Nashornleguan

In vielen Zoos kann man diese Leguan-Art live bestaunen. In der freien Natur hingegen gibt es recht wenige Tiere. So muss man auf Hispaniola und den umgebenen kleinen Inseln recht lange suchen, um frei lebende Exemplare zu treffen. Die Echsenart aus der Gattung der Wirtelschwanzleguane ist die Zeit aufreibende Suche aber auf alle Fälle wert.

Schließlich besitzen die Tiere ein imposantes Äußeres. Zudem können sie sowohl am Boden als auch auf Bäumen und Felsen erspäht werden. Die bis zu 1,3 Meter großen Leguane sind faszinierende Wesen. Daher haben wir uns auch entschieden diesen Ratgeber zu erstellen. Im Folgenden bekommst du Informationen zur Verbreitung, Lebensweise, Aussehen und sogar ein paar Details zur Haltung.

Nashornleguan-Steckbrief:

Zu Beginn dieses Artikels haben wir eine Tabelle mit den wichtigsten Daten zu dieser stark gefährdetsten Leguan-Art erstellt. So kannst du dir gleich zu Anfang einen Überblick über den Nashornleguan verschaffen:

Namen:Der Nashornleguan (Cyclura cornuta) gehört zur Gattung der Wirtelschwanzleguane (Cyclura).
Unterarten:Cyclura cornuta cornuta, Cyclura cornuta stejnegeri & † Cyclura cornuta onchiopsis
Aussehen:Graue bis olivgrüne Färbung, 3 kleine Hörner auf der Schnauze, Rückenkamm & Schenkelporen.
Größe:Kopf-Rumpflänge von etwa 60-70 cm bei einer Gesamtlänge von rund 130 cm.
Gewicht:Max. 10 Kilogramm
Verbreitung:Hispaniola und die umgebenden kleineren Inseln
Lebensweise:Tagaktive Tiere, die sowohl am Boden als auch Felsen leben. Sogar auf Bäume können diese Leguane klettern.
Lebenserwartung:Bis zu 40 Jahre
Ernährung:Allesfresser mit starkem Fokus auf pflanzlicher Nahrung. Es werden aber auch Insekten und Kleintiere verspeist.
Geschlechtsreife:Ab dem 5. bis 6. Lebensjahr
Fortpflanzung:Nach 3 bis 4 Monaten Trächtigkeit werden 15 bis 20 Eier gelegt. Nach ca. 80 bis 100 Tagen schlüpfen die Jungen.
Artenschutz:Stark gefährdet
Haltung:Einzeln, paarweise & Gruppenhaltung prinzipiell möglich.
Terrarientyp:Große Anlage mit mindestens 4 m² pro Tier. Zur Einrichtung gehören Wärme- und UV-Strahlern. Außerdem sind auch eine Bodenheizung, genügend Versteck- und Sonnenplätzen sowie Sichtbarrieren absolute Pflicht.
Schwierigkeitsgrad:Experte
Besonderheiten:Dienen als Fleischlieferant für die einheimische Bevölkerung, graben sich Höhlen als Unterschlupf & diese Leguane sind sehr territorial.

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Merkmale & Aussehen:

Nashornleguan im Zoo

Diese Leguan-Art unterscheidet sich relativ stark von den hierzulande beliebten Vertretern. So werden manche Exemplare über 130 cm lang und erreichen rund 10 Kilogramm an Gewicht. Der Körper ist stämmig und sehr muskulös. Die meisten Tiere dieser Art weisen eine graue bis olivgrüne Färbung auf. Charakteristisch für diese Art sind die 3 bis 5 kleinen Hörner, die man auf der Schnauze findet.

Weiterhin gibt es bei den Nashornleguanen einen scharf bewehrten Schwanz, dessen Oberseite mit drei bis vier Reihen Schuppen und zusätzlich mit scharfen, wirtelförmig abstehenden Dornen bestückt ist. Am Rücken befindet sich ein Kam, der im Bereich der Schulter und Kreuzbeingegend unterbrochen sein kann. Zudem verfügen die Tiere über Schenkelporen.

Die männlichen Tiere dieser Art besitzen einen verbreiterten Hinterkopf mit großen Wülsten an Hals und Nacken. Des Weiteren werden sie etwa 10 cm größer als die Weibchen. Oft kommt es zudem vor, dass die 3 bis 5 Hörner auf der Schnauze nur angedeutet sind. Beide Geschlechter verfügen über mächtige Krallen, mit denen sie nicht nur klettern, sondern auch vorzüglich graben können.

Gut zu wissen:
Der Handel mit Nashornleguanen ist nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen strengstens untersagt. Allerdings ist der Verkauf von Nachzuchten mit entsprechenden Zertifikaten erlaubt. Daher werden diese Tiere in seltenen Fällen auch von Privatpersonen gehalten. Der Großteil der Zuchterhaltungsprogramme wird aber natürlich von zoologischen Gärten durchgeführt.

Verbreitung & natürlicher Lebensraum:

Nashornleguane leben in der Karibik. Genauer gesagt findet man sie dort auf Hispaniola. Die Insel ist in zwei Staaten geteilt, nämlich in Haiti und in die Dominikanische Republik. Allerdings leben manche Unterarten auch auf den kleineren, vorgelagerten Inseln. Die tagaktiven Tiere leben nicht nur am Boden. Auch Felsen und Bäume haben es den Tieren angetan. Nachts findet man sie fast ausschließlich in den Höhlen oder in hohlen Baumstämmen.

Der Lebensraum besteht dabei meist aus trockenen Sand- und Steinwüsten mit geringer Vegetation. Meist besteht diese fast ausschließlich aus Kakteen. Aber auch in Steppen mit starkem Dornbuschbewuchs findet man diese Leguan-Art. Kennzeichnend für die Tiere ist die Tatsache, dass sie in kleinen Kolonien leben und gerne Höhlen zwischen Felsspalten graben.

Gut zu wissen:
Der größte Feind der Nashornleguane ist der Mensch. So dient diese Leguan-Art der ärmeren einheimischen Bevölkerung nicht selten als Fleischlieferant. Zudem schwindet die Fläche an natürlichem Lebensraum aufgrund von Siedlungsbau und landwirtschaftlich genutzten Flächen stetig. Auch Haustiere, wie Schweine, Katzen oder Hunde sind ein Problem. Nicht selten jagen sie die Tiere oder fressen sie gar völlig.

Lebensweise:

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Die Tiere gelten als tagaktiv, ruhen sich aber natürlich trotzdem auch tagsüber in Felsspalten oder Höhlen aus. Meist ernähren sie sich in der freien Natur von Grünfutter. Besonders gerne mögen sie Blätter, Blüten und Früchten. Aber auch tierische Kost verweigern die Nashornleguane nicht. Möchte man sie in freier Wildbahn erspähen, sollte man hoch gelegene Sonnenplätze suchen. Da die Tiere sehr territorial veranlagt sind, findet man sie so gut wie immer an solchen Stellen.

Fortpflanzung:

Die Paarungszeit ist für diese Leguan-Art sehr nervenaufreibend. Gekennzeichnet ist die Phase mit blutigen Kämpfen. Dabei rangeln sowohl die weiblichen als auch die männlichen Tiere. Letztere möchten ihr Revier verteidigen, wohin gegen die Weibchen Fights um die besten Legeplätze veranstalten.

Etwa 3 bis 4 Monate nach dem Paarungsakt werden 15 bis 20 Eier in eine selbst gegrabene Bruthöhle gelegt. Bis die Jungtiere schließlich schlüpfen können zwischen 80 und 100 Tage vergehen. Die frisch geschlüpften Nashornleguane sind zu Beginn etwa 30 cm lang und wiegen 45 Gramm.

Wie lange die Tiere leben müssen, um geschlechtsreif zu werden ist nicht endgültig geklärt. Die Mehrzahl der Kenner spricht von 5 bis 6 Jahren. Andere wiederum behaupten, dass Nashornleguane bereits nach 1 bis 2 Jahren geschlechtsreif sind. Auch beim Alter spalten sich die Meinungen. So wird berichtet, dass die Tiere in der Natur etwa 25 Jahre alt werden können. In der Gefangenschaft sollen sie dann aber sogar 40 Jahre und älter werden.

Nashornleguan-Haltung:

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Über die Haltung ist nur wenig bekannt. Gerade von Privatleuten werden diese Tiere so gut wie gar nicht gehalten. Allerdings haben einige Zoos eine nette Population an Nashornleguanen. Außerdem gibt es im deutschsprachigen Raum auch ein paar versierte Züchter, die uns mit ein paar grundlegenden Informationen versorgt haben.

Terrarium:

Grundsätzlich wird empfohlen, dass man zur Haltung eine richtige Anlage mit großer Grundfläche braucht. Etwa 4 bis 5 Quadratmeter pro Tier sind das absolute Minimum. Zudem braucht man bei dieser großen Fläche eine ganze Menge Versteck- und Sonnenplätze.

Auch Sichtbarrieren sind bei den territorialen Tieren wichtig. Vergessen darf man auch die benötigten Wärme- und UV-Strahler, die zusätzlich noch eine Bodenheizung brauchen sollen. Nur so kann man bei der großen Fläche die Temperatur von 30 – 35 ºC am Tage und 25 – 28 ºC bei Nacht erreichen.

Zu beachten ist dabei, dass die Temperatur an den Sonnenplätzen natürlich höher sein muss. Als Grund für den Boden eignet sich Quarzsand. Wer es ernst mit der Einrichtung meint, braucht eine ganze Menge an Steinen für seine Felsaufbauten. Ein paar große Wurzeln sorgen für die benötigten Versteckmöglichkeiten und runden die Einrichtung ab.

Futter:

Bei der Haltung muss auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. Dabei reicht nur Grünfutter allein nicht aus. Auch große Insekten, wie Waldschaben und Wanderheuschrecken werden gerne angenommen. Empfehlenswert ist es Calciumlactat, Korvimin oder Multimulsin in die Nahrung unterzumischen. Nur so kann der benötigte Vitamin- und Mineralstoffbedarf gedeckt werden.

Kaufen:

Möchte man Nashornleguane kaufen, braucht man einiges an Zeit und Geld. Die angebotenen Nachzuchten sind teuer und rar. Zudem sollte man Erwerb auf ein paar Dinge achten, um keinen Fehlkauf zu riskieren. Welche Aspekte wichtig sind, erfährst du nun:

  • Wohlgenährt
  • Klare, leuchtende Augen
  • Keine Verletzungen oder Abschürfungen
  • Kräftige Schwanzwurzel
  • Saubere Kloake
  • Nicht verschleimter Maulinnenraum
Es gibt auch ein paar Merkmale, wo man lieber vom Kauf absehen sollte: Hypernervöses Verhalten, Außen- & Innenparasiten, apathisches Verhalten, verkrustete, entzündete oder eingefallene Augen, Deformationen aller Art, steife Gelenke oder Gliedmaßen, abgemagertes Äußeres sowie Schwellungen unter der Haut oder im Kieferbereich.

Unser FAQ zum Abschluss:

FAQ

Nashornleguane sind faszinierende Echsen. Die Haltung ist aber sehr kompliziert und nur mit viel Budget zu stemmen. Trotzdem erhalten wir viele Fragen rund um die Echsenart. Das hat uns davon überzeugt an dieser Stelle noch ein kleines, aber feines FAQ ins Leben zu rufen.

Wie aggressiv sind Nashornleguane?

Die männlichen Nashornleguane sind sehr territorial veranlagt und vertreiben andere Männchen mit aller Gewalt aus ihrem Revier. Gerade zur Paarungszeit gibt es brutale Rivalenkämpfe zu beobachten. Aber auch die Weibchen sollte man nicht unterschätzen. So kämpfen die weiblichen Tiere häufig mit aller größter Härte um die besten Eiablageplätze.

Gibt es Unterarten und wenn ja, wo kommen sie vor?

In der gängigen Fachliteratur werden 3 Unterarten unterschieden. So lebt auf Hispaniola und den kleineren Inseln der Cyclura cornuta cornuta. Der aus Navassa beheimateteCyclura cornuta onchiopsis gilt inzwischen als ausgestorben. Auf Isla de Mona existiert noch der Cyclura cornuta stejnegeri.

Kann man den Nashornleguan in Zoos besichtigen?

Es gibt mehr als 80 Institutionen, die diese seltene Leguan-Art selbst halten. Dabei befinden sich rund ein Drittel im deutschsprachigen Raum. Im Frankfurter Zoo wird sogar ein Europäisches Zuchtbuch (ESB) für diese Art geführt.

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