Leguan zähmen

Viele Halter von Echsen und anderen Reptilien wünschen sich nichts lieber als ein zutrauliches und zahmes Tier. Daher gibt es diverse Möglichkeiten, wie man Leguane an die eigene Hand gewöhnen kann. Manch eine Echse wird sogar so zutraulich, dass sie auf einem herumklettert.

Andere Tiere hingegen bleiben ein Leben lang auf Abstand und fühlen sich schnell bedroht. Aufgrund dessen sollte man nie mit einem großen Erfolg in puncto Zutraulichkeit rechnen. Doch wie kann die Zähmung gelingen und welche Fehler sollte man dabei auf keine Fälle machen? In diesem kleinen Guide erfährst du es.

Alles Wichtige auf einen Blick:
  • Leguane sind zu Beginn immer scheu und halten Abstand.
  • Sie müssen erst Vertrauen zu einem und der neuen Umgebung aufbauen.
  • Aufgrund des neugierigen Wesens werden sie irgendwann auf einen zukommen und dann vielleicht sogar aus der Hand fressen.
  • Die Tiere werden nicht über Nacht zutraulich und das Vorhaben erfordert einiges an Geduld und Fingerspitzengefühl.
  • Leguane kann man eigentlich nicht zähmen. Die Tiere werden sich einem nie unterwerfen können. Warum? Da sie nicht wissen, was man von ihnen erwartet, ist das Zähmen im Prinzip nicht möglich.

Was man vor dem Zähmen wissen muss:

Die Grundlage für ein zutrauliches Wesen bei einem Leguan ist das Vertrauen. Dieses baut man am besten über ein regelmäßiges Füttern auf. Dabei sollte man zu Beginn ausreichend Abstand zu dem Tier halten und es nicht unnötig stressen. Gemeint ist damit lautes reden oder wildes gestikulieren in Richtung des Leguans.

Irgendwann fühlt sich das Tier in deiner Gegenwart sicher. Dann kommt die Neugierde ins Spiel. Mit der Zeit wird er sich einem immer mehr nähern. Dann kann man mit den ersten Versuchen der Zähmung beginnen. Dabei sollte man das Verhalten des Tiers aber genau im Blick haben. Ansonsten kann es schnell auch mal zu sehr unangenehmen Situationen kommen.

Signale, die man nicht ignorieren darf:

Drohverhalten Leguan

Wenn das Tier versucht auf Abstand zu gehen, sollte man das Gleiche tun und sich langsam zurückziehen. Wer hier keine Rücksicht auf den Leguan nimmt und noch immer versucht die Echse zu zähmen, wird das Drohverhalten zu Gesicht bekommen. Meist wird die Kehlwamme rausgestreckt und der Leguan pumpt sich auf. Spätestens jetzt ist der langsame und kontrollierte Rückzug angesagt.

Ansonsten kann man die Echse so verängstigen, dass sie nie mehr zutraulich wird. Kommt es gar zum Schlagen mit dem Schwanz, hat man es gewaltig mit der Zähmung übertrieben. Das Tier fühlt sich massiv bedroht und geht in den Angriffsmodus über. Jetzt kann es jederzeit zu einem Bissversuch kommen. Auch ein Sprinten ins Wasser ist noch möglich. Das Tier versucht so lange zu tauchen, bis die Bedrohung durch dich vorüber ist.

Wie man also sieht, sollte man sich vor den ersten Annäherungsversuchen an den Leguan genau mit dessen Verhalten beschäftigen. Zudem braucht es einiges an Geduld und man muss mit vielen Rückschlägen leben können. Bei Tieren, die früher geschlagen oder auf andere Art und Weise misshandelt wurden, kann es sogar sein, dass sie niemals Vertrauen aufbauen und zutraulich werden.

Gut zu wissen:
Bei dem Versuch einen Leguan zu zähmen, sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass Leguane keine Jäger sind. Ganz im Gegenteil sie sind die Beutetiere. Und sie werden dich zu Beginn als den Jäger, Angreifer oder einfach als eine Art der Bedrohung ansehen. Daher sollte man sich langsam bewegen und keine lauten Geräusche von sich geben. Abstand halten ist das erste Gebot.

Wie man den Leguan zähmen kann:

Möchte man seine Echse an die eigene Hand gewöhnen, gibt es im Prinzip nur eine Möglichkeit, wie das Ganze funktioniert. Man bietet dem Tier zu Beginn das Futter mit einer langen Pinzette an. Dann verkürzt man den Abstand von der eigenen Hand bis zur Spitze immer mehr. Irgendwann braucht man dann die Pinzette nicht mehr und der Leguan frisst aus der eigenen Hand.

Diese Prozedur hört sich relativ leicht an und ist es im Prinzip auch. Allerdings machen Anfänger dabei immer wieder die gleichen Fehler. Mit der Zähmung sollte erst begonnen werden, wenn das Tier mehrere Wochen in der neuen Umgebung lebt. Es sollte sich sicher fühlen und bereits etwas Vertrauen zu einem aufgebaut haben.

Konkret heißt das Folgendes: Beim Abstellen des Futters oder Reinigungsarbeiten sollte sich der Leguan schon einmal etwas genähert haben, ohne dabei sehr ängstlich zu wirken. Dann ist eine solide Basis für die ersten Versuche mit der Pinzette gegeben. Allerdings sollte man diese Form der Zähmung nicht auf die Spitze treiben.

Hungern lassen ist definitiv nicht der richtige Ansatz. Viel eher sollte man ein paar Wochen später wieder die ersten Versuche wagen. Geduld ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Und wenn man Glück hat und das Vertrauen des Leguans immer größer wird, wird er vielleicht sogar damit beginnen auf einem herumzuklettern.

Das Ganze hört sich zwar toll und wünschenswert an, ist aber nicht ganz ungefährlich. Wie gefährlich so ein Leguan im Ernstfall wirklich werden kann, verrät dir unser verlinkter Ratgeber. Er dient auch noch mal als wichtiger Hinweis, dass man beim Leguan zähmen nicht zu grob vorgehen sollte. Jederzeit sollte man das Verhalten im Blick haben und sich gegebenenfalls zurückziehen.

Gut zu wissen:
Leguane besitzen keine Wertebegriffe und Normen. Eine Zähmung ist daher nur bedingt möglich. Am besten lernt man sein Tier zu verstehen und wird so zu seinem besten Freund. Eine einfache, aber bewährte Methode für ein erfolgreiches Miteinander mit den urigen Echsen.