Beim Anblick von Spinnen erstarren viele Menschen. Trotzdem gibt es einige Tausend Terrarianer, die in ihren eigenen 4 Wänden Vogelspinnen halten. Diese furchtlose Gruppe von Menschen beschäftigt sich intensiver mit den über 900 verschiedenen Arten. Allerdings wird davon nur ein Bruchteil gehalten. Welche das sind und worauf es in puncto Haltung ankommt, verrät dir unser Artenverzeichnis:

Baumbewohnende Arten:

Avicularia versicolor (Martinique-Baumvogelspinne):

Schwierigkeitsgrad: Einsteiger, Erstbeschreibung: Walckenaer, 1837

Dieser Baumbewohner aus der Gattung Avicularia wird sehr gerne in Terrarien gehalten. Die Art stammt von Martinique, einer kleinen Insel in der Karibik. Dort lebt sie im Norden, und zwar in den feucht-tropischen Wäldern. In mehreren Metern Höhe bauen sie ihr Wohngespinst. Dafür werden als Basis Astgabeln, Astlöchern, Blättern und sogar Rindenfurchen genutzt.

Die Spinnen werden bis zu 6 cm groß und im Laufe ihres Lebens verändert sich ihr Aussehen drastisch. Im Nymphenstadium haben sie eine blaue Grundfärbung und das Opisthosoma verfügt über eine wespenartige Zeichnung. Ab dem 5. bis 6. Nymphenstadium beginnt die Umfärbung der Spinnen. Nun wird die Grundfärbung zusehends dunkler und es entsteht eine violette bis rötliche Behaarung.

Haltungsanforderungen der Avicularia versicolor:

Zur Haltung dieser Art empfehlen wir ein 30 x 30 x 40 cm großes Halbfeuchtterrarium. Als Bodengrund kann man normale Walderde oder auch biologische Blumenerde mit einer Füllhöhe von 5 bis 8 cm genutzt werden. Als Unterschlupf nutzt man eine hochkant aufgestellte Korkröhre.

Damit die Spinne auch ordentlich herumklettern kann, empfehlen sich mehrere Kletteräste. Natürlich darf auch an der Deko nicht gespart werden. Wer will, kann neben etwas Moos auch echte Pflanzen im Terrarium einsetzen. Wir greifen dabei meist auf die Efeutute zurück.

Allerdings ist gegen künstliches Grün ebenfalls nicht einzuwenden. Tagsüber sollte es etwa 25 bis 28 Grad Celsius warm sein. Nachts hingegen darf die Temperatur ruhig auf 20 bis 22 Grad Celsius sinken. Die Luftfeuchtigkeit sollte in einem Bereich von 70 bis 85 Prozent gehalten werden.

Was diese Vogelspinne so besonders macht:

In der freien Wildbahn lebt die Spinne mit mehreren Tieren auf Bäumen. Dabei kommt es meist zu keinerlei Problemen. In der Terraristik hingegen haben sich die Pfleglinge als empfindlich gegenüber Stauluft gezeigt. Eine Doppelbelüftung ist daher absolut wichtig und sollte bei der Wahl des Terrariums nicht vernachlässigt werden.

Chromatopelma cyaneopubescens (Cyanblaue Vogelspinne):

Schwierigkeitsgrad: Einsteiger, Erstbeschreibung: Embrik Strand, 1907

Das Verbreitungsgebiet dieser Spinne ist ein kleines Waldareal im Norden Venezuelas. Im dortigen Bergwald herrschen die optimalen klimatischen Bedingungen für die Tiere. So ist es ebendort sehr trocken, der Baumbewuchs ist eher licht und es gibt einige Holzhütten, die die Cyanblaue Venezuela-Vogelspinne als neues Habitat entdeckt hat.

Die Spinnen passen dort selbst in die kleinsten Schlitze und Winkel. Schließlich wird die Art gerade einmal 6 cm groß. Ihr Name verrät uns bereits einiges über die Färbung. Der Körperpanzer schimmert metallisch grün, ihre Beine sind dunkelblau, und ihr Hinterleib ist in einem leichten Orange eingefärbt. Damit gehört diese Vogelspinne zu einer der schönsten Arten der Welt.

Haltungsanforderungen der Chromatopelma cyaneopubescens:

Diese Spinne lebt nicht nur am Boden, sondern auch auf Sträuchern und Bäumen. Daher muss das Trockenterrarium die Maße 30 x 30 x 50 cm haben. Als Bodengrund dient hier ein Gemisch aus Sand und Erde. Viel wichtiger als das Bodensubstrat sind die Klettermöglichkeiten. Die Grundlage stellt dabei eine senkrecht platzierte Korkröhre dar. Diese wird von der Spinne auch als Versteck genutzt.

Ein paar Pflanzen runden das Becken ab. Wer dabei nicht auf künstliches Grün setzen möchte, kann sich klein bleibende Bromelien einpflanzen. Viele Halter schwören aber auch auf Efeututen. Nicht fehlen darf im Terrarium der Bergwaldbewohnerin eine flache Trinkschale und noch ein paar weitere Kletteräste. Zur Ernährung bieten sich handelsübliche Futterinsekten an.

Was diese Vogelspinne so besonders macht:

Über mehrere Jahre hinweg gehörte diese Art zu den beliebtesten Vogelspinnen unter Terrarianern. Leider wurden anfangs fast nur Wildfänge angeboten. Dadurch sank der Tierbestand vor Ort auf ein extrem niedriges Niveau ab. Ein Exportverbot war die einzig richtige Reaktion der Regierung. Heutzutage ist das Angebot an Nachzuchten so groß, dass keine illegalen Wildfänge mehr gehandelt werden.

Psalmopoeus irminia (Venezuela Ornament Vogelspinne):

Schwierigkeitsgrad: Fortgeschrittener, Erstbeschreibung: Saager, 1994

Die deutsche Bezeichnung dieser Vogelspinne verrät uns einiges über das Verbreitungsgebiet. Die Art lebt in Venezuela und im angrenzenden Guyana. Dort findet man sie in den Waldgebieten des Orinocodeltas und in der Gran Sabana. Man muss allerdings etwas länger Ausschau halten. Die Tiere führen eine recht versteckte Lebensweise. Viel Zeit verbringen sie in ihren Wohnhöhlen und nicht auf Bäumen.

Die Venezuela Ornament Vogelspinne wird bis zu 6 cm groß und besticht mit einem tollen Aussehen. Auf dem Hinterleib befindet sich ein farbintensiver oranger Querstreifen. Aufgrund der schwarzen Grundfärbung kommt er besonders schön zu Geltung. Weitere orange Streifen findet man noch auf den Beinen. Manche Tiere weisen zudem einen metallischen Glanz auf.

Haltungsanforderungen:

Zur Haltung dieser Spinne empfehlen wir ein Halbfeuchtterrarium in den Maßen 25 x 25 x 40 cm. Darin sollte sich die Temperatur tagsüber im Bereich von 25 bis 27 Grad Celsius einpendeln. Nachts hingegen genügt Zimmertemperatur. Kälter als 18 Grad Celsius sollte es aber im Terrarium nicht werden. Die Luftfeuchtigkeit sollte sich rund um die 80-Prozent-Marke bewegen.

Als Bodengrund nutzen wir 5 cm hohe Walderde oder biologische Blumenerde. In puncto Bepflanzung kann man auf künstliches Grün oder einen Fiscus setzen. Etwas Moos am Boden verbessert nicht nur die Optik, sondern speichert auch viel Wasser. Als Unterschlupf bietet sich eine senkrechte Korkröhre an. Ein Wassernapf darf natürlich auch nicht fehlen.

Die Besonderheiten dieser Vogelspinne:

Das Verhalten dieser Art kann man als nervös bezeichnen. Die Tiere sind sehr schüchtern und daher extrem scheu. Können sie sich nicht sofort zurückziehen, gehen sie nach einer Drohgebärde zum Angriff über. Sie versuchen dann mit den Vorderbeinen den Angreifer zu attackieren. Auch ihren Giftbiss wissen sie bei der Selbstverteidigung zu nutzen.

Welche baumbewohnende Vogelspinne fasziniert dich am meisten?

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Bodenbewohnende Arten:

Acanthoscurria brocklehursti:

Schwierigkeitsgrad: Einsteiger, Erstbeschreibung: F. O. P.-Cambridge, 1896

Diese Vogelspinne stammt vom Kontinent Südamerika, genauer gesagt kommt sie aus Brasilien. Die Bombardierspinne wird bis zu 9 cm groß und ist meist tiefschwarz gefärbt. Die Gelenkringe und Beinstreifen sind allerdings weißlich bis hellbeige. Ohne Zweifel kann man das Aussehen als wunderschön bezeichnen. Und als wäre das nicht genug, fällt die Spinne nicht unter den Artenschutz.

Haltungsanforderungen der Acanthoscurria brocklehursti:

Möchte man diese Spinne selbst halten, benötigt man ein Halbtrockenterrarium mit den Maßen 40 x 40 x 30 cm. Im Inneren sollte es tagsüber zwischen 25 und 28 Grad Celsius warm sein. Nachts hingegen genügt Zimmertemperatur, solange diese oberhalb von 20 Grad Celsius liegt. Die Luftfeuchtigkeit muss zumindest stellenweise 80 bis 90 Prozent betragen. Macht man alles richtig, sind die Spinnen sehr verfressen.

Was diese Vogelspinne so besonders macht:

Optisch kann man die Art kaum von der Acanthoscurria geniculata unterscheiden. Daher kommt es immer wieder zu gewollten, aber auch ungewollten Hybridisierung beider Spinnen. Daher sollte man beim Kauf genauer hinsehen, um keinen Hybriden zu erwerben.

Aphonopelma seemanni (Gestreife Guatemala-Vogelspinne):

Schwierigkeitsgrad: Einsteiger, Erstbeschreibung: F. Cambridge, 1897

Von Costa Rica bis nach Texas und Kalifornien reicht das Verbreitungsgebiet dieser Art. Die Tiere werden bis zu 6 cm groß und bestechen mit zahlreichen Farbvarianten. Hellbraun über Bleigrau bis hin zu Schwarz als Grundfärbung ist hier möglich. Auf den Beinoberseiten befinden sich 2 deutlich sichtbare Streifen. Sie sind weiß und bei den Männchen nicht ganz so groß.

Haltungsanforderungen der Aphonopelma seemanni:

Gehalten wird die Art in einem Halbfeuchtterrarium von 40 x 40 x 30 cm. Der Bodengrund sollte dabei etwa 6 bis 10 cm betragen. Am Tag genügen Temperaturen von 24 bis 28 Grad Celsius. Nachts hingegen sind 20 bis 23 Grad Celsius ausreichend. Die Luftfeuchtigkeit sollte sich im Rahmen von 60 bis 70 Prozent bewegen. Die Tiere lieben gängige Futterinsekten, wie Heimchen, Heuschrecken und Mehlwürmer.

Was diese Vogelspinne so besonders macht:

Diese Spinnen erfreuen sich unter Terrarianern großer Beliebtheit. Allerdings sind sie in der Terraristik kaum zu vermehren. Angeboten werden daher fast nur Spinnen, die aus aufgesammelten Kokons in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet stammen. In der Costa Rica sind solche Wildfänge aber bereits illegal.

Brachypelma albopilosum (Kraushaarvogelspinne):

Schwierigkeitsgrad: Einsteiger, Erstbeschreibung: Valerio, 1980

In den südamerikanischen Regenwäldern von Costa Rica, Guatemala, Panama und Honduras findet man diese Art. Die Tiere werden bis zu 8 cm groß und sind dunkelbraun gefärbt. Am ganzen Körper findet man gekräuselte, hellbraune Haare. Daher stammt auch der Name. Diese Spinnen gelten als friedlich und werden daher gerne von Anfängern gehalten.

Haltungsanforderungen der Brachypelma albopilosum:

Hier genügt ein Feuchtterrarium mit den Maßen 30 x 30 x 30 cm vollkommen aus. Enthalten muss darin lediglich etwas Bodensubstrat sowie ein Versteck sein. Selbstredend darf auch der obligatorische Wassernapf ebenso wie Deko nicht fehlen. Tagsüber muss es zwischen 24 und 29 Grad Celsius warm sein, nachts genügt Zimmertemperatur vollkommen. 65 bis 80 Prozent Luftfeuchte gelten als optimal.

Was diese Vogelspinne so besonders macht:

Die beiden Geschlechter haben charakteristische Merkmale. So haben die Männchen an der Unterseite des Abdomens, und zwar oberhalb der Epigastralfurche eine kreisrunde, dunkle Region. Bei den Weibchen hingegen ist dort ein bis zu 9 mm breiter und horizontaler Schlitz zu sehen.

Brachypelma auratum (Rotbeinvogelspinne):

Schwierigkeitsgrad: Einsteiger, Erstbeschreibung: Schmidt, 1992

Die Art stammt aus Mexiko, und ist dort in den Staaten Guerrero und Michoacán zu Hause. Sie erreicht eine Körpergröße von bis zu 9 cm und ähnelt optisch sehr stark der Bracyhpelma hamorii. Allerdings ist die komplette Färbung dunkler. Dies trifft auch auf die Ringe an den Beinen zu. Diese sind eher dunkelorange bis leuchtend rot gefärbt. Der restliche Körper ist in ein dunkles Grau bis leichtes Schwarz gehalten.

Haltungsanforderungen der Brachypelma auratum:

Zur Haltung dieser Vogelspinne benötigt man ein Halbfeuchtterrarium mit den Maßen 50 x 40 x 40 cm. Dort sollte tagsüber eine Temperatur von 25 bis 28 Grad Celsius herrschen. Nachts reichen etwa 23 Grad Celsisus. Die Luftfeuchtigkeit sollte sich in einem Bereich von 70 bis 80 Prozent einpendeln. Das Bodensubstrat darf tiefer ausfallen, eine Sonneninsel wird oft dankend angenommen.

Was diese Vogelspinne so besonders macht:

Die Art besitzt ein sehr friedfertiges Wesen. Zudem klettert sie gerne. Aber auch der Boden hat es ihr angetan. Gerne gräbt sie lange Röhren, um sich vor Feinden zu verstecken. Ab und an verlässt sie diese zum Sonnenbaden. Damit bekommt man sie als Terrarianer häufiger zu Gesicht.

Brachypelma boehmei (Mexikanische Feuerbein-Vogelspinne):

Schwierigkeitsgrad: Einsteiger, Erstbeschreibung: Schmidt, G. & P. Klaas, 1993

Im südlichen Teil Mexiko rund um Geröllhalden kann man diese Art bewundern. Um sie zusehen braucht es aber einiges an Geduld. Die Tiere kommen nämlich nur aus ihren bis zu 2 m tiefen Gängen, um nach Regenfällen Nahrung zu erbeuten. Ansonsten sieht man die etwa 7 cm großen Spinnen kaum. Ihren Namen verdanken sie den orangen und schwarzen Beingliedern.

Haltungsanforderungen der Brachypelma boehmei:

Die Tiere stammen aus einer trockenen Region und brauchen daher ein 30 x 30 x 30 cm großes Trockenterrarium. Am Tag sollte es darin etwa 26 Grad Celsius warm sein. Nachts genügen ca. 21 Grad Celsius bei einer konstanten Luftfeuchte von 50 bis 70 Prozent. Das Bodensubstart kann ruhig höher aufgeschüttet werden, ein Versteck sowie eine Wasserschale sind hier Selbstverständlichkeiten.

Was diese Vogelspinne so besonders macht:

Die nachtaktiven Spinnen fallen unter den Artenschutz und reagieren empfindlich auf kleinste Störungen. Sie beginnen sofort mit dem bombardieren. Sie reiben sich also mit ihren Hinterbeinen die Brennhaare vom Hinterleib und schlagen so Angreifer in die Flucht. Dies gelingt recht gut, weshalb bis zu 50 solcher Vogelspinnen auf einem Hektar Land leben können.

Brachypelma emilia (Orangebein-Vogelspinne):

Schwierigkeitsgrad: Einsteiger, Erstbeschreibung: White, 1856

Diese wunderschöne Vogelspinnenart stammt aus dem fernen Mexiko. Dort kommt sie in den Staaten Durange und Nayarit vor. Laut einigen Websites soll sie inzwischen aber auch in Costa Rica und Panama heimisch sein. Die Tiere werden bis zu 7 cm groß und bestechen mit einem tollen Aussehen.

So befinden sich leuchtend orange Bereiche an den Beinen. Aber auch der Carapx hat etwas von der Farbe abbekommen. Um die Augen befindet sich ein schwarzes Dreieck, der Rest ist hingegen in einem bildhübschen Orange gehalten. Am ganzen Körper befinden sich zudem noch orange, rotbraune als auch schwarze Haare.

Haltungsanforderungen der Brachypelma emilia:

Die Art wird normalerweise in einem Trockenterrarium mit den Maßen 40 x 30 x 30 cm gehalten. Darin sollte tagsüber eine Temperatur zwischen 26 und 32 Grad Celsius herrschen. Nachts hingegen reichen 18 bis 20 Grad Celsius. Damit die hohen Temperaturen erreicht werden können, benötigt man eine starke Lampe oder zusätzlich noch eine Heizmatte. Die Luftfeuchte sollte bei 60 bis 70 Prozent liegen.

Diese Art kann man als sehr aggressiv beschreiben. Bereits bei den kleinsten Störungen beginnen die Tiere mit dem Bombardieren, also dem Abwerfen der Brennhaare. Außerdem sind alle Vertreter dieser Vogelspinnenart sehr gefräßig. Sie lieben Grillen, Heimchen und Heuschrecken. Die Tiere können sehr gut graben und legen gerne Gänge im Terrarium an.

Was diese Vogelspinne so besonders macht:

Das Graben langer und tiefer Tunnel sichert der Art das Überleben in der Wildnis. So können sie problemlos in vollständig umgepflügten Feldern am Leben bleiben. Sollten sie nämlich zugeschüttet werden, können sie sich einfach wieder frei buddeln. Da die angelegten Gänge sehr tief sind, überleben sie darin oft starke Steppenbrände.

Selbst in erdbedeckten Mülldeponien wurden schon Vertreter dieser Vogelspinnenart entdeckt. Da die Tiere sehr robust sind, konnten sie ihr Verbreitungsgebiet immer weiter ausbauen. Zudem hat die Abholzung großer Areale den Lebensraum der Tiere immer weiter vergrößert. Die dadurch entstehenden landwirtschaftlichen Flächen und Steppen bieten optimale Lebensbedingungen für die Art.

Brachypelma hamorii (Mexikanische Rotknie-Vogelspinne):

Schwierigkeitsgrad: Einsteiger, Erstbeschreibung: F. Cambridge, 1897

Hier handelt es sich wohl um die bekannteste Vogelspinnenart auf dem Planeten. Viele Menschen kennen die Tiere aus dem Fernsehen oder aus großen Kinoproduktionen. Die Vogelspinnenart gilt nämlich als sehr friedfertig und anspruchslos in der Haltung. Damit eignen sich die Tiere auch optimal für Einsteiger in die Welt der Vogelspinnenhaltung.

Die aus Mexiko stammende Art wird etwa 7 cm groß und ist meist dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Charakteristisch sind hier nicht nur die orangerot gefärbten Beinringe, sondern auch der gelborange Haarsaum am Vorderkörper. Bei den meisten Spinnen befinden sich auf den Beinen noch helle Haare und die Männchen bleiben etwas kleiner als die Weibchen.

Haltungsanforderungen der Brachypelma hamorii:

Für diese Spinne genügt ein Trockenterrarium in der Größe 30 x 30 x 30 cm. Der Bodengrund sollte etwa 10 bis 15 cm hoch sein, da manche Vertreter gerne graben. Tagsüber müssen Temperaturen von 26 bis 28 Grad Celsius erreicht werden. Nachts sind 21 Grad Celsius ausreichend. Da manche Tiere gerne ein Sonnenbad nehmen, kann man einen lokalen Wärmespot mit 30 Grad Celsius errichten.

Als Unterschlupf kann man auf eine fertige Wohnhöhle aus dem Terraristikbereich zurückgreifen oder einfach etwas Korkrinde zum Bau nutzen. Ein Wassernapf ist hier absolute Pflicht. Damit man diesen nicht jeden Tag befüllen muss, kann man auf Wassergranulat setzen. Als Luftfeuchte genügen bei diesen Steppenbewohnern 60 bis 70 Prozent. In puncto Ernährung kommen klassische Futterinsekten infrage.

Was diese Vogelspinne so besonders macht:

Es handelt sich hier um eine Bombardierspinne. Kann sie bei einer Bedrohung nicht fliehen, streift die Art ihre Brennhaare ab. Hilft auch dies nicht, versprühen die Spinnen ihren Kot. Wie bereits mehrfach durch Forscher beobachtet, kann so ein Kotstrahl einen Angreifer recht zuverlässig in die Flucht schlagen.

Chilobrachys huahini:

Schwierigkeitsgrad: Profi, Erstbeschreibung: Schmidt & Huber, 1996

Diese Spinne stammt nicht aus Südamerika oder Afrika, sondern ist in Thailand beheimatet. Dort lebt sie südlich der Stadt Hua Hin. Adulte Tiere werden etwa 8 cm groß und leben überwiegend am Boden. Dort kann man sie kaum entdecken, da die Tiere überwiegend beigebraun bis rotbraun eingefärbt sind. Charakteristisch für diese Vogelspinnen sind das längliche Abdomen und langen, schlanken Spinnwarzen.

Haltungsanforderungen der Chilobrachys huahini:

Wer diese aggressive Regenwaldbewohnerin halten möchte, benötigt ein Halbfeuchtterrarium mit dem Maßen 30 x 30 x 30 cm. Darin sollte es tagsüber zwischen 26 und 30 Grad Celsius warm werden. Nachts hingegen genügt die Zimmertemperatur, solange diese nicht unter 20 Grad Celsius abfällt.

Als Bodengrund eignet sich biologische Blumen- oder auch ganz normale Walderde. Die Spinnen freuen sich des Weiteren über Klettermöglichkeiten, eine Wohnhöhle sowie ein flaches Trinkgefäß. Um auf die hohe Luftfeuchtigkeit von 80 bis 90 Prozent zu kommen, muss öfter mit einem Drucksprüher gearbeitet werden.

Was diese Vogelspinne so besonders macht:

Die Art sitzt gerne am Eingang ihres Unterschlupfs und lauert dort auf Beute. Haben sie etwas Fressbares erspäht, schlagen sie blitzschnell zu. Da es sich hier aber um eine sehr nervöse Art handelt, kann beim Hantieren im Terrarium auch mal die Hand des Pflegers attackiert werden. Vorher geht die Spinne meist aber erst mal in eine Art Drohstellung über.

Grammostola actaeon:

Schwierigkeitsgrad: Fortgeschrittener, Erstbeschreibung: Pocock, 1903

Relativ selten wird hierzulande die aus Brasilien stammende Vogelspinnenart gehalten. In ihrer Heimat hält sich die Spinne bevorzugt in der Nähe von umgestürzten Bäumen auf. Dabei bleibt sie fast immer am Boden und ist bei der Wahl ihres Habitats nicht besonders wählerisch. Daher existieren sogar kleine Populationen auf Viehweiden.

Die Art wird etwa 10 cm groß und relativ alt. Nicht selten erreichen die Weibchen ein Alter von deutlich über 20 Jahren. Die Tiere sind schwarz gefärbt. Wer ganz genau hinsieht, kann einen metallischen Schimmer erkennen. Zudem verfügen die Jungtiere über eine rote Färbung am Hinterleib. Mit zunehmenden Alter verblasst die Farbe aber zusehends.

Haltungsanforderungen der Grammostola actaeon:

Das Terrarium sollte ungefähr 30 cm lang, 30 cm breit und 30 cm hoch sein. Wobei man hier ruhig noch ein etwas großzügigeres Feuchtterrarium nutzen kann. Da die Art gerne gräbt, sollte das Bodensubstrat etwas höher ausfallen. 10 cm stellen das Minimum dar. Gute Erfahrungen haben wir mit einer Erde-Sand-Mischung gemacht, die an einem Bereich relativ feucht gehalten wird.

Grundsätzlich betrachtet sollte sich die Luftfeuchtigkeit am Tag bei einem Wert von 70 Prozent einpendeln. Nachts sind auch höhere Werte von bis zu 90 Prozent kein Problem. Die Temperatur sollte sich in einem Bereich von 25 bis 32 Grad Celsius am Tage bewegen. Großer Wert sollte dabei auf ein Temperaturgefälle gelegt werden.

Als Unterschlupf bietet sich eine Korkröhre, eine Wohnhöhle aus dem Terraristikbedarf oder eine Wurzel an. Auch eine Kokosnusschale macht hier eine gute Figur. Auf keinen Fall fehlen sollte eine flache Wasserschale für die nachtaktiven Tiere. Als Futter dienen bei dieser Vogelspinnenart hauptsächlich Heuschrecken, Heimchen, Schaben und Grillen.

Was diese Vogelspinne so besonders macht:

In der freien Wildbahn trifft man die Tiere meist in Südbrasilien und gelegentlich in Teilen Uruguays an. Bei der Artbestimmung muss man aber auf jedes noch so kleine Detail achten. Ansonsten kommt es schnell zu einer Verwechslung mit den ähnlich aussehenden Arten Grammostola gigantea und Grammostola iheringi.

Grammostola alticeps:

Schwierigkeitsgrad: Einsteiger, Erstbeschreibung: Pocock, 1903

Diese Vogelspinne findet man in den östlichen Grenzgebieten von Urugay und Brasilien. Dort stellen das tropische Buschland sowie das trockene Grasland das natürliche Habitat der bis zu 8 cm großen Spinnen. Die Tiere sind schwarz gefärbt und überall am Körper befinden sich samtige Haare. Die männlichen Tiere der Art bleiben etwas kleiner.

Haltungsanforderungen der Grammostola alticeps:

Für die Haltung benötigt man ein 40 x 30 x 20 cm großes Halbtrockenterrarium. Als Bodengrund dient dabei etwas Blumen- oder Walderde. Als Unterschlupf eignen sich eine Wohnhöhle, eine Korkrinde oder auch eine Kokosnusshälte. Die obligatorische Trinkschale darf auch hier nicht fehlen. Tagsüber sind Temperaturen von 25 bis 28 Grad Celsius empfehlenswert. Nachts hingegen genügen 18 bis 20 Grad Celsius.

Was diese Vogelspinne so besonders macht:

Diese Vogelspinnenart ist sehr friedlich und noch dazu behäbig. Sie entfernt sich nur selten weit von ihrer Wohnhöle. Den Großteil ihrer Zeit bekommt man die Vogelspinnenart gar nicht zu Gesicht, da sie sich in ihren Unterschlupf aufhält. Gerade in den eisigen Wintern verlässt sie ihre Wohnröhre gar nicht, um Schnee, Eis und Frost zu trotzen. Die Tiere sind klassische Einzelgänger und nachtaktiv.

Grammostola grossa:

Schwierigkeitsgrad: Einsteiger, Erstbeschreibung: Ausserer, 1875

Wie alle Arten der Gattung Grammostola stammt auch diese Spinne aus Südamerika. Dort lebt sie in Urugay, Brasilien, Paraguay und Argentinien. Die Tiere werden etwa 11 cm groß und sind dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Die Haare an den Beinen und am Hinterleib sind etwas heller in der Färbung und glänzen leicht. Umso älter die Spinnen werden, desto grünlicher schimmert ihr Carapax.

Haltungsanforderungen der Grammostola grossa:

Die Bombardierspinne benötigt ein recht großes Trockenterrarium. Wir empfehlen ein Becken mit den Maßen 60 x 30 x 35 cm. Darin sollte der Bodengrund etwa 10 bis 15 cm hoch aufgeschüttet werden. Tagsüber genügt eine Temperatur von 23 bis 27 Grad Celsius. Nachts darf es kühler sein. 18 bis 20 Grad Celsius sind empfehlenswert. Die Luftfeuchte sollte zwischen 65 und 70 Prozent liegen.

Als Versteck setzen wir auf Korkrinde oder eine Kokosnussschale. Selbstredend darf der obligatorische Trinknapf nicht fehlen. Manche Vertreter dieser Art freuen sich über eine kleine Sonneninsel mit leicht erhöhten Temperaturen. Das Bodensubstrat kann mit Eichenlaub dekoriert werden. Viele Exemplare sind recht aktiv und können häufig beim herumlaufen im Terrarium beobachtet werden.

Was diese Vogelspinne so besonders macht:

Die schnell wachsene Art ist bei der Wahl ihres Verstecks nicht allzu anspruchsvoll. Aufgrund von Eingriffen des Menschen in den natürlichen Lebensraum, trifft man die Spinnen heute auch auf Viehweiden und in der Nähe von Waldrändern an. Dort haben sie es sich unter Wurzeln, Rindenstücken, Steinen oder Falllaub gemütlich gemacht. Zur Häutung und Brutpflege nutzen sie aber ihre Tunnelsysteme.

Grammostola porteri:

Schwierigkeitsgrad: Fortgeschrittener (Winterruhe), Erstbeschreibung: Mello- Leitao, 1936

Diese Vogelspinne stammt aus den Randgebieten der Atacamawüste im Norden Chiles. Die Tiere werden etwa 6 bis 7 cm groß und besitzen eine schwarze Grundfärbung. Allerdings ist die Oberseite des Carapax leicht rosa. Zudem befinden sich auf den Beinen sowie dem Hinterleib cremefarbene bis gräuliche Langhaare. Die männlichen Tiere dieser Art bleiben stets kleiner als die Weibchen.

Haltungsanforderungen der Grammostola porteri:

Wir empfehlen hier ein Trockenterrarium mit den Maßen 30 x 30 x 30 cm. Als Bodensubstrat nutzen wir 10 bis 15 cm hohe Torf oder Blumenerde. Da es sich hier um eine bodenbewohnende Vogelspinnenart handelt, darf natürlich eine Wohnhöhle als Unterschlupf nicht fehlen. Wer möchte, darf natürlich auch eine gebogene Korkrinde oder eine Kokosnunsschale nutzen. Nicht fehlen darf natürlich der obligatorische Trinknapf.

Die klimatischen Bedingungen in Chile variieren über das Jahr sehr. Daher sollte man den dortigen Winter auch im heimischen Terrarium nachstellen. Während dieser Zeitphase sollte das Tier etwas feuchter bei 8 bis 15 Grad Celsisus gehalten werden. Ansonsten mag die Spinne Tagestemperaturen zwischen 22 uns 28 Grad Celsius. Nachts hingegen genügen 18 bis 20 Grad Celsius vollkommen. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 60 bis 70 Prozent liegen

Was diese Vogelspinne so besonders macht:

Wie uns zu Ohren gekommen ist, soll die Art mit den Jahren nervöser auf Bedrohungen reagieren. Trotzdem lässt sich das Verhalten als eher friedlich beschreiben. Lange Zeit wurden diese Spinne der Art Grammostola rosea zugeordnet. Schuld daran war die ebenfalls rosane Kopflatte der Tiere. Zu diesem Zeitpunkt nannte man sie in Deutschland noch Graue Grammostola rosea.

Grammostola pulchra (Schwarze Urugay-Vogelspinne):

Schwierigkeitsgrad: Fortgeschrittener, Erstbeschreibung: Mello-Leitao, 1921

Der deutsche Name verrät uns schon einiges über das Verbreitungsgebiet der Art. Die Spinne stammt aus Brasilien und natürlich Urugay. Dort findet man sie aber nicht nur tief in irgendwelchen Wäldern, sondern auch in menschlichen Siedlungen. Etwa 6 cm werden die schwarz eingefärbten Tiere groß. Diese Spinne lässt sich als dämmerungs- und nachtaktiv beschreiben.

Haltungsanforderungen der Grammostola pulchra:

Für die Haltung benötigt man ein Halbfeuchtterrarium mit den Maßen 30 x 30 x 30 cm. Als Bodengrund eignen sich Blumen- oder Walderde. Dabei reicht eine Höhe von etwa 10 cm bereits aus. Wichtig ist hier, dass der Humus feucht gehalten werden muss. Als Versteckmöglichkeiten bieten sich Wohnhöhlen, Korkrinden oder auch ausgehöhlte Äste an. Auch hier ist ein Trinknapf Pflicht.

Tagsüber sollte sich die Temperatur in einem Bereich von ca. 25 bis 28 Grad Celsius bewegen. Nachts hingegen genügen 18 bis 20 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit darf ruhig etwas höher ausfallen. In ihrem natürlichen Habitat bewegt sich diese in einem Rahmen von 85 bis 95 Prozent. Die Tiere graben zwar ganz gerne, spinnen sich aber häufig herabgefallenes Geäst zu einer Behausungen zusammen.

Was diese Vogelspinne so besonders macht:

Kurz nach der Häutung dominiert Schwarz als Grundfarbe noch nicht. Zu diesem Zeitpunkt schimmert alles eher blauschwarz. Daraus wird dann ein schokoloadiges Braun, welches mit der Zeit immer dunkler wird. Auf dem Markt werden fast nur Wildfänge gehandelt. Diese wuseln später recht aktiv im Terrarium herum.

Grammostola rosea (Rote-Chile-Vogelspinne):

Schwierigkeitsgrad: Fortgeschrittener, Erstbeschreibung: H. Walckanaer, 1837

Hier verrät uns der Name wieder etwas über das natürliche Habitat der Spinne. Allerdings ist sie nicht nur in Chile beheimatet, sondern lebt auch in Bolivien und Argentinien. Sie bevorzugt eine Gegend, in der sie auf lockere und nasse Erde trifft. Schließlich will die bis zu 6 cm groß werdende Art zig Stunden mit dem Graben von Tunneln verbringen.

Bis zu 1 Meter tief können ihre Wohnröhren werden. Die Tiere sind rotbraun gefärbt und besitzen einen rosa schimmernden Vorderleib. Die ersten Beinglieder sind immer schwarz. Überall am Körper befinden sich Haare. Mit zunehmenden Alter wird die Gesamtfärbung immer dunkler.

Haltungsanforderungen der Grammostola rosea:

Zuer artgerechten Haltung braucht man ein Halbfeuchtterrarium mit den Maßen 30 x 30 x 30 cm. In puncto Bodensubstrat setzen wir auf Blumenerde, Pinienmulch oder auch Kokoshumus. Es darf ruhig höher aufgeschüttet werden, damit die Tiere eine Wohnhöhle anlegen können. Nichtsdestotrotz solle man immer eine Versteckmgölichkeit im Terrarium platzieren. Gleiches gilt für den Wassernapf.

Im Inneren des Beckens sollte tagsüber eine Temperatur von 28 Grad Celsius herrschen. Nachts hingegen darf die Temperatur ruhig auf 18 bis 20 Grad Celsius absinken. die Luftfeuchtigkeite sollte sich zwischen 60 und 80 Prozent einpendeln. Als Futter eignen sich die üblichen Insekten. Manchmal kommt es zu längeren Fresspausen. Diese können ruhig mal 2 bis 3 Monate andauern.

Was diese Vogelspinne so besonders macht:

Immer wieder werden große Mengen dieser Art als Wildfang nach Europa exportiert. Trotzdessen scheint der natürliche Bestand in einem guten Zustand zu sein. Zumindest unterliegt die Vogelspinnenart nicht dem Artenschutzabkommen. Da diese Vogelspinnen recht leicht nachgezogen werden können, gibt es immer mehr Züchter, die Tiere zu fairen Preisen anbieten.

Nhandu cromatus:

Schwierigkeitsgrad: Fortgeschrittener, Erstbeschreibung: Mello-Leitào, 1923

Auch diese Vogelspinne stammt aus Brasilien. Dort gibt es allerdings nur einen ganz kleinen Bestand. Final beschrieben wurde die 6 cm groß werdende Art im Jahre 2004 von Günter Schmidt. Übersetzt bedeutet cromatus in etwa Farbe. Es handelt sich hier also um eine Anspielung auf das farbenprächtige Äußere. Die Grundfärbung ist schwarz, auf den Beinen befinden sich aber weiße Querstreifen.

Haltungsanforderungen der Nhandu cromatus:

Für diese Vogelspinnenart empfehlen wir ein klassisches Trockenterrarium. Es sollte die Maße 40 x 30 x 30 cm besitzen. Im Inneren muss es tagsüber ungefähr 25 bis 27 Grad Celsius warm sein. Nachts hingegen darf es mit 20 bis 23 Graad Celsius etwas kühler sein. Eine Luftfeuchte von 70 bis 80 Prozent hat sich als optimal herausgestellt. Die Tiere graben ganz gerne.

Das Bodensubstrat muss also 10 bis 15 cm hoch aufgeschüttet werden. Wir setzen hier meist auf ein Blumenerde-Sand-Gemisch. Für den Unterschlupf kann Korkrinde, eine Kokosnusshälfte oder auch eine normale Wohnhöhle genutzt werden. Ein flaches Trinkgefäß darf auch bei dieser Vogelspinnenart nicht fehlen. Gleiches gilt für etwas Deko in Form von Moos und Pflanzen.

Was diese Vogelspinne so besonders macht:

Im Handel verwechselte man die Art am Anfang noch mit der Lasiodora cristata (Mello-Leitão, 1923). 1998 wurde die Art dann der Gattung Pamphobeteus zugeordent. Bereits 3 Jahre später wurde die Art erneut umgeordent. Sie gehörte dann zur Gattung Lasiodora.

Wieder 3 Jahre später wurden die Tiere als als Nhandu chromatus beschrieben. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Aufgrund der turbulenten Vergangenheit haben sich einige falsche Namen für die Art etabliert: Acanthoscurria cristata, Pamphobeteus cristatus, Vitalius christatus und Lasiodora cristata.

Theraphosa Blondi (Riesenvogelspinne):

Schwierigkeitsgrad: Profi, Erstbeschreibung: Latreille, 1804

Keine Vogelspinne dieser Welt wird größer als diese Art. Bis zu 200 Gramm schwer werden die kastanienbraunen Tiere. Damit haben sie es sogar ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft. Möchte man die kleinen Monster in der freien Wildbahn bestaunen, muss man nach Brasilien, Guayana oder Surinam reisen. Dort leben die Spinnen in den Regenwäldern. Ganz einfach sind sie dort aber auch nicht zu entdecken. Die meiste Zeit des Tages verbringen sie in sehr tiefen Wohnhöhlen.

Haltungsanforderungen der Theraphosa blondi:

Da die Tiere so groß werden können, muss das Halbfeuchtterrarium eine Spur größer ausfallen. Wir empfehlen hier ein Becken mit den Maßen 60 x 40 x 40 cm. Als Bodengrund kann man Torf oder Blumenerde nutzen. Mindestens 10 bis 15 cm dürfen es aber schon sein. Da manim Spinnenterrarium eine Luftfeuchtigkeit von über 80 Prozent erreichen muss, sollte man den Boden schön feucht halten.

Tagsüber sollte man auf eine Temparatur von ca. 23 bis 26 Grad Celsius kommen. Nachts hingegen genügen Werte zwischen 18 und 20 Grad Celsius. Manche Tiere wollen sich gernse sonnen. Hierfür kann ein lokaler Wärmespot mit um die 30 Grad Celsius eingerichtet werden. Auch bei dieser Vogelspinnenart darf weder ein Unterschlupf, noch der obligatorische Trinknapf fehlen.

Was diese Vogelspinne so besonders macht:

Die Größe allein zeichnet diese Art leider nicht aus. Charakteristisch ist nämlich auch das sehr aggressive und damit vor allem unberechenbare Verhalten der Tiere. Damit kann sie von Anfängern nicht gehalten werden. Es braucht doch einiges an Erfahrung im Umang mit Spinnen, um mit dieser gigantischen Art glücklich zu werden.

Welche bodenbewohnende Vogelspinne begeistert dich am stärksten?

Ergebnis

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Röhrenbewohnende Arten:

Cyriopagopus lividus (Blaue Burma / Blaue Thai / Kobaltblaue)

Schwierigkeitsgrad: Einsteiger, Erstbeschreibung: Smith, 1996

In den feuchten Wäldern und Plantagen Myanmars sowie in Thailand ist diese Vogelspinnenart beheimatet. Allerdings zeigen sich die scheuen Vogelspinnen nur selten. Die meiste Zeit verbringen die Tiere in ihren bis zu 50 cm tiefen Wohnröhren. Dies ist etwas schade, da sie wirklich toll aussehen und man sie so auch im Terrarium kaum zu Gesicht bekommt.

Diese Tiere werden etwa 5 bis 6 cm groß und verfügen über einen langgestreckten, grauen Carapax. Schaut man sich den Hinterleib genauer an, entdeckt man dort einen grau-blauen Farbverlauf ebenso wie eine schwarze Längslinie. Die Grundfärbung der Spinne ist dunkelblau und war damit namensgebend. Die Behaarung ist relativ kurz und die Tiere sind sehr schlank.

Haltungsanforderungen:

Diese Art braucht ein relativ hohes Terrarium. Daher empfehlen wir ein Becken mit den Maßen 30 x 30 x 50 cm. Im Inneren sollte der Bodengrund auf eine Höhe von ungefähr 35 cm aufgeschüttet werden. In puncto Bodensubstrat nutzen wir selbst ein Gemisch aus Erde und Sand. Als Abschluss der Röhre dient eine Korkrinde oder eine Wohnhöhle aus dem Terraristikbedarf.

Damit das Terrarium nicht allzu leer aussieht, kann man etwas künstliches oder auch echtes Grün im Becken platzieren. Zudem freuen sich die Tiere über eine flache Wasserschale. Die Temperatur am Tage sollte sich bei 23 bis 26 Grad Celsius einpendeln. Nachts kann die Temperatur ruhig auf 18 bis 22 Grad Celsius absinken. Die Luftfeuchtigkeit sollte sich stets in einem Rahmen von 75 bis 85 Prozent bewegen.

Was diese Vogelspinne so besonders macht:

Diese Vogelspinnenart ist sehr ruhig und zieht sich bei Gefahr sofort in ihre Wohnröhre zurück. Damit steht auch intensiveren Reinigungsarbeiten nichts im Weg. Gerade dieses defensive Verhalten macht die Art für blutige Anfänger interessant. Leider bekommt man die Tiere nur selten zu Gesicht. Bietet man ihnen aber Futter an, schnellen sie blitzschnell aus ihrer Höhle und ziehen die Beute in ihre Röhre.

Haplopelma vonwirthi (Vietnamesischer Tiger)

Schwierigkeitsgrad: Fortgeschrittener, Erstbeschreibung: Schmidt, 2005

Diese Vogelspinne aus der Gattung Haplopelma stammt aus Asien. Genauer gesagt lebt sie dort in Thailand, Myanmar, Kambodscha, Vietnam, Malaysia, Singapur und Borneo. Die röhrenbewohnende Art kann bis zu 20 Jahre alt werden und erreicht eine Größe von 5 bis 6 cm. Zwar sind die Tiere recht offensiv, verschwinden bei einer Störung aber oft blitzartig in ihrer Wohnröhre.

Die Grundfärbung lässt sich als dunkelbraun bezeichnen. Bei genauerer Betrachtung entdeckt man ein dunkles Muster auf dem Hinterleib. Mit etwas Fantasie erinnert es einem an einem Tiger, weshalb man ab und an auch die Bezeichnung Vietnamesischer Tiger liest. Das Äußere dieser Art kann einen also durchaus in den Bann ziehen. Leider bekommt man die unterirdisch lebenden Tiere oft für Monate nicht zu Gesicht.

Haltungsanforderungen:

Zur Haltung solcher Spinnen muss das Substrat im Terrarium fast bis zur Decke aufgeschüttet werden. Daher scheiden viele handelsübliche Becken mit ihren an der Vorderseite befindlichen feinen Lüftungsschlitzen und teilweise große Spalten bei den Zugangsöffnungen aus. In der Praxis kommen daher sogenannte Haplotanks in den Maßen 20 x 20 x 30 cm zum Einsatz. Es handelt sich hierbei meist um länglich-ovale Vorratsdosen aus durchsichtigem Hartplastik.

In diese werden mit einem Lötkolben an der Ober- und Unterseite Belüftungs- bzw. Be- und Entwässerungslöcher geschmolzen. Das eingebrachte Bodensubstrat kann daher gewässert werden. In der Regel führt man diese Prozedur zweimal jährlich durch. Zusätzlich natürlich vor dem Einsetzen der Spinne. Dafür wird das Terrarium samt Substrat für ca. 1 Stunde in einen Bottich mit Wasser gestellt. Danach lässt man das Terrarium ungefähr 2 Tage trocknen.

Im Becken sollte tagsüber eine Temperatur von 24 bis allerhöchstens 26 Grad Celsius erreicht werden. Nachts hingegen sind Zimmertemperaturen von 20 bis 22 Grad Celsius ausreichend. Die Luftfeuchtigkeit sollte sich in einem Rahmen von 70 bis 80 Prozent bewegen. Als Futtertiere eignen sich die im Handel verfügbaren Insekten. Ein Wassernapf wird bei der Haltung dieser Spinnen nicht benötigt.

Was diese Vogelspinne so besonders macht:

Hier kann es natürlich nur eine Antwort geben, nämlich die Haltung. Als Tipp möchten wir dir noch eine Sache auf den Weg geben. Plastikdosen verkratzen sehr schnell, wenn man beim Entfernen des Substrats mit viel Druck arbeitet. Oftmals kommt es sogar zu einem Erblinden, also einem milchigen Schleier. Löse denn Dreck im Sichtbereich daher mit Wasser an und wüsche ihn dann vorsichtig weg.

Welche unterirdisch lebende Vogelspinne zieht dich in ihren Bann?

Ergebnis

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Unser FAQ zum Abschluss:

FAQ

Zahlreiche Arten eignen sich zur Haltung im eigenen Terrarium. Viele von ihnen sind aber nur etwas für waschechte Spezialisten oder besonders schwierig zu bekommen. Noch dazu steigen die Preise für die atemberaubenden Terrarien-Tiere seit Jahren immer weiter an. Daher fällt es einem alles andere als leicht sich für eine bestimmte Art zu entscheiden.

Dieser Umstand führt dazu, dass wir immer wieder Fragen rund um dieses grundlegende Thema erhalten. Besonders groß ist das Interesse an Anfänger geeigneten Arten. Daher haben wir uns hingesetzt und ein kleines FAQ verfasst. Es hilft dir bei der Auswahl und sorgt damit für etwas Licht im Dunklen.

Welche bodenbewohnende Vogelspinnen eignen sich für Anfänger?

Einsteigern raten wir immer wieder zu Vertretern der Gattung Brachypelma. Die Spinnen sind sehr friedlich, einfach zu halten und schauen noch dazu schön aus. Die Anfängerspinne schlecht hin ist bei dieser Gattung die Brachypelma hamorii. Hierzulande kennen sie viele unter der Bezeichnung „Mexikanische Rotknie-Vogelspinne“. Die Tiere sind sehr aktiv und man bekommt sie daher häufiger zu Gesicht.

Ebenfalls gute Erfahrungen haben wir mit der „Rote Chile-Vogelspinne“ gemacht. Das Tier aus der Gattung Grammostola besitzt ein friedliches Verhalten und stellt zudem nur geringe Ansprüche an das Terrarium. Allerdings buddeln sich diese Vogelspinnen vor der Häutung gerne über mehrere Wochen ein. Daher kann man die Art nicht so häufig im Terrarium bestaunen.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass manche Vertreter ihren ganz eigenen Charakter haben. Sie fallen dann fast vollständig aus dem arttypischen Verhalten heraus. Aufgrund dessen gibt es nie eine Garantie, dass man auch wirklich ein friedliches Exemplar beim Händler erwischt.

Gibt es empfehlenswerte baumbewohnende Vogelspinnen für Einsteiger?

Baumbewohner werden oft etwas stiefmütterlich von Anfängern behandelt. Dabei kann man sie sehr gut beobachten und die Haltungsanforderungen sind gar nicht so viel höher im Vergleich zu Bodenbewohnern. Allerdings bekommt man die Tiere etwas seltener zu Gesicht und sie werden nicht so groß, wie Bodenbewohner.

Die meisten Vogelspinnen aus der Gattung Avicularia sind relativ friedlich und eignen sich damit perfekt für Einsteiger. Besonders schön ist die Avicularia versicolor. Die Spinnen verfügen über einen blau-metallischen Schimmer am Carapax. Mit zunehmenden Alter bekommen sie auf ihrem dunklen Hinterleib rote Haare.

Allerdings wird die Art nur 5 bis 6 cm groß. Wem das zu klein ist, sollte sich einmal intensiver mit der Avicularia Huriana auseinandersetzen. Diese Tiere werden nämlich deutlich größer. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen wird allerdings der Artstatus bezweifelt. Schuld darin ist der Verlust des Holotyps. Trotzdem sind die grau-braunen Tiere mit ihrem rot-braunen Abdomen toll im Terrarium anzusehen.

Welche charakteristischen Merkmale besitzen asiatische Vogelspinnen?

Jede Vogelspinnenart hat ihre eigenen Verhaltensmuster. Oft lassen sich grundlegende Aspekte davon auf die Herkunft zurückführen. So sind asiatische Vogelspinnen in der Regel sehr aggressiv. Bereits bei der kleinsten Annäherung greifen sie das Gegenüber an. Dabei gibt es weder eine Vorwarnung, noch muss es sich um eine „echte“ Bedrohung handeln.

Asiatische Vogelspinnen nutzen zur Selbstverteidigung ihren Giftbiss. Und der hat es durchaus in sich. So injizieren die Tiere eine größere Menge Gift mit ihren Beißklauen. Gerade für Allergiker kann dieser Umstand rasch zu einem größeren Problem werden. Hier ist also absolute Vorsicht beim Hantieren im Terrarium geboten.

Grundsätzlich gesprochen eignen sich diese Vogelspinnen nur für erfahrene Halter. Das hohe Aggressionspotenzial und damit verbundene Verhalten will nämlich richtig eingeschätzt werden. Glücklicherweise lässt die Aggressivität bei Nachzuchten meist etwas nach. Trotzdem müssen die Tiere bei Arbeiten im Terrarium häufig entfernt werden.

Welche Eigenschaften kennzeichnen afrikanische Vogelspinnen?

Vogelspinnen, die auf dem afrikanischen Kontinent zu Hause sind, gelten als überaus aggressiv. Dies macht die Haltung oft sehr kompliziert. Die Tiere sind meist noch nach zig Jahren im Verhalten unberechenbar. Blitzschnell greifen sie alles an, was sich im Terrarium befindet. Dafür nutzen sie ihren sehr giftigen Biss.

In der Praxis zeigen sich die afrikanischen Vogelspinnen als sehr leicht reizbar. Jeder noch so kleine Eindringling wird direkt und ohne Warnzeichen attackiert. In der freien Natur dient dieses Verhalten der Lebenserhaltung. Der Pflege im Terrarium ist es aber nicht besonders zuträglich. Viele Halter tragen bei längeren Arbeiten deshalb lange Ärmel und oft auch Handschuhe. Leider sind gerade Wildfänge in Gefangenschaft noch aggressiver.

Welche Verhaltensweisen sind typisch für amerikanische Vogelspinnen?

Vogelspinnen aus Amerika sind in der Terraristik sehr beliebt. Sie verfügen überwiegend über ein mäßiges Aggressionspotenzial. Allerdings besitzen sie einen charakteristischen Abwehrmechanismus. Die Rede ist natürlich von den Brennhaaren. Diese können sie bei Gefahr vom Hinterleib abstreifen und damit einen Angreifer in die Flucht schlagen.

Bei Kontakt mit den Atemwegen oder der Haut des Menschen entstehen starke Schmerzen. In der Regel werden diese als Jucken oder Brennen beschrieben. Nicht selten kommt es zu Rötungen oder allergischen Reaktionen. Zum Glück für uns Vogelspinnenhalter sind die Brennhaare die letzte Verteidigungsoption. Vorher ziehen sich die Tiere nämlich erstmal zurück.

Manche von ihnen versprühen auch einen Kotstrahl zur Abwehr von Angreifern. Die meisten Arten aus Amerika eignen sich bestens für Einsteiger. Die beliebte Anfängerspinne, die Mexikanische Rotknie-Vogelspinne, stammt zum Beispiel aus Mexiko. Allerdings gibt es auch hier aggressivere Vertreter wie beispielsweise die Theraphosa blondi. Anfängern muss von der Haltung dieser Art abgeraten werden.

Welche Vogelspinnen schauen besonders spektakulär aus?

Schönheit liegt sicherlich im Auge des Betrachters. Arten mit faszinierendem Aussehen gibt es aber einige. Uns persönlich gefallen die Acanthoscurria geniculata (Weissknie-Vogelspinne), die Avicularia versicolor (Martinique-Baumvogelspinne), die Brachypelma boehmei (Mexikanische Rotbeinvogelspinne), die Poecilotheria metallica (Blaue-Ornament-Vogelspinne) sowie die Poecilotheria regalis (Tigervogelspinne) ganz gut.

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