Helmbasilisk

Die Echsen verfügen über scharfe, gebogene Krallen mit denen sie auf Sträucher und Bäume klettern können. Zudem können sie schwimmen uns sogar tauchen. Dies ist aber noch lange nicht alles, was die kleinen Helmbasilisken so besonders macht. Diese Tiere können nämlich sogar über das Wasser laufen. Wie dies funktioniert, verraten wir dir in unserem Artikel.

Außerdem gehen wir sehr detailliert auf die Verbreitung, Lebensweise sowie das Aussehen ein. Natürlich fehlen auch ausreichend Informationen zur Haltung dieser Art nicht. Schließlich bist du hier auf einen Terraristikblog gelandet. Ein kleines FAQ rundet den Beitrag ab. Dort beantworten wir häufig gestellte Fragen unsere Besucher über die kleinen Drachen.

Helmbasilisk-Steckbrief:

Im Folgenden haben wir eine kleine Tabelle mit den wichtigsten Fakten zu diesen Echsen erstellt. So kannst du dir im Handumdrehen einen Überblick über die wichtigsten Grundlagen machen:

Aussehen:Olivgrüne bis braune Oberseite mit dunklen Querstreifen. Die Bauchseite ist gelblich eingefärbt. Namensgebend ist der Kamm am Hinterkopf der Männchen. Rücken und Schwanz besitzen segelartigen Kämme.
Größe:Bis zu 80 cm Gesamtlänge bei einer Schwanzlänge von 50 cm.
Gewicht:200 bis 500 Gramm
Lebenserwartung:Etwa 10 Jahre
Verbreitung:Mittelamerika & nördliches Südamerika
Lebensweise:Tagaktive Echsen, die sogar klettern, schwimmen & tauchen können.
Ernährung:Allesfresser mit starkem Fokus auf Insekten.
Geschlechtsreife:Ab ca. 18 Monaten
Fortpflanzung:Das Weibchen legt bis zu 8 mal im Jahr maximal 20 Eier in eine selbst gegrabene Höhle. Nach ca. 3 Monaten schlüpfen dann die 11 cm großen Jungtiere.
Haltung:Einzelhaltung, paarweise Haltung oder Gruppe mit einem Männchen.
Terrarientyp:Regenwaldterrarium mit UV-Beleuchtung
Schwierigkeitsgrad:Fortgeschrittene
Besonderheiten:Kann auf den Hinterbeinen bis zu 10 Km/h schnell laufen, kann kurze Strecken über das Wasser zurücklegen & Männchen werden größer.

Merkmale & Aussehen:

Helmbasilisken sind die größten Echsen aus der Gattung Basiliscus. Sie werden teilweise über 80 cm lang, wobei etwa 50 cm der Gesamtlänge auf den Schwanz fallen. Dadurch sind die Tiere relativ leicht und bringen es maximal auf ein Gewicht von 500 Gramm. Interessant ist beim Punkt Größe, dass die Männchen deutlich länger und schwerer als die weiblichen Tiere werden.

Namensgebend für die Tiere ist der Kamm auf dem Kopf. Bei näherer Betrachtung ähnelt er einem Helm. Er ist allerdings nur bei den Männchen stark ausgebildet. Weiterhin verfügen diese Echsen über Hautkämme auf dem Rücken und dem Schwanz. Beide sind relativ voluminös und damit sehr auffallend. Ganz anders ist es bei der Färbung. Meist sind die Tiere olivgrün bis hellbraun eingefärbt.

Vom Rücken zu den Seiten ziehen sich dabei dunkle, meist schräg stehende Streifen. Ab und an verfügen diese über eine hellere Umrandung. Schaut man sich den Kopf genauer an, entdeckt man häufig einen weißen Streifen. Dieser verläuft von der Oberlippe bis unter die Augen und oft noch bis zum Hals. Ein weiterer heller Streifen verläuft an den Flanken des Rumpfes. Gut erkennen lassen sie sich aber nur bei Jungtieren. Mit der Zeit verblassen sie nämlich.

Gut zu wissen:
Die Tiere können problemlos auf Wasser laufen. Dazu erheben sie sich auf die zwei Hinterbeine und richten den Oberkörper nach oben. Mit Pendelbewegungen des Schwanzes wird dann das Gleichgewicht gehalten. Nun rennen die Echsen los und überqueren problemlos kürzere Strecken auf dem Wasser.

Aufgrund dieser Fähigkeit werden die Tiere als Jesus-Christus-Echsen bezeichnet. Möglich machen das übers Wasser laufen an den Zehenrändern befindliche Schuppensäume in denen Lufttaschen entstehen.

Verbreitung & natürlicher Lebensraum:

Die Tiere leben in Mittelamerika sowie dem nördlichen Südamerika. Dort bevölkern sie ein Areal zwischen Costa Rica und Nordwestkolumbien. Größere Populationen gibt es dabei im nordwestlichen Venezuela und im südlichen Teil an der Pazifikküste.

Oft reicht das Verbreitungsgebiet dabei bis ins zentrale Panama oder auch Nicaragua. In der Regel leben die Tiere in Höhenlagen von bis zu 600 Metern. In Costa Rica kommen sie aber auch auf 1200 Metern Höhe vor.

Möchte man sie erspähen, sollte man sich auf die Suche nach Urwaldseen, Flüssen und Bächen machen. Meist trifft man die Helmbasilisken im Wasser oder auf den umliegenden Bäumen an. Die Reviere dieser Echsen sind sehr groß. Sie reichen von einigen Hundert Quadratmetern bis hin zu einem Hektar.

Gut zu wissen:
Helmbasilisken sind für Menschen absolut ungefährlich. Zwar haben die Tiere scharfe Krallen, aber diese brauchen sie nur zum Klettern. Auch das Gebiss ist wenig spektakulär. Es gibt natürlich spitze und leicht gebogene Zähne, aber diese sind relativ klein. Daher eignen sie sich maximal, um Beute zu reißen und nicht zum Kämpfen.

Lebensweise des Helmbasilisken:

Die Echsen sind tagaktiv und klettern gerne auf die Bäume an den zahlreichen Gewässern. Auf der Flucht oder zur Jagd werden diese aber auch durchquert. Sei es durch Schwimmen, Tauchen oder übers Wasser rennen. Ganze 12 Km/h können die Tiere auf ihren Hinterbeinen schnell werden.

So gelingt es ihnen Insekten, Frösche, Fische und andere kleine Echsen erfolgreich zu erlegen. Aber auch ein paar Blüten und Beeren stehen ab und an auf dem Speiseplan. Dabei brauchen die Tiere viel Nahrung, da sie das komplette Jahr über fortpflanzungsbereit sind.

Helmbasiliken-Haltung:

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Die Haltung von Helmbasilisken ist kein Hexenwerk, erfordert aber einiges an Erfahrung. Schließlich findet man im deutschsprachigen Raum nur wenige Informationen über die Tiere. Das heißt aber nicht, dass Anfänger sich gleich eine andere Echsenart zur Pflege suchen sollten. Allerdings braucht es doch etwas mehr Motivation, wenn man gleich mit Jesus-Christus-Echsen starten möchte.

Terrarium:

Wer ein Pärchen halten möchte, braucht ein Regenwaldterrarium mit den Maßen 200 × 100 × 200 cm. Die doch recht ordentliche Höhe von 2 Metern wird benötigt, da die Tiere wirklich gerne klettern und sich auf Ästen aufhalten. Daher sollte man bei der Einrichtung viel wert auf Kletteräste legen. Aber auch die Seiten- und Rückwände dürfen dementsprechend gestaltet werden. Also mit ausreichend Flächen zum Klettern und Ausruhen.

Der Bodengrund sollte aus einen lockeren und saugfähigen Substrat bestehen, dass man auf eine Höhe von mindestens 15 cm aufschütten sollte. Für eine artgerechte Haltung empfiehlt sich entweder ein kleiner Bachlauf oder auch ein größeres Wasserbecken. Letzteres ist die bessere Wahl, da die Tiere sich so vernünftig baden können.

Klimagestaltung:

Tagsüber sollte im Helmbasilisken-Terrarium eine Temperatur von 26 bis 30 °C herrschen. Dabei sollte sich die Luftfeuchtigkeit in einem Bereich von 70 bis 90 Prozent einpendeln. Nachts genügen hingegen 20 bis 23 °C. Zusätzlich sollte man im Terrarium noch eine Sonneninsel mit etwa 35 bis 40 °C schaffen.

Damit der Jahresablauf richtig simuliert werden kann, braucht es im Winter eine etwas kühlere Trockenzeit. Diese sollte ganze 3 Monate andauern. Die Beleuchtung sollte 12 bis 14 Stunden am Tag leuchten und über ausreichend UV-Anteil verfügen.

Futter:

Die Hauptnahrungsquelle ist hier fleischliche Kost. Aber auch Beeren und Früchte dürfen ab und an als Futter gegebene werden. Empfehlenswert sind als Futterinsekten Grillen oder Heuschrecken. Aber auch junge Mäuse können als Futter dienen. Wer für ausreichend Abwechslung auf dem Futterplan sorgen möchte, kann noch Apfel-, Karottenstücke, Sprösslinge, Keimlinge sowie Löwenzahn verfüttern.

Damit die Echsen lange und vor allem gesund leben, braucht es noch Vitamin- und Mineralstoffpräparate. Damit sollten die Futterinsekten ernährt sowie zusätzlich bestäubt werden. Hat man sich um eine artgerechte Haltung bemüht, werden die Tiere manchmal sogar bis zu 15 Jahre alt.

Zucht:

Die Weibchen werden mehrmals im Jahr trächtig und legen dann bis zu 20 Eier in eine selbst gegrabene Erdhöhle. Damit sie im Terrarium vernünftig graben können, sollte man eine Stelle möglichst feucht halten. Dort beginnen sie dann häufig auch mit dem Ausheben ihres Eiablageplatzes. Nachdem das Tier dort die Eier abgelegt hat, kann man auch schon mit dem vorsichtigen freilegen beginnen.

Hat man die Eier dann geborgen, werden sie in einen Brutautomaten verfrachtet. Bei einer Temperatur von 28 bis 30 °C dauert es rund 60 bis 70 Tage und schon schlüpfen die Jungtiere. Anfangs ernähren sich diese fast ausschließlich von tierischer Kost in entsprechender Größe. Zu beachten ist bei der Zucht, dass es bei den Basilisken keine Brutpflege gibt.

Kaufen:

Möchte man einen Helmbasilisken kaufen, sollte man beim Händler auf ein paar Dinge achten. Wichtig ist bei der Auswahl eines Tieres, dass man sich ausreichend Zeit lässt und nicht vom Anbieter zu einer bestimmter Echse drängen lässt. Außerdem sollte man im Zweifel lieber vom Kauf absehen. Entscheidende Punkte bei der Auswahl eines Helmbasilisken sind die folgenden Aspekte:

  • Wohlgenährt
  • Klare, leuchtende Augen
  • Keine Verletzungen
  • Kräftige Schwanzwurzel
  • Saubere Kloake
  • Nicht verschleimter Maulinnenraum
Es gibt auch ein paar Merkmale, wo man lieber vom Kauf absehen sollte: Hypernervöses Verhalten, Außen- & Innenparasiten, apathisches Verhalten, verkrustete, entzündete oder eingefallene Augen, Deformationen aller Art, steife Gelenke oder Gliedmaßen, abgemagertes Äußeres sowie Schwellungen unter der Haut oder im Kieferbereich.

Unser FAQ zum Schluss:

FAQ

Basilisken und natürlich auch die etwas unscheinbar wirkenden Helmbasilisken sorgen für viele Fragen bei unserer Leserschaft. Da wir gerne weiterhelfen wollen, haben wir die interessantesten Fragen samt unseren Antworten im Folgenden aufgelistet. So bekommst du noch mehr Informationen über die kleine Echsengattung.

Woher stammt der Name Helmbasilisk?

Betrachtet man die Echsen flüchtig, erinnert einen das Aussehen stark an kleine Drachen. Daher liegt der Schluss nahe, dass die ersten Europäer beim Anblick der Echsen an mythische Basilisken erinnert wurden. Daher wird die Gattung als Basilisken bezeichnet.

Das Wörtchen Helm im Namen leitet sich von dem großen Kamm ab. Der knorpelige und von einer Knochenleiste gestützte Kamm befindet sich am Hinterkopf. Im Prinzip schaut er aus, wie ein schlecht sitzender Helm. Weiterhin haben die Tiere noch Kämme am Rücken und am Schwanz.

Wieso werden die Tiere als Jesus-Christus-Echsen bezeichnet?

Helmbasilisken wie viele weitere verwandte Arten auch, können kurze Strecken über das Wasser zurücklegen. Aufgrund dieser speziellen Fähigkeit, die auch Jesus Christus hat, werden die Tiere Jesus-Echsen genannt. Häufig beobachtet man dieses Verhalten bei der Jagd nach Futterinsekten oder auf der Flucht vor Feinden.

Eignet sich die Haltung von Helmbasilisken für Anfänger?

Grundsätzlich wäre es denkbar, dass motivierte Einsteiger mit der Haltung von Helmbasilisken beginnen können. Allerdings gibt es nur sehr wenige Informationen über die Haltung dieser Art, was gepaart mit wenig Erfahrung zu Problemen im Terrarium führen könnte. Daher sollten Anfänger sich mit dem Kronen-, Stirnlappen- oder Streifenbasilisken beschäftigen.

Wo kann man Helmbasilisken kaufen?

Die Auswahl an Anbietern ist inzwischen auch in Deutschland relativ groß. So gibt es diverse Zoohändler, die diese Echsen in ihrem Sortiment haben. Aber auch Züchter, Reptilienvereine als auch Tierheime sind gute Anlaufstellen.

Wer etwas Zeit hat, kann auch noch die gängigen Kleinanzeigenportale durchforsten. Nicht selten findet man hier interessante Angebote. Gerade Einsteiger können hier ein Tier samt Terrarium zu ausgesprochen günstigen Konditionen erwerben.

Können Helmbasilisken mit anderen Echsen vergesellschaftet werden?

Wir raten von solchen Experimenten ab. Das Hauptproblem an solchen Versuchen ist die fehlende Kommunikationsmöglichkeit zwischen den verschiedenen Echsengattungen. Zudem sind Basilisken Tiere, die in der freien Wildbahn auf sehr großem Raum und dazu noch in losen Gruppen leben. Sie sind daher von Natur aus nicht für die gruppenweise Haltung mit anderen Leguanen & Co. gemacht.