Leguan-Terrarium reinigen

Ein Leguan-Terrarium muss von Zeit zu Zeit gereinigt werden. Dies ist ganz normal. Allerdings werden dabei immer wieder vermeidbare Fehler gemacht. Zudem kommt es häufig vor, dass ein neuer Leguan ohne Quarantänephase in das heimische Terrarium gesetzt wird.

Dies führt nicht selten zu einem Befall aller Tiere mit Parasiten oder anderen Krankheitserregern. Gerade erstere hätten mit einem Quarantäne-Terrarium und einer präventiven Kotprobe beim Tierarzt verhindert werden können. Doch nun ist es schon zu spät und es gilt zu handeln.

Worauf es dabei ankommt und welche Fehler man vermeiden sollte, verraten wir dir in diesem Guide. Außerdem behandeln wir die Entfernung von Bakterien und Pilzen. Selbstverständlich vergessen wir dabei auch nicht die Bekämpfung von Viren.

Gut zu wissen:
Das Thema Hygiene sollte man als Terrastikliebhaber nicht unterschätzen. So lassen sich zum Beispiel Parasiten nur mit viel Aufwand entfernen. Des Weiteren können die Bewohner eines Terrariums den Keimherden, wie etwa in der freien Natur nicht ausweichen.

Daher sollte man das Innere stets sauber halten, um Krankheiten, Parasitenbefall oder der Keimausbreitung vorzubeugen. Außerdem stellt man so sicher, dass das Terrarium nicht zur Quelle unappetitlicher Gerüche wird.

Empfehlenswert ist es zudem, wenn man über ein Quarantäne-Terrarium verfügt, in dem die Tiere auch mehrere Tage gehalten werden können. Ist dem nicht so, sollte man sich ein paar Gedanken über die Anschaffung einer solchen Unterbringungsmöglichkeit machen.

Leguan-Terrarium korrekt reinigen:

Leguan-Terrarium putzen

Viele Halter verstehen unter dem Punkt Reinigung das wöchentliche Putzen von Glasscheiben und Schiebetüren. Dies reicht aber nicht wirklich aus. Die richtige Reinigung eines Leguan-Terrariums ist weit komplexer als man meinen könnte.

Zusätzlich zu diesen Arbeiten sollte man nämlich ein bis zweimal im Jahr eine umfassende Grundreinigung des Terrariums vorzunehmen. Das heißt nichts Geringeres, als das ganze Terrarium leerzuräumen. Wirklich alle Gegenstände müssen entfernt werden. Alle Äste, Pflanzen, Einrichtungsgegenstände sowie die Rückwand und der Bodengrund müssen raus.

Zu Beginn wird Leguan-Terrarium mit heißem Wasser und etwas Essigreiniger ausgewaschen. Dabei sollte man sehr genau arbeiten. Auf keinen Fall sollte man dabei schlampig vorgehen. Jeder kleinste Krümel muss ohne Rückstände entfernt werden. Damit ist aber nicht nur Bodengrund gemeint. Auch Klebereste dürfen keine übrig bleiben.

Nach dem Reinigen sollte man das Leguan-Terrarium vollständig abtrocknen lassen. Nun kann man es mit neuem Substrat befüllen und sich an die Einrichtung machen. Wenn auch die Technik wieder angebracht wurde und erfolgreich funktioniert, können die Bewohner auch schon zurück in ihre gewohnte Umgebung.

Regelmäßige Arbeiten:

Alleine mit der Komplettreinigung ist es in puncto Hygiene nicht getan. Jeden Tag sollte man den Kot im Terrarium entfernen. Hierfür eignet sich eine Substratschaufel, wie man sie vom Katzenklo kennt, besonders gut. Aber auch Küchenpapier ist eine Möglichkeit, die mit der Zeit aber auch ins Geld geht.

Weiterhin sollten die Futter- und Trinkschalen täglich mit heißem Wasser ausgespült werden. Auch Futtertiere bzw. deren übrig gebliebene Bestandteile müssen ebenso wie Hautreste entnommen werden. Am besten greift man hierfür auf eine Pinzette zurück.

Gut zu wissen:
Wer es wirklich ernst meint, sollte vor den Reinigungsarbeiten seine Hände und Werkzeuge desinfizieren. Die auf den Händen befindlichen Keime und Bakterien können für die Leguane nämlich durchaus gefährlich werden.

Im Alltag sollte man zudem Pinzetten, Futterzangen oder Scheren nicht in mehreren Terrarien gleichzeitig einsetzen. Wenn nur ein Set zur Verfügung steht, sollte man es vor der Verwendung im nächsten Terrarium gründlich desinfizieren.

Natürlich dürfen nicht gefressene Futtertiere oder deren Reste nicht in einem anderen Terrarium verfüttert werden. Schließlich möchte man ja die Ausbreitung von Keimen und Co. auf andere Terrarien ausschließen.

Leguan-Terrarium ordnungsgemäß desinfizieren:

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Befinden sich im Terrarium Parasiten oder andere Schädlinge reicht eine bloße Reinigung nicht aus. Die Erreger müssen wirklich unschädlich gemacht werden. Dies gelingt durch eine korrekt durchgeführte Desinfektion. Dafür kann auf chemische Mittel oder physikalische Maßnahmen setzen.

Konkret bedeutet dies das Erhitzen von Gegenständen im Backofen, der Einsatz eines Dampfreinigers oder die Anwendung von Alkohol- oder Chlorhaltigen Desinfektionsmitteln. Welche Variante man wann einsetzt, veranschaulicht die folgende Tabelle:

Schädling:Desinfektion:Tipps:
Bakterien:Desinfektion nicht zwingend notwendig. Komplettreinigung des Terrariums + Austausch Bodengrund
Viren:Alkoholhaltige Desinfektionsmittel Komplettreinigung des Terrariums + Austausch Bodengrund
Einzeller:Backofen oder Dampfreiniger Komplettreinigung des Terrariums + Austausch Bodengrund

Achtung, aufgepasst:

Allerdings sind diese Methoden nicht immer ausreichend. Besteht das Terrarium aus Holz können die Schädlinge nicht immer vollends unschädlich gemacht werden. Auch Rückwände aus Kork stellen ein großes Problem dar.

Gerade bei sehr resistenten Parasiten sollte über ein neues Terrarium oder eine neue Rückwand nachgedacht werden. Auch die Versieglung der besagten Oberflächen mit Fliesenkleber oder Epoxidharz sind nicht immer erfolgversprechend.

Häufige Fehler bei der Desinfektion des Terrariums:

Wer zum Dampfreiniger oder auch zum Backofen greift, muss sicherstellen, dass auch die nötige Temperatur erreicht wird. Zudem sollte die Zeitspanne stimmen. Für den Backofen bedeutet das 100 Grad Celsius über einen Zeitraum von 60 bis 90 Minuten.

Der Dampfstrahler muss wirklich jeden Zentimeter bearbeiten und man darf dabei nicht zu schnell vorgehen. Häufig dauert diese Prozedur mehrere Stunden. Wer hingegen das Leguan-Terrarium nur aus einem halben Meter Distanz halbherzig abstrahlt, tut sich und seinen Tieren keinen Gefallen.

Zudem sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass Hitze schnell zu Schäden an Glasterrarien oder deren Einrichtungsgegenständen führen kann. Prinzipiell ist es aber eh empfehlenswert Äste, Pflanzen und andere Dinge neu zukaufen.

Auch bei der Anwendung von Desinfektionsmitteln kann man eine ganze Menge an Fehlern machen. Vor dem Einsatz sollten alle Fläche trocken sein, damit es zu keiner Verdünnung der Mittel kommt.

Weiterhin sollte man vor dem Einsatz die Anleitung gründlich studieren. So müssen zum Beispiel die Einwirkzeiten zwingend eingehalten werden. Ansonsten kann die Wirkung nicht sichergestellt werden kann. Da viele im Fachhandel erwerbbare Mittel sehr schwach dosiert sind, sollte man hier keine Experimente wagen.

Nach der Verwendung von chemischen Desinfektionsmitteln im Leguan-Terrarium, sollte man dieses gründlich mit Wasser auswaschen. Es schadet auch nicht, wenn man das Terrarium mehrere Tage auslüften lässt. Ganz zum Schluss wollen wir noch darauf hinweisen, dass man ausreichende Vorsichtsmaßnahmen treffen sollte, wenn man mit solchen Chemikalien arbeitet.

Gut zu wissen:
Erst nach einer ausreichend langen Quarantäne-Zeit kann der Leguan wieder in sein altes Terrarium einziehen. Es sollte zudem sichergestellt werden, dass die Echse gesund ist und unter keinen Schädlingen mehr leidet. Ansonsten kann man die gesamte Prozedur wieder von vorne starten.