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Die scheuen Echsen bewohnen Abschnitte des tropischen Regenwalds in Mittelamerika. Häufig trifft man sie in der Nähe von Gewässern an. Ab und an findet man die scheuen Echsen auch in der Nähe von Häusern und Feldern. In Florida wurden sie sogar eingeschleppt und können sich bis heute in diesem Areal behaupten.

Dies hat auch maßgeblich zur Bekanntheit der Tiere in den Vereinigten Staaten beigetragen. Inzwischen handelt es sich dort um beliebte Terrarientiere. In Deutschland hingegen sind die Echsen eher unbekannt. Allerdings gibt es eine kleine Gruppe begeisterter Halter und es kommen auch stetig neue hinzu.

Was man über die Verbreitung, das Aussehen und die Lebensweise wissen sollte, verraten wir dir in diesem umfangreichen Guide. Außerdem behandeln wir die Haltung mit all ihren Facetten. Egal ob Terrarium, Klimagestaltung, Futter, Zucht oder den Erwerb der Tiere. Das Lesen lohnt sich also auf alle Fälle. So viel sei schon mal versprochen!

Streifenbasilisk-Steckbrief:

Den Beginn dieses Artikels macht die obligatorische Tabelle mit den wichtigsten Daten zu dieser sehr interessanten Echsenart. So kannst du dir innerhalb weniger Sekunden einen Überblick über die wichtigsten Fakten verschaffen.

Aussehen:Hellbraune bis graubraune Tiere mit 2 Streifen auf dem Rücken. Zusätzlich befinden sich an der Oberseite Querbänder. Der Bauch ist hell. Die Tiere verfügen über einen Kamm am Hinterkopf und Nacken.
Größe:Gesamtlänge von 75 cm bei einer Schwanzlänge von ca. 50 cm.
Lebenserwartung:Bis zu 10 Jahre
Verbreitung:Mittelamerika & Florida
Lebensweise:Tagaktive Tiere, die meist am Boden leben. Sie können aber auch klettern. Sie leben gerne in der Nähe von Gewässern.
Geschlechtsreife:Nach 6 bis 12 Monaten
Fortpflanzung:Die Weibchen legen 3 bis 12 Eier in eine selbst gegrabene Erdhöhle. Nach etwa 60 Tagen schlüpfen die Jungtiere.
Ernährung:Allesfresser mit starken Fokus auf Insekten.
Artenschutz:Nicht gefährdet
Haltung:Paarweise oder in einer Gruppe mit einem Männchen.
Terrarientyp:Regenwaldterrarium mit UV-Bestrahlung.
Schwierigkeitsgrad:Motivierte Einsteiger
Besonderheiten:Kann schwimmen, tauchen, klettern & übers Wasser laufen.

Merkmale & Aussehen:

Diese Echsen sind bis zu 75 cm lang, wobei der Schwanz etwa 50 cm ausmacht. In der Regel bleiben die weiblichen Tiere etwas kleiner. Daher variieren die Größen der ausgewachsenen Tiere etwas. Namensgebend für diese Echsen aus der Familie der Leguanartigen sind die 2 Streifen auf dem Rücken. Bei genauerer Betrachtung fällt dabei auf, dass sie bis zum Schwanz reichen. Zusätzlich befinden sich am Körper diverse Querbänder.

Der Bauch ist hell gefärbt. Die Oberseite hingegen ist meist hellbraun bis graubraun. Im Bereich des Hinterkopfes und Nacken sieht man noch einen Rückenkamm. Dieser ist aber eher eine niedrige, gezähnte Hautleiste. Der Kopf ist ausgesprochen groß im Verhältnis zum Körper und setzt sich damit auch deutlich vom Hals ab.

Die von Fachleuten als Basiliscus vittatus bezeichnete Echsenart kann bis zu 10 Km/h schnell laufen. Möglich machen dies die Hinterbeine. Sie sind stärker ausgebildet als die vorderen Beine. Streifenbasilisken werden weder in Gefangenschaft, noch in der freien Natur älter als 10 Jahre. Zudem handelt es sich um eine monotypische Art, es gibt also keine Unterarten.

Gut zu wissen:
Streifenbasilisken können bis zu 10 Km/h schnell laufen. Außerdem können sie auch schwimmen, tauchen und klettern. Des Weiteren werden sie in ihrer Heimat als Jesus-Christus-Echsen bezeichnet, da sie auf den Hinterbeinen kurze Strecken über das Wasser zurücklegen können.

Verbreitung & natürlicher Lebensraum:

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Die natürliche Heimat erstreckt sich über große Teile Mittelamerikas. So trifft man die Jesus-Christus-Echsen im zentralen Mexiko bis hin zum nördlichen Südamerika an. Außerdem wurden sie in Florida eingeschleppt und können sich dort bis heute als einzige Basilisken-Art behaupten.

Möchte man Streifenbasilisken in der freien Natur antreffen, sollte man sich in der Nähe von Gewässern auf die Lauer legen. Häufig sieht man die Tiere dort schwimmen oder tauchen. Gerade feuchte Regenwälder und bewaldete Flussläufe sind damit das bevorzugte Habitat. Aber auch andere Bereiche des subtropischen und tropischen Regenwalds dienen als Heimat.

Gut zu wissen:
Die Art ist in Mittelamerika weit verbreitet und hat eine große Population erreicht. Zudem werden die Echsen als sehr anpassungsfähig beschrieben. Laut einer Studie aus dem Jahr 2016 gelten die Tiere als nicht gefährdet. Dementsprechend ist auch der internationale Handel unter CITES nicht geregelt.

Lebensweise:

Die Tiere leben hauptsächlich am Boden. Allerdings können sie auch gut schwimmen, tauchen und klettern. Daher halten sie sich auch gerne auf Felsen, Sträuchern und niedrigen Bäumen auf. Gerade nachts trifft man sie häufig auf Bäumen an, wo sie ihre Nachtruhe abhalten. Charakteristisch für diese Echsen ist das Leben in losen Gruppen oder gar als reine Einzelgänger. Häufig treffen die Streifenbasilisken erst wieder zur Paarung aufeinander.

Sobald sich die Tiere bedroht fühlen können sie sich in Windeseile davon stehlen. Gelingt dies einmal nicht, können sie mithilfe ihres Schwanzes auch schmerzhafte Hiebe austeilen. Allerdings genügt dies nicht immer, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Gerade junge Streifenbasilisken fallen recht of Schlangen zum Opfer.

Wenn die Tiere Hunger bekommen, sind sie sowohl auf der Suche nach pflanzlicher als auch fleischhaltiger Nahrung. Gerne fressen sie Insekten, Larven und Gliederfüßer in passender Größe. Aber auch Schnecken, Fische und Lurche stehen auf dem Speiseplan. Ab und an fressen die Basilisken auch Beeren und Früchte. Sie machen aber eher einen kleinen Teil der Ernährung aus.

Gut zu wissen:
Wie bei vielen anderen Echsenarten auch, gibt es bei Streifenbasilisken keinerlei Brutpflege. Während der Inkubationszeit und natürlich auch danach sind die kleinen Tiere auf sich gestellt.

Streifenbasilisk-Haltung:

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Über die Haltung von Streifenbasilisken findet man nur wenige Informationen im Netz oder auch in Büchern. Dieser Tatsache ist es zu verdanken, dass wir sehr detailliert auf Streifenbasilisken als Haustiere in diesem Beitrag eingehen. Die Echsen eignen sich für Einsteiger mit großer Motivation. Schließlich ist die Informationsbeschaffung eher schwerlich. Machbar ist die Haltung, aber mit verhältnismäßig geringe Aufwand.

Terrarium:

Als Unterbringung für ein Paar empfiehlt sich ein Regenwaldterrarium mit den Maßen 180 × 100 × 200 cm. Empfehlenswert ist hierbei ein 30 bis 60 cm großes Wasserbecken, damit die Echsen ausgiebig baden können. Da auch das Klettern für die Tiere und deren Stimmung von großer Bedeutung ist, braucht es ein paar armdicke, senk- und waagrecht aufgestellte Kletteräste.

Das Bodensubstrat sollte 5 bis 10 cm hoch sein und genügend Feuchtigkeit speichern, damit es immer leicht feucht ist. Kletteräste alleine reichen natürlich nicht als Einrichtung. So brauchen die Tiere als Verstecke auch robuste Pflanzen, wie Bromelien oder auch Farne. Außerdem bieten sich auch Tonröhren an.

Wer das Streifenbasilisken-Terrarium aufhübschen möchte, sollte einen Wasserfall installieren. Dieser ist nicht nur ein Augenschmaus, sondern sorgt zusätzlich noch für die passende Luftfeuchtigkeit. Natürlich nur in Kombination mit einer Beregnungsanlage. Die Beleuchtung sollte mindestens 12, besser jedoch 14 Stunden am Tag laufen. Eine UV-Lampe ist natürlich unverzichtbar.

Klimagestaltung:

Am Tage sollte sich die Lufttemperatur in einem Bereich von 25 bis 30 Grad Celsius bewegen. Nachts hingegen reichen 20 bis 22 Grad Celsius vollkommen aus. An der Sonneninsel dürfen Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius herrschen. Das Wasserbecken sollte angenehm warm für die Tiere temperiert sein. 25 Grad Celsius ist ein guter Wert. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 70 und 90 Prozent betragen.

Futter:

Eine ausgewogene Ernährung ist hier das A & O. Empfehlenswert sind als Futterinsekten Grillen, Heuschrecken, Wachsmotten, Zophobas, Larven, Süßwasserfische und junge Mäuse. Zusätzlich sollte man 2 oder auch 3 mal in der Woche Obst und Gemüse verfüttern. Gerade Früchte und Beeren werden gerne angenommen. Aber auch Kopfsalat oder Feldsalat schaden nicht. Das Gleiche gilt für Mineralstoff- und Vitaminpräparate.

Zucht:

Die Tiere werden meist nach 6, aber spätestens nach 12 Monaten geschlechtsreif. Die Paarungssaison geht dabei über die gesamte Regenzeit. Das bedeutet also Mai bis September. In der Regel legt das Weibchen 3 bis 10 Eier in eine feuchtwarme Bruthöhle. Diese befinden sich immer in der Nähe von Gewässern. Nach etwa 58 bis 65 Tagen schlüpfen dann die Jungtiere.

In der Terrarienhaltung ist es häufig so, dass die Tiere sich das ganze Jahr über fortpflanzen können. Möchte man die Streifenbasilisken erfolgreich züchten benötigt man eine feuchtwarme und etwa 25 cm tiefe Stelle am Boden. Hat man die Eier erfolgreich ausgegraben, müssen sie bei einer Bruttemperatur von 25 °C – 30 °C in den Inkubator. Sind die Tiere dann geschlüpft, sind sie kaum länger als 10 cm.

Als Futter für die ersten Tage und Wochen empfehlen sich kleine Insekten. Zusätzlich sollte man nicht mit den Mineralstoff- und Vitaminpräparaten geizen. Rachitis sollen die kleinen Streifenbasilisken nämlich nicht bekommen. Etwa nach 5 Monaten sollte man die Tiere dann in kleinere Gruppen trennen. Ansonsten kommt es häufig zu Revierkämpfen.

Kaufen:

Wer einen Streifenbasilisken kaufen möchte, muss oft längere Fahrtstrecken zu Zoofachgeschäften oder Züchtern in Kauf nehmen. Ab und an werden die Tiere auch zu recht hohen Preisen angeboten. In der Regel bewegen sich die Preise für Jungtiere aber in einem moderaten Bereich von 40 bis 50 Euro.

Beim Erwerb sollte man die Echsen gründlich begutachten. Dabei spielen viele Punkte eine entscheidende Rolle. Wer hier nicht gut aufpasst, läuft ansonsten nämlich Gefahr einen Fehlkauf zu tätigen. Worauf es wirklich ankommt, erfährst du nun:

  • Wohlgenährt
  • Klare, leuchtende Augen
  • Keine Verletzungen
  • Kräftige Schwanzwurzel
  • Saubere Kloake
  • Nicht verschleimter Maulinnenraum
Es gibt auch ein paar Merkmale, wo man lieber vom Kauf absehen sollte: Hypernervöses Verhalten, Außen- & Innenparasiten, apathisches Verhalten, verkrustete, entzündete oder eingefallene Augen, Deformationen aller Art, steife Gelenke oder Gliedmaßen, abgemagertes Äußeres sowie Schwellungen unter der Haut oder im Kieferbereich.

Unser FAQ zum Abschluss:

FAQ

Streifenbasilisken sind in den USA beliebte Terrarienbewohner. Auch in Deutschland gibt es eine kleine Fangemeinde. Daher bekommen wir alle paar Monate ein paar Fragen zu den Echsen gestellt. Dies hat uns schließlich dazu veranlasst, den Artikel um ein FAQ zu erweitern.

Kann man Streifenbasilisken in Zoos besichtigen?

Über 30 verschiedene Tierparks zeigen die unauffälligen Streifenbasilisken in ihren Terrarien. Davon befinden sich einige Institutionen im deutschsprachigen Raum. Im Vergleich zum Stirnlappenbasilisken findet man aber nur relativ wenige Tiere in europäischen Zoos. Vermutlich liegt dies an der unauffälligen Erscheinung der Echsen.

Welche Folgen hat die Einschleppung von Streifenbasilisken in Florida?

Die Tiere sind dort zwar gebietsfremd und breiten sich weiterhin aus, allerdings hat man bis heute noch nicht von unerwünschten Auswirkungen auf andere Arten, Biotope oder gar den Menschen berichtet. Allerdings treten die Echsen in Konkurrenz um Lebensraum und Ressourcen zu den einheimischen Tierarten. Negative Berichte findet man aber keine.

Wann wurden die Streifenbasilisken zum ersten Mal beschrieben?

Es war im Jahre 1828, wo sich der Braunschweiger Zoologe Arend Friedrich August Wiegmann die Mühe machte und die Art umfassend beschrieb. Interessant ist dabei, dass es keine bekannten Unterarten gibt.