Geschlechtsbestimmung bei Leguanen

Über die Geschlechtsunterschiede bei Leguanen findet man nur wenige Informationen im Netz oder in der einschlägigen Fachliteratur. Dies hat uns auf die Idee gebracht einen Ratgeber über genau diese Thematik zu verfassen. So gelingt es dir im Handumdrehen herauszufinden, ob dein Leguan männlich oder weiblich ist.

Am besten macht man sich aber noch vor dem Kauf ausreichend Gedanken über dieses Thema. Schließlich vertragen sich 2 männliche Leguane nur selten miteinander. Meist kommt es zu blutigen Revierkämpfen oder zur Unterdrückung eines der Tiere. Aber auch die Vermehrung gelingt mit 2 gleich geschlechtlichen Leguanen nicht. Über das Geschlecht sollte man also Bescheid wissen.

Alles Wichtige auf einen Blick:

Männchen und Weibchen lassen sich auch als Laie voneinander unterscheiden. Allerdings sollten man die Geschlechtsbestimmung erst nach rund 1 bis 1 1/2 Jahre durchführen. Vorher sind die Geschlechtsmerkmale nicht vollständig ausgebildet und es kann zu Fehlern kommen. Achte bei der Geschlechtsbestimmung auf diese körperlichen Merkmale:

  • Der Kehlsack der Männchen ist bei bestimmten Arten größer.
  • Der Rückenkamm eines männlichen Leguans ist bei vielen Arten voluminöser
  • Männliche Leguane verfügen über deutlich sichtbare Femoralporen und Hemipenestaschen.

Alternativ kann man das Geschlecht auch mithilfe einer Sondierung feststellen lassen. Dies ist aber ein nicht ungefährliches Unterfangen. Schließlich verletzen sich viele Tiere dabei. Allerdings muss man dann nicht 1 bis 2 Jahre abwarten.

Geschlechtsmerkmale bei Leguanen erkennen:

Zwar kann man es nie mit 100-prozentiger Genauigkeit sagen, aber anhand der Hemipenestaschen lässt sich das Geschlecht sehr gut feststellen. Hierfür muss man sich die Unterseite der Schwanzwurzel genau anschauen. Damit dies gelingt, sollte das Tier fest gegriffen werden und der Schwanz ganz leicht nach oben gebogen werden.

Wirft man nun einen Blick auf die Unterseite der Schwanzwurzel, findet man dort die Geschlechtsmerkmale. Neben den Hemipenestaschen gibt es an dieser Stelle noch die Femoralporen. Kann man beide Geschlechtsmerkmale sehen, handelt es sich um einen männlichen Leguan.

Wichtig ist dabei zu wissen, dass man nicht lange suchen braucht. Die Wölbung der Hemipenestaschen ist deutlich zu erkennen. Auch die Femoralporen sind stark ausgeprägt. Man findet diese auf der Innenseite der Oberschenkel. Je nach Leguan-Art gibt es noch weitere Merkmale. Bei Grünen Leguanen ist zum Beispiel der Kehlsack größer. Das Gleiche gilt auch für den Rückenkamm.

Gut zu wissen:
Mann kann es gar nicht oft genug sagen. Die Geschlechtsbestimmung anhand der körperlichen Merkmale ist nie ganz genau und erst nach 1 bis 2 Jahren vernünftig machbar. Da es dabei oft zu Fehlern kommt, werden häufig 2 Männchen in einem Terrarium gehalten.

Dies liegt nicht zuletzt daran, weil viele Händler diese Variante der Geschlechtsbestimmung bei viel zu jungen und damit nicht ausgewachsenen Tieren praktizieren. Manchmal bleibt dieser Fehler auch folgenlos. Das unterlegene Männchen beginnt nicht selten damit, sich wie ein weibliches Tier zu verhalten. So werden Aggressionen vermieden.

Was man bei Unsicherheiten machen sollte:

Damit die Geschlechtsbestimmung auch zutrifft, sollte man immer mehrere Tiere eines Wurfs miteinander vergleichen. Am besten sind die Leguane noch gleich groß und man hat ausreichend Zeit. Wer aber wirklich auf Nummer sicher gehen möchte, muss eine Sondierung durchführen lassen.

Das Ganze ist aber nicht gerade günstig und kann zu dauerhaften Problemen bei den Tieren führen. Ab und an kommt es nämlich zu größeren Beschwerden, wie etwa Verwachsungen, Blutungen und starke Entzündungen. Auch Verletzungen der Kloake und andere Komplikationen sind bei einer Sondierung jederzeit möglich.

Daher raten viele Halter von dieser Möglichkeit ab. Außerdem ist die ganze Prozedur teuer. Schließlich muss man die Sondierung bei 3 bis 10 Leguanen durchführen lassen. Weniger Jungtiere sind bei einem Schlupf eher selten. Und natürlich übernehmen potenzielle Käufer die Kosten nur in den seltensten Fällen. Alles bleibt also beim Züchter hängen.

Gut zu wissen:
Anstelle voreilig eine Sondierung machen zu lassen, kann man auch Fotos der Kloakenregion anfertigen und in einschlägige Foren stellen. Dort tummeln sich viele erfahrene Halter, die gerne eine Einschätzung abgeben, ob es sich um ein Weibchen oder Männchen handelt.