Reptilien für Kinder: Gattungen, häufige Fallstricke & richtige Vorbereitung!

Reptilien für Kinder

Haustiere stehen nicht nur bei Erwachsenen hoch im Kurs. Auch Kinder lieben Tiere. Daher äußern viele von ihnen den Wunsch nach einem eigenen Vierbeiner. Aber nicht immer handelt es sich dabei um einen Hund, eine Katze, ein Kaninchen oder ein Meerschweinchen. Immer häufiger interessieren sich die Knirpse aber für Echsen, Schildkröten und sogar für giftige Schlangen.

Allerdings handelt es sich bei Reptilien nicht um die erste Wahl in puncto Haustiere für Kinder. Schließlich gelten die exotischen Tiere als sehr anspruchsvoll in der Haltung. Und wirklich günstig ist so ein Terrarium keinesfalls. Sei es bei der Anschaffung, der Einrichtung oder beim Unterhalt. Trotzdem sind Reptilien als Haustiere keine schlechte Wahl. Selbst für Kinder ist die Pflege bei Weitem nicht so schwer, wie man anfangs meinen könnte.

Damit die Haltung des neuen Familienmitglieds nicht im Fiasko endet, sollte man ein paar Punkte beachten. Bereits das falsche Reptil kann zu einem waschechten Problem werden. Daher sollte man nicht einfach die nächstbeste Zoohandlung aufsuchen und übereilt eine Kaufentscheidung treffen. Das heißt aber nicht, dass man sich als Elternteil wochenlang in die Materie einlesen muss. Worauf es ankommt, verraten wir dir in diesem Ratgeber.

Alles Wichtige auf einen Blick:
  • Nicht alle Reptilien können von Heranwachsenden gehalten werden. Eine große Rolle spielt dabei aber nicht nur das Alter des Kinds, sondern vor allem dessen Charakter. Reptilien eignen sich nämlich eher für ruhige Kinder, die man als sehr verantwortungsvoll bezeichnen kann.
  • Die Pflege des Haustiers kann natürlich nicht allein von einem Kind oder Jugendlichem übernommen werden. Als Elternteil muss man sich daher gründlich in die Reptilienhaltung einarbeiten und am besten selbst ein Interesse an den Tieren haben. Zudem können viele Terrarien-Tiere sehr alt werden.
  • Bevor man übereilt ein Reptil kauft, sollte man sich mit dem eigenen Nachwuchs zusammen setzen und dem Interesse auf den Grund gehen. Dabei gilt es zu klären, wie zeitaufwendig die Pflege ist, welche Gattungen infrage kommen und ob der Platz für ein Terrarium in den eigenen vier Wänden überhaupt reicht.

Reptilien – Kinder suchen einen treuen Freund:

Viele Sprösslinge sind fasziniert von Dinosauriern. Andere hingegen wünschen sich nichts sehnlicher als einen treuen Wegbegleiter für die Zukunft. Sie möchten mit ihrem tierischen Freund durch dick und dünn gehen. Ein Reptil klingt da eher nicht als das perfekte Haustier. Allerdings ist es immer da, es hört einem bedingungslos zu und es braucht viel Liebe. Das ist aber nicht alles, was für Tiere in den eigenen vier Wänden spricht.

Studien haben nämlich ergeben, dass Kinder eine enge Beziehung zu ihrem Haustier aufbauen und so schnell charakterlich reifen. Sie lernen im Umgang mit dem Tier hauptsächlich 2 Dinge: Rücksichtnahme und Verantwortungsbewusstsein. Aber auch Respekt und Einfühlungsvermögen für das Tier und andere Lebewesen entwickeln sich rasch bei den Knirpsen. Und wir alle wissen, wie wichtig Empathie im Leben ist.

Kinder profitieren also von einem Haustier und gerade Reptilien bringen viele Vorteile mit sich. Diese werden aber immer wieder unter den Tisch gekehrt. Allerdings muss man mit ihnen nicht Gassi gehen oder sie erziehen. Darüber hinaus besitzen sie kein Fell. Aufgrund dessen sind nur die wenigsten Menschen gegen die exotischen Haustiere allergisch. Allerdings sind Reptilien keine Schmusetiger.

Sie möchten weder gestreichelt noch herumgetragen werden. Viel mehr erfreut man sich am (stundenlangen) Beobachten der Tiere. Grundsätzlich gesprochen, eignen sie sich damit eher für geduldige Kinder. Man sollte aber keinesfalls die beruhigende Wirkung unterschätzen. Nicht selten lehren sie nervösen Kindern ein ausgeglicheneres Verhalten. Was Reptilien aber gar nicht mögen, ist Krach in Form von lauter Musik oder Lärm.

Gut zu wissen:
Ein Reptil braucht genauso wie andere Haustiere ausreichend Pflege. Die Verantwortung hierfür kann man auf keinen Fall auf das Kind übertragen. Darüber hinaus werden Reptilien sehr alt, oft sogar deutlich älter als 10 Jahre. Währenddessen kann dein Knirps das Interesse am Tier verlieren oder sogar schon selbst ausgezogen sein. Willst du dann noch immer noch das Reptil pflegen?

Interesse wecken und welche Reptilien sich eignen:

Viele Knirpse sind äußerst sprunghaft in ihrer Meinung. Gestern konnten sie noch nicht ohne eigenes Reptil leben und heute schon ist das alles egal. Deshalb sollte man ausgiebig prüfen, wie groß das Interesse wirklich ist. Hierfür bieten sich kindgerechte Zeitschriften und Bücher an. Auch ein Besuch im Zoo oder Reptilienhandel um die Ecke sind sinnvolle Möglichkeiten. Gerade hier trennt sich die Spreu nicht selten vom Weizen.

Ist der Wille noch immer da, kann man sich nun gemeinsam mit seinem Kind an die Planung machen. So ein Reptil braucht schließlich ein großes Terrarium. Wie soll es eingerichtet werden? Welche Materialien, Pflanzen und Einrichtungsgegenstände bieten sich an? Stopp, noch mangelt es doch am künftigen Bewohner! Und hier ist die Auswahl wirklich groß, wie unsere Liste mit Reptilien für Kinder eindrucksvoll beweist:

  • Schildkröten: Fast jedes Kind kennt sie aus dem legendären Kinofilm „Teenage mutant Ninja Turtles“. Damit sind sie wohl die bekanntesten Reptilien. Außerdem überzeugen Schildkröten mit dem geringsten „Ekelfaktor“. Aber auch sie möchten weder kuscheln noch mit einem spielen. Nichtsdestotrotz sind sie der Klassiker schlechthin unter Reptilien für Kinder.
  • Echsen: Sie haben keinen Panzer und sind damit etwas zarter und zerbrechlicher als Schildkröten. Dafür gibt es unzählige Formen und Farben. Für Kinder sind Bartagamen oder Taggeckos eine gute Wahl. Aber auch die nachtaktiven Leopardgeckos mit ihren zahlreichen Farbvarianten können Jugendliche in ihren Bann ziehen. All diese Echsen gelten als robust und pflegeleicht.
  • Schlangen: Ältere Kinder und Jugendliche sind häufig von diesen Tieren fasziniert. Zum Glück gibt es unzählige Arten, die weder giftig sind noch allzu große Anforderungen an ihr Terrarium stellen. Damit eignen sich Schlangen durchaus für verantwortungsvolle Jugendliche als Haustier. Zu beachten ist hierbei allerdings, dass kleinere Kinder niemals allein mit diesen Reptilien gelassen werden dürfen.
  • Vogelspinnen: Streng genommen handelt es sich hier um nicht um Reptilien, aber vielen Einsteigern ist dieser Fakt gar nicht bewusst. Daher wollen wir auch zu den Spinnen etwas sagen. Es existieren hier beispielsweise aggressive Arten mit Brennhaaren. Diese eignen sich definitiv nicht für Kinder. Da das Terrarium sehr klein ausfallen kann, sind sie die erste Wahl bei Platzmangel im Kinderzimmer.
  • Frösche: In der dichten Vegetation des Terrariums erspäht man die blauroten, neongelben oder giftgrünen Frösche relativ schnell. Die bunten Winzlinge sind natürlich auch keine Reptilien, aber ebenso interessant für Kinder. Diese können sogar die sogenannten Pfeilgiftfrösche halten. Diese verlieren ihre Giftigkeit nämlich im Terrarium oder entwickeln sie erst gar nicht.
Gut zu wissen:
Alle diese Tiere können gemeinsam mit Kindern gehalten werden. Dies bedeutet aber auch, dass man als Elternteil viel Arbeit vor sich hat. Die nötige Zeit sollte man also besitzen. Damit es zwischen dem Reptil und dem Knirps zu keiner gefährlichen Situationen kommt, empfiehlt sich ein Mindestalter von 10 Jahren. Zudem sollte der Sprössling über die Besonderheiten des neuen Haustiers aufgeklärt werden.

Reptilien für Kinder – Unser Fazit:

Sehr oft liest und hört man, dass Reptilien nicht in Kinderhände gehören. Damit gemeint ist aber nicht, dass Reptilien sich überhaupt nicht als Haustiere für Kinder eignen. Dem ist nämlich nicht so. Allerdings muss man hier einiges an Zeit investieren. Die Terraristik ist ein sehr komplexes Hobby und dazu auch noch sehr kostenintensiv. Die Anschaffung eines Reptils muss also gut überlegt werden.

Ist das Interesse aber groß genug und die finanziellen Mittel reichen aus, eignen sich Echsen, Schildkröten, Schlangen & Co durchaus als Haustiere für Kinder. Man sollte die Sprösslinge aber genauestens über die Eigenheiten von Terrarien-Tieren aufklären. Sie möchten weder schmusen, noch mit einem spielen. Außerdem gilt es zu bedenken, dass die Tiere nicht immer giftig sind, aber bedrohliche Bakterien übertrage können.

Hygiene ist im Umgang mit den Terrarien-Bewohnern also oberste Pflicht. Ansonsten können Salmonellen und andere Keime zu einer echten Gefahr im Kinderzimmer werden. Allein dieser Umstand macht es schon klar. Nicht jedes Kind ist für die Haltung eines Reptils geeignet. Neben einem Mindestalter von 10 Jahren, sollte der Sprössling charakterlich geeignet sein. Ansonsten kann so eine Echse auch mal kräftig zubeißen.

Über Maik Herrmanns 2 Artikel
Hey! Ich bin Maik und verfasse hier Beiträge über Warane. Seit über 10 Jahren halte ich die urigen Echsen und möchte meine Erfahrungen mit anderen Terrarianern teilen. Mein Ziel ist es bei Problemen weiterzuhelfen und Menschen über die komplizierte Haltung der faszinierenden Echsen aufzuklären.

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