Terrarientiere fotografieren, aber richtig!

Terrarientiere-fotografieren

Das Fotografieren von Schlangen, Echsen und anderen ausgefallenen Haustieren ist nicht so einfach, wie man meinen könnte. Da uns zu diesem Thema viele Fragen ereilen, haben wir uns dazu entschlossen einen Ratgeber über das Fotografieren von Terrarientieren zu erstellen. So kannst du von unseren langjährigen Erfahrungen in diesem Bereich profitieren.

Das heißt aber nicht, dass der Artikel nur an professionelle Fotografen gerichtet ist. Auch normale Halter mit wenig bis gar keiner Fotografieerfahrung finden in diesem Guide wertvolle Informationen, um ihre Haustiere im perfekten Moment abzulichten. Selbst mit dem Handy kann man inzwischen tolle Fotos schießen. So viel sei schon mal verraten.

Gut zu wissen:
Bevor man sich ans Shooting machen kann, sollte man diese grundlegenden Aspekte mit dem Halter abklären:

  • Welche Terrarientiere werden fotografiert?
  • Ist ein Fotoshooting mit dem Tier überhaupt sinnvoll? Ist es giftig, aggressiv oder schwierig zu handeln?
  • Wo wird das Terrarientier fotografiert? Im Terrarium, im Außengehege oder gar auf Menschen?
  • Wie erkennt man Stress beim Reptil? Kann man den Stress gezielt vermeiden oder zumindest stark reduzieren?
  • Muss man sich selbst aktiv schützen bzw. was muss man in puncto Sicherheit unbedingt wissen?

Hat man nur wenig Erfahrung im Umgang mit Terrarientieren, sollte man sich als Fotograf nicht ausschließlich auf die Erfahrungen bzw. das Know-how des Halters verlassen. Ein bisschen Vorabrecherche schadet definitiv nicht!

Wie gefährlich sind Terrarientiere?

Diese Frage stellen sich wohl die meisten Fotografen, die wenig bis gar keinen Kontakt mit Schlangen, Vogelspinnen oder Skorpionen in ihrem Leben hatten. Genaue Auskunft über das Verhalten der jeweiligen Tiere kann euch natürlich der Halter geben. Er kennt seine Liebsten und ihr Verhalten unter Stress und Angst. Oberste Priorität bei einem solchen Shooting hat das genaue Beobachten der Tiere.

Stress bei Schlangen erkennen:

Schlangen fotografieren

Stress bei Schlangen erkennt man zum Beispiel daran, dass sie stärker atmen. Sie beginnen meist damit kräftiger zu pumpen. Meist versucht sich das Tier nun auch zurückzuziehen. Diese Anzeichen sollte man nicht ignorieren, sondern handeln. Auf keinen Fall darf es so weit kommen, dass sich das Tier bedroht fühlt und aggressiv wird.

Sobald die Schlange ihren Hals S-förmig aufrichtet, kann es gefährlich werden. Nun sollte man sich langsam zurückziehen und den Halter seine Arbeit verrichten lassen. Dabei gilt immer, lieber einmal zu oft, als zu wenig auf Nummer sicher gegangen! Gute Erfahrungen haben wir gemacht, wenn das Tier wenige Tage vor dem Shooting ausreichend gefüttert wurde. So erbricht es sich nicht unter Stress und entwickelt auch keinen Hunger auf den Fotografen.

Wer wenig Erfahrung im Fotografieren von Terrarientieren oder Reptilien hat, sollte Schlangen in ihrem natürlichen Habitat fotografieren. Gemeint ist damit das Terrarium. Erfahrene Fotografen können die Tiere natürlich auch vor einem Fotohintergrund mit Blitzlicht ablichten. So eine Aktion sollte aber nicht zu lange dauern. Die Schlangen um den Hals von Models legen ist nochmal eine ganz andere Nummer und sollte gründlich abgesprochen werden.

Stress bei Echsen erkennen:

Echsen fotografieren

Auch Chamäleons und Bartagamen können beim Shooting anstrengend werden. So fauchen oder zischen sie gerne, wenn sie sich durch den Fotografen bedroht fühlen. Sogar ein beißen und schnappen ist möglich. Und das tut wirklich weh. So viel sei an dieser Stelle gesagt! Auch bei Echsen muss man Vorsicht walten lassen.

Ein Fotograf sollte niemals selbst probieren die Tiere auszurichten oder einfach anzufassen. Dies sollte stets der Halter erledigen. Schließlich wissen die Tiere sehr genau, wer sie anfassen darf und wer nicht. Und ein fremder Mensch gehört nicht zur Gruppe mit der Berechtigung für Anfassen.

Viele unerfahrene Menschen beachten beim Terrarientiere fotografieren den kräftigen Schwanz von Echsen nicht. Gerade Leguane sind ein beliebtes Motiv für Einsteiger in die Welt der Tierfotografie. Allerdings kann ein Schlag mit dem langen und kräftigen Schwanz richtig böse enden. Mehr dazu in unserem Artikel über die Frage „Wie gefährlich kann ein Leguan werden„.

Wer sich einmal detaillierter mit diesem Ratgeber auseinandersetzt, weiß nach dem Lesen genau, was im Umgang mit Echsen eher vermieden werden sollte. Zudem nimmt einem der Artikel auch etwas die Angst vor dem Fotografieren von Reptilien und Echsen im Speziellen.

Stress bei Vogelspinnen und Skorpionen erkennen:

Vogelspinne fotografieren

Da in Deutschland immer mehr Vogelspinnen und Skorpione fotografiert werden, möchten wir auch ein paar Punkte zu diesen Terrarientieren sagen. So können Skorpione nicht nur mit ihren Zangen schmerzhaft zu packen, sondern auch Gift mit ihrem Abwehrstich abgeben. Gerade den letzten Aspekt sollte man nicht unterschätzen. Wer eine Allergie gegen Bienenstiche hat oder ein schwaches Herz hat, sollte sehr vorsichtig beim Fotografieren sein.

Auch Vogelspinnen können durchaus gefährlich werden. So verfügen die Tiere über lange Reizhaare und beißen können sie einen auch. So ist der Biss wirklich schmerzhaft und die Reizhaare können zu Problemen bei Asthmatikern, Allergikern und vielen weiteren Menschen führen. Dem sollte man sich bewusst sein.

Terrarientiere fotografieren – Unsere Top 3 Tipps:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Das Ablichten von Reptilien ist ein spannendes und damit auch kompliziertes Fachgebiet, das einiges an Know-how verlangt. Daher ist es an dieser Stelle auch nicht möglich alle Tipps & Tricks zu verraten. Wir fokussieren uns dabei auf die 3 größten Probleme beim Fotografieren von Reptilien.

Terrarientiere ohne Blitzlicht fotografieren:

Damit die Farbstimmung auf dem Bild möglichst natürlich wirkt, sollte man ohne Blitzlicht arbeiten. Natürlich geht dies nur mit entsprechend teurem Objektiv. Gut geeignet hierfür wäre ein Marko-Objektiv. Allerdings kann man damit nur arbeiten, wenn man sehr nah an das Tier kommt.

Günstiger und ebenfalls empfehlenswert ist ein Teleobjektiv mit einer Brennweite von 200 bis 300 mm. Wer auf die allerhöchste Bildqualität achten möchte, kann auch eine Festbrennweite einsetzen. Dann noch ein Stativ dazu und das Blitzlicht ist völlig überflüssig. Zumindest, wenn das Terrarium gut ausgeleuchtet ist. Gegebenenfalls muss man Videoleuchten oder Soft-Boxen aufstellen.

Da man aber in der Regel mit einer offenen Blende arbeitet, ist dies nicht nötig. Außerdem kann man ja noch mit dem ISO-Wert spielen, ohne dabei der Kamera zu viel abzuverlangen. Als Belichtungszeit sollten 1/250 bis 1/125 gut funktionieren. Zumal man bei diesen Werten auch ohne Stativ arbeiten kann.

Reptilien & Amphibien durchs Terrarien-Glas fotografieren:

Die meisten Hobby-Fotografen sind der Meinung, dass man nicht durch die Glasscheibe des Terrariums fotografieren kann. Schließlich sorgt diese für Spiegelungen und Reflexionen im Bild. Dies ist auch erstmal richtig, wenn man das falsche Equipment einsetzt. Im Prinzip braucht es nur einen Polfilter für den klaren Durchblick.

Wird dann die Kamera noch in einem 45 Grad Winkel zur Scheibe positioniert, kann man bei Bedarf sogar noch mit dem Blitz arbeiten. In diesem Winkel entspricht der Einfallswinkel, nämlich dem Ausfallswinkel. Dank etwas Physik hat man nun keine unliebsamen Lichtspiele mehr im Bild.

Wer es ganz genau nimmt, kann noch eine Streulichtblende auf das Objektiv schrauben. Diese sorgt dafür, dass einfallendes Streulicht abgeschirmt wird. So wirken die Motive nicht allzu flau. Gerade in der Tierfotografie werden diese Blenden auch in geschlossenen Räumen eingesetzt.

Terrarientiere mit dem Smartphone ablichten:

Natürlich kann man richtig professionelle Ergebnisse nur mit Spiegelreflexkameras oder Systemkameras erreichen. Allerdings werden die Linsen von Smartphones immer besser und kann inzwischen sogar Objektive aufschrauben. Mit diesen lässt sich ähnlich arbeiten, wie wir es bereits beim ersten Punkt vorgestellt haben.

Allerdings braucht man dieses Zubehör nicht zwingend. Eine starke LED-Taschenlampe samt Beleuchter sorgt schon mal für viel Licht. So wird der Blitz überflüssig. Nun kann man noch die digitalen Bildbearbeitungseffekte für das Bokeh (verschwommener Hintergrund) nutzen. Dann benötigt man auch kein Objektiv für das Smartphone.

Wer jetzt noch eine kleine App für die Bildbearbeitung kauft oder eine kostenlose installiert, kann seine liebsten Terrarientiere fotografieren. Solche Fotos sind meist vollkommen ausreichend, um sie für Social Media zu nutzen. Zudem spart man sich das Geld für teures Kamera-Equipment und kann so mehr Geld in die Haltung investieren.

Über Fabian Wüst 3 Artikel
Hallo! Ich heiße Fabian und bin der Kopf hinter dieser Webseite. Auf Terraristikfibel.de schreibe ich über meine größte Leidenschaft. Die Rede ist natürlich von der Terraristik. Da ich bei Fragen gerne behilflich bin und mehr Leute für Terrarientiere begeistern möchte, habe ich dieses Online-Magazin gegründet.