Chromatopelma cyaneopubescens - Cyanblaue Vogelspinne

Wer sich für Vogelspinnen mit überwältigendem Aussehen interessiert, sollte sich diesen Ratgeber definitiv einmal genauer durchlesen. Die im deutschsprachigen Raum als Cyanblaue Venezuela-Vogelspinne bekannte Art ist bereits als Jungtier ein echter Hingucker. Die Spiderlinge besitzen nämlich bereits orange oder rote Beine sowie ein auffallend, schwarzes Muster auf dem Hinterleib. Zudem glänzt der Carapax in einem leichten Goldton.

Aber nicht nur das Erscheinungsbild dieser Spezies weiß uns Spinnenhalter zu begeistern. So bauen die Tiere im Gegensatz zu vielen anderen in der Terraristik gehaltenen Achtbeinern wunderschön anzusehende Gespinste in ihrem künstlichen Zuhause. In ihrer Heimat, der Paraguaná-Halbinsel im Nordosten des venezolanischen Bundesstaates Falcón, leben die Vogelspinnen in Savannenwäldern.

Zum Schutz vor Feinden ziehen sie sich dort in Baumhöhlen, hohle Kakteen oder zwischen Wurzelstücke zurück. Man erkennt diese Unterschlüpfe in der Regel recht schnell wegen der großen und damit auffälligen Wohngespinste. Interessant ist hierbei, dass die Cyanblauen Vogelspinnen ihre Verstecke fast nie durchs Graben vergrößern. Dies ist aber nicht der einzige spannende Fakt über die monotypische Gattung. Was du noch wissen musst, erfährst du nun.

Unser Steckbrief zur Cyanblauen Venezuela-Vogelspinne:

Wissenschaftliche Bezeichnung:Chromatopelma cyaneopubescens
Deutscher Name:Cyanblaue Vogelspinne oder Cyanblaue Venezuela-Vogelspinne
Erstbeschreibung:Strand, 1907
Artenschutz:Keiner
Verbreitung:Diese Achtbeiner leben in Savannenwäldern und verstecken sich dort meist an den Füßen der kargen Wüstenvegetation. Ihr Habitat ist die größte und am nördlichsten gelegene Halbinsel Venezuelas. Die Rede ist von Paraguanà.
Lebensweise:Überwiegend bodenbewohnende Vogelspinnen, die sich erst im Schutz der Dämmerung oder völligen Finsternis aus ihrem Versteck wagen. Die Tiere bauen große Gespinste, graben dafür aber kaum.
Verhalten:Man sagt den spektakulär gefärbten Geschöpfen einen ruhigen Charakter mit wenig Angriffslust nach. Spiderlinge sind jedoch häufig ängstlich und verschwinden deshalb blitzschnell in ihrem Versteck. Adulte Tiere zeigen sich gerne außerhalb des Unterschlupfes.
Lebenserwartung:Bei guter Pflege und ausreichend Futter können weibliche Tiere bis zu 20 Jahre alt werden. Männchen versterben hingegen 6 bis 18 Monate nach der Reifehäutung. Sie werden daher ca. 3 bis 4 Jahre alt.
Adulte Größe:Auch bei dieser Gattung werden die Weibchen mit 6 bis 7 cm Körperlänge größer als die Männchen mit 3 bis 4,5 cm Länge.
Aussehen:Metallisch glänzender blauer, grüner oder goldener Carapax, leuchtend blaue Beine, rote Haare am Hinterleib sowie hellbraune oder gelbliche Haare auf den Beinen. Die Nymphen besitzen eine wespenartige Zeichnung auf dem Opisthosoma.
Terrarium:Adulte Achtbeiner benötigen ein 30 x 30 x 30 cm großes Savannenterrarium. Als Bodensubstrat empfiehlt sich ein 10cm hohes Sand-/Lehmgemisch. Nicht fehlen darf natürlich eine Klettermöglichkeit in Form einer Wurzel , ein Unterschlupf, ein Trinknapf sowie etwas Deko in Form von Pflanzen und Steinen.
Klimagestaltung:Die Luftfeuchtigkeit sollte sich in einem Bereich von 50 bis 65 % bewegen. Tagsüber darf es zwischen 25 und 28 °C warm sein. Nachts hingegen genügen 19 bis 22 °C vollkommen.
Futter:Hier kommen alle klassischen Futterinsekten wie Heimchen, Grillen oder auch Schaben infrage. Gerne dürfen auch Mehlwürmer oder Zophoba verarbeicht werden.
Zucht:Die Verparrung verläuft in der Regel friedlich. Allerdings sind die Männchen recht schüchtern. In einem Kokon befinden sich ungefähr 70 bis allerhöchstens 160 Eier. Die Aufzucht der robusten Spiderlinge ist einfach.
Besonderheiten:Ihr natürlicher Lebensraum verkleinert sich immer mehr. Schuld daran sind aber keine menschlichen Bauprojekte, sondern Hausziegen sowie Tapire. Die Art wurde schon mehreren Gattungen, wie Eurypelma oder Delopelma zugeteilt.
Schwierigkeitsgrad:Einsteiger

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Merkmale & Aussehen:

Cyanblaue Venezuela-Vogelspinne

Diese monotypische Gattung ist vor allem wegen ihres imposanten Aussehens so beliebt bei Terrarianern. Adulte Cyanblaue Venezuela-Vogelspinnen verfügen über einen glänzenden Carapax. Obwohl der Name der Spinnen anderes vermuten lässt, kann dieser nicht nur metallisch blau, sondern auch grün oder bei Jungtieren sogar golden glänzen. Die Beine der Achtbeiner sind leuchtend Blau gefärbt und verfügen über hellbraune bis gelbliche Haare.

Auf dem Hinterleib befinden sich dichte, rote Haare. Zumindest gilt dies, wenn es sich um adulte Tiere handelt. Nymphen können nämlich mit einer schwachen Behaarung, dafür aber mit einer wespenartigen Zeichnung auf dem Abdomen aufwarten. Abgesehen von sind ihre Laufbeine bis zu den Schenkeln vollkommen schwarz gefärbt. In puncto Körperlänge sind die Weibchen die klaren Sieger. Sie werden etwa 6 bis 7 cm groß.

Die Männchen erreichen dagegen gerade mal eine Körperlänge von 3 bis 4,5 cm. Beide Geschlechter sind ruhige und defensive Geschöpfe. Meist genügt schon das Öffnen des Terrariums, damit die Tiere blitzschnell in ihr Versteck flüchten. Feststellen konnten wir dabei, dass die Achtbeiner nicht nur erstaunlich gut, sondern auch extrem schnell klettern können. Ihre Brennhaare oder gar den Giftbiss setzen sie nur in absoluten Notfällen ein.

Gut zu wissen:
Ob es sich hier um klassische Boden- oder doch eher um Strauchbewohner handelt, ist ein kleiner Streitpunkt innerhalb der Vogelspinnen-Community. Wir haben im Laufe der Jahre allerdings feststellen können, dass adulte Tiere eher am Boden leben, wohin gegen juvenile Achtbeiner ihr Nest lieber etwas erhöht errichten. Zudem gräbt diese Art fast gar nicht, sondern kreiert ihr Zuhause lieber mithilfe von vielen einzelnen Spinnfäden.

Verbreitung & Lebensraum:

Cyanblaue Venezuela Vogelspinne Karte

Das natürliche Biotop der Chromatopelma cyaneopubescens sind Savannenwälder auf der venezolanischen Halbinsel Paraguanà. Die Vegetation besteht dort hauptsächlich aus Dornensträuchern, Disteln, Kakteen und Dickblattgewächsen. Manch einer spricht hier sogar von einer kümmerlichen Flora, die ihn bei genauerer Betrachtung an die Sahara-Wüste erinnert. Dieser Vergleich ist auch aus klimatischer Betrachtung gar nicht so abwegig.

Tagsüber ist es auf der Halbinsel mit bis zu 39 °C sehr heiß. Nachts hingegen kühlt die Temperatur deutlich ab und es kommt nicht selten zu starker Taubildung. Die Luftfeuchtigkeit in dem venezolanischen Areal ist eher niedrig. Nur während der Monate Oktober bis Januar liegt sie oberhalb von 35 %. Diese Zeitphase nutzen die bildhübschen Vogelspinnen zur Vermehrung, sprich Fortpflanzung.

Dafür verlassen sie ihre Baumhöhlen, hohen Kakteen oder Gespinste zwischen mehreren Wurzeln. Gelegentlich findet man auch Behausungen zwischen Holzkonstruktionen von Hütten oder in bröckeligen Mauern. Meist leben die Achtbeiner aber in der Wildnis und dies am Fuße von Sträuchern in von Sanddünen geprägten Regionen. Überwiegend halten sich die Tiere am Boden auf, können aber bei Bedarf auch gut und flink klettern.

Gut zu wissen:
Diese Spinnen sind recht robust, werden in ihrem Habitat aber nicht allzu alt. Schuld daran sind lange Trockenphasen, die für eine Verknappung der Nahrung sorgen. Zudem werden die Territorien in fruchtbarerem Land von Hausziegen zerstört. Diese fressen nämlich alles Erreichbare und sorgen so für eine versteppte und damit für die Spinnen lebensfeindliche Landschaft. Daher hat die Regierung spezielle Schutzgebiete eingerichtet.

Die Haltung der Cyanblauen Vogelspinne erklärt:

Cyanblaue Vogelspinne

Das attraktive Erscheinungsbild hat diese Achtbeiner zu einer der begehrtesten Arten in der Terraristik werden lassen. Wurden die Tiere anfangs noch in Venezuela gefangen und dann hierzulande für teures Geld angeboten, gibt es inzwischen eine Vielzahl an Züchtern. Somit kann man bereits mit relativ geringem Kapitaleinsatz stolzer Halter dieser spektakulär gefärbten und noch dazu für Anfänger geeigneten Vogelspinnen werden.

Bevor wir dir aber bis ins kleinste Detail erklären, worauf es in puncto Pflege ankommt, möchten wir dir erst mal wichtige Ausrüstungsgegenstände für die erfolgreiche Haltung vorstellen. Schließlich ist es mit einem leeren Terrarium allein nicht getan:

  • Terrarium
  • Beleuchtung
  • Heizmatte
  • Thermometer
  • Hygrometer
  • Bodensubstrat
  • Unterschlupf
  • Strukturrückwand
  • Wassernapf
  • Dekoration
Spiderlinge dieser Art bekommt man oft für 5 bis 10 Euro auf den einschlägigen Börsen angeboten. Auch beim Züchter sind die Tiere kaum teurer. Adulte Männchen schlagen mit 20 bis 40 Euro zu Buche. Ausgewachsene Weibchen liegen meist bei 50 bis 70 Euro. Bevor man aber so viel Geld für sein künftiges Haustier ausgibt, sollte man ein fertig eingerichtetes und natürlich Probe gelaufenes Terrarium besitzen.

Artgerechte Einrichtung des Terrariums:

Chromatopelma cyaneopubescens im Terrarium

Für die Pflege einer adulten Cyanblauen Vogelspinne benötigt man ein 30 x 30 x 30 cm großes Wüstenterrarium. Dieses kann natürlich auch noch eine Spur größer ausfallen, um dem Achtbeiner mehr Raum für sein Gespinst zu geben. Nichts lieben diese Tiere nämlich mehr als den Bau großer Netze. Die Art reagiert besonders empfindlich auf Zugluft sowie Staunässe. Man muss das Terrarium diesbezüglich also gut im Blick haben.

Als Bodengrund verwenden wir ein Gemisch aus Sand oder Lehm. Dieses entspricht unserer Meinung nach am besten dem natürlichen Habitat der Tiere. Uns wird aber auch immer wieder davon berichtet, dass die Tiere auch problemlos auf Wald- oder Blumenerde gehalten werden können. Da diese Spinnen fast keinen Grabdrang besitzen, braucht man den Bodengrund nicht höher als 10 cm aufzuschütten. Viel wichtiger als das Bodensubstrat sind Klettermöglichkeiten.

Gerade juvenile Tiere nehmen diese dankend an. Wir stellen meist eine Wurzel mittig in das Becken. Da diese Achtbeiner mit zunehmenden Alter lieber am Boden bleiben, kommt bei uns von Beginn an auch eine Korkröhre, ein halber Keramik-Blumentopf oder eine halbe Kokosnussschale mit ins Becken. Auch ein Wassernapf darf hier nicht fehlen. Als Deko setzen wir auf ein paar Steine sowie echte Pflanzen.

Korrekte Klimagestaltung im Becken:

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In ihrer Heimat ist die Luftfeuchtigkeit mit Werten um 30 Prozent-Marke recht gering. Deshalb sprühen wir nur alle 1 bis 2 Wochen etwas Wasser auf den Boden im Terrarium. Auch lassen wir die Wasserschale beim Auffüllen immer etwas überlaufen. Die Luftfeuchtigkeit bewegt sich so in einem Rahmen von 50 bis 60 Prozent. So verhindern wir übermäßige Feuchte, die bei diesen Tieren nicht selten zu einem Pilzbefall führt.

Die Temperatur steuern wir mittels einer kleinen Wärmelampe von 20 Watt. So erreichen wir tagsüber problemlos Werte von 25 bis 28 °C im Becken. Nachts hingegen ist die Lampe aus und so kühlt die Luft auf ca. 20 °C oder einfach Zimmertemperatur herunter. Damit man die Lampe nicht jeden Tag selbst an und aus schalten muss, sollte man eine mechanische oder digitale Zeitschaltuhr erwerben.

Auch die Überwachung der klimatischen Werte erfordert die Anschaffung zusätzlichen Equipments. So benötigt man ein Thermo- sowie ein Hygrometer. Hier kann man sowohl auf analoge aus auch digitale Geräte setzen. Beide haben ihre Vor- und Nachteile. Wir benutzen meist die etwas teureren, digitalen Kombigeräte mit mehreren Fühlern. So lassen sich nämlich alle Bereich innerhalb des Terrariums zuverlässig kontrollieren.

Erfolgreiche Zucht der Achtbeiner:

Spiderling mit charakteristischer, wespenartiger Zeichnung auf dem Hinterleib sowie golden schimmernden Carapax.

Die Vermehrung der Cyanblauen Vogelspinne ist zum Glück nicht allzu kompliziert. Diesem Umstand ist es auch zu verdanken, dass man inzwischen immer häufiger Nachzuchten zu fairen Preisen angeboten bekommt. Die Verpaarung von Männchen und Weibchen verläuft meist friedlich. Da die Böcke aber deutlich kleiner als die Frauen sind, verhalten sie sich manchmal recht schüchtern.

Sind ungefähr 1 oder 2 Monate nach dem Geschlechtsakt vergangen, beginnt das Weibchen mit dem Bau des Kokons. Darin können ca. 70 bis allerhöchstens 160 Eier enthalten sein. Meist sind es aber nicht mehr als 100. Rund 10 Wochen müssen noch mal ins Land gehen bis die kleinen Spinnen aus dem Kokon schlüpfen. Die Aufzucht der robusten Spiderlinge gelingt recht gut. Oft dauert es nur 2 bis 3 Jahre zur Reifehäutung bei beiden Geschlechtern.

Typische Fallstricke beim Kauf der Chromatopelma cyaneopubescens:

Cyanblaue Vogelspinne Drohgebärde

Dieser Tiere lieben das sichere und zurückgezogene Leben in ihrem Gespinst. Deswegen spinnen sie das Terrarium im Laufe ihres Lebens unerbittlich zu. Da die Achtbeiner sich nur so wohlfühlen, sollte man das Netzgebilde auf keinen Fall künstlich verkleinern oder durch unsachgemäß ausgeführte Arbeiten im Terrarium zerstören. Zwar sollte man sich diesem Umstand vor dem Kauf bewusst sein, aber darum soll es an dieser Stelle nicht gehen.

Waren anfangs fast nur Wildfänge auf dem Markt, werden heute eher Nachzuchten gehandelt. Diese sind zwar oft etwas teurer als Importe, dafür sind sie aber meist vollkommen gesund. Viele in der Wildnis eingebuchtete Achtbeiner leiden an Parasiten, sind geschwächt vom langen Transport oder sind bereits echte Senioren, wenn sie Deutschland zum ersten Mal erblicken. Zudem können sich solche Tiere nur langsam an das Leben in einem Terrarium gewöhnen.

Aufgrund all dieser Umstände lohnt sich der Kauf bei einem Züchter. Hier bekommt man außerdem noch Tipps zur Haltung und man kann sich zwischen mehreren Spinnen entscheiden. Worauf man dabei achten sollte, ist nicht in einem Satz gesagt. Daher haben wir alle wichtigen Aspekte im Folgenden aufgelistet und kurz erläutert:

  • Auf keinen Fall sollte die Spinne über Verletzungen oder nässende Wunden an den Gelenken verfügen. Auch Hautausschläge sind absolut tabu.
  • Kleine, sich hin und her bewegende Punkte auf dem Tier deuten auf einen Befall mit Milben oder Rennfliegenmaden hin.
  • Des Weiteren sollten keinerlei Gliedmaßen in Teilen oder gar vollständig fehlen. Auch gekrümmte Beine können schnell zum Problem werden. Zieht die Spinne ihre Vorderbeine unter dem Körper zusammen, ist ebenfalls Vorsicht geboten.
  • Der Hinterleib sollte nicht verkümmert aussehen oder gar faltig sein. Auch dürfen sich auf ihm keine Blasen, Flecken oder Pusteln befinden. Darüber hinaus sind weiße Beläge ein No-Go. Sie könnten erste Anzeichen eines Pilzbefalls sein.
  • Zu guter Letzt sollten die Chelizerenklauen, also die Mundwerkzeuge, nicht einfach lose herabhängen.
Gut zu wissen:
Spiderlinge werden meist in kleinen 25ml-Döschen verkauft. Adulte Exemplare hingegen können aufgrund ihrer Größe nur in einer Futterinsektenbox von A nach B befördert werden. Um die Achtbeiner vor lebensbedrohlichen Temperaturschwankungen schützen zu können, empfiehlt sich die zusätzliche Verwendung einer Styroporbox sowie eines Heizkissens im Winter. Der Kauf beim Händler ist dem stressigen Versand vorzuziehen.

Unser kleines FAQ zum Abschluss des Beitrags:

FAQ

Aufgrund des opportunistischen Verhaltens dieser Vogelspinnen kontaktieren uns immer wieder viele Halter. Aber nicht nur die Frage, ob es sich jetzt um Boden- oder Baumbewohner handelt, scheint unsere Leser zu beschäftigen. So erreichen uns auch immer wieder E-Mails und Kommentare mit anderen interessanten Anliegen. Aufgrund dessen haben wir uns zusammengesetzt und einen kleinen Frage-Antwort-Bereich verfasst:

Hat der Name Chromatopelma cyaneopubescens eine besondere Bedeutung?

Ja, so ist es. Der Begriff „Chromatopelma“ setzt sich aus einem lateinischen sowie einem altgriechischen Wort zusammen. „Chroma“ stammt aus dem Griechischen und wird mit „Farbe“ übersetzt. „Pelma“ ist hingegen lateinisch und kann mit „Sohle“ transkribiert werden. „Cyaneos“ ist das griechische Wort für „dunkelblau“ und „pubescens“ ist wieder lateinisch und wird als „behaart“ übersetzt.

Welche echten Pflanzen bieten sich für das Einsetzen im Terrarium an?

Gute Erfahrungen haben wir mit vielen Haworthia-, Agave-, Ficus- sowie einigen Aloe-Arten gemacht. Als erste echte Pflanzen für das Vogelspinnen-Terrarium empfehlen wir hier Aloe arborescens oder Agave americana. Beide Gewächse sind widerstandsfähig und verziehen typische Anfängerfehler mit echtem Grün im Vogelspinnen-Becken. Gerne vergessen wird allerdings das regelmäßige Gießen der Pflanzen.

Wie verteidigt sich die Cyanblaue Vogelspinne gegenüber Angreifern?

Es handelt sich hier um eine sogenannte Bombardierspinne. Konkret bedeutet dies, dass die Tiere über „abschussbereite“ Brennhaare auf dem Abdomen verfügen. Diese können sie bei Gefahr mithilfe der hinteren Beine abscheuern und so den Störenfried in die Flucht schlagen. Der Kontakt mit den unscheinbaren Härchen sorgt für rote und juckende Stellen auf der Haut. Manchmal kommt es auch zu kleinen Pusteln, wie bei dem Kontakt mit Brennnesseln.

Werden die Haare zusätzlich noch eingeatmet, kann es zu einem Brennen und damit verbundenen Hustenreiz in den Atemwegen kommen. Die Schleimhäute in der Nase und den beiden Auge können zudem stark auf die Brennhaare reagieren. Es kommt nämlich relativ oft zu tränenden Augen und einer laufenden Nase. Zum Glück sind die Cyanblauen Venezuela-Vogelspinnen gegenüber uns Menschen ruhig und defensiv.

Wir müssen uns also nicht vor den Brennhaaren sorgen. Auch ein Giftbiss oder ein Angriff mit den Vorderbeinen ist eher selten. Lieber flüchten die Tiere in Windeseile in ihre Verstecke. Manchmal kann man aber eine Drohhaltung beobachten. Hierfür stellen die Spinnen ihren Vorderkörper auf und strecken die vorderen Beine zur Seite. Sie wirken so um ein Vielfaches größer und wollen den Angreifer gleich zu Beginn der Auseinandersetzung verscheuchen.

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