Schokoschaben: Wie man sie korrekt pflegt & selbst erfolgreich nachzüchtet!

Schokoschaben züchten

Nicht nur unter Ameisenhaltern sind Schokoschaben wegen ihres weichen Panzers ein echter Dauerbrenner. Auch viele Reptilien- oder Vogelspinnenhalter züchten genau aus diesem Grund die kleinen Viecher. Zudem sind die unscheinbar wirkenden Krabbeltiere deutlich nahrhafter als gleich große Heimchen oder Grillen. Und als wäre das noch nicht genug fabrizieren die rotbraunen Schaben keinen Krach und ausbüxen können sie auch nicht.

Schließlich können sie schlecht klettern und glatte Flächen können sie erst gar nicht erklimmen. Damit können sie sogar in offenen Boxen gehalten werden. Besser ist es aber natürlich einen Deckel mit Gaze für die Frischluftzufuhr zu installieren. Mehr muss man über die Pflege fast schon nicht mehr wissen. Schokoschaben stellen nämlich fast keine Anforderung an das Zuhause und sind als Futtertier in der Preis-Leistung unschlagbar.

Außerdem sterben sie schneller in der Wohnung als entkommene Heimchen, können bis zu einem Jahr tiefgefroren gelagert werden und fliegen trotz ihrer Flügel nicht umher. Auch die Vermehrung klappt ohne große Anstrengungen und relativ schnell hat man sich einen Nachschub an Schokoschaben als Futtertiere für die heimischen Reptilien, Ameisen oder Vogelspinnen aufgebaut. Wie die Zucht und Pflege gelingt, verraten wir dir nun.

Unser Steckbrief über die Schokoschaben:

Lateinischer Name:Shelfordella lateralis
Deutsche Bezeichnung:Schokoschabe wegen ihrer rotbraunen Färbung, die an Milchschokolade erinnert.
Erste Beschreibung:Francis Walker, 1868
Äußere Erscheinung:Männchen sind hell gelbbraun bis strohfarben gefärbt. Die Weibchen sind dunkelbraun eingefärbt, verfügen über hellere Abzeichen auf den Flügeln & dem Abdomen. Adulte Männchen haben Flügel.
Natürliches Habitat:Trockene & halbtrockene Gebiete des Mittleren Ostens sowie Zentralasiens. Als Kulturfolger lebt die Art auf Müllhalden & in menschlichen Siedlungen.
Adulte Größe:Ausgewachsene Weibchen sind etwa 25 bis 26 mm groß, adulte Männchen erreichen eine Körperlänge von 28 bis 30 mm.
Maximales Alter:12 bis 18 Monate, geschlechtsreif sind die Schokoschaben nach ca. 4 Monaten.
Geschlecht bestimmen:Nur die Männchen verfügen über Flügel
Gelungene Haltung:Faunabox, Terrarium oder Aquarium mit den Maßen 60 x 30 x 30 cm. Die Temperatur sollte sich tagsüber in einem Bereich von 23 bis 26 Grad Celsius bewegen.
Erfolgreiche Zucht:Gruppe aus 30 bis 50 Tieren wird zum Start benötigt. Ein Bodensubstrat ist keine Pflicht. Versteckmöglichkeiten sind es aber schon. Als Heizung nutzen wir eine Heizmatte oder einen Wärmespot.
Nutzbares Futter:Gemüse, Obst, Fleisch & Fisch. Gerne werden auch Haferflocken oder Katzentrockenfutter verabreicht.
Geeignet für:Reptilien, Insekten, Vogelspinnen und Ameisen. Der Nährwert schlüsselt sich wie folgt auf: 28,7 % Protein, 10,9 % Fett sowie 2,4 % Rohasche.
Besondere Merkmale:Diese Schaben haben einen hohen Anteil an Protein, einen geringen Fettanteil, sie springen nicht, sind geruchsfrei, zirpen nicht, klettern keine Scheiben hoch, können nicht fliegen, besitzen eine weiche Chitinhülle & sind einfach zu halten sowie zu vermehren.

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Was man über Schokoschaben wissen muss:

Schokoschaben

Hier ist der Name Programm. Zumindest ist die Färbung rotbraun, was einen schon etwas an Milchschokolade erinnern kann. Gerade die Weibchen, die etwas dunkler gefärbt sind, kommen optisch nah ran an die Farbe von Kakao. Diese Krabbeltiere werden zwischen 25 und 30 mm lang. Die adulten Männchen sind dabei eine Spur voluminöser. Nicht zuletzt, da sie Flügel besitzen. Die Geschlechtsbestimmung ist bei Schokoschaben also recht einfach durchzuführen.

Besondere Merkmale:

Außerdem nutzen die Männchen ihre Flügel nicht. Die Tiere können zwar durchaus fliegen, aber sie verweigern sich dieser Option hartnäckig. Auch das Emporklettern an glatten Oberflächen gelingt ihnen nicht. Beide Punkte machen diese Schaben so interessant als Futtertiere. Außerdem sind sie extrem robust. So ist ihr Verdauungssystem auf lange Durststrecken mit wenig Nahrung ausgelegt.

Innerhalb kurzer Phasen können die Tiere aber wie richtige Scheunendrescher Nahrung in sich hineinstopfen. Sie können dabei nicht nur Futter im Magen, sondern auch in ihrem Kopf speichern. Möglich ist dies nicht zuletzt, da die kleinen Schokoschaben kein Gehirn besitzen. Stattdessen weist jedes Körperteil mehrere eigene Nervenknoten, sogenannte Ganglien auf. Diese verarbeiten Reize und steuern alle Bewegungen.

Damit die Ganglien miteinander kommunizieren können, sind sie natürlich auch verbunden. So gibt es an der Bauchseite 2 Nervenstränge, die diese Funktion übernehmen. Besonders interessant ist hierbei ein Fakt. Beim Verlust des Kopfes können die Tiere noch eine geraume Zeit weiterleben. Sie sterben auch nicht an der schweren Verletzung, sondern infolge von Nahrungsmangel. Trinken oder Fressen gelingt ohne Kopf nämlich nicht.

Verbreitung & Lebensraum:

Die Schokoschabe besitzt ein großes Habitat. Hauptsächlich lebt sie in wüstenartigen Arealen oder in Gebirgen. Gerade in Nordafrika, von Lybien in Richtung Ost und nach Süden bis in den Sudan fühlen sich die kleinen Krabbeltiere so richtig wohl. Aber auch in Kleinasien, dem Kaukasus und in Arabien oder Zentralasien gibt es stabile Populationen. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Schaben in Amerika eingeschleppt.

Man findet die Tiere dort in Kalifornien, Texas und Arizona. Da hausen sie häufig in Depots, Treibhäusern oder in Müllverwertungsbetrieben. Im Freiland sollen sie sogar die früher beheimatete Blatta orientalis oder genauer gesagt deren Bestand vernichtet haben. Bei uns in Europa lebt die Art aber nur in Futtertier-Zuchten. Zwar finden immer mal ein paar Schokoschaben den Weg nach draußen, aber dort können sie nicht überleben.

Gut zu wissen:
Schokoschaben wirken zwar wenig spektakulär, aber ihr Körper ist für uns ein wahres Wunderwerk. So fehlt nicht nur das für Säugetiere typische Gehirn, sondern die beiden gut zu sehenden Hinterleibsanhänge dienen nicht der Fortbewegung. Es handelt sich stattdessen um sensible Sinnesorgane, welche sogar geringste Luftbewegungen erkennen können. Früher so vermutet man, waren es allerdings Gliedmaßen.

Worauf es bei der Haltung ankommt:

Schokoschabe als Futtertier

Schaben sind im Allgemeinen recht gesellige Tiere. Das ermöglicht uns die Haltung von relativ großen Gruppen. Wer erstmal mit einer überschaubaren Menge starten möchte, kann sich eine große Faunabox aus dem Fachhandel besorgen. Natürlich tut es auch eine große Plastikbox mit Lüftungslöchern oder ein altes Terrarium. Wer möchte, kann auch ein Aquarium zum Zuchtbehältnis umfunktionieren.

Entweder bohrt man mithilfe eines Akkuschraubers Löcher in den Deckel oder man sägt einfach ein Rechteck aus. Dort wird dann ein Stück Gaze platziert. Grundsätzlich betrachtet könnte man auf eine Klappe verzichten. Schließlich können die Schaben weder richtig fliegen noch an den Wänden des Behältnis hochklettern. Manchmal schaffen sie es aber mithilfe kräftiger Flügelschläge über den Rand zu springen.

Ebenfalls konnten wir schon beobachten, wie die Krabbeltiere unter Zuhilfenahme klebriger Verunreinigungen es schafften die senkrechten Wände hinaufzuklettern. Aufgrund dessen empfiehlt sich die Verwendung eines Verschlusses auf jeden Fall. Außerdem hat man so ein besseres Sicherheitsgefühl und kann nachts beruhigt vor sich hin schlummern. Auch kann ein versehentliches umschmeißen der Box, den Schaben nicht zur Flucht verhelfen.

Korrekte Einrichtung der Zuchtbox:

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Das Becken kann man recht spartanisch gestalten. Schließlich ist der Hauptbeweggrund hinter der Haltung nun mal meist die Zucht. Natürlich ist der im Folgenden vorgestellte Ansatz nichts für jedermann. Wer es lieber optisch ansprechender mag, kann anstelle von Eierkartons natürlich andere Versteckmöglichkeiten nehmen. Darüber hinaus bietet sich das Installieren einer Wurzel als zusätzliche Klettermöglichkeit an.

Folgende Bestandteile bieten sich für die Verwendung in Zuchtbehältnissen an:

  • Das Einbringen eines Bodengrunds ist bei Schokoschaben keine Pflicht. Außerdem können sich darin Schädlinge wie Buckelfliegenlarven oder Buffalo-Würmer bestens vermehren. Wir verwenden daher kein Bodensubstrat. Wer allerdings trotzdem etwas Erde im Behältnis haben möchte, sollte sich diverse Humusziegel aus dem Fachhandel näher ansehen. Kokoshumus ist dabei ein echter Allrounder.
  • Damit die Tiere immer etwas zu essen haben, sobald sie den Bodengrund erreicht haben, streuen wir immer etwas Fischtrockenfutter auf den Boden. Dieses kann auch in trockenem Substrat untergemengt werden. Auf den Boden stapeln wir dann die Unterseiten von Eierkartons wild durcheinander gewürfelt aufeinander. Hierin verstecken sich dann die Schokoschaben während des Tages.
  • Aus Kostengründen verzichten viele Einsteiger auf die Verwendung einer Heizmatte oder eines Wärmestrahlers. Zwar muss es im Inneren des Zuchtbehältnisses nur 23 bis 25 °C warm sein, aber ohne zusätzliche Heizquelle erreicht man diese Werte nur schlecht. Ist es den Schaben zu kalt, pflanzen sie sich nicht fort und fallen zudem noch in eine Kältestarre. Um die Temperatur überwachen zu können, empfiehlt sich noch ein Thermometer.

Empfehlenswertes Futter für Schokoschaben:

Schaben sind Allesfresser. Daher muss man weder für die Haltung noch für die Zucht der lichtscheuen Tiere spezielles Futter erwerben. Kleine Mengen an Frischfutter reichen den Geschöpfen bereits. Die Betonung liegt hierbei ganz klar auf klein. Größere unverzerrte Mengen führen nämlich nur zu Schimmel im Becken. Wer nicht jeden Tag füttern möchte, sollte sich mit Katzentrockenfutter behelfen. Auch Haferflocken eignen sich ganz gut.

Allerdings müssen die kleinen Tiere genügend Feuchtigkeit über die Nahrung aufnehmen können. Ganz auf feuchtes Futter kann man daher nicht verzichten. Wer zudem viel Trockenes füttert, sollte den Schokoschaben ein flaches Gefäß mit Wassergranulat zur Verfügung stellen. Alternativ tut es natürlich auch ein Abtupfschwamm im Napf als Schutz gegen etwaiges Ertrinken. Und diesen Tipp sollte manbeherzigen, schwimmen können sie nämlich nicht.

Gut zu wissen:
Schaben sind wahre Hungerkünstler und können problemlos 1 oder 2 Monate ohne Futter und Wasser auskommen. Ihre Kältestarre ermöglicht es den Krabbeltieren sogar noch länger, ohne richtiges Fressen zu überleben. Zuchterfolge stellen sich bei so langen Hungerperioden aber nicht ein. Daher handelt es sich hier eher, um eine künstlich geschaffene Vermehrungspause zum Abbau von Überkapazitäten.

Wie sich Schokoschaben vermehren:

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Ab und an hört man in Zusammenhang mit Schaben und anderen Schädlingen, wie man deren rasche Vermehrung stoppen kann. Auch die in diesem Ratgeber behandelten Schokoschaben besitzen eine extrem hohe Reproduktionsrate. Zum Glück für uns Züchter können sie sich innerhalb der Wohnung nicht wirklich fortpflanzen. Da sie aber über ein Jahr alt werden können, hat man unter Umständen noch lange etwas von ihnen.

Sobald die weibliche Schokoschabe erwachsen geworden ist, beginnt sie auch schon mit der Suche nach einem Männchen. Ist die Begattung erfolgreich verlaufen, legt sie im Abstand von 2 bis 3 Wochen immer wieder ein Eipaket ab. Die sogenannte Oothek wird dabei aber nicht im Körper aufbewahrt, sondern in enge Fugen und andere sichere Örtlichkeiten im Becken gelegt. Allerdings können Umwelteinflüsse dem lederartigen Paket eh wenig anhaben.

Zu stabil ist die dicke Haut. Selbst Pestizide sollen die ledrige Pelle nicht durchdringen können. Obwohl Schokoschaben im Vergleich zu Argentinischen Waldschaben oder Totenkopfschaben nicht besonders groß werden, sind ihre Eipakte ganze 10 mm lang. Im Inneren befinden sich diverse Kammern, aus denen schließlich die Jungtiere schlüpfen. Darauf muss man sich aber rund 2 bis 4 Wochen gedulden.

Die 25 bis 30 Jungtiere sind etwa 3 mm groß und nach ungefähr 4 Monaten adult und damit geschlechtsreif. Bei guter Haltung werden die Krabbeltiere sogar deutlich älter als 1 Jahr. Uns wurde bereits mehrfach davon berichtet, dass bis zu 18 Monate an Lebensdauer keine Seltenheit seien. Weiterhin kann auch der Zeitpunkt der Geschlechtsreife variieren. Bei hohen Temperaturen sind die Schaben oft schon nach 2 Monaten erwachsen.

Gut zu wissen:
Über den gesamten Lebenszeitraum können Weibchen bis zu 25 Ootheken produzieren. Die daraus schlüpfenden Nymphen besitzen 5 Stadien und entwickeln sich rasend schnell. Konkret bedeutet dies, dass sich die Tiere 60 bis 90 Tage schneller als die Gewöhnlichen Küchenschaben entwickeln. Auch können sie bereits 4 bis 7 Tage nach der Reifehäutng ihre erste Oothek erzeugen.

Unser kleines FAQ zum Abschluss:

FAQ

Schokoschaben sind unsere absoluten Lieblings-Futtertiere. Sie sind relativ klein, besitzen eine weiche Hülle und eignen sich so bestens als Futter für Reptilien, Insekten und Vogelspinnen. Auch Besitzer von Ameisen schwören auf die rotbraunen Schaben als Futter. Allerdings erhalten wir auch immer wieder recht spannende Fragen über die Haltung, Pflege und die Merkmale der Tiere. Aufgrund dessen haben wir ein umfangreiches FAQ erstellt:

Können sich Schokoschaben in der Wohnung vermehren?

Schokoschaben sind in erster Linie keine Futtertiere, sondern Schädlinge. Daher können sie sogar bei Temperaturen von 3 Grad Celsius überleben. Auch bis zu 40 Grad Celsius in der prallen Sonne sind noch im Rahmen des Möglichen. Aufgrund unserer eigenen Erfahrungen und einer Umfrage unter unseren Lesern kommen wir allerdings zum Schluss, dass die Tiere sich in der Wohnung nicht fortpflanzen können.

Allerdings können sie je nach Temperatur mehr oder weniger aktiv im Gebäude ihr Unwesen treiben. Da die Tiere bis zu 14 Monate alt werden können, schadet es nicht eine Falle aufzustellen. Da die kleinen Tiere aber weder fliegen, noch an glatten Oberflächen emporklettern können, braucht man sich vor einem Ausbruch nicht zu sorgen. Einen Deckel als Verschluss für das Behältnis empfiehlt sich aber trotzdem.

Damit das Handling vereinfacht wird, kann man sie vor dem Umfüllen in ein anderes Behältnis für 3 bis 5 Minuten in die Kühltruhe geben. Dadurch fallen die Schokoschaben in eine Art Kältestarre und können einem bei solchen Arbeiten nicht ausbüxen und noch dazu ganz genau abgezählt werden. Abgesehen davon kann man größere Mengen für bis zu 1 Jahr einfrieren und so eine Überfüllung der Zuchtanlage verhindern.

Warum pflanzen sich die Schokoschaben nicht fort?

Manchmal kann es sich um individuelle und damit sehr spezielle Gründe handeln, weshalb die Zucht nicht so gut läuft. Aber wie überall im Leben gibt es auch hier typische Fehler: zu wenig Wärme, eine zu kleine Zuchtgruppe sowie der Befall mit Getreideschimmelkäfern. Gerade Letztere können die Vermehrungsrate der Schaben stark vermindern. So fressen die Käfer die Ootheken an und zerstören diese quasi.

Im Zuchtbehältnis erkennt man sie eigentlich recht gut. Sie sehen auf den ersten Blick aus wie kleine Mehlwürmer. Ungefähr 5 bis 6 mm sind sie groß und besitzen eine rötliche oder auch bräunliche Färbung. Viele kennen die Tiere auch unter dem Namen Buffalo-Würmer. Aber auch andere Schädlinge, wie beispielsweise Buckelfliegen können die Zucht zum Erliegen bringen. Der Hauptgrund ist aber meist eine viel zu kalte Temperatur im Becken.

Was kann man bei einem Befall mit Buckelfliegen unternehmen?

Nur wenige Millimeter sind diese bräunlich-gelblichen Fliegen groß. Man sollte sich von den geringen Maßen aber nicht täuschen lassen. Binnen kürzester Zeit können einem diese Rennfliegen die Zucht zerstören. Die aus Südostasien stammenden Buckelfliegen legen überall in der Zuchtbox ihre Eier ab. Dabei machen sie auch nicht vor den Schaben halt. Die Larven knabbern dabei nicht nur tote, sondern auch lebendige Schokoschaben an.

Oft hilft in so einem Fall nur noch ein kompletter Neuansatz. Mann kann es aber auch mit dem konsequenten Abtöten jeder adulten Fliege probieren. So erspart man sich schon mal weitere 50 Larven. Abhilfe können UV-Lichtfallen oder auch Pestizide schaffen. Letztere sind aber unter Terrarianern verpönt und auch nicht empfehlenswert. Besser funktionieren zudem Standard-Klebefallen oder mit Weinessig und Spülmittel gefüllte Behältnisse.

Der Essig lockt die Fliegen an und der Tropfen Putzmittel bricht die Oberflächenspannung. So sinken die Tiere beim Versuch des Trinkens direkt ein und verenden in dem Behältnis. Im Terrarium selbst kann man noch Mehlwürmer oder Buffalo-Würmer aussetzen. Diese können den vielen Buckelfliegen durchaus den Gar ausmachen. Oftmals werden die Buffalo-Würmer dann aber selbst zum unkontrollierbaren Problem.

Worin unterscheidet sich die Art von der optisch ähnlichen Gemeinen Küchenschabe?

Heutzutage ist die Population der Gemeinen Küchenschabe, der Blatta orientalis, relativ klein. Wie man vermutet, ist daran die in Amerika eingeschleppte Schokoschabe nicht ganz unschuldig. Auf den ersten Blick und für ein ungeschultes Auge mögen beide Krabbeltiere gleich aussehen. Allerdings ist dem bei genauerer Betrachtung nicht mehr so. Die weit verbreitete Gemeine Küchenschabe hat weitaus längere Deckflügel und eine andere Färbung.

Zumindest gilt dies, solange es sich um männliche Vertreter der Art handelt. Die Weibchen hingegen besitzen einen hellen Längsstreifen am Außenrad der Flügel. Dieser fehlt den Blatta orientalis vollkommen. Gelegentlich stößt man im Freiland noch auf die optisch ähnlich aussehende Shelfordella arabica. Hier kann man die Unterscheidung anhand der Form des Halsschildes beim Männchen vornehmen. Es ist deutlich weniger breit als lang.

Die Weibchen der Shelfordella arabica haben keinen gelben Flügelstreif und noch dazu ist die Form der verkürzten Deckflügel anders. Wer es ganz genau wissen möchte, muss sich nicht nur auf das äußere Erscheinungsbild der Schaben verlassen. Forscher setzen heute hauptsächlich auf das sogenannte DNA-Barcoding. Gemeint ist damit die Bestimmung der Spezies anhand der DNA-Sequenz eines Markergens.

Man geht hierbei ähnlich wie bei einem Strichcode auf einer Lebensmittel-Verpackung vor. Die Basenpaare werden hier nämlich mitsamt ihrer Reihenfolge als sicheres Kennzeichen genutzt. Da das Prozedere aber viel Zeit und Geld kostet, wird es nur dann eingesetzt, wenn die Bestimmung der Schabenart anhand der äußeren Merkmale uneindeutig ist.

Wo kann man einen Schokoschaben-Zuchtansatz kaufen?

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die einfachste und bequemste Variante ist auf jeden Fall der Kauf in einem der zahlreichen Futtertier-Shops im Netz. Als Alternative dazu kann man sich auch auf die Suche nach lokalen Händlern machen. Viele Privatleute verkaufen ihren Überschuss für kleines Geld. Meist findet man solche Anbieter auf den üblichen Kleinanzeigenportalen oder in der Kleinanzeigenrubrik der heimischen Zeitung.

Prinzipiell reicht für den Einstieg und die ersten Versuche eine Zuchtgruppe bestehend aus ungefähr 50 bis 100 Tieren. Um die Zucht aber schneller ans Laufen zu bekommen oder um besonders viele Haustiere zu verköstigen, empfehlen sich größere Gruppen. Da der Pflegeaufwand recht gering ist, merkt man den Unterschied zwischen 100 und 300 Tieren kaum. Beide Populationen passen problemlos in eine Plastikkiste mit einer Größe von 80 x 40 cm. Manch einer hält in solchen Behältnissen sogar 1000 Schokoschaben.

Über Sarah Engelmann 5 Artikel
Hi! Mein Name ist Sarah und ich schreibe hier über mein liebstes Hobby. Genauer gesagt bin ich die Person hinter den zahlreichen Ratgebern über Gottesanbeterinnen und Vogelspinnen. Das Ziel all meiner Artikel ist ganz simpel. Noch mehr Menschen sollen mit der Haltung dieser Tiere beginnen.

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