Vogelspinne beißt zu

Die Beliebtheit von Vogelspinnen als Haustier steigt immer weiter an. Allerdings haben auch viele Angst vor den haarigen Achtbeinern. Man hört nämlich immer wieder, dass ein Vogelspinnenbiss tödlich für Menschen verläuft. Schuld daran soll das hochgradig toxische Gift der Spinnen sein.

Selbst ein Kontakt mit den Brennhaaren soll zu schweren Entzündungen oder gar Lähmungserscheinungen führen. Doch stimmt das überhaupt? Handelt es sich hier gar um extrem aggressive Tiere und wie gefährlich sind Vogelspinnen für Menschen? All diese Fragen und noch einige mehr werden wir in diesem Beitrag beantworten.

Setzen Vogelspinnen beim Biss Gift frei?

Ein Biss von einer Vogelspinne ist bereits aufgrund der großen Zähne sehr schmerzhaft. Häufig entzünden sich die Bisswunden wegen Keimen und Bakterien stark. Bevor es aber so weit kommt, machen sich erst Mal Vergiftungserscheinungen bemerkbar. Solange man aber als Mensch auf das Vogelspinnen-Gift nicht mit einem allergischen Schock reagiert, stirbt man daran eher nicht.

Allerdings dringen die Giftklauen sehr tief ins Fleisch ein. Die im Fachjargon als Chelizeren bezeichneten Klauen können je nach Art über 12 mm tief in das Gewebe des Opfers vordringen. Anfangs spürt man einen stechenden Schmerz und relativ schnell schwillt die Wunde unter starken Schmerzen an. Selbst Lähmungserscheinungen können dabei auftreten. Aber keine Sorge! Nach ein paar Tagen ist der Spuk wieder vorbei.

Gut zu wissen:
Gesunde Erwachsene brauchen sich nicht allzu viele Sorgen vor einem Biss zu machen. Selten kommt es durch diesen zu ernsthaften Komplikationen. Bei älteren oder jüngeren Menschen können aber starke Folgeerscheinungen auftreten.

So sorgen die Keime am Beißwerkzeug für heftige Entzündungen oder Infektionen. Häufig wird auch von Fieberschüben, starker Benommenheit oder gar stundenlang andauernden Krämpfen berichtet. Aber auch hier sind tödliche Verläufe die absolute Ausnahme.

Wie sollte man sich nach einen Biss verhalten?

Selbstverständlich sollte man sofort nach dem Biss einen Arzt aufsuchen oder bei starken Beschwerden lieber gleich einen Krankenwagen anfordern. Ebenfalls ist es sinnvoll sich die Vogelspinnenart oder Gattung zu notieren. So können Mediziner den Verlauf der Vergiftung besser einschätzen und auch behandeln.

Schließlich variieren die Krankheitszeichen je nach Art, Konzentration und Zusammensetzung des Vogelspinnengifts stark. Ist die genaue Art oder Gattung unbekannt kann sich selbst als Vollprofi nie ganz sicher sein, wie heftig die Schmerzen und Symptome noch werden können.

Außerdem sollte man direkt nach dem Biss Desinfektionsmittel benutzen. So kann man einer Infektion mit Keimen und Bakterien relativ gut vorbeugen. Ebenso sollte die Wunde fachmännisch verbunden werden. Hierfür reichen meist handelsübliche Pflaster aus. Wer aber auf Nummer sicher gehen möchte, greift lieber gleich zu einem Verband.

Die Vogelspinnenbisswunde muss so lange bedeckt werden bis sich eine erste Schorfschicht gebildet hat. Natürlich sollte man währenddessen ab und an einen Blick auf die Bissstelle riskieren. Dauert die Heilung zu lange, gilt es medizinischen Rat einzuholen. Wird die Stelle gar rot, schwillt an oder wird zusätzlich noch warm, sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen. Nun deutet alles auf eine Infektion hin.

Gut zu wissen:
Gerade Allergiker sollten bei einem Vogelspinnenbiss umgehend einen Arzt konsultieren. Eine allergische Reaktion auf das Gift kann nämlich einen sehr schweren bis hin zu tödlichen Verlauf nehmen. Und diesen Tipp sollte man wirklich ernst nehmen. Dies gilt auch, wenn man sich verhältnismäßig gut fühlt. Häufig dauert es ein paar Minuten bis sich erste Anzeichen der allergischen Reaktion einstellen.

Woran erkennt man einen bevorstehenden Biss?

Vogelspinne Drohgebärde

Die meisten Vogelspinnenarten, die im Terrarium gehalten werden, sind sehr friedlich. Allerdings gibt es auch aggressive und gefährlich Vogelspinnen bei denen man bei der kleinsten Bedrohung oder Reizung mit einem Biss rechnen muss. Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollte man das Verhalten genau im Blick haben und das Tier niemals mit der eigenen Hand im Zuhause überraschen.

Amerikanische Vogelspinnen beispielsweise beißen nicht gleich zu, sondern setzen erst mal ihre Brennhaare ein. Mithilfe von Scheuerbewegungen der Hinterbeine werden die Pfeilspitzen Härchen abgelöst und in die Luft gewirbelt. Kommt man mit diesen in Kontakt, kann es zu Hautrötungen oder auch einem starkem Juckreiz kommen.

Die auftretenden Symptome ähneln denen einer Brennnessel-Berührung. Gelangen die Brennhaare stattdessen in die Atemwege oder erreichen die Schleimhäute, bekommt man meist einen Hustenkrampf. Hier kann man nur schwer Abhilfe schaffen. Die betroffenen Stellen an den Händen können hingegen unter kaltem Wasser abgewaschen werden.

Gut zu wissen:
Nicht nur amerikanische Vogelspinnen verfügen über Brennhaare. Auch einige Arten der alten Welt haben solche Reizhaare. Allerdings werden diese nicht zu aktiven Verteidigung gegenüber Angreifern eingesetzt.

Unser FAQ zum Abschluss:

FAQ

Die Frage, wie gefährlich Vogelspinnen wirklich sind, beschäftigt viele Einsteiger. Daher bekommen wir ab und Fragen rund um diese Thematik gestellt. Das Ganze hat uns auf die Idee gebracht den Artikel um ein kleines FAQ zu erweitern:

Welche Vogelspinnen sind am giftigsten?

Laut verschiedenen Studien sollten die Vogelspinnen aus Asien und Afrika ein stärkeres Gift als ihre amerikanischen Kollegen besitzen. Als besonders toxische Vertreter sind Vogelspinnen aus der Gattung Poecilotheria bekannt. Hierzulande kennt man hauptsächlich die Tigervogelspinne oder auch die Blaue Ornament-Vogelspinne.

Es gibt diverse Berichte, wo ein Biss von Vogelspinnen dieser Gattung zu Muskelkrämpfen, starken Schwellungen, Übelkeit und Schockzuständen geführt haben soll. Mitinbegriffen war natürlich ein mehrtägiger Krankenhausaufenthalt. Teilweise war die Intensivstation unumgänglich.

Was ist mit aggressivem Verhalten bei Vogelspinnen gemeint?

Friedliche Arten sind eher auf einen Rückzug bedacht. Aggressive Vogelspinnen hingegen gehen eher auf die Gefahr zu und setzen dann blitzschnell zum Angriff an. Selbstredend sind solche Tiere schneller reizbar und damit eher etwas für erfahrene Halter.

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