Brachypelma albiceps

Wer auf der Suche nach einer friedlichen und gleichzeitig anspruchslosen Vogelspinne ist, sollte sich definitiv einmal mit dieser Art beschäftigen. Die ebenfalls unter der Bezeichnung Brachypelma ruhnaui bekannte Spinne ist selbst am hellsten Tage außerhalb ihres Verstecks zu erspähen. Aber nicht nur das macht sie für Anfänger äußerst interessant. So verfügt die Bodenbewohnerin über ein ruhiges Wesen und setzt nur selten zum Bombardieren an.

Die in Mexiko beheimatete Spezies buddelt nicht selten 30 bis 80 cm tiefe und recht verwinkelte Gänge in das Erdreich ihrer Heimatregion. Aber auch im Terrarium kann sie das Graben nicht ganz lassen. Gerade unter kleinen Ästen und Korköhren befinden sich nicht selten Tunnelsysteme mit zig Kammern. Obwohl den bis zu 7 cm groß werdenden Achtbeiner das Graben im Blut liegt, entdeckt man sie immer wieder beim Herumlaufen im Becken.

Wir selbst sind sehr angetan von diesen Bombardierspinnen. Das liegt aber nicht nur am tollen Aussehen, sondern auch an der einfachen Verpaarung. Selbst Einsteiger können hier relativ schnell erste Zuchterfolge erreichen. Diesem Umstand ist es auch zu verdanken, dass man die geschützte Art hierzulande für kleines Geld sein Eigen nennen kann. Was es noch über die Brachypelma albiceps zu wissen gibt, verraten wir dir im Folgenden.

Unser Steckbrief über die Brachypelma ruhnaui:

Wissenschaftliche Bezeichnung:Brachypelma albiceps / ruhnaui
Deutscher Name:Goldrückenvogelspinne
Erstbeschreibung:Pocock, 1903
Artenschutz:Washingtoner Artenschutzübereinkommen II Anhang B (Herkunftsnachweis benötigt)
Verbreitung:Die Art ist ausschließlich in Mexiko vertreten. Dort lebt sie in einem Areal zwischen den 4 Städten Distrito Federal, Morelos, Guerrero und Puebla. Das Klima lässt sich als sehr warm mit geringem Niederschlag beschreiben.
Lebensweise:Diese Bodenbewohner leben in bis zu 80 cm tiefen Röhren mit mehreren Kammern und Abzweigungen. In der freien Natur sind die Eingänge häufig unter Dornbüschen, Steinen und Wurzeln versteckt.
Verhalten:Friedliche Art, die man trotz ihre zahlreichen Tunnel relativ oft zu Gesicht bekommt. Bei Gefahr verteidigen sich die Spinnen mithilfe ihrer Bombardierhaare. Bevor es aber soweit kommt, trommeln sie erstmal mit ihren Vorderbeinen oder ergreifen die Flucht. Darüber hinaus beißen sie ihre Angreifer oder verspritzen ihren Kot.
Lebenserwartung:Weibchen können bis zu 12 Jahre alt werden. Die Männchen hingegen versterben oft schon binnen 6 Monaten nach der Reifehäutung und werden deshalb nur etwa 2 bis 3 Jahre alt.
Adulte Größe:Diese Vogelspinnen erreichen eine maximale Kopf-Rumpf-Länge von 7 cm. Ihre Beinspannweite kann mit ungefähr 20 cm beschrieben werden.
Aussehen:Diese Achtbeiner besitzen eine schwarze Grundfärbung. Besonders heraus stechen daher der schwefelgelbe Carapax sowie das mit langen, roten Haaren übersähte Opisthosoma. Abergrundet wird das Erscheinungsbild durch ein paar weiße Haare auf den Beinen.
Terrarium:40 x 30 x 30 cm großes Trockenterrarium mit einem grabfähigen Bodensubstrat aus Blumen- oder Walderde. Als Verstecke bieten sich Korköhren, Wohnhöhlen oder auch Wurzelstücke an. Natürlich darf auch ein Wassernapf sowie etwas Deko in Form von Pflanzen nicht fehlen.
Klimagestaltung:Tagsüber sollte sich die Temperatur in einem Bereich von 26 °C bis 28 °C bewegen. Nachts hingegen genügen 18 °C bis 20 °C. Die Luftfeuchtigkeit sollte in einem Rahmen von 60 % bis 70 % liegen.
Futter:Gängige Futterinsekten wie Heimchen, Grillen oder Schaben.
Schwierigkeitsgrad:Einsteiger

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Merkmale & Aussehen:

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Immer wieder kann man diese pflegeleichte Art außerhalb des Versteckes und noch dazu am hellsten Tage bestaunen. Die Brachypelma albiceps ist wirklich sensationell schön und damit eine echte Augenweide im Terrarium. Manch ein Halter spricht sogar von der ästhetischsten Vogelspinne der gesamten Gattung. Schließlich glänzt der hell-beige Carapax im richtigen Licht wie echtes Gold.

Aber auch das schwarze Abdomen weiß mit seinen kräftigen, roten Haaren zu bestechen. Die dunkel eingefärbten Beine wirken auf den ersten Blick etwas langweilig. Allerdings beginnen sie bei hellem Lichteinfall bläulich zu schimmern. Dank sei den dünnen, weißen Haaren. Alles in einem handelt es sich hier um eine spektakulär gefärbte Bombardierspinne. Der Kontrast zwischen Schwefelgelb und Kohlrabenschwarz ist einfach toll anzusehen.

Und zum Glück kann man die Tiere immer wieder beim Herumspazieren im Terrarium beobachten. Obwohl sie sich gerne in ihre tiefen Bauten zurückziehen, machen sie doch immer wieder ausgedehnte Wanderungen durch ihr Territorium. Die mittelgroßen Achtbeiner erreichen ihre Größe von bis zu 7 cm häufig schon nach 2 bis 3 Jahren. Das bedeutet aber auch, dass man von seinem Männchen meist schon nach 3 Jahren Abschied nehmen muss.

Gut zu wissen:
Die Goldrückenvogelspinne hatte eine turbulente Vergangenheit in der Taxonomie. Im Laufe der Zeit wurden der markante Achtbeiner in eine andere Gattung gestellt. 1995 gehörten die Spinnen nicht mehr zu den Brachypelmen, sondern zu den Aphonopelmen. 10 Jahre später waren sie dann wieder Teil der Gattung Brachypelma und man synonymisierte sie mit der von Günter Schmidt beschriebenen Brachypelmides ruhnaui.

Verbreitung & Lebensraum:

Brachypelma albiceps Verbreitung

Im Hochland nahe der mexikanischen Stadt Guerrero befindet sich das Hauptverbreitungsgebiet dieser Art. Allerdings findet man die Brachypelma albiceps auch in der Nähe der Metropolen Distrito Federal, Morelos und Puebla. Das Klima in dieser Region ist sehr warm und es gibt kaum Regenfälle. Wobei anzumerken ist, dass in den Monaten Juni bis Oktober der Himmel öfter mal seine Schleusen für eine kurze Zeit öffnet.

Die Durchschnittstemperatur innerhalb dieses Areals soll um die 27 Grad Celsius liegen. Nicht selten wird es aber in den Talkesseln bis zu 40 Grad Celsius und das schon am Vormittag heiß. Um sich vor der drückenden Wärme und den gierigen Fressfeinden schützen zu können, gräbt die auch als Brachypelmides ruhnaui bekannte Art, tiefe Tunnel in den Boden. Bis zu 80 cm tief kann so eine Höhle werden.

Interessant ist dabei, dass die Tiere gleich mehrere Kammern und damit eine Menge Abzweigungen anlegen. Auch verstecken sie den Eingang zu ihrem Unterschlupf ganz gut. Möchte man so eine Wohnhöhle in der freien Natur bewundern, sollte man in der Nähe von Wurzeln, Ästen, Steinen oder Felsen suchen. Gelegentlich befinden sich die Bauten aber auch auf Kornfeldabhängen oder entlang von Weidenzäunen.

Gut zu wissen:
Obwohl man anderes vermuten könnte, überschneidet sich das Verbreitungsgebiet nicht mit anderen Brachypelma-Arten. Dies hat aber auch große Vorteile, wenn man die Tiere in der Wildnis bestaunen möchte. Um die gut getarnten Röhrensysteme schneller aufspüren zu können, sollte man auf mit Seide ausgekleidete Röhren am Boden achten. Allerdings spinnt längst nicht jeder Achtbeiner sein Versteck zu.

Die Haltung der Brachypelma albiceps erklärt:

Goldrückenvogelspinne

Die Gattung Brachypelma ist gerade für Einsteiger eine gute Wahl. Schließlich gelten diese Achtbeiner als anspruchslos und sehr friedlich. Muss man beispielsweise einmal für Reinigungsarbeiten ins Terrarium greifen oder den Trinknapf auffüllen, braucht man sich nicht vor einem Angriff zu fürchten. Diese Spinnen sind verschwinden nämlich in Windeseile in ihrer Höhle. Nur ganz selten kommt es einmal zum Abwurf der Brennhaare.

Möchtest du mit der Haltung der Goldrückenvogelspinne beginnen, solltest du dir diese Ausrüstungsgegenstände näher ansehen:

  • Terrarium
  • Beleuchtung
  • Heizmatte
  • Thermometer
  • Hygrometer
  • Bodensubstrat
  • Unterschlupf
  • Strukturrückwand
  • Wassernapf
  • Dekoration
Bevor du deine Vogelspinne kaufen kannst, musst du erstmal ein fertig eingerichtetes Terrarium dein Eigen nennen können. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Ausstattung wirklich vollständig und auch funktionstüchtig sein muss. Um beides sicherstellen zu können, empfiehlt es sich das Becken ein oder zwei Tage Probe laufen zu lassen. Nicht selten entdeckt man dabei noch den ein oder anderen Fauxpas.

Artgerechte Einrichtung des Terrariums:

Diese Vogelspinne gilt als anspruchslos in der Pflege. Man benötigt zuerst einmal ein 40 x 30 x 30 cm großes Trockenterrarium. Da die Brachypelma ruhnaui gerne gräbt, stellt das wichtigste Einrichtungsutensil ein grabfähiges Bodensubstrat dar. Wir empfehlen hierfür Blumen- oder Walderde. Zur besseren Stabilität der Tunnelsysteme ist es nicht von Nachteil, wenn man etwas Lehm unter die Erde mischt.

Als Versteck kann man auf eine Korkröhre, einen halben Blumentopf oder eine Kokosnussschale zurückgreifen. Ebenso bietet sich noch eine klassische Wohnhöhle aus dem Fachhandel an. Damit das Terrarium naturgetreuer wirkt, sollte man noch ein paar Rinden- oder Wurzelstücke im Inneren platzieren. Ein bisschen Grün rundet das Terrarium dann ab. Nicht vergessen darf man zum Schluss noch den Wassernapf.

Korrekte Klimagestaltung im Becken:

Brachypelmen mögen es etwas wärmer. Daher muss das Terrarium auf jeden Fall beheizt werden. Die Erhitzung kann über die Beleuchtung oder eine Heizmatte an einer Seitenscheibe erfolgen. Wir selbst nutzen meist die Beleuchtung in Form einer 20 Watt-Lampe. Wem eine Heizmatte lieber ist, sollte nur auf eine Sache achten. Nämlich die Platzierung. Auf keinen Fall darf sie auf der Bodenscheibe aufgeklebt werden.

In so einem Fall kommt es nicht nur zu einem starken Temperaturstau im Bodengrund, sondern es können auch Risse in der Scheibe entstehen. Zudem wird es in der Natur immer etwas kühler, umso tiefer man gräbt. Und gerade das ist bei solch ausgebrochenen Grabkünstlern wie der Goldrückenvogelspinne ein wichtiger Aspekt. Dies gilt auch für eine Substrathöhe von mindestens 15 cm.

Tagsüber sollte sich die Temperatur in einem Bereich von 26 °C bis 28 °C bewegen. Nachts hingegen reicht die Zimmertemperatur von 18 °C bis 20 °C vollkommen aus. Die Luftfeuchtigkeit sollte sich in einem Rahmen von 60 % bis 70 % einpendeln. Damit die Werte bestmöglich überwacht werden können, empfiehlt sich der Einsatz eines digitalen Kombigeräts aus Thermo- und Hygrometer. Gerne dürfen dabei mehrere Fühler im Becken platziert werden.

Wie dir die Nachzucht mit Erfolg gelingt:

Immer wieder hört und liest man, dass die Vermehrung dieser Art kein allzu großes Hindernis darstellt. Dies ist auch korrekt. Darüber hinaus weisen die Männchen so gut wie keinen Geschlechtsdimorphismus auf. Zumindest sind sie kaum kleiner als die Weibchen. Nach der meist friedlich verlaufenden Verpaarung sollte man eine Diapause simulieren, um das Weibchen zum Kokonbau zu stimulieren.

Rund 3 bis 4 Monate ziehen dafür ins Land. In dem Kokon sind meist zwischen 300 und 400 Eier enthalten. Es dauert rund 10 Wochen bis die Jungtiere schlüpfen. Diese wachsen für die Gattung Brachypelma rasch heran. Oftmals sind die Spiderlinge bereits nach 3 Jahren geschlechtsreif und damit als erwachsen einzustufen. Manchmal muss man sich aber auch etwas länger gedulden.

Typische Fallstricke beim Kauf der Brachypelma ruhnaui:

Ursprünglich stammt diese Vogelspinne aus dem fernen Mexiko. Hierzulande gibt es aber eine rechte große Fangemeinde, weshalb man zum Glück kein Wildfang samt passenden Papieren importieren muss. Aber auch bei einer deutschen Nachzucht ist ein Herkunftsnachweis aufgrund des Artenschutzabkommens unumgänglich. Darüber hinaus sollte man aber noch auf ein paar Dinge mehr beim Kauf achten.

Welche das genau sind, haben wir dir im Folgenden aufgelistet. Beachte dabei aber bitte, dass du die Vogelspinne für diese Art von Checks vor Ort besichtigen musst. Bei einem Onlinekauf hast du nämlich keine solch detaillierte Prüfmöglichkeiten und nimmst daher etwas mehr Risiko in kauf. Außerdem musst du noch ein paar Zusatzkosten für den Versand auf den Kaufpreis aufschlagen. Da lohnt sich der Gang zum örtlichen Züchter doch gleich viel mehr.

  • Auf keinen Fall sollte die Spinne über Verletzungen oder nässende Wunden an den Gelenken verfügen. Auch Hautausschläge sind absolut tabu.
  • Kleine, sich hin und her bewegende Punkte auf dem Tier deuten auf einen Befall mit Milben oder Rennfliegenmaden hin.
  • Des Weiteren sollten keinerlei Gliedmaßen in Teilen oder gar vollständig fehlen. Auch gekrümmte Beine können schnell zum Problem werden. Zieht die Spinne ihre Vorderbeine unter dem Körper zusammen, ist ebenfalls Vorsicht geboten.
  • Der Hinterleib sollte nicht verkümmert aussehen oder gar faltig sein. Auch dürfen sich auf ihm keine Blasen, Flecken oder Pusteln befinden. Darüber hinaus sind weiße Beläge ein No-Go. Sie könnten erste Anzeichen eines Pilzbefalls sein.
  • Zu guter Letzt sollten die Chelizerenklauen, also die Mundwerkzeuge, nicht einfach lose herabhängen.
Gut zu wissen:
Für den Transport werden Jungtiere für gewöhnlich in Filmdöschen gesteckt. Diese werden noch mit etwas Zeitungspapier ausgelegt und schon kann es auf die Reise gehen. Adulte Exemplare hingegen können nur in den größeren Futterinsektendosen transportiert werden. Um die Achtbeiner vor lebensbedrohlichen Temperaturschwankungen schützen zu können, empfiehlt sich die zusätzliche Verwendung einer Styroporbox.

Unser kleines FAQ zum Abschluss des Beitrags:

FAQ

Immer wieder erreichen uns Fragen rund um diese Brachypelma-Art. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, handelt es sich hier doch um ein klassisches Einsteigertier. Damit auch du von den Fragen anderer Besucher profitierst, haben wir ein kleines FAQ erstellt. Im Folgenden beantworten wir also die besten Fragen unserer Leser. So bekommst auch du noch mehr Informationen über die wunderschönen Achtbeiner:

Welche Pflanzen eignen sich für das Terrarium einer Brachypelma albiceps?

Grundsätzlich betrachtet raten wir jedem Einsteiger zum Kauf von Kunstpflanzen. Da diese Vogelspinne aber sehr gerne gräbt, können die mühsam eingepflanzten Grünlinge auch mal nach kürzester Zeit quer durchs Becken fliegen. Wer aber unbedingt echtes Grün sein Eigen nennen möchte, sollte sich mit Haworthia-, Agava- und Aloe-Arten oder dem klassischen Efeu beschäftigen. Ebenfalls noch eine gute Option stellen Sukkulenten dar.

Zu welchen Preisen werden die Brachypelma ruhnaui im Handel vertrieben?

Da diese Art ohne großen Aufwand nachgezogen werden kann und die Nachfrage nach den Achtbeinern recht groß ist, bekommt man 5 bis 6 cm große Tiere bereits um die 50 bis 80 Euro. Die Weibchen sind natürlich auch bei diesen Vogelspinnen etwas teurer als die Männchen. Wer sich hingegen an die Aufzucht eines ungefähr 1 cm großen Slings wagen möchte, muss pro Tier mit ca. 20 Euro rechnen.

Wie ist das Verhalten dieser Art im Vergleich zur hamorii oder albopilosum einzustufen?

Obwohl es sich hier um eine Spinne mit einem sehr friedfertigen Wesen handelt, würden sie doch als etwas aggressiver beschreiben. Der Unterschied ist aber wirklich nicht groß und jede Vogelspinne verhält sich etwas anders. Bei Arbeiten im Terrarium attackiert dieser Achtbeiner einen nicht, sondern verschwindet sofort in seinem Versteck. Manche Exemplare haben sogar bereits vor größeren Futtertieren Angst.

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