Brachypelma hamorii Haltung

Man kennt diese Achtbeiner aus zahlreichen Filmen und Fernsehserien. Daher kann man hier getrost von der bekanntesten Vogelspinnen-Art der Welt sprechen. Die Mexikanische Rotknie-Vogelspinne macht sich aber nicht nur vor professionellen Kameras gut. Auch im heimischen Wohnzimmer ist sie ein großartiger Blickfang. Und der Clou an der Sache ist ganz einfach. Aufgrund der geringen Haltungsanforderungen kann sie von jedem gehalten werden.

Gerade für Einsteiger stellt sie daher eine gute Wahl dar. Nicht zuletzt, da sie sehr friedlich und zeigefreudig im Terrarium ist. Darüber hinaus gibt es in so gut wie jeder größeren Stadt Züchter und Händler, die haufenweise Exemplare im Angebot haben. Neben dem pflegeleichten Wesen spricht aber vor allem ein Punkt für diese Spinnen. Die Rede ist natürlich vom fulminanten und sogar namensgebenden Aussehen.

Die orangen Bereiche an den langen Beinen machen die Achtbeiner nämlich zu einem echten Hingucker. Worauf es bei der Haltung im Detail ankommt, welche rechtlichen Dinge man vor dem Kauf auf jeden Fall wissen muss und noch vieles mehr, verraten wir dir in diesem spannenden Beitrag. Zu Beginn widmen wir uns aber erstmal der obligatorischen Aufstellung mit den wichtigsten Fakten. Nur so gelingt dir ein schneller Überblick über die Art.

Unser Steckbrief über die Rotknie-Vogelspinne:

Wissenschaftliche Bezeichnung:Brachypelma hamorii (ehemals Brachypelma smithi)
Deutscher Name:Mexikanische Rotknie-Vogelspinne
Erstbeschreibung:Der englische Arachnologe Frederick Octavius Pickard-Cambridge beschrieb die Art im Jahr 1897. Damals wurde sie noch als Eurypelma smithi bezeichnet.
Artenschutz:Dieser Achtbeiner fällt unter das Washingtoner Artenschutzabkommen II, Anhang B. Konkret bedeutet dies, dass du einen Herkunftsnachweis vom Verkäufer benötigst. Die Brachypelma hamorii ist sogar die erste Vogelspinnen, die 1985 unter den Artenschutz gestellt wurde.
Verbreitung:Diese Vogelspinne stammt aus Mexiko. Dort lebt sie in regengrünen Trockenwäldern sowie Trockensvannen. Ihre Wohnröhre legt sie meist in Hängen unter dem Schutz von größeren Steinen oder Wurzeln an.
Lebensweise:Wie bei allen Vogelspinnen der Gattung Brachypelma, handelt es sich auch hier um einen waschechten Bodenbewohner. Charakteristisch ist dabei der starke Grabdrang. Nicht selten verstecken sich die Tiere während des heißen Sommers in ihren kühlen Röhren.
Verhalten:Diese Art kann als sehr friedlich und scheu beschrieben werden. Aufgrund dieser Charaktereigenschaften werden Rotknievogelspinnen gerne bei Filmaufnahmen eingesetzt. Sobald man mit der Hand ins Terrarium greift, fliehen die Achtbeiner in ihren Unterschlupf. Nur ganz selten kommt es zu einem Angriff samt Brennhaarabwurf oder beißen.
Lebenserwartung:Aufgrund des langsamen Wachstum können Weibchen dieser Art sogar weit über 20 Jahre alt werden. Männchen hingegen versterben meist 6 bis 18 Monate nach der Reifehäutung. Sie besitzen also nur eine Lebensdauer von etwa 5 bis 6 Jahren.
Adulte Größe:Ausgewachsene Weibchen können eine Körperlänge von bis zu 8 cm erreichen, wobei die Beinspannweite bis zu 15 cm betragen kann. Ähnliches gilt für die Männchen. Allerdings ist ihr Körper selten länger als 6 cm. Das Höchstgewicht dieser Spinnen wird mit 15 Gramm beziffert.
Aussehen:Die Bezeichnung verrät uns hier schon einiges über die Optik. So sind die Knie orange-rot gefärbt und damit namensgebend. Der Vorderkörper ist komplett schwarz gehalten und von einem leichten Beige umrandet. Auch das Abdomen ist schwarz, besitzt dafür aber rötliche Brennhaare. Bei genauerem Hinsehen wird man feststellen, dass das 5. und 6. Beinglied am unteren Rand einen orange-roten Ring besitzen.
Terrarium:Für die Haltung einer adulten Rotknievogelspinne empfehlen wir ein 60 x 40 x 40 cm großes Halbtrockenterrarium. Im Inneren sollte sich ein 15 cm hoher Bodengrund befinden. Nicht fehlen darf natürlich ein Futternapf, ein Unterschlupf sowie etwas Deko in Form von Wurzeln und Pflanzen. Künstliches Grün ist dabei unser Favorit, obwohl echte Sukkulenten ganz gut im Becken aussehen.
Klimagestaltung:Tagsüber sollte sich die Temperatur in einem Bereich von 25 bis allerhöchstens 28 °C bewegen. Nachts hingegen reicht die normale Zimmertemperatur aus. Kälter als 20 °C sollte es aber in den dunklen Stunden nicht werden. Die Luftfeuchte sollte sich rund um die 60-Prozent-Marke bewegen.
Futter:Für die Heimhaltung bieten sich gängige Futterinsekten wie Heimchen, Grillen oder Schaben an. In der freien Natur werden auch Echsen und Kleinsäuger verspeist.
Verteidigung:Die erste Reaktion bei einer Bedrohung ist ganz klar die Flucht. Gelingt diese nicht, streift die Spinne mit ihren Hinterbeinen die Brennhaare am Rücken ab. Diese schleudert sie dem Angreifer also entgegen, was für eine Reizung der auf der Haut und in den Atemwegen führt. Schafft auch diese keine Abhilfe, nimmt sie eine Imponierstellung ein. Erst in letzter Sekunde versucht sie ihr Gegenüber zu beißen.
Schwierigkeitsgrad:Die Art gilt aufgrund ihres friedlichen Wesens und der einfachen Haltungsbedingungen als sehr anfängerfreundlich. Aber auch erfahrene Halter werden sich am Anblick der Tiere im eigenen Terrarium erfreuen.

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Merkmale & Aussehen:

Brachypelma hamorii Aussehen

Sowohl der Vorder- als auch der Hinterkörper sind schwarz gefärbt. Bei genauerer Betrachtung fällt einem aber am Abdomen die rote Behaarung auf. Auch das Prosoma verfügt über eine Besonderheit. So ist der schwarze Bereich von einem beigen Kringel umrandet. Die Farbe Schwarz ist bei dieser Art sehr dominant. Auch an den Beinen findet man schwarze Areale. Allerdings sticht doch der Farbton Rot-Orange mehr hervor.

So sind die Knie als auch Beinringe vollständig in diesem Signalton eingefärbt. Zu den Achtbeinern gibt es aber noch viel mehr zu sagen. So erreichen adulte Männchen eine Größe von ungefähr 6 cm. Die Weibchen hingegen werden bis zu 8 cm groß. Beide Geschlechter verfügen über eine Beinspannlänge von ca. 15 cm. Das Gewicht variiert aufgrund der unterschiedlichen Maße etwas, kann aber stolze 15 Gramm betragen.

Bevor die Brachypelma hamorii eine Größe von 3 cm erreicht, kann man die orange-roten Beinringe kaum erkennen. Erst ab diesem subadulten Stadium funkeln die Beine zum ersten Mal leicht orange-rot. Daher ist es auch nicht allzu verwunderlich, dass viele Händler und Züchter die Tiere erst ab diesem Ausmaß verkaufen. Da die Achtbeiner für ihr langsames Wachstum bekannt sind, muss der Handelstreibende sie zeit- und kostenintensiv aufziehen.

Gut zu wissen:
Nicht selten wird die Rotknievogelspinne mit der Brachypelma annitha verwechselt. Schließlich gleichen beide sich in puncto Färbung wie ein Ei das Andere. Allerdings gehen bei der Brachypelma annitha die Farbringe nicht komplett um das ganze Bein. Um diesen Unterschied erkennen zu können, muss man aber sehr genau hinschauen. Zum Glück werden im deutschsprachigen Raum kaum Brachypelma annitha verkauft.

Verbreitung & Lebensweise:

Brachypelma hamorii Verbreitung

Regengrüne Trockenwälder sowie Trockensavannen sind der natürliche Lebensraum der Achtbeiner im fernen Mexiko. Ihre Wohnröhren graben sie häufig in Hänge hinein. Die Eingänge liegen meist versteckt unter Steinen oder Wurzeln. Möchte man sie in der freien Wildbahn bestaunen muss man in den Südwesten von Mexiko reisen. Dort am Fuße der Bergkette Sierra Madre del Sur im Bundesstaat Guerrero befindet sich die größte Population.

Auch im nördlich gelegenen Bundesstaat Colima gibt es einen stabilen Artbestand. In der Savanne bei Sierra Madre del Sur herrscht ein trockenes Klima. Nicht selten werden während des Sommers Temperaturen von über 40 °C erreicht. Selbst die Durchschnittstemperatur beträgt noch ungefähr 27 °C und liegt damit weit oben auf der Messskala. Um die heißen Sommermonate besser überstehen zu können, verziehen sich die Tiere in ihre Wohnröhren.

Dort ist es nicht nur kühler, sondern die Luftfeuchtigkeit ist auch angenehm höher. Zudem schützt einem das Leben unterhalb der Erdoberfläche vor natürlichen Feinden. Der Mensch gehört allerdings nicht dazu. Da die Tiere in der Vergangenheit in sehr großen Mengen für den Export gefangen worden, ist die Population noch immer gering. Zum Glück können heute nur noch Exporte nach strengen Ausfuhrprüfungen stattfinden.

Gut zu wissen:
Brachypelma hamorii lieben das Graben. Mit großer Inbrunst legen sie verzweigte und tiefe Wohnröhren in ihrem Territorium an. Das bedeutet aber auch, dass man die wunderschön gefärbten Achtbeiner manchmal für längere Zeit nicht zu Gesicht bekommt. Gleiches geschieht, wenn man für zu hohe Temperaturen im Terrarium sorgt. Dann möchten die Spinnen ihre Sommerruhe unter der Erde einhalten.

Die Haltung der Brachypelma hamorii erklärt:

Brachypelma hamorii Steckbrief

Die Mexikanische Rotknievogelspinne gilt als anspruchslos und damit einfach in der Pflege. Das heißt aber nicht, dass man sich nicht detailliert mit den Haltungsanforderungen und natürlich der artgerechten Terrarium-Einrichtung beschäftigen muss. Die Achtbeiner verzeihen zwar typische Anfängerfänger, wie das Nichtvorhandensein einer Heizquelle oder ein viel zu niedriges Bodensubstrat. Glücklich macht man die Spinnen so jedoch in keinem Fall.

Unsere Checkliste für die Erstausstattung:

Zu Beginn unseres Kapitels über die Haltung der Brachypelma hamorii möchten wir auf verschiedene Gegenstände eingehen, welche du zur fachmännischen Pflege benötigst:

  • Terrarium
  • Beleuchtung
  • Heizmatte
  • Thermometer
  • Hygrometer
  • Bodensubstrat
  • Unterschlupf
  • Strukturrückwand
  • Wassernapf
  • Dekoration
Bevor du deine Rotknievogelspinne kaufst, solltest du bereits ein fertig eingerichtetes Terrarium besitzen. Schließlich muss die Einrichtung vollständig sein und die Technik störungssicher funktionieren. Aufgrund dessen muss man das Becken für zwei Tage Probe laufen lassen. Nur so kann man Fehler erkennen und diese beheben. Zudem braucht es seine Zeit bis der zusammengerührte Bodengrund nicht mehr zu wässrig ist.

Artgerechte Einrichtung des Terrariums:

Wir empfehlen zur Haltung dieser Art einen mindestens 30 x 30 x 30 cm weiten Würfel. Noch besser fährt man allerdings mit einem 60 x 40 x 40 cm großen Halbtrockenterrarium. So hat man ausreichend Platz für das grabfähige und wenigstens 15 cm hohe Bodensubstrat. Entweder greift man hier auf fertige Mischungen aus dem Fachhandel zurück oder mischt etwas Walderde mit Lehm. Letzteres ist dabei unser Favorit.

Ist der Bodengrund nach hinten ansteigend im Terrarium platziert und handfest angedrückt worden, kommt nun die weitere Inneneinrichtung ins Spiel. Für den Unterschlupf kann man je eine halbe Korköhre, Kokosnussschale oder auch einen Keramik-Blumentopf nutzen. Darüber hinaus bieten sich auch die Wohnhöhlen aus dem Fachhandel an. Damit das Terrarium nicht allzu leer wirkt, darf man nicht bei der Deko sparen.

Neben dem obligatorischen Wassernapf sollte man ein paar Rindenstücke, Steine und Pflanzen ins Becken stellen. Wir empfehlen Einsteigern hier stets künstliches Grün. Wer aber einen grünen Daumen hat, kann verschiedene Sukkulenten oder Agaven im Vogelspinnenterrarium aufstellen. Auch eine Rückwand aus Kork oder Styropor kann das gesamte Becken natürlicher und damit stylischer wirken lassen.

Zu beachten ist hierbei aber, dass eine Rückwand vor dem Einbringen des Bodengrunds ordentlich an der Rückwand befestigt werden muss. Des Weiteren kann der Kreativität in puncto Einrichtung freien Lauf gelassen werden, solange die Einrichtung nicht chemisch behandelt wurde oder unter Last zusammen bricht. Wem das Ganze aber viel zu viel Arbeit ist, kann bereits ein fertiges Terrarium-Set für unter 100 Euro erwerben.

Korrekte Klimagestaltung im Becken:

Brachypelma hamorii Terrarium

Häufig unterschätzt werden von Einsteigern die richtigen Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswerte im Vogelspinnenterrarium. Dabei sind sie der Hauptgrund für Probleme bei der Haltung von Brachypelma hamorii. Ist es nämlich deutlich zu warm, verkriechen sich die Achtbeiner dauerhaft in ihrer kühlen Höhle. Ist das Gegenteil der Fall wandern sie auch tagsüber unruhig durch das Terrarium auf der Suche nach einer Ausbruchsmöglichkeit.

Wärmere Gefilde sind nun das Ziel ihrer Bemühungen. Damit es erst gar nicht zu solch einem ungünstigen Verhalten kommt, sollte man folgende klimatische Werte im Terrarium erreichen: Tagsüber sollte sich die Temperatur im Sommer etwa bei 25 bis allerhöchstens 28 °C einpendeln. Sobald die Sonne dann untergegangen ist, wird es auch im heißen Mexiko schnell kälter. Unterhalb von 18 °C sollte sich der Zeiger des Thermometers aber nicht festbeißen.

Zumindest gilt dies für die bullig heißen Sommermonate. Im Winter hingegen wird es selbst mitten am Tag kaum wärmer als 10 bis 20 °C. Eine solche Winterperiode muss man aber nicht zwingend simulieren. Wer seine Rotknievogelspinnen aber erfolgreich züchten möchte, wird um die Simulation der Jahreszeiten nicht herumkommen. Alle anderen hingegen können das ganze Jahr über für sommerliche Wärmezustände im Terrarium sorgen.

Die Luftfeuchtigkeit sollte sich bei 50 bis 60 % am Tag und 70 bis 80 % in der Nacht bewegen. Regelmäßig sollte man als Terrarianer das Klima im Terrarium prüfen. So kann es vorkommen, dass die Beleuchtung als Heizquelle zu schwach oder auch viel zu stark ist. In der Regel reichen 10 Watt Strahler für 30 x 30 x 30 cm große Würfel aus. Wer keine Leuchte als Heizmittel nutzen möchte, kann eine Heizmatte an der Außenseite des Terrariums montieren.

Diese darf aber keinesfalls unterhalb des Bodengrunds angeklebt werden, da es so zu nur zu Spannungsrissen im Glas und einem unnatürlichen Wärmestau im Bodengrund kommt. Um die Luftfeuchtigkeit im Becken anpassen zu können, sollte man ab und an den Boden mittels einer Sprühflasche voll Wasser benetzen. Die Klimagestaltung lässt sich ganz einfach via eines digitalen Kombigeräts mit Messfühlern überwachen.

Wie dir die Nachzucht mit Erfolg gelingt:

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Im deutschsprachigen Raum gibt es zahlreiche Züchter und somit ist die Population zur Heimhaltung mehr als gesichert. Die Nachzucht der Brachypelma hamorii bereitet seit jeher keine allzu großen Schwierigkeiten. Allerdings sollte man zur erfolgreichen Vermehrung die natürlichen Jahreszeiten mit ihren unterschiedlichen Temperaturen simulieren. So darf es im Winter ruhig mal für ein paar Wochen kälter als 20 °C sein.

In der anschließenden Feuchtperiode klettern die Temperaturen dann stufenweise auf bis zu 28 °C. So wird bei den Weibchen der Kokonbau bestmöglich angeregt. Meist verläuft die Verpaarung zwischen Männchen und Weibchen absolut friedlich. Nur ganz selten wird das weibliche Geschöpf gegenüber dem männlichen Partner aggressiv. Etwa 3 bis 4 Monate nach dieser heißen Phase beginnt das Weibchen dann mit dem Kokonbau.

In diesem Gespinst können dann bis zu 600 Eier enthalten sein. Ganze 10 Wochen müssen ins Land ziehen bis die kleinen Spinnen endlich aus dem Kokon schlüpfen. Zu diesem Zeitpunkt sind die Kleinen bloß 3 mm groß. Da die Brachypelma hamorii sehr langsam heranwächst, vergehen in aller Regel 4 bis 7 Jahre bis zum Erreichen des Adultstadiums. Man muss sich also etwas in Geduld üben bis man auch den Nachwuchs miteinander verpaaren kann.

Typische Fallstricke beim Kauf der Brachypelma hamorii:

Je nach Wunsch kann man die Tiere direkt online oder bei einem Händler vor Ort erwerben. Unser Favorit ist dabei ganz klar der Gang zum Züchter um die Ecke. Das liegt aber nicht nur am günstigeren Preis. Viel mehr geht es uns um das genaue Begutachten der Terrarien und darin lebenden Tiere. Die Becken sollten korrekt klimatisiert, sauber und natürlich groß genug für die Tiere sein. Worauf es bei den Achtbeinern selbst ankommt, steht nun geschrieben:

  • Auf keinen Fall sollte die Spinne über Verletzungen oder nässende Wunden an den Gelenken verfügen. Auch Hautausschläge sind absolut tabu.
  • Kleine, sich hin und her bewegende Punkte auf dem Tier deuten auf einen Befall mit Milben oder Rennfliegenmaden hin.
  • Des Weiteren sollten keinerlei Gliedmaßen in Teilen oder gar vollständig fehlen. Auch gekrümmte Beine können schnell zum Problem werden. Zieht die Spinne ihre Vorderbeine unter dem Körper zusammen, ist ebenfalls Vorsicht geboten.
  • Der Hinterleib sollte nicht verkümmert aussehen oder gar faltig sein. Auch dürfen sich auf ihm keine Blasen, Flecken oder Pusteln befinden. Darüber hinaus sind weiße Beläge ein No-Go. Sie könnten erste Anzeichen eines Pilzbefalls sein.
  • Zu guter Letzt sollten die Chelizerenklauen, also die Mundwerkzeuge, nicht einfach lose herabhängen.
Gut zu wissen:
Für den Transport werden die gerade gekauften Nymphen in Filmdöschen gesteckt. Diese werden noch mit etwas Zeitungspapier ausgelegt und schon kann es auf die Reise gehen. Größere Exemplare hingegen können nur in Futterinsektendosen transportiert werden. Um die Achtbeiner dabei zuverlässig vor lebensbedrohlichen Temperaturschwankungen schützen zu können, empfiehlt sich die zusätzliche Verwendung einer Styroporbox.

Unser kleines FAQ zum Abschluss des Beitrags:

FAQ

Die Brachypelma hamorii ist ein wahrer Bestseller. Keine andere Art geht so oft über die Ladentheke. Aufgrund dessen ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass uns zahlreiche Leser mit Fragen rund um diese Art überhäufen. Uns blieb daher gar nichts anderes mehr übrig als den Ratgeber noch, um einen ziemlich umfangreichen Frage-Antwort-Bereich zu ergänzen. So bekommt nicht nur der Fragesteller, sondern auch du noch mehr wertvolle Informationen.

Wie gefährlich ist der Giftbiss einer Brachypelma hamorii?

Dringen die bis zu 1,5 cm langen Giftklauen in unser Fleisch ein, entsteht blitzartig ein stark stechender Schmerz. Aus den winzigen Giftdrüsen der Vogelspinne bahnt sich eine kleine Menge Gift den Weg in unseren Körper. Zum Glück ist die Wirkung der toxischen Substanz eher gering. Kaum stärker und damit auch nicht gefährlicher als das Gift einer Wespe ist so ein Vogelspinnenbiss. Trotzdem sollte man mit so einer Verletzung nicht leichtfertig umgehen.

Bei Allergikern kann es nämlich durchaus zu einem anaphylaktischen Schock kommen. Auch Taubheitsgefühle entstehen nicht selten rund um die Einstichstellen. Da beim Biss aber nicht nur Gift, sondern auch Bakterien übertragen werden, sollte man die Wunde sofort desinfizieren. Hat man dafür kein Mittel zur Hand, ist ein notdürftiges Ausspülen unter Wasser angesagt. Außerdem schadet es nie einen Arzt zu konsolidieren.

Als Halter braucht man sich keine allzu großen Sorgen vor einem Giftbiss zu machen. Bevor es so weit kommt, versucht die Vogelspinne nämlich erstmal zu flüchten. Gelingt dies nicht, schleudert sie ihre Brennhaare in Richtung des Angreifers. Zieht man als Pfleger nun seine Hand nicht aus dem Terrarium zurück, geht die Spinne in eine Art Drohstellung über. Ab diesem Zeitpunkt ist auch das Zubeißen mit den Giftklauen jederzeit möglich.

Bei manchen unserer Brachypelma hamorii konnten wir bei der Verteidigung noch ein weiteres Mittel beobachten. So wird ab und an Kot verspritzt. Dafür heben die Tiere ihren Hinterleib kurz an und setzen einen Kotstrahl in Richtung es Eindringlings ab. Des Weiteren trommeln manche Exemplare mit ihren Vorderbeinen auf den Boden, um Feinde zu verscheuchen. Auch ein gezieltes Zuschlagen mit den Beinen konnten wir schon einmal beobachten.

Was kosten Brachypelma hamorii im deutschen Handel?

Adulte Weichen werden je nach Händler zwischen 60 und 70 Euro vertrieben. Ausgewachsene Männchen hingegen sind etwas günstiger zu erwerben. Sie bekommt man in der Regel schon für 40 bis 50 Euro von Tierhandlungen oder Züchtern angeboten. Am günstigsten sind natürlich Spiderlinge in er ersten Fresshaut. Sie sind selten teurer als 5 Euro. Da aber nicht alle Jungtiere das Erwachsenenalter erreichen, sollte man gleich mehrere Nymphen kaufen.

Wem das aber zu viel Aufwand ist, dem sei ein subadulter Achtbeiner ans Herz gelegt. Tiere mit einer Körperlänge von 2 bis 3 cm bekommt man für 20 bis 30 Euro. Man spart also etwas Geld und kann gleich mit einem normal großem Terrarium in den eigenen 4 Wänden starten. Zudem muss man sich nicht mehrere Jahre begnügen bis aus den winzigen Spiderlingen große Vogelspinnen geworden sind.

Untersteht die Art aufgrund der Namensänderung dem Artenschutzabkommen?

Zu unserer großen Überraschung erhalten wir solche Fragen immer wieder und das, obwohl wir relativ oft betonen, dass man keine Wildfänge importieren soll. Aber beginnen wir der Reihe nach. Seit jeher wird für den Erwerb der Tiere innerhalb der EU ein Herkunftsnachweis verlangt. Diesen Beleg kann der Verkäufer selbst ausstellen und somit ist das Dokument genauso obligatorisch wie die Quittung.

Gebraucht wird dieses unscheinbare Blatt Papier, wenn man der unteren Naturschutzbehörde die Haltung einer geschützten Art anzeigt. Erwirbt oder besser gesagt importiert man einen Wildfang, braucht man zusätzlich noch sogenannte CITES-Papiere. Diese rechtliche Prozedur ist aber eher für Züchter interessant, die neues Blut benötigen. Des Weiteren existieren noch Bundesländer, wo bestimmte Gattungen auf der Liste der gefährlichen Tiere stehen.

In so einem Fall muss man sich dann eine Halteerlaubnis besorgen. Nach aktuellem Stand gibt es aber kein Bundesland, welches Spinnen aus der Gattung Brachypelma als Gefahrtiere einstuft. Nichtsdestotrotz schadet es nie sich beim zuständigen Amt zu erkundigen. Dort wird einem gerne Auskunft gegeben und man ist bezüglich der Gesetzeslage auf der sicheren Seite. Schließlich können sich rechtliche Bestimmungen jederzeit ändern.

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