Grammostola iheringi

Die Gattung Grammostola kann mit zahlreichen umwerfenden Arten aufwarten. Besonders gut gefällt uns hierbei die Grammostola iheringi, weshalb wir ihr auch einen ganzen Artikel widmen wollten. Und nun ist es endlich so weit. Die große Spezies ist schwarz gefärbt und besitzt eine rote Behaarung auf dem Hinterleib. Diese ist besonders lang und stechend rot, was die Spinne besonders markant macht. Aber auch ihr Fresstrieb ist unebschreiblich.

Die Achtbeiner vertilgen wirklich alles, was ihnen vor die Füße fällt. Mag das in der Natur noch seine Richtigkeit haben, führt das Ganze im Terrarium nur schnell zu Übergewicht. Daher sollte man sich beim Füttern etwas zurückhalten. Zumal man die Tiere eh oft genug zu Gesicht bekommt. Zwar sind sie von der Art her eher defensiv, aber gleichzeitig auch recht selbstbewusst. Sie zeigen sich nämlich häufig im Becken und sonnen sich.

Prinzipiell eignet sich die Art gut für absolute Anfänger. Man sollte sich allerdings im Klaren darüber sein, dass man die Tiere für 2 bis 3 Monate etwas kälter halten muss. Damit ist zwar keine richtige Winterruhe gemeint, aber wärmer als 18 bis 20 °C sollte es dann nicht im Terrarium werden. Sieht man einmal von diesem Haltungsparameter ab, erhält man hier langlebige Tiere mit einer ganz besonderen Optik. Was es noch zu wissen gibt, erfährst du nun.

Unser Steckbrief über die Grammostola iheringi:

Wissenschaftliche Bezeichnung:Grammostola iheringi
Deutscher Name:Noch gibt es keinen.
Erstbeschreibung:Keyserling, 1891
Artenschutz:Derzeit befindet sich diese Spezies auf keiner Artenschutzliste. Daher werden ab und an adulte Wildfänge gehandelt.
Verbreitung:Die Grammostola iheringi ist in Südamerika beheimatet. Dort leben die Spinnen in Brasilien, genauer gesagt im direkten Einzugsgebiet der beiden Flüsse Paraná und Grande. Ihr natürliches Habitat sind also die nassen Sumpfgebiete und Regenwälder.
Lebensweise:Es handelt sich hier um normale Bodenbewohner aus der Gattung Grammostola, die gerne Wohnhöhlen ausheben. Die Achtbeiner übernehmen aber auch verlassene Bauten anderer Tiere.
Verhalten:Diese Art gilt ahs eher ruhig, wobei sie sich nicht immer defensiv verhält. Manch ein Halter würde sogar von einer selbstbewussten Spezies sprechen. Nicht zuletzt, da sich die Tiere gerne außerhalb des Unterschlupfes zeigen.
Lebenserwartung:Weibchen werden bis zu 20 Jahre alt. Häufig erreichen sie aber nur ein Alter von 15 Jahren. Die Männchen versterben hingegen meist 6 bis 12 Monate nach der Reifehäutung. Damit werden sie gerade einmal 4 bis 5 Jahre alt.
Adulte Größe:Diese Achtbeiner erreichen eine maximale Größe von 7 bis 8 cm bei einer enormen Beinspannweite von über 20 cm. Damit zählen diese Spinnen zu den größten Tieren ihrer Gattung.
Aussehen:Diese Spinnen haben eine schwarze Grundfärbung. Allerdings besitzen sie markante, rote Haare auf dem Hinterleib. Zudem befinden sich am ganzen Körper lange helle Haare.
Terrarium:Wir empfehlen ein 30 x 30 x 30 cm großes Feuchtterrarium mit 10 bis 15 cm hohen Bodengrund, einer Wohnhöhle, einem flachen Trinknapf sowie etwas Dekoration.
Klimagestaltung:Tagsüber sollte sich die Temperatur in einem Bereich von 22 °C bis 25 °C bewegen. Nachts hingegen genügt die normale Zimmertemperatur, so lange diese sich bei 18 °C bis 20 °C einpendelt. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 70 bis 80 % liegen.
Futter:Hier kommen alle klassischen Futterinsekten wie Heimchen, Grillen oder auch Schaben infrage. Gerne dürfen auch Mehlwürmer oder Zophoba verarbeicht werden.
Schwierigkeitsgrad:Einsteiger

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Merkmale & Aussehen:

Im adulten Zustand erreichen diese Vogelspinnen eine Größe von 7 bis 8 cm. Die Beinspannweite ist dabei mit über 20 cm besonders groß. Damit lässt sich festhalten, dass die Grammostola iheringi eine der größten Vertreterinnen ihrer Gattung ist. Aber auch die Optik macht sie zu einem der schönsten Tiere der Spinnengattung Grammostola. Die Grundfärbung ist sehr dunkel gehalten.

Aufgelockert wird das Äußere durch rauchgraue Beine mit langen Haaren und hellen Spitzen. Am markantesten ist aber der Hinterleib. An dieser Stelle des Körpers befinden sich nämlich zahlreiche rote Haare. Gelegentlich entdeckt man dort aber auch mal helle Haare, wie sie am Rest des Corpus vorkommen. Ab und an verfügen die Achtbeiner über einen leicht bläulichen Schimmer, der meist nach der Häutung auftritt.

Gut zu wissen:
Bereits beim Schlupf kann man erahnen, wie groß diese Spinnen später einmal werden können. Die Nymphen sind nämlich bereits recht groß. Sie haben meist eine Beinspannweite von 1 bis 2 cm und wachsen richtig schnell heran. Oftmals sind sie schon nach 1 1/2 Jahren handtellergroß. Von da an dauert es gar nicht mehr lange bis sie zu ihrer stattlichen Größe heranwachsen.

Verbreitung & Lebensraum:

Grammostola iheringi Verbreitung Karte

Diese Bodenbewohner stammen aus dem Süden Brasiliens. Dort leben sie in den Sumpfgebieten und Regenwäldern, die sich rund um die Flüsse Paraná und Grande befinden. Die Tiere graben viel und ausdauernd. Deshalb leben sie überwiegend in Höhlen. Diese werden aber auch gerne für Erkundungstouren in der Nacht oder am Tag verlassen. Die selbstbewusste Art kann man aufgrund dessen als sehr lebhaft und aktiv beschreiben.

Während der wärmeren Monate verstecken sich die Grammostola iheringi nicht sofort in ihren Wohnröhren, sondern verweilen häufig unter Steinen, Wurzeln, Rindenstücken oder Falllaub. Am liebsten mögen sie aber noch immer ihre mit Spinnseide ausgekleideten Wohnhöhlen. Diese werden gelegentlich nahezu vollständig mit den Fäden zu tapeziert. Ihre Nahrung erbeutet die Art, wenn sie sich in der Nähe ihres Unterschlupfs auf die Lauer legt.

Dieser muss aber nicht immer tief im Herzen der Wildnis sein. Gelegentlich werden die Tiere auch auf Viehweiden, Ackern und Rodungsstellen gesichtet. Gerade Letztere scheinen den Grammostola iheringi besonders gut zu gefallen. Mit großer Freude verstecken sie sich dort unter den übrig gebliebenen Holzstücken, die nicht selten von allen Seiten zugespinnt werden. Im Gegensatz zu anderen Arten stellen sie aber nur selten den Kulturnachfolger.

Gut zu wissen:
Nicht nur in Gefangenschaft werden diese Spinnen besonders alt. Auch in der freien Natur soll es Exemplare geben, die über 20 Jahre auf dem Buckel haben. Allgemein berichten diverse Züchter und Halter davon, dass die Grammostola iheringi sehr robust und widerstandsfähig sei. Kleine Haltungsfehler, wie sie oft von Anfängern gemacht werden, sollen der Spinnenart so gut wie nichts ausmachen.

Die Haltung der Grammostola iheringi erklärt:

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Gerade zur Haltung dieser Vogelspinne findet man nur ganz wenige Informationen im Internet. Daher werden wir alle wichtigen Aspekte der Pflege ausführlich behandeln und dabei ab und an mal ein paar Tipps oder Tricks aus der täglichen Praxis einbauen. Bevor wir aber auf die einzelnen Punkte der Haltung eingehen können, möchten wir dir erstmal veranschaulichen welche Gegenstände man zur Haltung dieser Art gebrauchen kann.

Natürlich gilt dabei, dass man nicht eine Lampe und eine Heizmatte gleichzeitig braucht und natürlich ist Dekoration wie zum Beispiel eine Strukturrückwand nicht zwingend notwendig. Das Gleiche gilt natürlich auch für echte Pflanzen, obwohl Farne und Moose dem Terrarium einen viel natürlicheren Look geben. Im Folgenden erhältst du daher nur einen groben Überblick über wichtige Gegenstände der Vogelspinnenhaltung:

  • Terrarium
  • Beleuchtung
  • Heizmatte
  • Thermometer
  • Hygrometer
  • Bodensubstrat
  • Unterschlupf
  • Strukturrückwand
  • Wassernapf
  • Dekoration
Bevor du deine Grammostola iheringi kaufst, solltest du bereits ein fertig eingerichtetes Terrarium besitzen. Schließlich sollte die Ausstattung vollständig sein und die Technik auch wirklich funktionieren. Daher muss das Becken samt seiner Einrichtung für ein oder zwei Tage Probe laufen. So kann man Fehler aller Art erkennen und diese noch beheben.

Optimales Terrarium & korrekte Klimagestaltung:

Relativ oft liest und hört man davon, dass man für die Pflege der Grammostola iheringi ein Terrarium mit einer Grundfläche von 50 x 40 cm benötigt. Dem ist aber nicht so. Zwar ist diese Spinne recht aktiv und wuselt gerne im Becken herum, aber ein 30 x 30 x 30 cm großes Feuchtterrarium genügt für die Haltung vollkommen. Viel wichtiger ist ein 10 bis 15 cm hohes Bodensubstrat aus Torf oder Blumenerde. Dieses sollte in etwas zu 2/3 feucht gehalten werden.

Diese Achtbeiner lieben es nämlich feucht und warm in ihrem Zuhause. So darf die Luftfeuchtigkeit sich ruhig in einem Bereich von 70 bis 80 % bewegen. Die Temperatur sollte außerhalb der Diapause in einem Bereich von 22 °C bis 25 °C liegen. Nachts hingegen genügt natürlich die normale Raumtemperatur. Damit man zur Erreichung der Luftfeuchtigkeit nicht ganz so oft sprühen muss, empfehlen sich mit Moos bepflanzte Stellen.

Damit sich das Tier verstecken kann, empfiehlt sich eine Wohnhöhle oder eine günstigere Korkhöhle. Gerne darf man dort schon den Röhreneingang im kleinen Maße ausheben. Die Tiere werden diese Arbeit dankend annehmen und dort dann ihre ganze Höhle ausbuddeln. Nicht fehlen darf bei der Haltung dieser Art noch ein Wassernapf sowie etwas Dekoration in Form von Wurzeln oder Rindenstücken.

Erfolgreiche Zucht & schnelle Vermehrung:

Die Verpaarung und Nachzucht dieser Art ist nicht besonders zeit- oder nervenaufreibend. Allerdings muss man auf jeden Fall eine 2 bis 3-monatige Diapause durchführen, ansonsten gelingt die Vermehrung meist nicht. Funktioniert alles nach Plan, ist die Paarung schnell vonstatten und läuft recht friedlich ab. Bereits nach 1 bis allerhöchstens 2 Monaten beginnt das Weibchen mit dem Bau des Kokons.

Nun vergehen noch einmal 10 ganze Wochen bis aus den 300 bis 500 Eiern die kleinen Spiderlinge schlüpfen. Deren Aufzucht gelingt meist recht gut. Nicht zuletzt, da die Nymphen beim Schlupf recht voluminös sind und sehr schnell heranwachsen. Meist sind sie bereits nach nur 18 Monaten so groß wie die eigene Handfläche. Nichtsdestotrotz gibt es auch bei der Aufzucht dieser Art einige Verluste zu verschmerzen.

Passende Anbieter & typische Fallstricke:

Diese Art wird so selten angeboten, dass es nicht immer möglich ist sie bei einem Züchter direkt zu erwerben. Häufig muss man Spiderlinge online erwerben und diese dann zu sich schicken lassen. Hat man allerdings die Möglichkeit die Tiere vor Ort zu kaufen, sollte man diese Option dem Onlinehandel auch vorziehen. Schließlich kann man so die Terrarien und Tiere vor dem Kauf gründlich inspizieren. Dabei sollte man hierauf Acht geben:

  • Auf keinen Fall sollte die Spinne über Verletzungen oder nässende Wunden an den Gelenken verfügen. Auch Hautausschläge sind absolut tabu.
  • Kleine, sich hin und her bewegende Punkte auf dem Tier deuten auf einen Befall mit Milben oder Rennfliegenmaden hin.
  • Des Weiteren sollten keinerlei Gliedmaßen in Teilen oder gar vollständig fehlen. Auch gekrümmte Beine können schnell zum Problem werden. Zieht die Spinne ihre Vorderbeine unter dem Körper zusammen, ist ebenfalls Vorsicht geboten.
  • Der Hinterleib sollte nicht verkümmert aussehen oder gar faltig sein. Auch dürfen sich auf ihm keine Blasen, Flecken oder Pusteln befinden. Darüber hinaus sind weiße Beläge ein No-Go. Sie könnten erste Anzeichen eines Pilzbefalls sein.
  • Zu guter Letzt sollten die Chelizerenklauen, also die Mundwerkzeuge, nicht einfach lose herabhängen.
Gut zu wissen:
Für den Transport werden junge Vogelspinnen in Döschen gesteckt. Diese werden noch mit etwas Zeitungspapier ausgelegt und schon kann es losgehen. Adulte Exemplare hingegen können aufgrund ihrer Ausmaße nur in kleinen Faunaboxen transportiert werden. Um die Tiere vor lebensbedrohlichen Temperaturschwankungen schützen zu können, empfiehlt sich die zusätzliche Verwendung einer Styroporbox.

Unser kleines FAQ zum Abschluss:

FAQ

Diese Vogelspinne wird zwar nur recht selten gehalten und ist auch schwer zu bekommen, trotzdem erhalten wir auch zu dieser Art regelmäßig Fragen von unseren Lesern. Da wir jeden Menschen an unseren Antworten teilhaben möchten lassen, ergänzen wir unsere Artikel dann im Laufe der Zeit um ein kleines FAQ. Im Folgenden findest du also die Fragen unserer Leser samt unseren Antworten:

Muss man bei der Haltung der Grammostola iheringi eine Winterruhe durchführen?

Eine richtige Winterruhe bei 10 bis 15 °C ist hier nicht nötig. Diese ist eher den chilenischen Grammostola-Arten vorbehalten. Allerdings sollte man über einen Zeitraum von 2 bis 3 Monaten die Temperatur im Terrarium verringern. Gute Erfahrungen haben wir mit 18 bis 20 °C und einer leicht reduzierten Feuchtigkeit gemacht. Gerade Züchter sollten diese Periode zwingend einhalten.

Ansonsten kann die Paarung nämlich recht schleppend verlaufen oder gar ein Misserfolg werden. Zudem werden die männlichen Spinnen durch eine regelmäßige Diapause dazu stimuliert ihre Spermanetze zu bauen. Bei den Weibchen hingegen geht es eher um die Häutung und deren regelmäßiger Ablauf einmal pro Jahr. Beide Geschlechter profitieren also von der simulierten Diapause.

Was wir an dieser Stelle noch anmerken möchten ist die Tatsache, dass uns immer wieder davon berichtet wird, dass die Spinnen auch ohne Winterruhe bzw. Diapause auskommen würden. Ob dieses Vorgehen bei der Haltung aber als artgerecht angesehen werden kann, ist stark zu bezweifeln. Daher raten wir definitiv zu einer kleinen Diapause von 2 oder 3 Monaten. Dazu muss man die Spinnen schließlich nur in den Keller stellen.

Wie verteidigen sich diese Vogelspinnen gegenüber Eindringlingen?

Auch diese Achtbeiner der Neuen Welt gehören zu den sogenannten Bombardierspinnen. Konkret bedeutet dies, dass sie über Brennhaare auf dem Abdomen verfügen. Bevor sie diese aber ihrem Angreifer entgegenschleudern, versuchen die Tiere zu flüchten oder eine Drohstellung einzunehmen. Gelegentlich probiert die Spezies auch den Störenfried mit den Extremitäten zu schlagen oder gar mit den giftigen Cheliceren zu beißen.

Damit dies aber auch mit Erfolg gelingt, muss der Angreifer sich der Spinne unmittelbar nähern. Da die Brennhaare aber recht effektiv sind, kommt es nur selten so weit. Als Halter wird man zudem schnell merken, wie unangenehm diese Härchen werden können. Nicht selten zieht man sich, nämlich rote Hautstellen inklusive eines leichten Juckreizes zu. Ganz zu schweigen von den dezenten Schmerzen in den Atemwegen und Augen.

Wie rar ist diese Art denn nun wirklich?

Um selbst eines dieser Tiere halten zu können, mussten wir uns lange auf die Suche nach einem Anbieter machen. Nachdem wir im Umkreis von 250 km keinen einzigen Züchter ausfindig machen konnten, bestellten wir schließlich bei einem Onlinehändler. Obwohl wir davon kein großer Fan sind, führte diesmal kein Weg am Versand der Spinne vorbei. Zum Glück ging alles gut und wir sind nun stolzer Besitzer der Grammostola iheringi.

Als Antwort auf die Frage können wir daher sagen, dass die Tiere wirklich selten angeboten werden. Zudem bekommt man oft nur Spiderlinge bis zu einer Größe von 1,5 cm angeboten. Das kann dann auch mal bedeuten, dass ein solch junges Tier bei der Aufzucht oder während des Transports verstirbt. In diesem Alter sind die Spinnen nämlich noch alles andere als stabil. Auch sind die Preise für solche Achtbeiner mit bis zu 50 Euro enorm hoch.

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