Leguan-Krankheiten

Häufig haben importierte Leguane eine anstrengende Zeit hinter sich. Das hat sie anfällig für Krankheiten gemacht. Daher sollte man das neue Tier baldmöglichst einem reptilienkundigen Veterinär vorführen. Aber auch Leguane die schon länger im heimischen Terrarium wohnen, können an Parasiten und verschiedenen Krankheiten erkranken. Auch Verletzungen können ihnen das Leben schwer machen.

Daher sollte man sich bei diesem Thema gut auskennen. Er hilft dir dabei Symptome und mögliche Ursachen zu erkennen. Außerdem kannst du kleinere Blessuren selbst verarzten und du musst nicht gleich zum nächsten Tierarzt düsen. Nichtsdestotrotz solltest du im Zweifel einen fachkundigen Reptiliendoc aufsuchen. Sicher ist sicher.

Wie erkenne ich einen kranken Leguan?

Nicht immer sind Krankheitsanzeichen einfach zu erkennen. Manch ein Leguan hat lediglich einen verminderten Appetit oder bewegt sich kaum noch. Ab und an leidet auch die Motorik des erkrankten Sauriers oder die Färbung ist sehr dunkel. Man sollte als Halter daher stets ein Auge auf Veränderungen des Verhaltens haben.

Bereits beim kleinsten Zweifel sollte man ein genaues Auge auf das Tier haben. Meist erkennt man dann schon die ersten Anzeichen einer Krankheit. Keinesfalls sollte man hierbei nachlässig werden. Schließlich ist eine rasche Behandlung das Wichtigste.

Bei diesen Symptomen solltest du umgehend einen Tierarzt aufsuchen:

  • Weißgraue Ablagerungen auf der Haut (Milben)
  • Schaum auf den Nasenlöchern
  • Ruckartiges Öffnen des Mauls
  • Blutiger Kot
  • Schleim, Abszesse und Gewebezerfall im Maul (Maulfäule)
  • Tränende, angeschwollene Augen (Bindehautentzündung)
  • Weiche Knochen
  • Muskelzittern
  • Würmer im Kot
  • Heraushängendes Gewebe aus der Kloake (Darm- / Hemipenisvorfall)
Missbildungen:
Falsche Ernährung, Inzucht, Vitamin- oder Mineralienmangel führen nicht selten zu Missbildungen bei Leguanen. Solange die Tiere durch diese nicht beeinträchtigt werden, kann man von einem Schönheitsfehler sprechen. Ist dem aber nicht so, sollte man einen Tierarzt aufsuchen. Manchmal ist dann sogar eine Euthanasie der letzte Ausweg.

Regelmäßige Kotuntersuchungen sind das A & O:

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Viel zu selten wird es gesagt, aber Kotuntersuchungen können eigentlich nicht zu oft durchgeführt werden. Man erkennt so rasch Darmparasiten und häufig auch noch andere Infektion des Darms. Obligatorisch sollte man sie während der Quarantäne bei einem Neuankömmling vornehmen. Hier empfehlen wir sie dreimal im Abstand von 4 Wochen machen zu lassen.

Des Weiteren sollte man auch bei augenscheinlich gesunden Leguanen einmal im Jahr eine solche Kontrolle machen. Dabei kann man sich Sets kaufen und selbst Hand anlegen oder gleich einen fachkundigen Tierarzt aufsuchen. Dieser kann bei Bedarf dann mit der Therapie des kranken Leguans beginnen.

Gut zu wissen:
Nicht in jeder Stadt gibt es einen reptilienkundigen Tierarzt. Daher sollte man sich bereits vor dem Kauf mit der Suche nach einem auseinandersetzen. So verschenkt man im Ernstfall keine wichtige Zeit. Eine gute Anlaufstelle zur Recherche stellen Branchenbücher und natürlich das Telefonbuch dar.

Verletzungen bei Leguanen:

Aufgrund von kämpferischen Auseinandersetzungen kann es bei Leguanen zu Haut- und Fleischwunden kommen. Selbst Knochenbrüche gibt es ab und an. Manchmal verletzen sich die Tiere auch bei Ausbruchsversuchen oder an scharfkantigen Einrichtungsgegenständen. Selbst zusammenfallende Unterschlüpfe und Verbrennungen können vorkommen.

Das Traurige an diesen Verletzungen bei Leguanen ist die Tatsache, dass man sie durch Aufmerksamkeit und Umsicht hätte verhindern können. Allerdings gilt dies natürlich nicht für jede Verletzung. Zudem geht es hier um die Behandlung und nicht die Schuldfrage.

Oberflächliche Wunden können mit einem milden Antiseptikum gereinigt und auch behandelt werden. Tiefere Verletzungen oder gar Knochenbrüche brauchen eine Behandlung durch einen erfahrenen Tierarzt. Dieser sollte umgehend aufgesucht werden.

Gut zu wissen:
Aufgestoßene oder aufgescheuerte Schnauzen sind bei nervösen Leguanen absolut keine Seltenheit. In der Regel entstehen sie durch andauerndes reiben und stoßen der Schnauze an den Lüftungsgittern oder Terrariumwänden. Ziel dieser Aktivitäten ist meist die Flucht aus dem Terrarium.

Daher sollte man derart nervöse Leguane langsam und mit aller Vorsicht in die neue Umgebung eingewöhnen. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit rapide, dass es zu solchen Verletzungen kommt. Handelt es sich um tiefe, große oder gar infizierte Wunden muss auch hier ein Tierarzt aufgesucht werden.

Außenparasiten – Zecken & Milben:

Nicht nur bei Wildfängen sind Zecken und Milben ein häufiges Problem. Können Zecken meist selbst manuell entfernt werden, ist dies bei Milben nicht mehr der Fall. Zudem kommen diese bei einem Befall in riesigen Stückzahlen vor. Zecken hingegen sind meist Einzeltäter.

Zecke entfernen:

Wer schon mal mit Zecken zu tun hatte, weiß wie umständlich das Entfernen ist. Dabei gibt es einen kleinen, aber feinen Trick. Man betupft den Hinterleib mit etwas Alkohol, dadurch wird die Atmung blockiert und die Zecke lockert den Biss.

Nun greift man den Kopf und dreht sie mit leichtem Zug heraus. Wichtig ist dabei, dass der Kopf samt Mundwerkzeug nicht abreißt und im Inneren der Wunde verbleibt. Dies kann nämlich schnell zu einer Infektion führen.

Wer eine Zecke aus einem Leguan entfernen möchte, kann auch zur einer Zeckenzange greifen. Damit geht es doch deutlich einfacher von der Hand.

Milben bei Leguanen bekämpfen:

Die Stecknadelkopfgroßen, roten Parasiten können zu einer wahren Plage werden. Es gibt wohl kaum eine nervigere Leguan-Krankheit. Schließlich vermehren sich die winzigen Parasiten überall im Terrarium. Zudem sorgen sie nicht selten für Dermatitis, Anämie und Häutungsproblemen. Von dem Stress für das Tier einmal vollkommen abgesehen.

Außerdem können auch Milben, nicht nur Zecken, krankheitserregende Organismen übergreifen. Machen ein paar Milben noch ein allzu großes Problem aus, sollte man aber bereits hier reagieren. Erstmal sollte man deren Zahl beobachten. Vermehren sie sich rasch, sollte man den Befall mit einem Milbenmittel behandeln.

Bei einem Milbenfall sollte man sich von rauen, rissigen und nicht wiederverwendbaren Einrichtungsgegenständen trennen. Die Rede ist dabei von Substraten, lebenden Pflanzen, Kletterästen, Wurzeln und ähnlichem.

Innenparasiten – Wurmbefall:

Viele Leguane leiden unter Wurmerkrankungen. Meist macht sich das Problem erst bemerkbar, wenn man sich deren Anzahl explosionsartig steigert. Nun kann es in Folge des Leguan-Wurmbefalls zu einem Darmverschluss, Magersucht, schwere Schäden am Darm oder zu einer Anämie kommen. Als Langzeitfolge gilt der Tod des Leguans.

In einem recht frühen Stadium erkennt man einen Wurmbefall auch an einem apathischen Verhalten, eingefallen Augen oder der Futterweigerung. Klare Symptome sind auch Durchfall oder Verstopfungen, die über längere Zeiträume anhalten und sich nicht bessern.

Hat man den Verdacht auf Innenparasiten, sollte man eine Kotuntersuchung durchführen lassen. Anhand derer lassen sich die Würmer, ihre Larven oder Eier nachweisen, identifizieren und schließlich behandeln. Welches Wurmmittel man dazu benötigt, entscheidet der Tierarzt nach dem Studieren der Laborergebnisse.

Gastroenteritis – Darmerkrankungen:

Nicht nur Würmer stellen eine ernst zu nehmende Leguan-Krankheit dar. Auch der Begriff Gastroenteritis ist vielen Haltern nicht unbekannt. Hierunter fallen eine ganze Menge Darmerkrankungen. Meist werden diese durch Organismen, wie Entamoeba, Trichomonas oder Solmonella ausgelöst.

Des Weiteren gehören auch Zoonosen wie die Salmonellose zu den Darmkrankheiten von Leguanen. Gerade hier ist größte Vorsicht geboten, denn Salmonellen können sich auch auf den Menschen übertragen. Daher spielt hier die Hygiene die allergrößte Rolle.

Das Hauptsymptom dieser Erreger ist ein häufig auftretender Durchfall mit losem und Blut durchzogenem Kot. Auch Appetitlosigkeit und starkes Abmagern sind erste Anzeichen. Bei all diesen Symptomen sollte man umgehen einen Tierarzt aufsuchen.

Dieser führt dann eine Kotuntersuchung durch und behandelt die Organismen. Allerdings sollte man dabei nicht zu viel Zeit verstreichen lassen. Ansonsten kann eine erfolgreiche Behandlung nicht mehr gewährleistet werden.

Salmonellen gehören zur normalen Darmflora eines Grünen Leguans dazu. Daher sollte man hier größte Vorsicht bei der Hygiene walten lassen. Das bedeutet nichts anderes, dass man sich nach jedem Kontakt die Hände gründlich wäscht. Nur so kann man die Infektion mit Salmonellen verhindern.

Atemwegserkrankungen:

Solche Leguan-Krankheiten treten immer dann auf, wenn ein Tier unter starkem Stress oder die Temperatur im Terrarium zu niedrig ist. Damit eine erfolgreiche Behandlung sichergestellt werden kann, muss man die Symptome dieser Leguan-Krankheiten aber frühzeitig erkennen.

Ein sehr deutliches Anzeichen einer Atemwegserkrankung ist ein herumlaufen mit offenem Mund. Es dauert meist nicht besonders lange und man kann die ersten Schleimablagerungen an den Nasenlöchern und am Maul erkennen. Zudem wird der betroffene Leguan immer schwächer.

Das erkrankte Tier sollte sofort aus dem Terrarium herausgenommen werden und in die Quarantäne verfrachtet werden. Dort kann man die Temperatur ruhig etwas höher einstellen und dann so schnell es geht einen Reptilienarzt aufsuchen.

Unser FAQ über Leguan-Krankheiten:

FAQ

Krankheiten, Verletzungen und Missbildungen bei Leguanen führen zu vielen Fragen bei unseren Lesern. Daher haben wir an dieser Stelle noch ein kleines FAQ ins Leben gerufen. Es soll bei häufig aufkommenden Fragen rund um Leguan-Krankheiten weiterhelfen.

Kann ein angebrochener Schwanz noch gerettet werden?

Durchaus kann man diesen noch retten. So empfiehlt sich eine Schienung. Sollte diese allerdings ohne richtige Schiene also durch einen dicken Verband durchgeführt worden sein, sollte man die Schienung 3 Monate lang angelegt lassen.

Ist der Schwanz hingegen ganz ab, kann der Tierarzt lediglich den Stumpf fachmännisch versorgen. Neben der Behandlung des Tiers sollte man das Terrarium genau inspizieren und die Deko beseitigen, die für das Abbrechen des Schwanzes verantwortlich ist.

Sind Parasiten und Infektionen bei Leguanen für Menschen gefährlich?

Der Großteil der Parasiten kann nicht von einem Reptil auf einen Menschen überspringen. Allerdings hört man häufig, dass Menschen sich an den Salmonellen der Tiere angesteckt haben. Allerdings passiert so etwas doch hauptsächlich durch mangelnde Hygiene.

Man sollte sich also stets vor und nach dem Kontakt die Hände waschen sowie entstandene Kratz- und Bisswunden gründlich desinfizieren. Natürlich gilt gerade bei Reptilien: kein Mundkontakt!

Wie kann man Erkrankungen bei Leguanen vorbeugen?

Es gibt diverse Studien, die zum Schluss kommen, dass viele Krankheiten bei Leguanen auf Haltungsfehler zurückzuführen sind. Aufgrund dessen sollte man sich um eine artgerechte Haltung bemühen und sich gründlich in die Thematik einlesen.

Klassiker in puncto Haltungsfehler sind Überfütterung, ein zu kleines Terrarium sowie falsche klimatische Verhältnisse. Manchmal wird ein Tier innerhalb der Gruppe sehr stark unterdrückt und dies führt zu Erkrankungen.