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Der Halsbandleguan ist einer der am meisten gehaltenen Leguane im Terrarium. Er gilt als recht einfach und problemlos in der Pflege. Gerade Einsteigern wird daher immer wieder zu dieser Art geraten. Zudem werden die Tiere mit der Zeit zutraulich.

Die Männchen dieser Art werden sehr farbenprächtig und sind damit eine Augenweide im heimischen Leguan-Terrarium. Bei guter und ausgewogener Fütterung erreichen die Halsbandleguane eine Größe von 35 cm, wobei die Kopf-Rumpf-Länge etwa 22 cm beträgt.

Halsbandleguan-Steckbrief:

Damit du dir einen kurzen Überblick über diese Leguan-Art verschaffen kannst, haben wir eine kleine Tabelle mit den wichtigsten Fakten zusammen gestellt.

Name:Halsbandleguan (Crotaphytus collaris)
Unterarten:Westlicher Halsbandleguan, Östlicher Halsbandleguan & Chihuahua-Halsbandleguan.
Aussehen:Doppeltes schwarzes Halsband. Farbenprächtige Männchen mit großen Postanalschuppen & deutlichen Femoralporen.
Größe:Gesamtlänge beträgt ca. 35 cm bei einer Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 22 cm.
Gewicht:40 bis 50 Gramm
Verbreitung:Südwesten USA & Mexiko in felsigen Trockengebieten.
Alter:15 bis 20 Jahre
Lebensweise:Lebhafte, tagaktive Art, die als boden- und felsbewohnend gilt.
Ernährung:Allesfresser (Heuschrecken, Schaben, Grillen und selten Blätter, Obst und Blüten)
Geschlechtsreife:Ab dem 6. Monat bis zum 12. Monat.
Fortpflanzung:Beginnt ca. 4 Wochen nach der Winterruhe. Die Trächtigkeit dauert 50 bis 70 Tage. Gelegt werden etwa 5 bis 20 Eier.
Feinde:Greifvögel, Schlangen & Wegekuckuck
Artenschutz:Nicht gefährdet
Haltung:Gruppe oder Paarweise. 2 bis 3-monatige Winterruhe bei 10 bis 12 Grad Celsius.
Terrarientyp:Trockenterrarium, 120 × 60 × 60 cm
Schwierigkeitsgrad:1
Besonderheiten:Lebhafte Tiere, die beim Versuch sie zu ergreifen, festzubeißen. Die Tiere können auf ihren Hinterbeinen laufen.

Merkmale & Aussehen:

Ihren Namen verdanken die Tiere einer Zeichnung am Hals, die ausschaut, wie ein doppeltes schwarzes Halsband. Außerdem verfügen die männlichen Halsbandleguane über ein farbigeres Muster. Des Weiteren sind ihre Femoralporen sowie ihre Postanalschuppen größer und damit leichter zu erkennen.

Die Färbung der Halbsandleguane kann je nach der Temperatur im Terrarium oder dem Alter und Geschlecht variieren. Aber auch das ursprüngliche Herkunftsgebiet sowie die Genetik können eine Rolle in puncto Färbung spielen.

Die männlichen Halsbandleguane verfügen oft über ein kräftig Grünes bis Türkises Schuppenkleid. Aber auch hellgrüne, pastellblaue sowie braune und graue Tiere findet man häufig in den Terrarien. Die bräunliche Färbung geht oft in ein leichtes Grau über. Wer den Schwanz genau mustert, entdeckt im Bereich der Wurzel ein netzartiges Muster aus uneinheitlichen Flecken.

Gut zu wissen:
Die Weibchen dieser Art sind nicht ganz so schön gefärbt. Allerdings bekommen sie während der Fortpflanzungszeit orange oder rötlich gefärbte Punkte und Flecken. Im Gegensatz zu den Männchen können sie ihre Farbe nicht ändern.

Verbreitung:

Halsbandleguane findet man sowohl in den USA als auch Mexiko. Dort bewohnen sie in der Regel trockene Wüsten und Halbwüsten mit sehr spärlicher Vegetation. Dabei trifft man die Tiere in dort in der Nähe von Geröllfeldern, Steinhaufen, Hartlaubwäldern und ausgetrockneten Flussbetten an. Aber auch ähnliche Habitate, die über genügend Ritzen und Spalten verfügen, dienen als Areal.

Gut zu wissen:
Eine sehr große Population von Halsbandleguanen gibt es in der Mohave-Wüste. Außerdem leben die Tiere auch in Höhenlagen von fast 2.000 Metern. Dort gibt es nämlich viele Felsen und Steine samt Spalten.

Lebensweise:

Die Tiere sind tagaktiv und bewohnen sowohl den Boden als auch Felsen. Letztere lieben sie, um auf ihnen Ausschau nach Fressfeinden zu halten. Außerdem gelingt es ihnen auf ihrer erhöhten Position leicht Futtertiere aufzuspüren. Des Weiteren können sie sich dort in Ruhe aufwärmen.

Werden Halsbandleguane bedroht, ziehen sie sich erst in aller letzte Sekunde in ihre Höhle oder Felsspalte zurück. Damit dies auch möglichst schnell gelingt, laufen sie dabei auf ihren Hinterbeinen und halten sich mit ihrem Schwanz im Gleichgewicht. Bei Bedarf können die Tiere auch bis zu einem Meter weit springen, um sich zu retten.

Futter:

In der freien Natur ernähren sich Halsbandleguane je nach Verbreitungsgebiet von unterschiedlichen Insekten, aber auch Blättern und Blüten. Wer sie im Terrarium halten möchte, kann sie auch noch mit etwas Obst und Gemüse füttern. Dies sollte aber die Ausnahme darstellen.

Sehr gerne nehmen die Tiere Insekten, wie Steppengrillen, Mittelmeergrillen, Wüsten- oder Wanderheuschrecken an. In der Regel genügt es den Tieren, wenn sie etwa 5 mal pro Woche gefüttert werden. Vor der Winterruhe muss die Futtermenge natürlich reduziert werden. Zudem empfiehlt sich das Aufwerten der Futtertiere mit Kalzium-, Vitamin- und Mineralstoffpräparaten.

Gut zu wissen:
Halsbandleguane sind Sichtjäger. Daher müssen sich Futtertiere wirklich schnell bewegen, damit sie auch gefangen und gefressen werden. In der Regel reichen die Insekten aus, um genügend pflanzliche Nahrung aufzunehmen.

Halsbandleguan-Haltung:

Die Halsbandleguan-Haltung gilt als relativ einfach. Daher eignen sich diese Leguane sehr gut für Anfänger. Gehalten werden sie entweder paarweise oder in kleinen Gruppen. Nach Möglichkeit sollte man dabei nicht mehr als 1 Männchen im Terrarium halten.

Terrarium:

Halsbandleguane fühlen sich in einem Steppenterrarium sehr wohl. Es sollte etwa 120 × 60 × 60 cm groß sein. Im Inneren sollte sich ein etwa 10 cm hohes Sand-Lehm-Substrat befinden. Es können sowohl künstliche als auch echte Pflanzen Verwendung finden. Wer sich für echte entscheidet, sollte trockenheitliebende Pflanzen in Blumentöpfen einsetzen.

Als Verstecke bieten sich Höhlen und große Wurzeln an. Ein kleines Wasserbecken schadet zudem auch nicht. Die Temperatur sollte tagsüber bei 28 bis 35 Grad Celsius liegen. Nachts hingegen genügen18 bis 22 Grad Celsius vollkommen. Auf den Sonnenplätzen hingegen sollte sich die Temperatur rund um die 45 Grad Marke bewegen.

Die Beleuchtungsdauer bei Halsbandleguanen liegt etwa bei 14 Stunden. Eine UV-Bestrahlung ist natürlich nötig. Die Luftfeuchtigkeit sollte sich im Bereich von 50 bis 60 % einpendeln. Wer mehr Sonneninseln und noch eine größere Grundfläche schaffen möchte, sollte sich intensiver mit einsturzsicheren Felsaufbauten beschäftigen. Die Leguane werden diese lieben.

Winterruhe:

Halsbandleguane müssen überwintert werden. Je nach Unterart kann die Winterruhe wenige Monate oder gar ein halbes Jahr andauern. Die Futtermenge und Beleuchtungsdauer muss hierfür reduziert und schließlich vollkommen eingestellt werden. Die Temperatur sollte bei etwa 10 bis 12 Grad Celsius liegen.

Gut zu wissen:
Kann man diese Temperatur im Terrarium nicht erreichen, können die Tiere auch in Faunarien im kühlen Keller überwintert werden.

Kaufen:

Wer Halsbandleguane kaufen möchte, sollte bei der Anschaffung auf ein paar Punkte achten:

  • Wohlgenährt
  • Klare, leuchtende Augen
  • Keine Verletzungen oder Abschürfungen
  • Kräftige Schwanzwurzel
  • Saubere Kloake
  • Nicht verschleimter Maulinnenraum
Es gibt auch ein paar Merkmale, wo man lieber vom Kauf absehen sollte: Hypernervöses Verhalten, Außen- & Innenparasiten, apathisches Verhalten, verkrustete, entzündete oder eingefallene Augen, Deformationen aller Art, steife Gelenke oder Gliedmaßen, abgemagertes Äußeres sowie Schwellungen unter der Haut oder im Kieferbereich.

Unser FAQ zum Abschluss:

FAQ

Immer wieder erreichen uns Fragen rund um den Halsbandleguan. Daher haben wir uns dazu entschieden, hier noch ein kleines FAQ ins Leben zu rufen. Darin beantworten wir die häufigsten Fragen.

Hatte der Halsbandleguan wirklich eine große kulturelle Bedeutung?

Für Indianer und den nordamerikanischen Südwesten ist der Halsbandleguan ein wichtiges Reptil. So findet man ihn dort auf vielen Keramiken und sogar Felsmalereien. Außerdem wird diese Leguan-Art in den USA zur Forschungs- und Lehrzwecken verwendet.

Im Bundesstaat Oklahoma wurde dieser Leguan sogar zum Staatsreptil ernannt. Zudem werden die Tiere in Amerika sehr günstig in Terraristikläden angeboten. Teilweise bekommt man die Tiere bereits für weniger als 30 Dollar.

Kann man den Halsbandleguan in Zoos besichtigen?

Viele europäische Zoos haben Halsbandleguane in ihrem Tierbestand. Laut diversen Listen soll es rund 30 Zoos in Europa geben, die diese Leguanart vorführen. In Deutschland befindet sich davon rund ein Drittel.

Gibt es zur Berechnung der Terrariengröße eine Formel?

Auch beim Halsbandleguan gibt es eine ganz einfache Rechnung, um die optimale Größe zu herauszufinden. So wird die Kopf-Rumpf-Länge mit verschiedenen Faktoren multipliziert.

Die Formel des BMELF von 1997 lautet wie folgt: Das Terrarium für ein Paar sollte mindestens 6x so lang, 4x so breit und 4x so hoch sein, wie die Kopf-Rumpflänge der Tiere. Sollen noch weitere Leguane hinzukommen, sollte man 15 bis 20 % auf die Grundfläche aufschlagen.