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Wer viel Platz für ein Terrarium zur Verfügung hat, sollte sich definitiv einmal näher mit dem schwarzen Leguan auseinandersetzen. Die aus Mittelamerika stammende Leguan-Art wird bis zu 150 cm groß und erreicht damit eine beeindruckende Größe. Die Haltung ist anspruchsvoll und aufgrund dessen sollten sich nur Fortgeschrittene und echte Profis an die Pflege wagen.

Was man über den gemeinen Schwarzleguan in puncto Terraristik wirklich wissen muss, wie sich diese Tiere in der freien Natur verhalten und noch eine Menge mehr an spannenden Informationen verraten wir dir in diesem Ratgeber. Lesen lohnt sich also, so viel sei schon mal versprochen!

Schwarzer Leguan Steckbrief:

Für den ersten Überblick haben wir eine kleine Tabelle mit den wichtigsten Fakten rund um diese große Leguan-Art erstellt:

Namen:Gemeiner Schwarzleguan & schwarzer Leguan
Aussehen:Die Männchen sind größer, kräftiger und haben einen Rückenkamm. Wellenförmige, breite Querstreifen.
Größe:Max. 150 cm Gesamtlänge bei einer Kopf-Rumpf-Länge von 55 cm.
Gewicht:Ca. 2 Kilogramm
Verbreitung:Mittelamerika & kolumbianische Karibikinseln
Alter:max. 60 Jahre
Lebensweise:Tagaktives Tier, das am Boden- und auf Felsen anzutreffen ist.
Ernährung:Als Jungtier Futterinsekten, später Blätter, Blüten, Kräuter, Gemüse & Keimfutter.
Geschlechtsreife:Nach 3 bis 4 Jahren.
Fortpflanzung:Gelege mit 2 bis 25 Eier.
Artenschutz:nein
Haltung:Einzeln, paarweise oder in einer Gruppe mit einem Männchen.
Terrarientyp:Trockenterrarium mit UV-Bestrahlung.
Schwierigkeitsgrad:Fortgeschrittene & echte Profis.
Besonderheiten:4-wöchige Winterruhe, graben Erdhöhlen als Versteck & klettern gerne.

Merkmale & Aussehen:

Leguane dieser Art erreichen ein stattliches Gewicht von 3 Kilogramm bei einer durchschnittlichen Körperlänge von 130 cm. Dabei entfallen etwa 2/3 auf den Schwanz und der Rest auf Kopf und Rumpf. Der Schwanz des gemeinen Schwarzleguans ist von oben nach unten abgeplattet und zudem zylindrisch. Schnell stechen die auffallenden Wirtel der abstehenden Dornen ins Auge.

Dabei sind hier die ersten 10 Dornquirle gegeneinander abgesetzt durch ein oder zwei Reihen an kleinerer, glatter Schuppen. Manchmal fehlen dieses aber völlig. Bei den männlichen Tieren ist vor allem ein Kam aus vergrößerten Schuppen entlang der Mittellinie des Rumpfes besonders stark ausgeprägt. Egal ob Männlein oder Weiblein, die adulten Exemplare sind grau, gelblich oder auch hellbraun gefärbt.

Dabei ist die Oberseite durch 4 bis 6 dunkle Querbänder gekennzeichnet, die etwas undeutlich begrenzt sind. Allerdings sind diese oft entlang der Mittellinie durch Zwischenräume voneinander getrennt. In der Regel sind diese gelb oder auch weiß eingefärbt. Auch die Extremitäten tragen bei genauerem hinsehen dunkle Querbänder.

Zudem erkennt man hier noch rote und gelbe Punkte oder auch Flecken. Selbst der Schwanz ist bei dieser Leguan-Art hell und dunkel gebändert. Werden die Tiere älter, kann die Zeichnung undeutlicher werden. Häufig wird der gesamte Vorderkörper gänzlich schwarz.

Jungtiere sind hingegen oft knallig grün gefärbt. Aber aufgepasst: Beim Schlupf haben sie recht häufig ein eher hellbraunes Schuppenkleid. Allerdings dauert es nicht allzu lange bis sie sich dann in einen grünen Ton umfärben. Man braucht sich also nicht von der hellbraunen mit dunklen Netzzeichnungen verzierten Färbung verwirren zu lassen.

Verbreitung des gemeinen Schwarzleguans:

Diese Leguan-Art ist in Mittelamerika beheimatet. Dort findet man die Tiere vom südlichen Mexiko bis hin zu Panama. Wer möchte, kann seinen Costa Rica Urlaub, um eine Leguan-Safari erweitern. Dabei trifft man nicht nur diese Art häufig an, sondern auch den hierzulande sehr bekannten grünen Leguan.

Die in Costa Rica beheimateten Leguane gelten als sehr zutraulich und sind daher häufig in der Nähe von Städten und Dörfern anzutreffen. Es bedarf also nicht allzu viel Zeit, um ein Tier zu erspähen. Aber nicht nur auf dem Festland findet man diese Echsen. So leben sie weiterhin auch auf den kolumbianischen Karibikinseln Providencia und San Andres.

Lebensweise:

Der gemeine Schwarzleguan gilt als tagaktive Echse, die sich hauptsächlich am Boden fortbewegt. Allerdings klettern die Tiere auch sehr gerne. Aufgrunddessen trifft man sie oft auch Bäumen in lichten Wäldern. Aber auch auf Felshängen kann man sie erspähen. Dort lieben sie das ausgiebige Tanken der Sonnenstrahlen.

In Mittelamerika muss man aber nicht lange nach den Tieren Ausschau halten. Relativ oft leben sie sehr nahe an den menschlichen Wohnorten und betteln teils um Fressen. Zudem verlässt ein erwachsener schwarzer Leguan nur ungern seinen angestammten Standort. Er entfernt sich also nie all zu weit von seinem Lieblingsort.

Charakteristisch für diese Art ist das Graben von Erdhöhlen. Allerdings bekommt man nur dann die Möglichkeit diese Tunnel live zu bestaunen, wenn es den Tieren an Versteckmöglichkeiten mangelt. Meist ist dieser aber nicht der Fall. Da diese Echsen sehr gut klettern können, fressen sie auch Vogeleier direkt aus dem Nest. Selbst kleine Vögel verzehren die Tiere ab und an.

Schwarzer Leguan Haltung:

Der gemeine Schwarzleguan kann einzeln oder paarweise gehalten werden. Aufgrund der Größe kann man das Tier Einsteigern absolut nicht empfehlen. Man sollte einerseits über ausreichend Platz verfügen und andererseits einiges an Know-how besitzen.

Zudem sollte man sich im Klaren darüber sein, dass die Haltung solch großer Leguane mehr Zeit und Geld benötigt. Außerdem hält diese Leguan-Art eine 4 Wochen andauernde Winterruhe bei etwa 18 Grad Celsius.

Terrarium:

Wer ein Paar gemeine Schwarzleguane halten möchte, braucht ein Terrarium mit der Mindestgröße 180 × 200 × 180 cm. Gerne darf das Terrarium aber auch deutlich größer ausfallen. Die Devise lautet hier ganz klar: umso größer, umso besser.

Da diese Leguane das Graben lieben, sollte man als Bodengrund auf ein Erde-Lehm-Gemisch mit einer Höhe von 40 cm setzen. Damit sich die Tiere verstecken können, sollte man für ausreichend Äste, Steine und Baumstämme im Terrarium sorgen. Wer möchte, darf gerne eine Felsrückwand mit Spalten installieren. Auch stehend und liegende Korkröhren eignen sich als Versteck oder Klettermöglichkeit.

Wichtig ist in puncto Einrichtung, dass alles gut verankert ist. Da die Tiere gerne graben, droht nämlich schnell Einsturzgefahr und diese gilt es zu vermeiden. Ebenso sollte man die Trinkschale nicht vergessen. Schwarze Leguane brauchen eine Trinkmöglichkeit im Terrarium.

Futter:

Die Jungtiere bekommen mehr tierische Nahrung als die adulten schwarzen Leguane. Gute Erfahrungen haben wir mit Grillen, Heimchen sowie Wiesenplankton gemacht. Aber auch Obst, Gemüse, Kräuter und Salate dürfen nicht auf der Futterliste fehlen. Lediglich mit dem Obst sollte man es nicht übertreiben. Wer möchte, kann auch ab und an nestjunge Mäuse oder andere junge Säuger verfüttern.

Zucht:

Die Zucht von schwarzen Leguanen ist nicht ganz so einfach. Schließlich werden die Tiere erst nach 3 oder gar 4 Jahren geschlechtsreif. Nach dem Paarungsakt dauert es rund 40 bis 45 Tage bis das Weibchen ein Gelege gräbt und darin 2 bis 25 Eier legt. Nun dauert es etwa 3 bis 4 Monate bis schließlich die Jungtiere schlüpfen.

Kaufen:

Wer schwarze Leguane kaufen möchte, solle bei der Anschaffung auf ein paar grundlegende Aspekte achten. Welche das genau sind, erfährst du nun:

  • Wohlgenährt
  • Klare, leuchtende Augen
  • Keine Verletzungen oder Abschürfungen
  • Kräftige Schwanzwurzel
  • Saubere Kloake
  • Nicht verschleimter Maulinnenraum
Es gibt auch ein paar Merkmale, wo man lieber vom Kauf absehen sollte: Hypernervöses Verhalten, Außen- & Innenparasiten, apathisches Verhalten, verkrustete, entzündete oder eingefallene Augen, Deformationen aller Art, steife Gelenke oder Gliedmaßen, abgemagertes Äußeres sowie Schwellungen unter der Haut oder im Kieferbereich.

FAQ zum Abschluss:

FAQ

Der gemeine Schwarzleguan scheint viele unserer Leser zu faszinieren. So erreichen uns regelmäßig spannende Fragen rund um die aus Mittelamerika stammende Echse. Daher haben wir uns dazu entschlossen, hier ein kleines FAQ ins Leben zu rufen. So bekommt nicht nur der Fragende, sondern auch du eine Menge an zusätzlichen Informationen.

Wie teuer sind schwarze Leguane?

Diese Leguan-Art kann man in Deutschland nicht so einfach erwerben. Daher vergeht doch einiges an Zeit, um einen potenziellen Händler oder Züchter aufzuspüren. Zudem sind die Tiere relativ teuer. Teilweise werden Preise von weit über 100 Euro aufgerufen.

Wie groß wird der gemeine Schwarzleguan?

In der Regel erreichen die Tiere eine Größe von etwa 120 bis 130 cm. Ab und an werden die Leguane aber auch bis zu 150 cm groß, wobei der Schwanz 2/3 der Gesamtlänge ausmacht. Wer die Haltung diese Leguan-Art in den eigenen vier Wänden plant, braucht also eine ganze Menge an Platz.

Welche natürlichen Fressfeinde hat der schwarze Leguan?

In der freien Wildbahn muss sich der gemeine Schwarzleguan vor Schlangen, Skunks, Waschbären und Greifvögeln in Acht nehmen. Handelt es sich noch um Jungtiere müssen diese zusätzlich aufpassen, um nicht von anderen Echsenarten und Hauskatzen attackiert zu werden.

Sogar der Mensch ist ein Feind des schwarzen Leguans. Dem Fleisch wird nämlich eine potenzsteigernde Wirkung nachgesagt. Zudem gelten die Eier als Delikatesse. Zum Glück gilt die Art aber nicht als bedroht. Die IUC stuft sie nämlich nicht als gefährdet ein.

Welche Unterarten gibt es?

In der gängigen Fachliteratur werden 2 Unterarten beschrieben. So existieren noch der Ctenosaura similis similis (Gray 1831) und der Ctenosaura similis multipunctata (Barbour & Shreve 1934). Über beide Arten gibt es aber nur wenige Informationen. Dies gilt auch für die Haltung im Terrarium.

Ist der schwarze Leguan gefährlich?

Nein. Es handelt sich hier weder um gefährliche, streitlustige oder gar territoriale Tiere. In ihrem Heimatland sind sie gegenüber Touristen sogar regelrecht zutraulich. Dort betteln sie nämlich sehr häufig um Essbares.