Leguan-Verhalten

Als Halter sollte man die Leguansprache zu verstehen wissen. Es ist überaus wichtig zu wissen, was der Leguan mit seinem Verhalten ausdrücken möchte. Nur so kann man bei Bedarf richtig reagieren. Doch wie schaut das Drohverhalten der Tiere wirklich aus, welche Verhaltensmuster sind besorgniserregend und welches Verhalten sollte man erkennen und deuten können? All das und noch vieles mehr verraten wir dir in diesem Artikel.

Alle wichtigen Leguan-Verhaltensweisen erklärt:

Verhalten:Bedeutung:Erklärung:
KopfnickenDrohgeste / BalzritualDas ist mein Weibchen, Ast, Futter oder Revier.
FauchenDrohgesteAngreifer / Feinde in die Flucht schlagen.
SchwanzschlagenDrohgeste / SelbstverteidigungDefensive Verteidigungsform, die zu schweren Verletzungen führen kann.
BeißenSelbstverteidigungLetzte Verteidigungsstrategie gegenüber einem Angreifer.
ZüngelnPhysiologischer VorgangDas Jakobsonsche Organ wird eingesetzt.
Hecheln / GähnenPhysiologischer VorgangEr versucht die Körpertemperatur zu senken.
NiesenPhysiologischer VorgangRegelt den Wasser & Elektrolythaushalt
Augenschließen bei einer BerührungApathische AbwehrreaktionDas Tier stellt sich tot
Graben im feuchten SandPhysiologischer VorgangDer Leguan sucht Kühle oder Feuchtigkeit für die Haut. Eierlegende & trächtige Tiere versuchen ein Loch zur Eiablage zu buddeln.

Kopfnicken bei Leguanen:

Leguan-Kopfnicken

Es gibt wohl kaum eine Verhaltensweise, die bei Leguanen weiter verbreitet ist, als das typische Kopfnicken. Die Tiere bewegen sich nicht viel, aber diese Bewegung führen sie häufig aus. Hinter ihr stecken verschiedenste Botschaften. Interessant ist ebenfalls, dass Jungtiere anders nicken als adulte Leguane. Zudem wird beim Nicken noch der Kehllappen ausgestellt. Natürlich nur, wenn die Leguan-Art über einen solchen verfügt.

Erblickt man das Kopfnicken bei Leguanen zum ersten Mal, kann man durchaus an einen Wackel-Dackel erinnert werden. Ganz so spaßig ist das Verhalten bei den Tieren aber nicht. Je nach Ausführung kann es sich um eine Drohgeste oder ein Balzritual handeln. Dabei wird das Nicken sowohl von Weibchen als auch Männchen ausgeführt.

Außerdem nicken geschlechtsreife männliche Leguane um ein Vielfaches häufiger als Tiere. Vielleicht ist dies auch der Grund, warum deren Kopfnicken meist ausdrucksvoller erscheint. So bewegt sich der Kopf nicht nur nach oben oder unten, sondern auch zur Seite. Selbst der eigene Halter wird von vielen Tieren mit einem Kopfnicken bedacht.

Hinter diesem Leguan-Verhalten können viele Dinge stecken. Je nach Situation kann es sich um eine Drohgeste oder ein Balzritual handeln. Manche Leguane nicken aber auch ein Mal kurz, wenn sie sich einen Überblick über die Umgebung verschaffen. Man muss beim Deuten dieser Verhaltensweise immer die Gesamtumstände im Kopf haben.

Selbst Leguane fauchen:

Eine typische Abwehr- und Drohgeste bei Leguanen ist das Fauchen. Sobald sich die Tiere bedroht fühlen, fangen sie auch schon mit dieser Verhaltensweise an. Um das laute Geräusch erzeugen zu können, wird die Luft in die Lungen gezogen und unter Druck wieder herausgestoßen. Der bekannte Grüne Leguan stellt dabei noch seinen großen Kehllappen auf.

Schwanzschlagen bei Leguanen:

Das Schlagen mit dem Schwanz bei Leguanen ist eine Drohgeste. Das Tier zeigt an, das es sich massiv bedroht fühlt und jederzeit mit dem Angriff starten kann. Allerdings ist der Schwanz eine defensive Waffe und wird erst nach mehrmaligem Androhen eingesetzt. Zu Beginn wird der Schwanz langsam in Stellung gebracht. Das Tier holt sozusagen aus.

Bevor es zum ersten Schlag kommt, zuckt häufig die Schwanzspitze für den Bruchteil einer Sekunde. Nun kommt es auch schon zu einem Schlag, der dem einer Peitsche gleicht. Dafür wird der Schwanz leicht angehoben, noch kurz gezielt und dann kommt es auch schon zur Attacke.

So ein Schlag kommt meist unvermittelt und so schnell, dass man ihn gar nicht mehr richtig wahrnehmen kann. Dies ist auch der Sinn und Zweck der Sache. Gerade unerfahrene Halter erschrecken sich bei diesem Leguan-Verhalten. Da das Tier aber noch relativ klein ist, geht das Ganze meist glimpflich aus.

Wird das Schwanzschlagen von einem adulten Grünen Leguan, wie etwa einem 170 cm langen Exemplar ausgeführt, kann es zu großen Verletzungen kommen. Gerade Hunde oder Katzen sind hier besonders gefährdet. Nicht selten kommt es zu Knochenbrüchen. Diese Drohgeste oder Angriffsart darf man keineswegs unterschätzen. Auch Menschen können hierbei ordentlich verletzt werden.

Auch Leguane können beißen:

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Die letzte Form der Verteidigung bei Leguanen ist das Beißen. Hat das Wegrennen nicht funktioniert, die Drohgesten haben nicht den gewünschten Erfolg gebracht und der Kampf hat begonnen, dann beißen die Tiere auch zu. Allerdings erst, wenn sichergestellt ist, dass Hiebe mit dem Schwanz nichts bringen. Leguane kämpfen nämlich lieber mit Abstand zum Gegenüber.

Große Leguan-Arten können sich so fest im Fleisch verbeißen, dass es zu großen Verletzungen kommt. Der Versuch eines Bisses lässt sich meist daran erkennen, dass das Maul halb- oder gar ganz offen ist. Zudem befindet sich das Tier unübersehbar im Kampf-Modus und versucht auf Konfrontation zu gehen.

Ziel des Zubeißens ist nicht nur die Selbstverteidigung, sondern auch das Zufügen großer Schmerzen. So will das Tier sicherstellen, dass das Gegenüber vom Angriff ablässt und weitere in der Zukunft unterlässt. Letzteres wird von den gebissenen Haltern immer wieder sträflich unterschätzt. Die Keime aus dem Leguan-Maul können nämlich zu lang anhaltenden und schwierig zu behandelnden Entzündungen führen.

Nicht immer ist ein Biss bei Echsen eine Verteidigungsgeste. Bei der Paarung beißen männliche Tiere das Weibchen in den Nacken, um es bei der Paarung besser festhalten zu können. Außerdem kann sich das Weibchen so nicht vorzeitig befreien.

Hecheln oder Gähnen bei Leguanen:

Leguan züngelt

Leguane sind wechselwarme Tiere, die ihre Körpertemperatur nicht selbst steuern können. Daher sonnen sie sich gerne, um ihre Temperatur zu erhöhen. Gerade Leguane aus Trockengebieten können bis zu 50 Grad Celsius in der prallen Sonne aushalten. Dies gilt aber nicht für alle Arten. Daher hecheln oder auch gähnen Leguane, um die eigene Körpertemperatur zu senken.

Augenschließen bei Berührung durch Menschen:

Viele Halter streicheln ihre Echsen und sind der Meinung, dass sie den Reptilien damit etwas Gutes tun. Schließlich schließen diese bei den Streicheleinheiten die Augen und wirken damit tiefenentspannt. Dem ist aber nicht so. Es handelt sich bei diesem Leguan-Verhalten viel mehr um eine apathische Abwehrreaktion.

Für Leguane ist diese Form der Berührung durch Dritte nicht normal. Das Gegenteil ist der Fall. Die Leguane erleben nun großen Stress und fühlen sich in die Enge getrieben. Die Tiere sind aber friedfertig und reagieren daher meist mit dem Schließen der Augen. Sie stellen sich sozusagen tot.

Wer es aber übertreibt, kann die Leguane so weit bringen, dass sie einen attackieren. Zumindest am Anfang. Irgendwann hat sich das Tier weitestgehend an die Form der Zuneigung gewöhnt und bleibt ruhig. Aber auch dies ist noch lange kein Zeichen dafür, dass es sich hier um Kuscheltiere handelt.

Leguane sind in der freien Natur eher Beutetiere als Raubtiere. Berührungen durch Menschen sind für sie daher großer Stress. Sie schließen die Augen, um sich tot zu stellen. Oder einfach nach diesem Motto: Was ich nicht sehe, kann mir auch nichts anhaben. So oder so bitte streichle deinen Leguan nicht.

Leguane können niesen:

Viele wissen es gar nicht, aber Leguane können sogar niesen. Dabei kann es sich zwar um ein erstes Symptom einer Atemwegserkrankung handeln, aber meist ist dies nicht der Fall. Leguane niesen, um ihren Wasser- und Elektrolythaushalt zu regeln.

Die Leguane scheiden bei diesem Verhalten Absonderungen aus den Salzdrüsen aus. In der freien Natur landet der Ausstoß irgendwo in der Umgebung. Im Terrarium hingegen, hinterlässt er milchige Flecken auf dem Glas.