Leguan Grünfutter

Viele Erkrankungen bei Leguanen gehen auf eine falsche Ernährung zurück. Daher ist ein artgerechtes Leguan-Futter absolut notwendig. Daher sollte man sich gründlich über dieses Thema informieren. Ansonsten drohen Langzeitschäden bei den Tieren.

Was man in puncto pflanzliche Nahrung, tierische Kost, Vitamine sowie Mineralstoffe für Leguane wissen muss, verraten wir dir in diesem kleinen Guide. Zusätzlich solltest du dich aber noch einmal gründlich in die futterspezifischen Eigenheiten deiner Leguanart einlesen.

Allgemeines zum Leguan-Futter:

Leguan-Futternapf

Auch bei der Leguan-Haltung kommt es auf die Abwechslung beim Futter an. So sollte man stets für eine möglichst breite Palette an Kräutern, Obst, Gemüse und tierischer Nahrung sorgen. Zudem empfiehlt es sich zusätzlich auf Vitamin- und Mineralstoffpräparate zu setzen.

In der Regel bekommt ein Leguan mehrmals am Tag frisches Futter. Gute Erfahrungen haben wir mit 2 bis 3 Einheiten am Tag gemacht. Da viele Leguan-Arten ungern vom Boden fressen, sollte sich der Futternapf bei solchen Exemplaren auf Höhe der Kletteräste befinden.

Gut zu wissen:
Das Trinkwasser im Napf muss mindestens einmal täglich gewechselt werden. Viele Exemplare waten mit so viel Wucht durch das Wasser im Napf, dass man den Bottich mehrmals am Tag nachfüllen muss. Viele Leguane benutzen den Napf auch als Toilette. Auf die Hygiene muss in so einem Fall besonders stark geachtet werden.

Pflanzliche Nahrung:

Die Vegetarier unter den Leguanen lieben viele der bei uns wild wachsenden Kräuter. Allerdings sollte man diese nicht gerade an einer Hauptverkehrsstraße oder direkt am Rand einer Mülldeponie ernten. Wir haben gute Erfahrungen mit diesem Wiesenplankton gemacht:

  • Klee
  • Löwenzahn
  • Spitzwegerich
  • Melde
  • Vogelmiere
  • Bärenklau

Im Winter ist es natürlich unmöglich diese Pflanzen zu ernten. Man muss beim Füttern aber keinesfalls auf sie verzichten. Entweder greift man zu fertigen Terrarien-Kräuter-Mischungen oder trocknet die Pflanzen einfach selbst. Auch ein Einfrieren ist eine gute Möglichkeit.

Pflanzen alleine reichen als Leguan-Futter nicht aus. So sollte man zusätzlich Obst und Gemüse füttern. Sehr gut eignet sich dabei dieses pflanzliche Kost:

  • Feldsalat
  • Grünkohl
  • Karotten
  • Paprika
  • Äpfel
  • Kiwis

Beim Verfüttern von Obst sollte man darauf achten, dass der Kot nicht zu breiig wird. Der Anteil an Zellulose wird dadurch, nämlich immer geringer, was unweigerlich zu einem wässrig, breiigen Kot führt. In so einem Fall kann man aber ganz leicht gegensteuern. So sollte man nun kurz geschnittenes Wiesen- und Luzernheu oder auch gehackte Heucobs (Pellets) als Futter geben.

Gut zu wissen:
Obst- und Gemüsereste sollten jeden Abend aus dem Terrarium entfernt werden. Schließlich sollten sie darin nicht vergammeln.

Tierische Kost:

Möchte man seinen Leguanen tierische Leckereien anbieten, bestehen diese in der Regel aus Insekten. Diese bekommt man sowohl im Zoofachgeschäft um die Ecke als auch online. Manch ein Leguanhalter züchtet seine Futtertiere auch selber, um Geld zu sparen. Dies ist aber eine zeitaufwendige Geschichte, die uns selbst keinerlei Spaß bereitet.

Aber zurück zum Thema. In der freien Natur ernähren sich Leguane von allem, was sie überwältigen können. Häufig befinden sich auch kleinere Wirbeltiere auf ihrem Speiseplan. Manche Arten fangen auch Fische im Flachwasser. Als Halter sollte man sich beim Verfüttern an diese Futterinsekten halten:

  • Wanderheuschrecken
  • Heimchen
  • Grillen
  • Mehlwurm
  • Zophobas
  • Wachsmade
Gut zu wissen:
Futtertiere, wie Mehlwürmer, Zophobaslarven und Wachsmottentraupen sind sehr reich an Fett und Eiweiß. Außerdem verfügen sie über ein ungünstiges Kalzium-Phosphor-Verhältnis von bis zu 1:14. Empfehlenswert ist hingegen 1:2. Außerdem führt der Mangel an Ballaststoffen häufig zu Stoffwechselstörungen bei den Tieren.

Vitamine:

Vitamine sind nicht nur für Menschen absolut lebensnotwendig. Auch Leguane brauchen diese für ihre Stoffwechselvorgänge. Zudem beeinflussen sie die Häutung, den Knochenbau sowie den Eiweißstoffwechsel. Auch der Fortpflanzungsvorgang braucht ordentlich Vitamine. Dabei werden diese nicht nur über die Nahrung aufgenommen, sondern auch über das UV-Licht produziert.

Gut zu wissen:
Das Trinkwasser der Leguane sollte man mit einem Multivitaminpräparat optimieren. So kann man einer Unterversorgung an Vitaminen schnell und einfach vorbeugen. Der geringe Preis für die Präparate lohnt sich auf alle Fälle.

Mineralstoffe:

Mineralstoffe und Spurenelemente sind für den Organismus absolut wichtige Stoffe. Allerdings werden sie nicht immer in ausreichender Menge durch das Futter aufgenommen. Gerade Kalium und Phosphor sind wichtige Elemente für den gesunden Skelettaufbau. Der Stoffwechsel hingegen benötigt Kalium, Eisen und Magnesium in einer ausreichenden Menge.

Um Mangelerscheinungen vorzubeugen, sollte man auf Mineralstoffpräparate setzen. Diese mischt man den Tieren unter das ganz normale Futter. Das erspart den Leguanen eine Menge an Stress. Bei Vegetarierin funktioniert das Bestreuen der feuchten Nahrung ganz gut. Bei Allesfressern macht es Sinn die Futtertiere zu pudern.

Hierunter versteht man im Grunde den gleichen Vorgang, nur mit Futterinsekten. Meist werden diese direkt vor dem Verfüttern mit den Präparaten bestäubt und das Behältnis wird kurz durchgeschüttelt. So bleibt möglichst viel an ihnen haften.

Expertentipp:
Als sehr sinnvoll hat sich das Präparieren der Futterinsekten erwiesen. Hierfür werden die Tiere einige Tage lang vor dem Verfüttern mit Nahrungsergänzungsmitteln aufgepäppelt. Schließlich erhielten sie während des Transport- und Verkaufsprozesses keinerlei Futter.

Meist werden sie in ein Behältnis mit Bodensubstrat gesetzt. Weiterhin erhalten sie als Nahrung ein Mineralstoff-Vitamin-Präparat, das man in einen Mix aus eingeweichten Pellets unterrührt. Außerdem schadet es nicht das Trinkwasser mit einem Multivitaminpräparat zu optimieren.

Giftiges Leguan-Futter:

Leguan-Futter

Da ein vielseitiges Futterangebot bei Leguanen sehr wichtig ist, sollte man sich einen Überblick über giftiges und damit ungeeignetes Futter verschaffen. Ansonsten kann es nämlich zu ungünstigen Situationen kommen.

GetreideHanf
NudelnStangenbohnen
Rohe KartoffelnWeißkohl
ZwiebelnRotkohl
KnoblauchMais
HaferflockenRhabarber
SpinatFlachs
TomatenblätterFarne
BuchweizenMaiglöckchen
EfeuKrokusse

FAQ über das Leguan füttern:

FAQ

Immer wieder erhalten wir ein paar Fragen rund um das Leguan-Futter. Daher haben wir ein kleines FAQ mit den wichtigsten Fragen erstellt. So kann man sich schnell einen Überblick über wichtige Fragen der Fütterung verschaffen.

Kann ich meinen Leguanen auch Fische als Futter geben?

Nicht alle Leguane werden Fische als Futter annehmen. Allerdings gibt es genügend Arten, die in Wassernähe leben. Diese fressen durchaus Fische als Vitamin-, Mineral- und Ballaststofflieferant.

Gut geeignet sind dabei Süßwasserfische, wie Rotfedern, Rotaugen oder auch kleinere Brassen. Größere Fische müssen natürlich vor der Fütterung zerkleinert werden. Filetieren braucht man diese aber nicht.

Was sind denn Heucobs?

Hierbei handelt es sich eigentlich um Pferdefutter für allergische Tiere. Aber gerade für Leguane gibt es kaum bessere und günstigere Pellets aus gepresstem Heu. Zudem handelt es sich hier um ein ausgezeichnetes und ballaststoffreiches Futter. Inzwischen sind diese Pellets sogar noch mit Vitaminen und Mineralstoffen aufgewertet, was zu einem besseren Verhältnis von Kalzium zu Phosphor sorgt.

Sind Obst, Gemüse und Kräuter aus Bio-Anbau besser?

Selbstverständlich ist Bio besser. Schließlich verzichtet man hier beim Anbau auf Insektizide und chemische Düngemittel. Da Leguane in der freien Natur nicht mit solchen Chemikalien in Berührung kommen, sollte man auch beim Futter auf sie verzichten.

Viele Halter gehen sogar noch einen Schritt weiter und bauen im Garten oder auf dem Balkon Gemüse und Obst an. Selbst Wildkräuter können selbst angebaut werden.

Lust auf mehr? Dann hol‘ dir jetzt exklusive Inhalte:

Wir verschicken keinen Spam & auch keine nervige Werbung!
Datenschutz