Eigen nennen zu können.

Worauf man beim Erwerb achten sollte, steht im Folgenden:

  • Wohlgenährt
  • Klare, leuchtende Augen
  • Keine Verletzungen oder Abschürfungen
  • Kräftige Schwanzwurzel
  • Saubere Kloake
  • Nicht verschleimter Maulinnenraum
Es gibt auch ein paar Merkmale, wo man lieber vom Kauf absehen sollte: Hypernervöses Verhalten, Außen- & Innenparasiten, apathisches Verhalten, verkrustete, entzündete oder eingefallene Augen, Deformationen aller Art, steife Gelenke oder Gliedmaßen, abgemagertes Äußeres sowie Schwellungen unter der Haut oder im Kieferbereich.

Unser FAQ zum Abschluss:

FAQ

Fidschi-Leguane faszinieren unsere Besucher und so bekommen wir ab und spannende Fragen per E-Mail gestellt. Die besten von ihnen haben wir im Folgenden samt unseren Antworten veröffentlicht. So bekommst du an dieser Stelle noch mehr Informationen über die Leguane von den Südsee-Inseln.

Kann man Fidschi-Leguane in deutschen Zoos bestaunen?

Diese Tiere werden in über 40 Einrichtungen in Europa gehalten. Rund 1 Drittel der Zoos befinden sich im deutschsprachigen Raum. Wer hierzu mehr Informationen benötigt, sollte sich die aktuellen Zootierlisten zu Gemüte führen.

Ist die Haltung von Fidschi-Leguanen meldepflichtig?

Fidschi-Leguane sind meldepflichtig. Man muss also die zuständige Behörde mit einem Formular über den Kauf des Tieres informieren. In der Regel findet man dieses auf der Webseite. Das ausgefüllte Dokument muss mit samt einer Kopie der Cites-Bescheinigung verschickt werden.

Wie teuer sind Fidschi-Leguane?

Die Tiere sind sehr teuer. Je nach der aktuellen Marktlage können mehrere Hundert oder gar Tausend Euro fällig werden. Vorsicht ist immer dann geboten, wenn Fidschi-Leguane besonders günstig angeboten werden. Hier sollte man immer eine persönliche Übergabe vereinbaren. Häufig handelt es sich hier, nämlich um Betrüger, die nach der Überweisung des Gelds nichts mehr von sich hören lassen.