Kronenbasilisk

Kronenbasilisken sind faszinierende Echsen aus der Familie der Leguanartigen. Die Tiere werden mit 70 cm Gesamtlänge angenehm groß und können ihre Farbe je nach Stimmungslage ändern. Außerdem können selbst Anfänger mit der Haltung dieser Echsen beginnen. Positiv ist dabei anzumerken, dass das Terrarium relativ klein sein kann.

Was man über Kronenbasiliskten und deren Aussehen, ihre Merkmale, das Verbreitungsgebiet und die Lebensweise wissen muss, verraten wir dir in diesem Beitrag. Außerdem gehen wir sehr detailliert auf die Haltung dieser Echsengattung ein. Ein kleines FAQ rundet den Beitrag ab.

Kronenbasilisk Steckbrief:

Den Beginn dieses Artikels macht die obligatorische Tabelle mit den wichtigsten Fakten. So kann man sich im Nu einen Überblick über diese Echsengattung verschaffen:

Gattung:Die Gattung der Kronenbasilisken zählt zwei Arten.
Unterarten:Laemanctus longipes (Wiegmann, 1834) & Laemanctus serratus (Cope, 1864)
Aussehen:Hellgrün, dunkelgrün oder braun. Die Farbe variiert je nach Stimmungslage. Gelblich-grüner Streifen von der Maulspitze bis zur Schulter.
Größe:70 cm Gesamtlänge, wobei der Schwanz etwa 75 % der Körperlänge einnimmt.
Lebenserwartung:Etwa 10 Jahre im Terrarium. In freier Wildbahn werden die Tiere selten älter als 7 Jahre.
Verbreitung:Honduras, Guatemala, Kolumbien, Venezuela & Südmexiko
Lebensweise:Tagaktive Echsen, die auch auf Bäumen leben.
Geschlechtsreife:1 Jahr
Fortpflanzung:Die Weibchen legen ca. 3 bis 4 Eier in ein Gelege.
Artenschutz:Nicht gefährdet
Haltung:Einzeln, Paar oder Gruppe mit einem Männchen
Terrarientyp:Regenwaldterrarium mit UV-Bestrahlung
Schwierigkeitsgrad:Motivierte Anfänger
Besonderheiten:Männchen sind stets paarungswillig & stark territorial.

Merkmale & Aussehen:

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Kronenbasilisken sind faszinierende Wesen. Ihre Augen liegen in einer ziemlich großen Augenhöhle. Bei genauerem Hinschauen erkennt man dann, dass das Augenlid von granulaartigen Schuppen bedeckt ist. Ausgewachsene Echsen dieser Gattung werden zwischen 60 und 70 cm groß. Der Schwanz nimmt dabei stolze 75 % in Anspruch.

Charakteristisch für diese Tiere sind die langen Beine mit jeweils 4 langen Zehen. Aber auch die Krone ist ein unverwechselbares Kennzeichen dieser Gattung. Möchte man Weibchen und Männchen voneinander unterscheiden, fällt dies relativ schwer. Allerdings haben Männchen eine geringfügig dickere Schwanzwurzel. Außerdem kann man bei manchen Exemplaren den Hemipenis sehen, wenn man den Schwanz leicht anhebt.

Ebenfalls sehr interessant ist der gelblich-grüne Streifen, der sich von der Maulspitze bis zur Schulter zieht. Leider haben die Tiere keinen Rückenkamm, dafür besitzen sie aber einen ungezahnten Helm auf dem Kopf. Sehr interessant ist der Fakt, dass sich die Färbung der Schuppen je nach Stimmungslage ändert. So sind sie entweder heller oder dunkler eingefärbt. Die Grundfarbe des Schuppenkleids ist hellgrün, dunkelgrün oder braun.

Gut zu wissen:
Diese Gattung ist weit verbreiten und der Bestand nimmt kaum ab. Daher gelten Kronenbasilisken laut einer Studie aus dem Jahre 2013 als nicht gefährdet. Aufgrund dessen ist der internationale Handel unter CITES nicht geregelt.

Verbreitung & natürlicher Lebensraum:

Kronenbasilisken gehören zu den wenigen Bewohnern der neotropischen Tieflandregenwälder. Sie sind tagaktive Wesen und leben nach Möglichkeit lieber allein. Außerdem sind sie stark territorial und verteidigen jeden Zentimeter ihres Reviers. Wenn sie in Gruppen leben, dann mit maximal 1 oder 2 weiteren Tieren in einer losen Konstellation.

Als Verbreitungsgebiet gelten die Länder Honduras, Guatemala, Kolumbien und Venezuela. Außerdem leben viele der Tiere im südlichen Mexiko. Dabei beschränken sich ihre Gebiete meist auf die neotropischen Tieflandregenwälder. Dort ernähren sie sich hauptsächlich von Insekten, Spinnentieren und kleineren Fröschen. Allerdings fressen sie ab und an auch ein paar reife Früchte.

Kronenbasilisk-Haltung:

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Über die Haltung von Kronenbasilisken findet man nur relativ wenige Informationen im Netz. Dies hat uns dazu veranlasst die folgenden Zeilen zu verfassen. Schließlich sollen noch mehr Menschen mit der Haltung dieser Echsen aus der Familie der Leguanartigen beginnen.

Terrarium:

Möchte man ein einzelnes Exemplar halten, sollte das Regenwaldterrarium die Maße 80 × 60 × 90 besitzen. Allerdings ist es besser, wenn das Becken höher und größer ist. Als Bodengrund empfiehlt sich Kokos- oder Pinienerde. Wer möchte, kann auch beides mischen. Entscheidend ist dabei nur, dass der Boden genügend Feuchtigkeit aufnimmt.

Damit die Luftfeuchtigkeit im Terrarium stimmt, sollte man täglich, und zwar am Morgen und am Abend Wasser sprühen. Außerdem hilft das große Wasserbecken, dass die Luftfeuchtigkeit hoch genug ist. Zudem trinken die Echsen gerne aus dem Becken. Weiterhin sollte man bei der Einrichtung auf viele Kletteräste, robuste Pflanzen und diverse Versteckmöglichkeiten wert legen.

Klimagestaltung:

Tagsüber sollte die Temperatur im Regenwaldterrarium bei 30 bis 35 Grad Celsius liegen. Nachts hingegen sind 20 bis 22 Grad Celsius vollkommen ausreichend. Wichtig ist, dass die Sonneninsel zwischen 40 und 45 Grad Celsius temperiert ist. Die Luftfeuchtigkeit sollte am Tag im Bereich von 60 bis 90 % liegen. Nachts braucht es allerdings ganze 80 bis 90 %.

Die Beleuchtung sollte einen UV-B Anteil von 5 % haben. Etwa 12 bis 14 Stunden Leuchtdauer gelten als optimal bei den Kronenbasilisken. Damit das Terrarium wirklich gut ausgeleuchtet ist, sollte man zusätzliche Tageslichtstrahler mit einbauen.

Futter:

Kronenbasilisk Paarhaltung

Die Tiere ernähren sich hauptsächlich von tierischer Kost. Aufgrund dessen sollte man als Futter Heuschrecken, Heimchen, Grillen und Wachsmotten geben. Ab und an kann man auch mal eine Frucht anbieten. Die Tiere bevorzugen aber ganz klar Insekten als Nahrungsquelle. Diese sollten gepudert, sprich mit Vitamin- und Mineralstoffpräparaten bestäubt werden.

Zucht:

Männchen sind immer paarungswillig, daher sollte man sie zeitweise vom Weibchen trennen. Anders als bei vielen Leguanen gibt es hier keine Paarungssaison. Kronenbasilisken haben ganzjährig Interesse am Koitus. Meist produziert das Weibchen über das Jahr verteilt mehrere Gelege mit 3 bis 4 Eiern. In der Regel sind die Tiere 70 bis 80 Tage trächtig.

Die frisch gelegten Eier sollten für etwa 2 Monate in eine Brutmaschine gelegt werden. Die Temperatur in diesem Fall bei 28 bis 30 Grad Celsius liegen. In puncto Luftfeuchtigkeit sollte man auf einen Wert zwischen 80 und 90 % achten. Die Jungtiere sind direkt nach dem Schlupf etwa 22 cm lang, wobei ganze 17 cm auf den Schwanz entfallen. Wer sich gut um den Nachwuchs kümmert, wird merken, wie zahm diese werden können.

Kaufen:

Möchte man einen Kronenbasilisken kaufen, sollte man beim Erwerb auf diverse Dinge Acht geben. Ansonsten droht nämlich eine akute Fehlkaufgefahr und diese gilt es zu vermeiden. Wichtige Punkte beim Kauf sind diese hier:

  • Wohlgenährt
  • Klare, leuchtende Augen
  • Keine Verletzungen
  • Kräftige Schwanzwurzel
  • Saubere Kloake
  • Nicht verschleimter Maulinnenraum
Es gibt auch ein paar Merkmale, wo man lieber vom Kauf absehen sollte: Hypernervöses Verhalten, Außen- & Innenparasiten, apathisches Verhalten, verkrustete, entzündete oder eingefallene Augen, Deformationen aller Art, steife Gelenke oder Gliedmaßen, abgemagertes Äußeres sowie Schwellungen unter der Haut oder im Kieferbereich.

Unser FAQ zum Abschluss:

FAQ

Der Kronenbasilisk ist in Deutschland kein beliebtes Terrarientier. Trotzdem erhalten vier ab und an ein paar Fragen zu dieser Gattung. Dies hat uns dazu veranlasst ein kleines, aber feines FAQ zu erstellen. So bekommt man noch mehr Informationen zu diesem spannenden Vertreter aus der Familie der Leguanartigen.

Kann man Kronenbasilisken in deutschen Zoos bestaunen?

Im deutschsprachigen Raum gibt es ca. 6 Zoos, die die kleinen Echsen in ihren Terrarien ausstellen. Große Vertreter wären zum Beispiel der Tiergarten in Frankfurt oder der Zoo in Augsburg. Traurig ist dabei, dass es sich hier um eine gute Botschafter-Art handeln würde, die leider ihre Funktion nicht wahrnehmen darf.

Woran erkennt man ein trächtiges Weibchen?

Das Hauptmerkmal schlechthin sind die deutlich zu erkennenden Eier im Bauch. Wer viel Vorsicht walten lässt, kann diese sogar in den frühen Stadien bereits gut erfühlen. So kann man schnell prüfen, ob das Weibchen bereits trächtig ist. Aber keine Sorge sollte man noch unsicher sein. Spätestens nach etwa 70 bis 80 Tagen schlüpfen dann die Jungtiere.

Wie viel Arten gehören zur Gattung der Kronenbasilisken?

Obwohl es viele gar nicht wissen, handelt es sich hier um eine eigene Gattung mit lediglich 2 Unterarten. So existiert derzeit der Laemanctus longipes, der vom deutschen Zoologen Wiegmann im Jahre 1834 beschrieben wurde. Des Weiteren gibt es noch den Laemanctus serratus. Diese Art wurde von Cope und das im Jahr 1864 erwähnt.