Möchte man sich einen Leguan anschaffen, steht man über kurz oder lang vor einer ganz bestimmten Frage. Nämlich ob es eine Nachzucht werden soll oder doch lieber ein echter Wildfang. Grundsätzlich gilt zwar, dass man Nachzuchten aus Deutschland den Vorzug geben sollte, aber auch Leguan-Wildfänge haben ihre Vorteile. Welche das sind und was für die beiden Kauf-Optionen spricht, verraten wir dir in diesem kleinen Artikel.

Leguan-Wildfänge:

Leguan-Wildfang

Noch immer werden hierzulande viele Grüne Leguane als Wildfang angeboten. Häufig ist der Preis zudem mehr als attraktiv. Daher erwerben viele Leute übereilt einen Wildfang. Dabei sind sie sich gar nicht darüber im Klaren, welche Nachteile man dabei in Kauf nehmen muss.

Dabei geht es im Folgenden gar nicht schwerpunktmäßig um die vielen gesetzlichen Stolpersteine, wie etwa die CITES-Quoten oder die Frage, ob der Kauf legal ist. Auch nicht um Tiere aus Schutzgebieten, die man gar nicht erwerben darf. Wir möchten viel mehr an die Moral appellieren.

So legen die Leguane einen langen Weg bis nach Deutschland zurück. Die mehrtägige Reise verläuft meist unter sehr schlechten Bedingungen. Die Tiere werden in Beuteln oder engen Schubfächern transportiert. Meist werden sie nicht gefüttert und bekommen auch nicht so zu trinken. Daher erreichen sie Deutschland geschwächt und in einem sehr schlechten Zustand.

In der Regel leiden die Leguan-Wildfänge unter Parasiten, haben mehrere Verletzungen und sind vollkommen dehydriert. Außerdem kann man das Alter nur schwer schätzen. Das Tier könnte noch relativ jung aber auch schon etwas älter sein. Dies sind aber noch lange nicht alle Probleme.

So kümmert der Artenschutz die Leguanfänger so gut wie gar nicht. So werden häufig Arten ohne CITES-Quoten importiert, die unter regulären Bedingungen niemals hätten nach Deutschland gebracht werden dürfen. Der Handel mit illegalen Leguan-Wildfängen boomt zwar nicht, ist aber mehr als existent.

Gut zu wissen:
Häufig werden illegal gefangene Leguane als offizielle Nachzuchten deklariert. So bekommen sie passende Papiere und können damit meist erfolgreich importiert werden. Dies ändert aber nichts an dem Umstand, dass diese Vorgehensweise gegen diverse Gesetze verstößt.

Daher sollte man bei dubiosen Händlern vom Kauf absehen. Dies gilt insbesondere, wenn um die genaue Herkunft ein großes Geheimnis gemacht wird. Gerade hier sollten die Alarmglocken schrillen.

Leguan-Nachzuchten:

Leguan-Nachzucht

Die meisten Leguane, die man hierzulande käuflich erwerben kann, sind Nachzuchten. Meist von Züchtern, Hobbyisten oder gar Zooläden mit Sitz in Deutschland. Sie alle haben vor allem einen Punkt gemeinsam: Die Leguane sind unter bekannten und nachprüfbaren Bedingungen gezüchtet worden. Daher man sich einen genauen Überblick über die Haltungsbedingungen und den Händler verschaffen.

Selbstverständlich sind auch die Elterntiere sowie das genaue Alter bekannt. Die meisten Tiere sind stabil und als gesund zu bezeichnen. Nicht zuletzt, da die meisten Händler die Tiere von fachkundigen Tierärzten untersuchen lassen. So wird der Kot auf Parasiten untersucht und erkrankte Tiere erfolgreich behandelt. Ein großer Vorteil gegenüber Leguan-Wildfängen.

Meist beraten die Anbieter Interessenten und Einsteiger ausführlich und können ihnen so bei der Entscheidung für eine Art helfen. Man sollte dabei aber nie vergessen, dass auch hier der Verkauf im Vordergrund steht. Worauf man beim Leguan kaufen achten sollte, erfährst du im verlinkten Artikel.

Gut zu wissen:
Ab und an werden noch sogenannte Farmzuchten angeboten. Die Leguane werden dort für den Export in andere Länder gezüchtet. Grüne Leguane stammen häufig von solchen Farmen aus Südamerika. In der Regel werden die Elterntiere illegal gefangen und später wird meist mit Nachzuchttieren gearbeitet.

Der Transport läuft dann ähnlich ab, wie bei Leguan-Wildfängen. Aufgrund dieser Tatsache kommt es zu den gleichen Problemen. Die Leguane erreichen Deutschland in einem schlechten Zustand und häufig mit Parasitenbefall. Ein großer Fan solcher Farmen sind wir nicht.

Unser Fazit:

Möchte man selten gehaltene Leguane im eigenen Terrarium bewundern können, gelingt dies oft nur mit echten Wildfängen. An das Unternehmen solch ein Tier zu kaufen, sollten sich allerdings nur erfahrene Halter wagen.

Schließlich braucht man für die Haltung der ausgefallenen Arten einiges an echter Erfahrung und eine ganze Menge Know-how. Nur wer über dieses verfügt, kann die Echsen erfolgreich vermehren und ihnen ein gutes Zuhause bieten. Vielleicht gelingt es sogar einen Grundstock für die Haltung in Deutschland zu schaffen.

Verfügt man über wenig oder noch gar keine Erfahrung in der Haltung von Leguanen, sind Nachzuchten stets die bessere Wahl. Die hier angebotenen Arten sind meist einfacher zu halten und es existiert natürlich auch mehr hilfreiche Literatur. Zudem findet man auch im Internet viele nützliche Informationen. Einsteiger machen so weniger Fehler und ersparen sich einiges an Stress.

Wir machen es an dieser Stelle noch einmal deutlich und empfehlen den Erwerb von Nachzuchten grundsätzlich nicht. Wer aber unbedingt solch einen Leguan-Wildfang kaufen möchte, sollte über ausreichend Erfahrung und Wissen verfügen. Auch die notwendigen finanziellen sowie zeitlichen Mittel sollte man haben.