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Leopardleguane sind beliebte Terrarientiere in den USA. Aber auch in Deutschland erfreuen sich immer mehr Menschen an den toll gemusterten Tieren. Allerdings haben diese Leguane ihren eigenen Kopf, verschmähen manches Futter und sind eigentlich richtige Einzelgänger. Trotzdem können sie auch von motivierten Anfängern gehalten werden.

Was diese Echsen auszeichnet, woher sie genau stammen, wie sie aussehen und vor allem wie man sie richtig hält, verraten wir dir in diesem Artikel. Außerdem findest du am Ende noch ein FAQ mit den Antworten auf die wichtigsten Fragen unserer Besucher. Wie immer lässt sich sagen, dass sich das Lesen dieses Ratgebers auf alle Fälle lohnt.

Leopardleguan Steckbrief:

Den Anfang dieses Artikels macht unsere Tabelle mit den wichtigsten Fakten:

Aussehen:Die Schuppen sind meist grau, braun oder auch beige eingefärbt. Die Oberseite ist mit einem Leopardenmuster verziert. Es gibt viele Farbzüchtungen.
Größe:Maximal etwa 40 cm groß, wobei 2/3 der Gesamtlänge auf den Schwanz entfallen.
Gewicht:Bis zu 45 Gramm
Lebenserwartung:Etwa 10 Jahre
Lebensweise:Tagaktive Tiere, die am Boden und auf Felsen wohnen.
Verbreitung:Südwesten der USA bis Norden Mexikos
Ernährung:Allesfresser (Insekten, Mäuse & Pflanzen)
Geschlechtsreife:Ungefähr ab 2 Jahren
Fortpflanzung:Die legen etwa 4 Gelege pro Jahr mit ca. 4 bis 7 Eiern.
Artenschutz:Nicht gefährdet
Haltung:Paarweise, aber Einzelhaltung ist besser. Die Tiere halten eine Winterruhe.
Terrarientyp:Trocken- oder Halbtrockenterrarium mit UV-Bestrahlung
Schwierigkeitsgrad:Anfänger
Besonderheiten:Einzelgänger, wählerisch bei der Ernährung & Kannibalismus-Gefahr

Merkmale & Aussehen:

Leopardleguane, die mit wissenschaftlichen Namen Gambelia wislizenii heißen, sind meist beige, braun oder grau eingefärbt. Die Bauchunterseite ist meist hell. Ihre Bezeichnung verdanken sie dem Leopardenmuster auf der Oberseite. Aber auch an den Körperseiten und dem Schwanz erkennt man vereinzelte, dunkle Punkte.

In der Regel werden diese Echsen 40 cm groß, wobei der Schwanz stolze 2/3 der Gesamtgröße ausmacht. Leopardleguane werden etwa 45 Gramm schwer, sobald sie ausgewachsen sind. In Gefangenschaft werden sie ungefähr 10 Jahre alt, in der freien Wildbahn sind auch 15 Jahre und mehr möglich.

Gut zu wissen:
Leopardleguane wechseln häufig die Intensität ihres Schuppenkleides zur Temperaturkontrolle. Je nach Körpertemperatur sind sie hell oder dunkel eingefärbt. Außerdem sind männliche Leopardleguane kleiner und haben 2 größere Postnatalschuppen.

Verbreitung & natürlicher Lebensraum:

Diese Echsen stammen aus dem Südwesten der USA und sind bis nach Nordmexiko in großen Mengen vertreten. Damit gilt die Art auch als nicht gefährdet. In den Vereinigten Staaten bevölkern die Tiere ein Gebiet von Death Valley bis nach Südost-Oregon.

Charakteristisch für diesen Bereich sind ein sandiger und lockerer Bodengrund und eine als relativ gering zu bezeichnende Vegetation. Häufig gibt es nur einen schwachen Buschbewuchs. Zudem sind die Temperaturen in diesen Arealen sehr hoch.

Lebensweise:

Die Tiere sind tagaktiv und leben überwiegend auf dem Boden, aber auch in der Nähe und auf Felsen trifft man sie oft an. Gerade das Sonnenbaden auf den großen Steinen lieben Leopardleguane. Nachts ziehen sich die Tiere in teils selbst ausgehobene Erdbauten zurück.

Sobald sie von Feinden bedroht werden laufen Leopardleguane auf ihren Hinterbeinen davon. So sind die Tiere um ein Vielfaches schneller. Damit sie dabei aber nicht ins Straucheln kommen, benutzen sie ihren Schwanz als Gegengewicht.

Gut zu wissen:
Rückt die Paarungssaison immer näher, bekommen die männlichen Tiere orange Flecken. Die Weibchen verfügen oft schon dauerhaft über die orangen Punkte.

Leopardleguan-Haltung:

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Die Haltung von Leopardleguanen kann von Einsteigern problemlos bewältigt werden. Man sollte sich aber vor Augen führen, dass die Tiere eine 4 bis 6 Wochen andauernde Winterruhe bei etwa 10 bis 15 Grad Celsius halten. Zudem sollte man nur gleich große Tiere im Terrarium halten, da eine gewisse Kannibalismusgefahr vorherrscht.

Daher wird häufig zur Einzelhaltung geraten. Dies entspricht auch eher dem Naturell der Leguane. Die Exemplare dieser Art gelten nämlich als reine Einzelgänger. Zudem sind sie recht wählerisch bei der Wahl des eigenen Futters.

Terrarium:

Möchte man ein Paar halten, braucht man dafür ein Trocken- oder Halbtrockenterrarium mit den Maßen 160 × 50 × 60 cm. Gerne darf das Terrarium aber auch größer ausfallen. Da eine gewisse Kannibalismus-Gefahr besteht, haben die Tiere so bessere Möglichkeiten, um sich voneinander zurückzuziehen.

Einen Teil des Bodens sollte man mit großen Steinplatten versehen. Gleiches gilt für die Rückwand. Wer hier eine Strukturrückwand verbaut, tut den Leopardleguanen einen großen Gefallen. Als Bodensubstrat empfiehlt sich Sand. Dieser sollte etwa auf 10 bis 15 cm Höhe aufgeschüttet werden.

Als Verstecke eignen sich hier vor allem einsturzsichere Steinaufbauten sowie große Steine zum Sonnenbaden. Außerdem darf ein Trinknapf nicht fehlen. Trotz aller größer Mühe brauchen Leopardleguane recht lange um sich einzuleben. Häufig muss man bis zu 6 Monaten warten.

Klimagestaltung:

Tagsüber sollte die Temperatur in einem Sektor von 25 bis 35 °C liegen. Nachts hingegen reichen 18 bis 22 °C vollkommen aus. Was man nicht vergessen sollte, ist der Sonnenplatz. Hier sollte sich die Temperatur in einem Bereich von 40 bis 45 °C bewegen. Außerdem braucht man eine UV-Bestrahlung und das Terrarium sollte jeden gründlich mit Wasser besprüht werden.

Futter:

Die Tiere sind bei der Aufnahme von Nahrung wirklich wählerisch. Gerne verspeisen sie die typischen Futterinsekten, wie Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Ab und darf man ihnen aber auch etwas Grünfutter, wie Löwenzahn, Blätter, Blüten und Früchte geben. Dabei ist zu beachten, dass die Tiere nicht so verfressen sind, wie doch recht häufig berichtet wird.

Winterruhe:

Leopardleguane legen eine kurze Winterpause von etwa 4 bis 6 Wochen ein. Manchmal dauert die Prozedur aber auch 12 Wochen. Die Temperatur im Terrarium sollte während dieser Phase in einem Bereich von 7 bis 15 °C liegen. Viele empfehlen hierbei das Überwintern in Boxen, die man im Keller platziert.

Um die Winterruhe der Leopardleguane einzuläuten, sollte die Temperatur und die Beleuchtung jeden Tag etwas reduziert werden. Sind die Tiere in der Winterruhe sollte man anfangs noch täglich prüfen, ob sich der Magen aufbläht. Schließlich können sich im Rumpf noch unverdaute Reste befinden.

Sinnvoll ist es zu dem die Tiere einmal bis zweimal im Monat zu wiegen. Ist der Gewichtsverlust zu hoch, sollte man die Winterruhe langsam beenden. Hierfür wird die Temperatur und die Beleuchtung im Terrarium schrittweise erhöht. Schließlich beginnen die Leopardleguane wieder zu fressen.

Zucht:

Nach dem Paarungsakt sind die Weibchen etwa 14 bis 21 Tage trächtig. Als Ablageort wählen sie meist eine ausreichend feuchte Stelle im Sand. Dort legen sie etwa 4 bis 7 Eier in ihre Gelege ab. Dabei sind die Weibchen recht aktiv. Innerhalb eines Jahres können sie bis zu 4 Gelege produzieren.

Hat man die Eier erfolgreich lokalisiert und vorsichtig ausgebuddelt, sollte man sie in den Brutautomaten bringen. Dort werden sie bei ca. 29 bis 31 °C und das bei etwa 90 % Luftfeuchtigkeit ganzea 45 Tage inkubiert.

Sind die Jungtiere erfolgreich geschlüpft, werden sie in ein Aufzuchtsterrarium verbracht. Spätestens nach 7 Tagen sollten sie auch schon fressen. Wer nun noch 3 Monate Pflege und Zeit investiert, kann seine Tiere auch schon in den einschlägigen Marktplätzen anbieten.

Leopardleguan kaufen:

Möchte man sich einen Leopardleguan zulegen, sollte man beim Erwerb auf ein paar Dinge achten. Welche das sind, erfährst du in den folgenden Zeilen. Denke daran, dass du dich beim Aussuchen nicht hetzen lassen solltest und im Zweifel lieber die Finger von dem Tier lässt. So minimierst du die Gefahr eines Fehlkaufes.

  • Wohlgenährt
  • Klare, leuchtende Augen
  • Keine Verletzungen
  • Kräftige Schwanzwurzel
  • Saubere Kloake
  • Nicht verschleimter Maulinnenraum
Es gibt auch ein paar Merkmale, wo man lieber vom Kauf absehen sollte: Hypernervöses Verhalten, Außen- & Innenparasiten, apathisches Verhalten, verkrustete, entzündete oder eingefallene Augen, Deformationen aller Art, steife Gelenke oder Gliedmaßen, abgemagertes Äußeres sowie Schwellungen unter der Haut oder im Kieferbereich.

Unser FAQ zum Abschluss:

FAQ

Ab und an bekommen wir Fragen über Leopardleguane gestellt. Die interessant gemusterten Tiere mit den vielen verfügbaren Farbvarianten ziehen viele Leute in ihren Bann. Aufgrund dessen ist es auch nicht verwunderlich, dass es einige Fragen zur Haltung gibt. Im Folgenden beantworten wir die am häufigsten gestellten Fragen:

Wie viel Geld kosten Leopardleguane in der Anschaffung?

Die Preise schwanken je nach Marktlage etwas. Oft bekommt man Jungtiere für ca. 35 bis 40 Euro. Adulte Leopardleguane sind etwas teurer und kosten meist zwischen 50 und 70 Euro. Leider werden in Deutschland nur relativ wenige Tiere dieser Gattung angeboten.

Wird der Leopardleguan auch in Zoos gehalten?

Leider haben nur ganz wenige Institutionen im deutschsprachigen Raum eine Leopardleguan-Population. Die Tiere sind in ihren Heimatländern so sehr verbreitet, dass sie für Zoos einfach unattraktiv sind.

Wann wurde der Leopardleguan zum ersten Mal beschrieben?

1852 wurde diese Leguanart das allererste Mal erwähnt, und zwar von dem amerikanischen Zoologen Spencer Fullerton BAIRD und seinem Kollegen Charles Frédéric GIRARD. Etwa 100 Jahrhundert später wurde er erst in die Gattung Gambelia gestellt. Interessant ist dabei, dass bis vor einigen Jahren Gambelia copeii und Gambelia sila als Unterarten von Gambelia wislizenii.