Leguan-Terrarium

Das künftige Haustier soll sich wohl in seinem neuen Domizil fühlen. Dafür benötigt man ein Leguan-Terrarium mit der richtigen Größe, Einrichtung und vor allem der korrekt installierten und montierten Technik. Es handelt sich hier also um kein Thema, das man in wenigen Zeilen erklärt hat. Daher muss man etwas Zeit einplanen.

Zudem sollte man sich vor Augen führen, dass ein fertiges Terrarium inklusive der kompletten Technik schnell über 1000 Euro teuer sein kann. Man sollte aufgrund dieses Umstands über genügend finanzielle Mittel verfügen. Auch der spätere Betrieb verschlingt einiges an Stromkosten.

Gut zu wissen:
Die verschiedenen Leguan-Arten brauchen unterschiedliche klimatische Verhältnisse in ihrem Zuhause. Je nach Art benötigt man daher ein Waldterrarium, Regenwaldterrarium, Tropenwaldterrarium, Steppenterrarium, Wüstenterrarium oder gar ein Trockenterrarium. Zudem sollte man darauf achten, ob die Tiere Boden- oder Baumbewohner sind.

Größe & Art des Leguan-Terrariums:

Die gehaltene Leguan-Art entscheidet darüber, wie groß das Terrarium sein sollte. Auch die Art des Terrariums wird vom natürlichen Lebensraum des Tiers bestimmt. Im Folgenden findest du deshalb eine kurze Übersicht über die am liebsten gehaltenen Arten in Deutschland:

  • Grüner Leguan: Waldterrarium, 240 × 150 × 200 cm
  • Malchit-Stachelleguan: Regenwaldterrarium, 80 × 50 × 60 cm
  • Gebänderter Stachelleguan: Trockenterrarium, 120 × 60 × 60 cm
  • Blauschwanz Stachelleguan: Trockenterrarium, 100 × 60 × 60 cm
  • Halsbandleguan: Steppenterrarium, 120 × 60 × 60 cm
  • Mexikostachelleguan: Wüstenterrarium, 100 × 50 × 60 cm
  • Maskenleguan: Trockenterrarium, 80 × 50 × 40 cm
  • Glattkopfleguan: Trockenterrarium, 80 × 50 × 40 cm
  • Wüstenleguan: Trockenterrarium, 100 × 60 × 60 cm
  • Chuckwalla: Trockenterrarium, 160 × 60 × 60 cm
  • Leopardleguan: Trockenterrarium, 150 × 60 × 80 cm
  • Schwarzer Leguan: Trockenterrarium, 275 × 220 × 165
Die Größe des Terrariums ist elementar wichtig für das Wohlbefinden von Leguanen. Die angegebenen Maße stellen daher nicht das Maximum, sondern eher das Minimum dar. Gerne darf das spätere Leguan-Terrarium größer sein.

Ort der Aufstellung & wichtige Grundlagen:

Beim Standort des späteren Leguan-Terrariums kann man ein paar Fehler machen. So wird die Unterkunft häufig in einem Durchgangsbereich, wie einem Flur platziert. Empfehlenswert ist dies aber nicht. Grundsätzlich sollte man Terrarien nur in Räumen platzieren, wo wenig Durchgangsverkehr und Bewegung herrscht. Aber auch eine starke Zugluft können zum Problem werden.

Hat man einen passenden Raum gefunden, gilt es zu prüfen, ob das spätere Terrarium darin genügend Platz hat. Zusätzlich sollte man Stauraum für Futter, Technik und weiteres Zubehör einplanen. Zudem sollte auch ausreichend Raum für das Quarantäneterrarium zur Verfügung stehen.

Der Untergrund sollte geprüft werden:

Wichtig ist auch die Tragfähigkeit des Bodens zu prüfen. Ein Terrarium samt Einrichtung kann durchaus mehrere Hundert Kilogramm schwer werden. Der Boden und vor allem dessen Belag sollte die hohe punktuelle Gewichtsbelastung tragen können.

Außerdem sollte der Untergrund waagrecht sein. Natürlich kann man das Terrarium auch anderweitig austarieren, ein in der Waage befindlicher Boden macht aber vieles einfacher. Um den Bodenbelag zu schonen, kann man das Gestell auf Holzplatten stellen. Bei kleineren Terrarien bietet sich auch Styropor als Unterlage an.

Gut zu wissen:
Als Alternative zu einem Terrarium bietet es sich an, einen beheizten Kellerraum oder einen Wintergarten umzubauen. Hierin haben die Tiere deutlich mehr Freiraum und man kann wirklich tolle Kulissen bauen. Eine Überlegung ist dieser Schritt auf alle Fälle wert.

Selber bauen oder ein fertiges Modell kaufen?

Selber bauen oder kaufen?

Man kann ein Leguan-Terrarium selber bauen oder auch ein fertiges Modell kaufen. Wer selbst Hand anlegen möchte, kann dies mithilfe von OSB-Platten und etwas handwerklichem Geschick selbst tun. Dafür benötigt man natürlich noch Schrauben und einen guten Akkuschrauber. Auch Plexiglas und andere Materialien werden zum Bau noch benötigt.

Holz ist allerdings nicht die beste Wahl für Regenwald-, Tropenwald- und Waldterrarien. Hier sollte man aufgrund des vielen Wasser lieber auf Glasterrarien ausweichen. Auch Epoxidharz zum Versiegeln des Holzes ist eine Möglichkeit, um auf Glas zu verzichten. Wir raten in diesen Fällen aber von dieser Möglichkeit ab.

Fertige Holzterrarien:

Ein Leguan-Terrarium aus Holz bekommt man bereits für kleines Geld und zudem mit individuellen Maßen in diversen Online-Shops. Den Fertigkauf würden wir auch jederzeit, dem selber bauen vorziehen. So kann man sich gerade als Anfänger intensiv mit der Gestaltung und der Technik auseinandersetzen.

Glasterrarien für Leguane:

Alternativ zum Werkstoff Holz gibt es auch schöne Terrarien aus Glas. Diese kosten allerdings etwas mehr Geld. Dafür schauen sie sehr edel aus und lassen sich sehr einfach reinigen. Was einem besser gefällt muss man allerdings selbst entscheiden. Wir sind bei kleinen Leguan-Terrarien ein sehr großer Fan von Glas.

Gut zu wissen:
Als Alternative zum Werkstoff Holz kann man auch auf Hartschaumplatten zurückgreifen. Die unter dem Namen Forex bekannten Platten, werden seit einigen Jahren immer beliebter, um Terrarien selber zu bauen. Allerdings sind sie teurer als OSB-Platten. Dafür sind sie aber auch leichter und von Haus aus, absolut feuchtigkeitsresistent.

Worauf sollte man beim Terrarium achten?

Die Größe und das Material sind nicht alle Aspekte, die beim Kauf eines Leguan-Terrariums eine wichtige Rolle spielen. Gerade die Frischluftzufuhr ist weit wichtiger als die meisten Anfänger denken. Eine gute Be- und Entlüftung des Terrariums ist das A & O.

Als empfehlenswert gilt dabei, dass die Seitenwände etwa zu 10 % perforiert sein sollten. Die Abdeckung hingegen darf ruhig zu 30 % perforiert sein. Bei vielen Terrarien ist die Belüftung nicht optimal gelöst und so kann es schnell zu einem Luftstau im Inneren kommen. Ein Zu- und Abluftgitter ist daher äußerst wichtig für die Luftzirkulation.

Sicherheitshinweise für die Technik:

Aus Sicherheitsgründen sollte man die technische Ausrichtung nicht im Terrarium verbauen. Das gilt insbesondere auch für die Lampen. Ist dies aus technischen Gründen nicht umsetzbar, sollte man die Lampen hinter Schutzgittern verbauen. Auch eine Sichtblende ist dabei keine schlechte Wahl.

Alle Arten von Leitungen werden in Kabelkanälen verlegt. Einerseits, um alles sicherer zu gestalten, andererseits wegen der Optik. Beim Verkabeln der Elektrik oder Technik sollte man zudem die Anleitung gründlich studieren. Außerdem sollte man im Hinterkopf behalten, dass sich Wasser und Strom nicht vertragen. Des Weiteren schadet es nicht einen Fehlerstrom-Schutzstrahler, einen sogenannten FI-Schalter, zu installieren.

Gut zu wissen:
Ein Terrarium sollte niemals zu tief platziert werden. Ein Untergestell ist aufgrund dessen definitiv empfehlenswert. Ansonsten muss man sich bei Pflegearbeiten nämlich stark verrenken, was oft unweigerlich zu Rückenbeschwerden führt. Die Investition in einen Unterbau lohnt sich auf alle Fälle. Nicht zuletzt wegen des zusätzlichen Stauraums.

Welche Einrichtung braucht ein Leguan-Terrarium?

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Damit sich Leguane in ihrem künstlichen zu Hause wohlfühlen, muss man es artgerecht gestalten. Was dies überhaupt bedeutet und wie man es umsetzt, verraten wir dir im Folgenden. Zusätzlich solltest du dich aber intensiv mit der benötigten Art des Leguan-Terrariums auseinandersetzen.

Licht & Wärme gehören zusammen:

Licht ist für Leguane sehr wichtig. Nur so werden die Sonnenanbeter tagsüber richtig aktiv. Außerdem verbinden die Echsen die benötigte Temperatur mit der Sonnenstrahlung. Das bedeutet nichts anderes, dass die Tiere auf einem von beiden Reizen allein, kaum bis gar nicht reagieren.

Grundbeleuchtung:

Daher braucht man als Leguanhalter in seinem Terrarium eine ganze Menge an verschiedenen Lampen. Um die nötige Grundbeleuchtung herzustellen, empfehlen sich Leuchtstofflampen. Sie sind günstig und benötigen wenig Strom. Zudem sorgen sie für ausreichend Licht für alle im Leguan-Terrarium befindlichen Pflanzen.

Wärmebeleuchtung:

Zusätzlich benötigt man noch Reflektorlampen. Sie dienen als Licht und Wärmequellen in einem. Meist werden sie gezielt auf die Sonnenplätze gerichtet, um dort die benötigte Temperatur zu erzielen. Wichtig zu wissen ist noch, dass man im Strahlungsareal dieser Lampen keine Pflanzen aufzustellen braucht. Sie würden innerhalb kürzester Zeit verbrennen.

UV-Beleuchtung:

Im Licht der Sonne sind sogenannte ultraviolette Strahlen enthalten. Sie sorgen für die Stimulierung der lebensnotwendigen Abläufe im Körper. Daher darf eine ausreichende UV-Bestrahlung im Leguan-Terrarium keinesfalls fehlen. Je nach Intensität sollte diese über wenige Stunden oder ganztags betrieben werden. Wer will, kann auch ein Kombigerät aus UV-Strahler und Wärmelampe einsetzen.

Deko & Kletterelemente:

Leguane brauchen im Inneren ihres Zuhauses natürlich auch Kletteräste oder Steinkulissen. Diese sollten so angebracht werden, dass sie nicht verrutschen oder gar umkippen können. Auch eine sogenannte Strukturrückwand hat sich als gute Möglichkeit erwiesen, um für weitere Kletter-, Versteck und Ruhemöglichkeiten zu sorgen.

Um dem Leguan-Terrarium den letzten Feinschliff zu verpassen, kann man noch Deko-Gegenstände im Inneren platzieren. Je nach Geschmack kann man sich hier austoben. Dabei ist darauf zu achten, dass man mithilfe von Steinen, Felsen oder auch Pflanzen Rückzugsorte für alle Tiere bildet. Außerdem geht auch hier die Sicherheit vor und ein Umfallen oder Verrutschen wäre ungünstig.

Pflanzen:

Hieran scheiden sich die Geister. Manche Halter schwören auf echte Pflanzen. Viele andere hingegen setzen lediglich Kunstpflanzen ein. Zwar sorgen echte Pflanzen für ein besseres Klima und sicherlich auch für bessere Haltungsbedingungen, aber notwendig sind sie unserer Meinung nach nicht.

Welche Pflanzen sich eignen, kann man pauschal nicht beantworten. Einerseits benötigt jede Leguan-Art eine andere Bepflanzung und zudem gibt es sehr viele unterschiedliche klimatische Verhältnisse in den Terrarien. Auch der Faktor licht spielt eine große Rolle bei der Auswahl von Terrarienpflanzen.

Zubehör:

Um die klimatischen Verhältnisse überwachen zu können, braucht man ein Thermometer und ein Hygrometer. Weiterhin freuen sich Grüne Leguane über ein Wasserbecken. Wer solch eines im Leguan-Terrarium installiert, sollte dann aber die Drainageschicht und eine Wasserfilteranlage nicht vergessen.

Leguane, die in einem Trockenterrarium leben, brauchen eine feuchte Höhle für die Nacht und zur Ablage von Eiern. Weiterhin benötigt man im Regenwaldterrarium einen Ultraschall-Vernebler zur Simulation des Klimas. Das Bodensubstrat variiert je nach Art des Terrariums. Gegebenenfalls braucht man zusätzlich zur den Wärmelampen noch eine Heizung.

FAQ über das Leguan-Terrarium:

FAQ

Dieses Thema beschäftigt viele unserer Leser. Aufgrund dessen bekommen wir ab und an interessante Fragen via Mail. Die besten von ihnen haben wir ausgewählt, um sie im Folgenden samt Antwort aufzulisten. So bekommst du noch mehr Informationen rund um diesen spannenden Themenbereich.

Muss man ein Holzterrarium immer mit einer Schutzimprägnierung ausstatten?

Selbst im Trockenterrarium befindet sich Wasser. Sei es das im Napf befindliche oder das Versprühte zur Kontrolle der Luftfeuchtigkeit.

Daher sollte man auch in so einem Fall das Holzterrarium mit Imprägniermitteln behandeln. Dieses sollte aber auf alle Fälle frei von Schadstoffen sein und sich für Reptilien eignen.

Brauchen Leguane immer Näpfe mit Trinkwasser?

Nicht immer. Leguane, die in einem Waldterrarium leben trinken, meist aus dem Wasserbecken. Außerdem können sie die Tropfen (Tau) von den Blättern trinken. Ein Napf ist daher nicht zwingend notwendig, kann aber im Terrarium platziert werden.

Wann braucht man eine Heizung?

Eine Heizung wird immer dann fällig, wenn die Beleuchtung nicht ausreicht, um die Grundtemperatur sicherzustellen. Sollte dieser Fall sein, kann man auf eine Bodenheizung zurückgreifen.

Diese sollte allerdings nicht direkt unter Pflanzen installiert werden und dies auch nicht flächendeckend. Ein Viertel der Bodenfläche reicht meist vollkommen aus. Zum Schutz der Tiere sollte sich die Heizung unter einem Geflecht befinden. Schließlich könnten die Tiere sie ausgraben.

Wie groß sollte das Wasserbecken sein?

Die Bademöglichkeit sollte mindestens so groß gestaltet werden, dass selbst der größte Leguan der Gruppe noch mit dem kompletten Rumpf hineinpasst. Außerdem sollte man das Becken nicht auf das Bodensubstrat stellen, sondern lieber eingraben.

Woher weiß ich, wie stark die Reflektorlampen für den Sonnenplatz sein müssen?

Aufgrund der unterschiedlichen Wattstärken und Ausstrahlungswinkel ist es schwierig eine genaue Empfehlung auszusprechen. Am besten installiert man eine Lampe, die laut Produktbeschreibung gut passt und misst dann die Temperatur am Sonnenplatz.

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