Schlange weg: Wie findet man eine entwischte Schlange am schnellsten?

Schlange weg

Manche Schlangen sind wahre Ausbruchskünstler. War die Scheibe des Terrariums auch nur einen kleinen Spalt offen, sind sie auch schon ausgebüxt. Manchmal ist aber auch ein undichtes Terrarium Schuld an der Misere. Nicht wenige Schlangen schaffen es nämlich ein kleines Loch in der Wand durch Bohren und Graben so weit auszuweiten, dass sie schließlich mit ach und krach hindurchpassen.

Ganz findige Exemplare haben es sogar schon geschafft die Terrarienscheibe einfach aufzuschieben. Aber, um das Wie soll es heute gar nicht gehen. Wir möchten dir mit diesem Beitrag beim Supergau schlechthin helfen. Eines aber gleich mal vorweg: Große Panik ist jetzt nicht angebracht. Die meisten Schlangen haben sich nämlich nur tief im Boden eingegraben und sind so kaum noch zu sehen.

Daher solltest du als Erstes in Ruhe das Terrarium durchsuchen. Mitunter hat sich dein Liebling schlicht und ergreifend ein neues Versteck in seinem Becken gesucht. Auch Schlangen kann schließlich mal langweilig werden und ein bisschen Abwechslung im Alltag hat bekannterweise noch nie geschadet. Das gründliche Durchstöbern des Terrariums sollte daher immer Schritt 1 auf der Agenda sein.

Hat man dabei keinen Erfolg, braucht man sich aber noch nicht allzu sehr zu sorgen. Viele Schlangen entfernen sich nämlich gar nicht so weit von ihrem angestammten Zuhause. Auch kann dem besten Schlangenhalter mal so ein Fauxpas passieren. Zwar gibt es schönere Dinge als die Wohnung oder den Terrarienraum nach einem Ausbrecher zu durchkämmen, aber nun hat man keine andere Wahl mehr. Worauf es dabei ankommt, erfährst du nun.

Alles Wichtige auf einen Blick:
Könnte die Schlange irgendwie ins Freie gelangt sein, rufst du bitte sofort die Polizei an und meldest das Malheur. Dies gilt insbesondere bei meldepflichtigen Tieren und auch bei einer wenig begeisterten Nachbarschaft. Professionelle Hilfe schadet bei der Suche nach solchen Reptilien nämlich nie. Ansonsten kannst du wie folgt beschrieben vorgehen:

  • Schritt 1: Filze das Terrarium gründlich. Manch eine Schlange hat sich nämlich nur einen neuen Unterschlupf gesucht. So haben wir schon verschollen geglaubte Exemplare tief in der Erde eingegraben gefunden. Aber nicht jedes Reptil macht es einem so leicht. So hat sich einmal ein Exemplar vollständig in das Wurzelwerk einer größeren Pflanze zurückgezogen. Dort haben wir sie anfangs gar nicht entdeckt.
  • Schritt 2: Nun geht es ans Eingemachte. Durchsuche zuerst das Zimmer, in dem das Terrarium steht. Häufig versteckt sich dein Liebling direkt hinter dem Becken oder ganz in der Nähe. Gute Anlaufstellen sind immer Regale, Schränke, Kabelsalat oder auch dunkle Ecken und Spalten. Taucht die vermisste Schlange dabei nicht auf, durchsucht du nach dem gleichen Schema die ganze Wohnung.
  • Schritt 3: Hattest du bei der Suche kein Glück, kannst du das Tier auch mithilfe von Futter anlocken. Wir platzieren dieses gerne in einem Behältnis, wo wir das Reptil auch sofort dingfest machen können. Alternativ kann man auch Mehl auf dem Boden verstreuen, um Kriechspuren einfangen zu können. Bei ganz kleinen Schlagen hilft auch schon doppelseitiges Klebeband, welches man in den Ecken aufklebt.

Wo man beim Schlange suchen am ehesten fündig wird:

Schlange im Zimmer suchen

Der erste Blick bei der Ermittlung sollte immer hinter das Terrarium führen. Nicht selten hat sich das Tier genau hier versteckt. Schließlich ist es hier warm und sicher. Wenn dem aber nicht so sein sollte, kann man im angesammelten Staub oft noch deutlich erkennbare Kriechspuren entdecken. Nicht selten lässt sich so die Schlange in Windeseile aufspüren. Oft genügt es schon den Fußleisten bis zum nächstmöglichen Versteck zu folgen.

Nur ganz selten krabbelt eine Schlange nämlich ungeschützt und noch dazu schnurstracks in den Raum. Hier mangelt es einfach an Unterschlupfmöglichkeiten. Wir haben es zumindest noch nicht erlebt, dass sich das Reptil zusammengerollt auf dem Teppichboden befunden hat. Gute Anlaufpunkte für die Suche sind dunkle Ecken hinter Sofas, Schränken oder Bücherregalen. Manch ein Exemplar versteckt sich auch zwischen lauter Kabeln.

Tipps & Tricks aus der leidvollen Praxis:

Damit man auf der Suche keine wertvolle Zeit mit dem Möbelverrücken vergeudet, kann man sich mit einem Taschenspiegel behelfen. Damit lässt sich wunderbar in kleine Spalten sehen. Ganz genau hinsehen sollte man in den Bereich hinter Büchern sowie in Spalten von Fußleisten. Auch Kabelkanäle sollten genauestens geprüft werden. Schlangen mögen es gerne warm. Aufgrund dessen werden nicht selten die Spalten zwischen Sofakissen aufgesucht.

Auch Heizungen und Schreibtischlampen stehen hoch im Kurs. Gleiches gilt für den Bereich hinter Tiefkühltruhen oder auch Kühlschränken. Die Abwärme dieser Geräte ist deutlich höher als man denken könnte. Irgendwann bekommt eine Schlange Durst. Dann sind alle frei zugänglichen Wasserquellen wie offene Toilettenschüsseln oder Wassernäpfe Ziel der Begierde. Hier kann etwas Mehl für verräterische Spuren sorgen.

Ansonsten haben wir noch gute Erfahrungen damit gemacht spezielle Versteckplätze zu errichten. Gemeint sind damit zusammengeknüllte Shirts oder Handtücher in für Schlangen interessanten Ecken der Zimmer. Darüber hinaus helfen einem Geräuschfallen wie etwa Papierknäuel oder Plastiktüten bei der Lokalisation des Schufts. Wer etwas technikaffiner ist, kann natürlich auch eine Actioncam im Terrarienraum aufstellen.

Gut zu wissen:
Man kann es gar nicht oft genug sagen. Bei artgeschützten oder meldepflichtigen Schlangen sollte man sofort die Feuerwehr oder Polizei kontaktieren. Ein Anruf bei der nächsten Naturschutzbehörde schadet zu dem auch nicht. Wird der Ausbrecher nämlich in der Nähe gesichtet, stehen die Chancen recht gut, dass er umgehend wieder zurück in sein Zuhause gebracht wird.
Über Fabian Wüst 7 Artikel
Hallo! Ich heiße Fabian und bin der Kopf hinter dieser Webseite. Auf Terraristikfibel.de schreibe ich über meine größte Leidenschaft. Die Rede ist natürlich von der Terraristik. Da ich bei Fragen gerne behilflich bin und mehr Leute für Terrarientiere begeistern möchte, habe ich dieses Online-Magazin gegründet.