Vogelspinnenhaltung

Die Vogelspinnen haben insgesamt 979 Arten und 146 Gattungen, die auf 12 Familien aufgeteilt sind. Schon vor 350 Millionen Jahren existieren sie und kommen vorrangig in tropischen und subtropischen Klimazonen vor. Man findet sie nahezu überall auf der Erde. Unter anderem kommen sie in Asien, Afrika, Amerika, Australien und in Europa vor.

In der freien Natur ernähren sich die Vogelspinnen aber nicht nur von Vögeln. Auch kleine Schlangen, Nagetiere, Echsen, Skorpione und Insekten finden den Weg in den Magen. In manchen Ländern, sowie in Kambodscha zum Beispiel, wird die Vogelspinne gebraten oder frittiert serviert.

Hierzulande stehen die Spinnen nicht auf der Speiseliste. Man kennt sie bei uns als genügsame und einfach zu haltende Haustiere. Worauf es in puncto Vogelspinnenhaltung ankommt, verrät dir dieser Ratgeber. Dabei geben wir dir einen Überblick über alle wichtigen Themen und sprechen dabei sogar kurz die Thematik Krankheiten erkennen und behandeln an.

Alles wichtige zur Haltung von Vogelspinnen:
  • Lebensweise: Bodenbewohner, Baumbewohner & unterirdisch wohnende Arten.
  • Terrarium: Kleiner Würfel mit etwas Deko und Technik in Form von Lampen, Wärmequellen und Messgeräten.
  • Fütterung: Alle 7 bis 14 Tage mit lebendigen Insekten.
  • Pflege: Einfach, günstig und der Zeitaufwand ist gering.
  • Vogelspinnen für Anfänger: Mexikanische Rotknie-Vogelspinne, Kraushaar-Vogelspinne oder die Organgenbein-Vogelspinne. Allesamt Arten mit einem ruhigen Gemüt und damit geringem Aggressionspotenzial.

Grundlegendes über Vogelspinnen als Haustiere:

Vogelspinne Haustier

Es ist wichtig, dass man sich langfristig für eine Vogelspinne begeistern kann, denn ein weibliches Tier kann bis zu 30 Jahre alt werden und ein männliches Tier dreizehn Jahre. Wer sich so lange um ein Haustier kümmern möchte, hat mit einer Vogelspinne nichts falsch gemacht. Man wird mit dem Tier keine enge Bindung eingehen können, doch es ist schwierig bei mangelndem Interesse, das Tier in gute Hände weiterzugeben.

Vogelspinnen sind keine Kuscheltiere:

Die Vogelspinne ist kein Streicheltier, lebensgefährlich ist sie aber auch nicht. Es ist wichtig, dass die Spinne nicht die ganze Zeit hochgehoben oder in die Hand genommen wird, da es für das Tier ein großes Stressgefühl auslöst. Die Spinne darf also nur aus dem Terrarium genommen werden, wenn es unbedingt notwendig ist. Wer gerne Tiere aus der Ferne beobachtet, sollte sich eine Vogelspinne anschaffen.

Vogelspinnen können zu beißen und giftig sein:

Wenn man von ihr gebissen wird, kann man den Biss mit der einem Wespen- oder Hornissenbiss vergleichen. Es ist ein schmerzhafter Biss, aber kein Biss, der einen das Leben kosten könnte. Man sollte aber dennoch vorsichtig sein, denn bei vielen löst ein Biss eine allergische Reaktion aus.

Nicht jeder ist ein Fan von den haarigen Spinnen:

Wenn man eine Vogelspinne halten möchte, sollte man nicht rücksichtslos sein. Was die anderen Mitbewohner davon halten spielt nämlich auch eine große Rolle. Viele Menschen ekeln sich vor Spinnentieren oder haben im schlimmsten Fall sogar eine Phobie, sodass man sich mit seinen Liebsten darüber auseinandersetzen sollte, bevor man einen Kauf anstrebt.

Die Vogelspinne stellt keine Gefahr für den Menschen dar und die Haltung verläuft sehr unproblematisch. Um auf der sicheren Seite zu stehen, wäre es von Vorteil, wenn man sich mit seinem Vermieter darüber informiert. Gerade bei der Haltung von giftigen Vogelspinnen sollte man tunlichst um Erlaubnis fragen. Damit gemeint ist auch ein klärendes Gespräch mit den Wohnungsnachbarn.

Ein paar Tücken gibt es bei der Vogelspinnenhaltung:

Es gibt einige Dinge, die der Vogelspinne schaden könnten. Es dürfen sich keine spitzen oder scharfkantigen Steine im Terrarium befinden, sowie auch keine dornigen Pflanzen oder Pflanzen mit Stacheln. Materialien, an denen sich die Beine der Spinne verfangen könnten, sind in einem Terrarium völlig unbrauchbar.

Im Sommer muss auch vermieden werden, auf Insekten-Sprays zurückzugreifen, da diese auch schädlich auf die Vogelspinne wirken. Man muss im Sommer also auf ungiftige Methoden bei der Mücken- und Insektenabwehr zurückgreifen. Auch mit Pestiziden behandelte Pflanzen gehören nicht in Vogelspinnenterrarium.

Vogelspinne ist nicht gleich Vogelspinne:

Die jeweiligen Spinnen unterscheiden sich stark voneinander, weil manche Bodenbewohner, Baumbewohner oder unterirdisch Lebende sind. Die Bodenbewohner sind viel massiger und größer. Sie graben Erdlöcher und halten sich dort gerne stundenlang auf. Sie halten sich unter Wurzeln und Steinen auf. Die Bodenbewohner sind zum Beispiel die Brachypelma, Lasiodora oder die Grammostola.

Die Baumbewohner sind schlanker und kleiner. Sie können also in Baumlöchern oder Astlöchern leben. Sie bauen dort gerne Verstecke. Arten, die zu den Baumbewohnern gehören sind der Psalmopoeus, die Avicularia und der Poecilotherias. Diese Art braucht ein hohes Terrarium mit Klettermöglichketen und langen Ästen.

Unterirdisch Lebende wohnen in Röhren und meterlangen Wohnhöhlen. Dort halten sie sich am meisten auf. Für diese Vogelspinnen braucht man ein Spezialterrarium, um das Tier artgerecht halten zu können. Die Gattungen wären hier Ephebopus, der Haplopelma und der Hyterocrates. Durch das Spezialterrarium kann man beobachten, wie die Spinne ihre Höhle baut.

Gut zu wissen:
Das Tier hat ihren Namen der ersten Begegnung mit ihrer Entdeckerin zu verdanken. Die Naturforscherin Maria Sibylla Merian hat die Art beim Verspeisen eines Kolibris beobachtet und schon war der Name Vogelspinne geboren.

Das Terrarium für die Vogelspinnenhaltung:

Vogelspinne-als-Haustier

Man muss für seine Vogelspinne ein geeignetes Terrarium haben und sich dabei nach ihren Bedürfnissen richten. Man kann ein Terrarium aus Glas oder aus Kunststoff besorgen. Die Terrarien brauchen entweder eine senkrechte oder waagerechte Frontscheibe. Eine Fallscheibe wäre von großem Vorteil, da sie hier kaum Ausbruchsmöglichkeiten hat.

Unsere Checkliste für die Erstausstattung:

Wer sich für Vogelspinnen als Haustiere entschieden hat, braucht einiges an Ausrüstung. Mit einem Terrarium ist es da nicht getan. Was man alles benötigt, verrät dir unsere Liste:

  • Beleuchtung
  • Heizmatte
  • Thermometer
  • Hygrometer
  • Bodengrund
  • Pflanzen
  • Versteckmöglichkeiten
  • Wasserbehälter

Ist das Terrarium fertig eingerichtet sollte man es für 24 Stunden in Betrieb nehmen. So kann man alles auf Herz und Nieren testen und Fehler beseitigen. Nicht vergessen darf man in puncto Vogelspinnenhaltung die benötigten Futterinsekten sowie Fachliteratur zum Nachschlagen bei Fragen und Problemen.

Klimagestaltung und dafür benötigte Technik:

Die Grundlage für eine artgerechte Vogelspinnenhaltung stellt eine gute Wärme- und Lichtquelle dar. Die Temperatur sollte hier zwischen 23 und 28 Grad liegen. In der Nacht sollte die Temperatur gesenkt werden. Zu viel Hitze können die Vogelspinnen nicht ertragen. Deshalb darf das Terrarium auf keiner Heizung stehen. Aber auch zu niedrige Temperaturen führen zum Tod.

Deshalb sollte man ein Thermometer, sowie auch ein Hygrometer im Terrarium anbringen. So kann man die Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Blick behalten. Wärmequellen sollten seitlich angebracht werden, da manche Vogelspinnen gerne Löcher graben und so zu nah an die Heizmatte kommen würden. Eine 25-Watt-Birne wäre aber auch ausreichend, um eine gewisse Wärme zu garantieren.

Pflanzen sind eine Wissenschaft für sich:

Man kann für die Vogelspinne entweder echte Pflanzen kaufen oder künstliche. Man geht aber davon aus, dass echte Pflanzen sich positiv auf das Klima im Terrarium auswirken. Beim Kauf der Pflanzen sollte man darauf achten, dass diese unbehandelt sind und mit der Luftfeuchtigkeit und Hitze klarkommen.

Kletterficus, Nestfarn oder Efeutute wären hier geeignete Pflanzen. Man sollte allerdings damit rechnen, dass einige Pflanzen von den Vogelspinnen zerstört werden, da diese gerne graben. Die Pflanzen werden auch mit ihren Netzen versehen, sodass man diese aus dem Terrarium entfernen muss.

Der Bodengrund darf nicht vernachlässigt werden:

Als Bodenuntergrund kann man handelsübliche Blumenerde benutzen. Diese darf aber nicht gedüngt sein und es dürfen sich auch keine Krabbeltiere darin befinden. Der Boden sollte hoch aufgeschüttet sein und regelmäßig befeuchtet werden. Man muss aber darauf achten, dabei keine Staunässe zu erzeugen. Der Bodengrund ist dann auch langlebiger. Man sollte in aber trotzdem halbjährlich wechseln.

Der Kreativität sind bei der Gestaltung kaum Grenzen gesetzt:

Man kann bei der Gestaltung des Terrariums seiner Kreativität den freien Lauf lassen. Vogelspinnen lieben Kork und Röhren, weil diese als Versteck verwendet werden können. Manche Vogelspinnen klettern auch gerne, sodass man auch für Erhöhungen sorgen sollte. Scharfkantige Gegenstände dürfen sich in dem Terrarium nicht befinden.

Gut zu wissen:
Vogelspinnen sind Einzelgänger und sollten allein gehalten werden, da es sonst zu Kämpfen kommt und Tiere sterben müssen. Wenn man Vogelspinnen züchten möchte, sollte man sich erst gründlich mit der Zucht vertraut machen. Für Einsteiger ist die Vogelspinnenhaltung häufig noch ein Mysterium für sich.

Welches Futter Vogelspinnen brauchen:

Vogelspinne frisst im Terrarium

Eine Vogelspinne muss natürlich, wie alle anderen Haustiere auch, regelmäßig gefüttert werden. Es werden Abstände zwischen einer und zwei Wochen empfohlen, da die Spinnen keine großen Esser sind. Wie satt die Spinne ist, erkennt an dem Verhältnis von Hinter- und Vorderleib.

Wenn der Hinterleib erheblich größer ist, sollte eine Fütterungspause eingelegt werden. Überfüttert werden darf die Spinne in keinem Fall, weil sie sich sonst wehtun würde oder sogar sterben könnte. Zum Essen sollte man der Spinne unterschiedliche Insekten anbieten, wie zum Beispiel Heuschrecken, Grillen oder Heimchen.

Wo man Vogelspinnenfutter erwerben kannn:

Die passenden Insekten man entweder über das Internet bestellen oder im Zoofachhandel ergattern. Man sollte hier keine Scheu vor Krabbeltieren haben, da man ständig mit ihnen in Berührung kommt. Die Futtertiere können in einem Plastikterrarium gehalten werden und wenn eine Fütterung stattfindet, greift man mit einer Pinzette nach den Tierchen und setzt diese zu der Spinne ins Terrarium.

Die Insekten sollten nicht in der Nähe von Menschen aufgehalten werden, weil das Zirpen oft als störend empfunden wird. Der Keller ist jedoch auch nicht geeignet, weil die Insekten Licht benötigen, um zu überleben. Die Insekten werden lebendig an die Spinne verfüttert. Wenn man nicht in der Lage ist, damit umzugehen, sollte man von einer Vogelspinne als Haustier absehen.

Manchmal kommt es vor, dass die Spinne nicht fressen möchte. Es kann sein, dass sich der Achtbeiner häutet. Da sind die Kieferklauen nämlich sehr weich und unbrauchbar zum Fang der Insekten. Wenn das der Fall ist, sollte man einfach noch ein paar Tage abwarten, bis die Vogelspinne wieder fit ist.

Gut zu wissen:
Manchmal kommt es vor, dass die Spinne nicht fressen möchte. Es kann sein, dass sich der Achtbeiner häutet. Da sind die Kieferklauen nämlich sehr weich und unbrauchbar zum Fang der Insekten. Wenn das der Fall ist, sollte man einfach noch ein paar Tage abwarten, bis die Vogelspinne wieder fit ist.

Hygiene- & Pflegemaßnahmen bei Vogelspinnen:

Vogelspinne halten in Deutschland

Es ist wichtig, dass man weiß, dass sich die Spinnen in regelmäßigen Abständen häuten, damit sie wachsen können. Weibchen, die ausgewachsen sind, tun das selten. Männchen hauptsächlich bis zur Geschlechtsreife.

Wenn die Vogelspinne auf dem Rücken liegt und sich nicht regt, braucht man sich nicht zu erschrecken, denn das ist ein Zeichen, dass die Vogelspinne sich in der Häutungsphase befindet. Man darf in diesem Zustand die Spinne weder berühren noch umdrehen, weil ihr damit Schaden zugefügt werden würde.

Wenn sie sich häutet, braucht sie viel Ruhe. Eine Störung führt dazu, dass der Häutungsprozess beendet wird und die Vogelspinne muss sterben. Tote Spinnen ziehen die Beine unter den Körper. Man kann den Achtbeiner beim Häutungsprozess unterstützen, indem die Luftfeuchtigkeit im Terrarium erhöht wird.

Die Spinne muss nicht so oft gefüttert werden, aber trotzdem brauchen sie viel Pflege und Zuwendung. Futterreste müssen sorgfältig aus dem Terrarium entfernt werden. So kann man gegen eine Schimmelbildung ankämpfen. Der Wasserbehälter muss alle zwei Tage mit frischem Wasser aufgefüllt werden. Das ist aber auch schon alles, was man bei der Haltung einer Vogelspinne beachten muss.

Gut zu wissen:
Wichtig zu wissen ist, dass Vogelspinnen über Brennhaare verfügen. Diese nutzen sie zur Abwehr einer Bedrohung, indem sie die Haare auf den Feind schleudern. Diese Brennhaare brennen wirklich sehr stark, deshalb sollte man immer vorsichtig mit der Spinne umgehen.

Für Anfänger geeignete Vogelspinnen:

Arten für Anfänger

Es gibt verschiedene Arten von Vogelspinnen und besonders für Anfänger stellt sich jetzt die Frage, für welche Vogelspinne sie sich entscheiden sollen. Anfänger sind damit nicht selten überfordert. Es wäre gut, wenn man sich für eine Spinne mit einem niedrigen Aggressivitätsgrad entscheidet.

Vogelspinnen mit einem hohen Aggressionspotenzial eignen sich als Haustiere nur für Profis, die sich mit dieser Art Spinnen gut auskennen. Die verschiedenen Arten haben auch unterschiedliche Bedürfnisse, was die Haltung und Pflege betrifft. Es eignet sich daher nicht jede Vogelspinne als Haustier, wenn man nur über wenig Erfahrung in Vogelspinnenhaltung verfügt.

Also braucht ein Einsteiger eine Spinne, die nicht empfindlich ist und bei Fehlern keine Verhaltensauffälligkeiten entwickelt. Amerikanische Vogelspinnen beispielsweise sind sehr pflegeleicht und sind vom Charakter her ruhige Wesen. Sie gelten daher als gute Tiere für den Einstieg in der Haltung von Vogelspinnen.

Die afrikanischen und asiatischen Vogelspinnen dagegen sind äußerst aggressiv und gehören somit in die Hände eines erfahrenen Terraristikers. Anhand der amerikanischen Vogelspinne kann man dann die verschiedenen Verhaltensweisen der Tiere einstudieren und Erfahrungen sammeln, bevor man sich für eine aggressivere Rasse entscheidet.

Diese Arten gehören zu den ruhigen Vogelspinnen und sind damit wie geschaffen für Einsteiger:

  • Brachypelma Smithi: Die sogenannte „Mexikanische Rotknie-Vogelspinne“ gilt als klassisches Anfängertier. Diese Art wird oft bei der Filmproduktion eingesetzt, da man sie überhaupt nicht verunsichern kann. Selbst in Therapien wird sie verwendet, um Menschen ihre Angst vor Spinnen abzutrainieren.
  • Brachypelma Albopilosum: Diese Art ist auch bekannt als „Kraushaar Vogelspinne“. Sie ist anspruchslos und friedlich und damit wie gemacht für Einsteiger:
  • Brachypelma Emilia: Die Brachypelma heißt auch Organgenbein Vogelspinne. Sie stellt keine großen Ansprüche an den Halter.
  • Grammostola Rosea: Sie ist ebenfalls eine typische Vogelspinne für Anfänger. Ihr Wesen lässt sich als ruhig beschreiben und Abwehrmechanismen finden nur bei starker Reizung statt.
Gut zu wissen:
Alle diese Arten halten sich versteckt im Terrarium auf und wollen ihre Ruhe. Sie bewegen sich nur wenig fort. Man sollte sich jedoch mit den individuellen Wünschen des Haustieres auseinandersetzen. Man sollte sich nicht für die farbenfrohen Vogelspinnen entscheiden, da diese eher aggressiv veranlagt sind.

Worauf man beim Vogelspinne kaufen achten muss:

Vogelspinne beim Kauf begutachten

Man kann Vogelspinnen entweder online kaufen oder im Zoofachhandel, wie zum Beispiel bei Kölle Zoo. Leider beschäftigen sich nicht alle Zoofachhandel mit dem Verkauf von Vogelspinnen. Daher muss man häufig auf den Tierversand, private Züchter oder auch Reptilienbörsen zurückgreifen. Manchmal wird man auch bei den Mitgliedern von Terraristik-Vereinen fündig.

Vogelspinnen kosten in der Regel zwischen 30 und 100 Euro. Je nachdem für welchen Anbieter man sich entscheidet und welche Art es werden soll, variiert der Preis dann etwas. Es wäre besser, wenn man sich für einen Zoofachhandel entscheidet, da man dort beraten werden kann. Außerdem kann man sich so noch mal einen finalen Eindruck von einer Vogelspinne als Haustier verschaffen.

Woran man eine gesunde Vogelspinne erkennt:

Nichts ist ärgerlicher als eine kranke Vogelspinne zu kaufen. Daher sollte man sie vor den Erwerb gründlich inspizieren. Während man das Tier gründlich mustert, sollte man sich ausreichend Zeit lassen. Schließlich muss man auf alle diese Aspekte achten:

  • Die Gliedmaßen dürfen nicht gekrümmt sein oder gar unter den Vorderkörper geschlagen sein. Zudem dürfen die Chelizerenklauen nicht schlaff herunterhängen.
  • Aus den Gelenkhäuten darf bei Bewegung keine Flüssigkeit herauslaufen. Solche Spinnen wurden zu lange unter zu trockenen Bedingungen gehalten. Sie leben meist nicht lange.
  • Das Abdomen sollte symmetrisch geformt und nicht zu klein oder gar faltig sein. Außerdem dürfen sich auf dem Hinterleib keinerlei Flecken oder Pusteln befinden.
Weitere wichtige Punkte:
Sollte bei der Vogelspinne ein Bein fehlen, ist dies natürlich kein schöner Anblick. So ein optischer Mangel muss aber nicht das Aus für den Erwerb bedeuten. Gleiches gilt, wenn das Abdomen recht klein ist. Solange das Tier angebotene Futterinsekten jagt und vertilgt ist alles okay. Ein Blick auf die Terrarien schadet außerdem nicht. Die Haltungsbedingungen sollten stimmen und die Terrarien sauber sein.

Krankheiten erkennen und behandeln:

Vogelspinne Krankheiten

Vogelspinnen können genauso gut wie andere Haustiere auch erkranken oder von Parasiten angegriffen werden. Manche verletzen sich sogar beim Klettern. Wichtig ist, dass man Krankheitssymptome rechtzeitig erkennt und den Tieren hilft, wiederzugenesen. Oft leiden die Vogelspinnen unter Verletzungen, Vergiftungen, Milbenbefall, Wurmbefall und Pilzbefall.

Dafür ist meistens der Halter schuld, da er irgendetwas falsch gemacht hat. Daher ist es wichtig, dass man das Terrarium gut pflegt und sauber hält. So kann man vermeiden, dass Keime oder sogar Viren entstehen. Manche Vogelspinnen klettern gerne und können ausrutschen. Hierbei kann es sein, dass sie sich verletzen, wenn sie auf den harten Bodengrund fallen.

Wunden wollen fachmännisch versorgt werden:

Normalerweise entstehen nur kleine Wunden, die von selbst heilen. Wenn die Wunde zu groß ist, kommt es zum Blutverlust, der wiederum zum Tod führen kann. Die blutende Wunde muss sofort gestillt werden. Am besten man begibt sich sofort zum Tierarzt, denn ohne professionelle Hilfe spielt man hier mit dem Leben der Spinne. In solchen Situationen muss die Spinne gut beobachtet werden.

Wenn es zu einer Wunde kommen sollte, kann man für diese eine Heilsalbe verwenden. Durch die klebrige Konsistenz wird die Blutung gestoppt. Die Konzentration darf nicht zu hoch sein, da sich das sonst schlecht auf die Vogelspinne auswirkt. Wenn die Gliedmaßen verletzt sind, müssen diese durch den Halter amputiert werden.

Hierbei muss man ganz vorsichtig sein. Die Gliedmaßen müssen entfernt werden, weil es bei der Häutung sonst starke Schwierigkeiten geben würde. Sie könnte die Haut nämlich gar nicht abstreifen. Die Gliedmaßen werden oberhalb der Wunde abgeschnitten.

Es darf nicht zu stärkeren Blutungen kommen. Besser wäre es, wenn man versucht, mit einer Pinzette die Gliedmaßen zu entfernen. Die Spinne wird diese schließlich selbst abwerfen. Das ist nicht schlimm, denn die Gliedmaßen wachsen wieder nach und können sich nachbilden.

Übrig gebliebene Futterinsekten können zur Gefahr werden:

Außerdem sollte man auch auf die Futtertiere achten, weil diese ebenfalls zur Gefahr für die Vogelspinne werden können, vor allem wenn sie sich vor ihr verstecken. Diese können die Spinnen beißen und ernsthaft verletzen. Vor allem in der Zeit der Häutung ist das ein sehr kritisches Thema, weil sich hier die Vogelspinne in einem Schockzustand befindet.

In ihrer Bewegungslosigkeit ist sie den Futtertieren komplett ausgeliefert und kann sich überhaupt nicht wehren. Deshalb sollte man bei der Häutung alle Futtertiere aus dem Terrarium entfernen. Nur so kann die Vogelspinne vor Feinden geschützt werden.

Stürze sind der Hauptgrund für schwere Verletzungen:

Man sollte die Spinne auch nicht in die Hand nehmen, da sie sich leicht erschrecken und einem deshalb schnell aus der Hand fallen können. Dabei können ernsthafte innere Verletzungen entstehen und schnell den Tod herbeiführen. Häufig ist die Ursache für Stürze eine Überfütterung des geliebten Haustiers.

Ein zu dicker Hinterleib sorgt dafür, dass sich die Spinne nur schwer fortbewegen kann. Aufgrund dessen kommt es häufig zu Verletzungen an Gegenständen. Ebenfalls sollte man über eine Auspolsterung des Terrariums nachdenken. Der Sturz wird so abgefedert und hinterlässt weniger Verletzungen.

Wie sich ein Milbenbefall äußert:

Jede Vogelspinne ist dieser Gefahr ausgesetzt. Einen Milbenbefall erkennt man an den weißen Flecken. Diese stellen kleine Tierchen dar. Diese ernähren sich von den Futterresten der Vogelspinne. Die Milben halten die Spinne also sauber und schützen sie vor Bakterien und Keimen.

Weil die Spinne aber dann so sauber ist, ist sie gegen Krankheiten nicht immun. Man kann Milben also als positiv und negativ empfinden. Milben sind und bleiben jedoch Parasiten, die entfernt werden müssen. Die Milben verschwinden meistens bei der Häutung, doch ein kleiner Teil bleibt dabei immer zurück.

Man kann das Tier auch zum Tierarzt bringen, oder man betäubt die Spinne mit Backpulver, um die Milben mit einer Pinzette zu entfernen. Es wäre aber besser, als Anfänger zum Tierarzt zu gehen, um der Spinne nicht noch mehr zu schaden.

Wie sich ein Pilzbefall bemerkbar macht:

Durch eine schlechte Belüftung kann es im Terrarium zu einem Pilzbefall kommen. Man erkennt diesen an den pelzigen Belägen auf dem Körper und den Beinen. Der Pilz wirkt sich sehr schlecht auf den Stoffwechsel aus, sodass die Spinne geschwächt wird. Die Behandlung muss sofort erfolgen.

Der Pilz kann durch Alkohol entfernt werden. Das Terrarium muss gut desinfiziert werden, um alle Pilzkulturen abzutöten. In Zukunft sollte man auf eine bessere Belüftung achten. Man sollte einfach regelmäßig lüften. Den Pilzbefall als Anfänger auch vom Tierarzt entfernen lassen, um Vergiftungen zu vermeiden.

Wie man bei einem Wurmbefall reagieren muss:

Wenn der Hinterleib eingefallen ist, obwohl die Spinne gut genährt wird, sorgt ein Wurmbefall dafür, dass die Spinne dünner und schwächer wird. In dieser Zeit wird sich die Spinne gut verstecken und sich zurückziehen.

Vor allem, wenn die Spinne aufhört zu essen, kann man sich sicher sein, dass die Spinne von einem Wurmbefall heimgesucht wurde. Es gibt leider keine hilfreiche Behandlungsmethode dagegen. Der Wurmbefall führt in den meisten Fällen zum Tode.

Gut zu wissen:
Es gibt noch viele weitere Krankheiten, mit denen man bei der Haltung einer Vogelspinne konfrontiert werden kann. So kommt es bei vielen Tieren zum Vogelspinnenkrebs oder zu Vergiftungen. Ab und an hört und liest man auch vom dyskinetischen Syndrom.

Unser FAQ übers Halten von Vogelspinnen:

FAQ

Vogelspinnen sind seit einigen Jahren sehr beliebt unter exotischen Haustieren. Sie sind nämlich einfach zu halten, als Haustiere sehr günstig und brauchen nur wenig Platz. Das macht Vogelspinnen als Haustiere bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen immer beliebter. Allerdings stellen sich auch viele Fragen rund um die Haltung. Daher haben wir ein kleines FAQ erstellt:

Sind Vogelspinnen wirklich giftig und gefährlich für Menschen?

Nicht alle Vogelspinnen sind giftig. Aber auch von den Kollegen mit toxischen Substanzen geht für Menschen keine echte Gefahr aus. Erstmal kommt es nur in ganz seltenen Fällen zu Bissen. Außerdem entstehen dabei nur Rötungen oder ein leichtes Brennen. Ab und an kommt es auch zu einem Anschwellen, wie man es von Insektenstichen kennt. Das war es auch schon.

Braucht man eine Genehmigung für die Vogelspinnenhaltung?

Vor der Haltung sollte man sich grundlegend über die Bestimmungen in seinem Bundesland informieren. Meist spricht aber nichts gegen Vogelspinnen als Haustiere. Allerdings kann es bei den giftigen Arten seitens der Gefahrentierverordnung zu Einschränkungen kommen. Oft muss man aber auch nur eine allgemeine Meldepflicht beachten.

Wie teuer sind Vogelspinnen in der Anschaffung & Haltung?

Die Preise für Vogelspinnen variieren stark, bleiben dafür aber in einem mehr als überschaubaren Rahmen. Häufig bekommt man Jungtiere beliebter Arten für wenige Euros auf Reptilienbörsen. Lediglich sehr ausgefallene und damit auch seltene Arten sind teurer. Hier können dann mehrere Hundert Euro fällig werden.

Die Haltung an sich ist eher als günstig zu bezeichnen. Das Terrarium ist klein, man braucht kaum Einrichtung und nur wenig Technik. Des Weiteren füttert man die Tiere nur in Abständen von mehreren Wochen. Die monatlichen Unterhaltungskosten sind also eher gering. Lediglich ein Tierarztbesuch kann teuer werden.

Darf man Vogelspinnen anfassen oder herumtragen?

Verboten ist das Ganze natürlich nicht. Allerdings ist es nicht artgerecht und Vogelspinnen sind keine Kuschel- oder Streicheltiere. Man erfreut sich am Beobachten und nicht am Anfassen. Außerdem bauen Spinnen keinerlei Beziehungen zu Menschen auf. Lasst die Tiere bitte im Terrarium. Ein herausnehmen oder herumtragen ist purer Stress für die Spinnen.

Wie lange leben Vogelspinnen?

Wer seine Spinne artgerecht hält, hat sehr lange etwas von ihr. Meist werden die Tiere zwischen 15 und 20 Jahre alt. Das gilt aber nicht für alle Arten. Manche von ihnen besitzen eine Lebenserwartung von 25 bis 30 Jahre. So ist es beispielsweise bei der Rotknie-Vogelspinne (Brachypelma smithi) der Fall. Dies gilt allerdings nur für Weibchen.

Männchen werden bei Weitem nicht so alt. Sie sterben oft schon 2 bis 3 Jahre nach Erreichen der Geschlechtsreife. So spricht man hier von einem Lebensalter zwischen 4 und maximal 13 Jahren. Immer noch ein guter Wert für solch kleine Tiere, oder etwa nicht?

Sind Vogelspinnen Insekten?

Nein. Spinnen haben eine eigene Tiergruppe. Die Rede ist von der Klasse der Spinnentiere. Zu dieser gehören auch die Vogelspinnen. Außerdem haben Insekten nur 6 Beine. Spinnen hingegen sind Achtbeiner. Anhand dieses Umstands lassen sich die Tiere gut voneinander unterscheiden.