Vogelspinne-Handling

Exotische Haustiere sind faszinierende Geschöpfe, aber zähmen lassen sie sich meist nicht. Vogelspinnen stellen in diesem Zusammenhang leider keine Ausnahme dar. Wie zahlreiche Studien belegen, verfügen die Tiere nicht über ein Gehirn. Allerdings können die Achtbeiner durchaus denken, wenngleich ihr IQ recht beschränkt ist. Ihr Denkapparat arbeitet nämlich mehr auf Basis von Instinkten, anstelle von richtigen Überlegungen.

Konkret bedeutet dies, dass sie ihren Halter vermutlich nicht erkennen. Im Gegensatz zu Katzen oder Hunden ist es ihnen also bei unseren Handlungen nicht bewusst, dass wir es nur gut mit ihnen meinen. Der Umgang mit einer Vogelspinne mag also geübt sein, ansonsten wird man Schnell Opfer von Brennhaaren oder schmerzhaften Giftbissen. Also halten wir noch mal einen ganz wichtigen und oft völlig unterschätzten Faktor fest:

Für unsere Spinnen ist jegliche Form der Berührung ein Angriff oder zumindest eine starke Reizung. Wie die Vogelspinne darauf reagiert, hängt meist vom Wesen ab. Amerikanische Arten bleiben oft noch gelassen, während hingegen Vogelspinnen aus Asien oder Afrika sofort zum Angriff übergehen. Aber keine Sorge! Natürlich gibt es Möglichkeiten wie man die Achtbeiner für Arbeiten im Terrarium einfangen oder sogar anfassen kann.

Wie so ein Spinnengriff richtig funktioniert oder wie man die Vogelspinne mithilfe einer Futterinsektenbox umsetzen kann, verraten wir dir im Folgenden. Außerdem sparen wir wieder nicht mit Tipps und Tricks aus unserer langjährigen Erfahrung. Schließlich möchte man bei so einem Unterfangen die Spinne weder verletzten noch entwischen lassen. Aber jetzt genug redet, nun geht es endlich los.

Alles Wichtige auf einen Blick:
  • Vogelspinnen werden in der Praxis meist für Umbau- oder Reinigungsarbeiten aus dem Terrarium herausgenommen. Aber auch für die Geschlechtsbestimmung oder zur Prüfung des gesundheitlichen Zustands muss man sie entnehmen. Ebenfalls recht oft kommt das Umsetzen in ein neues und vor allem größeres Zuhause vor.
  • Die beliebteste Methode ist noch immer das Einfangen der Vogelspinne mittels eines durchsichtigen Behältnis. Meist werden hierfür alte Futterinsektendosen genutzt. Damit man den Achtbeiner später auch wieder gefahrlos aus dem Behälter kriegt, wird die Spinne durch ein Loch mit einem weichen Stäbchen sanft hinaus gestupst.
  • Nur ganz wenige Halter kennen und nutzen den Spinnengriff. Er ermöglicht es einem zum Beispiel die Vogelspinne ganz genau zu inspizieren. Allerdings gelingt die Technik meist nicht sofort und ungeübte Menschen werden dabei häufig gebissen.

Wann muss man das Tier aus dem Terrarium herausholen?

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Bekanntlich sind unsere Achtbeiner nicht nur bissig, sondern auch noch giftig. Bereits der Kontakt mit den Brennhaaren bei Gattungen aus der Neuen Welt kann sehr schmerzhaft sein. Daher wollen viele Vogelspinnenfreunde die Entnahme aus dem Terrarium so gut wie es nur geht vermeiden. Dies ist auch der absolut richtige und für die Spinne schonendste Ansatz. Allerdings kommt man nicht immer um das direkte Handling herum.

So sollte man bei Umbau- oder auch Reinigungsarbeiten die Vogelspinne immer aus dem Terrarium entnehmen. Einerseits schützt man sich so vor schmerzlichen Attacken, andererseits sollte die Spinne nicht unnötig gestresst werden. Letzteres wird aber meist nur stiefmütterlich behandelt. Der eingefangene Achtbeiner gehört dann nicht direkt neben das Terrarium gesetzt. Viel besser ist das Verbringen an einen ruhigen und sicheren Platz.

Das Tier muss sich nämlich nach dem enormen Stress erstmal wieder beruhigen können. Insbesondere bei verhaltensauffälligen Tieren sollte man Ruhe bewahren und nicht zu hektisch an die ganze Sache herangehen. Dies gilt hauptsächlich dann, wenn beim Achtbeiner das Geschlecht bestimmen oder eine Verletzung in Augenschein nehmen möchte. Auch beim Umsetzen in ein neues Heim sollte man die Spinne vorsichtig einfangen.

Gut zu wissen:
Das Vogelspinnen giftig sind und oftmals aggressiv auf ein Eindringen in ihr Territorium reagieren, dürfte wohlbekannt sein. Aber keine falsche Scheu! Zwar kann man sich auch selbst bei der Entnahme oder dem Handling wehtun, aber lebensgefährlich sind diese Verletzungen nicht. Selbst ein Giftbiss ist weitaus weniger schmerzhaft als man meinen könnte. Trotzdem sollte man ein vollständiges Erste-Hilfe-Set zu Hause haben.

Wie fängt man eine Vogelspinne schonend ein?

Spinnengriff

Als Anfänger stellt man sich natürlich genau diese Frage. Schließlich kann man die Vogelspinne nicht einfach so gefahrlos anfassen und aus dem Terrarium herausnehmen. Der einfachste Weg ist daher noch immer der Einsatz einer Futterinsektendose. Man spart sich so nämlich viel Hektik, Angst und Stress. Allerdings muss man das Behältnis vor dem Einsatz noch präparieren. Wir schneiden in eine der kurzen Seiten ein etwa 1 cm großes Loch.

Dieses erfüllt eine richtig wichtige Funktion. Allerdings nicht beim Schnappen der Spinne, sondern beim gefahrlosen Herausbekommen. Es ist nämlich relativ einfach die Dose über die Spinne zu stülpen und sie damit sicher zu verwahren. Das Loseisen aus der Box ist da schon eher die Herausforderung. Hier kommt dann die unscheinbare Öffnung ins Spiel. Durch sie kann man beispielsweise einen dicken Strohhalm oder ein schmales Bambusrohr stecken.

Damit stupsen wir die Vogelspinne ganz leicht von hinten an, wenn sie wieder aus der geöffneten Box hinausspazieren soll. Dabei darf man es aber nicht mit dem Druck übertreiben. Wir wollen das Tier natürlich nicht am Hinterleib verletzen. Wer davor sehr große Angst hat, kann noch etwas Küchenpapier um die Spitze wickeln. Wirklich nötig ist dies nach unserer Erfahrung aber nicht. Durch den sanften Druck verlässt die Spinne schon freiwillig das Gefäß.

Der Spinnengriff als komplizierte & gefährliche Alternative:

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Hat man mal keine leere Heimchendose zur Hand oder will den Achtbeiner gründlicher unter die Lupe nehmen, bietet sich noch der sogenannte Spinnengriff an. Dieser führt allerdings zu haufenweise Stress bei den Spinnen und ist zudem meist nicht nötig. Gerade bei wehrhaften Gattungen aus Asien oder Afrika kann so ein Versuch auch mit einem saftigen Biss enden. Daher sollte man zu Beginn erstmal abchecken, wie aggressiv der Achtbeiner ist.

Am besten gelingt dies, wenn man die Vogelspinne mit einem stabilen Strohhalm oder einem Bambusrohr leicht berührt. Kommt es hierbei zu keinerlei Drohgebärde kann man den Spinnengriff anwenden. Hierfür wird der Carapax (Vorderleib) mithilfe eines Zeigefingers sanft auf den Boden gedrückt. Nun bringt man den Daumen und Zeigefinger zwischen dem 2. und 3. Beinpaar in Stellung und schon kann man das Tier anheben.

Damit sich die Vogelspinne dabei nicht so sehr bewegt, kann man sie in Rückenlage drehen. Nun sollte sie erstarren und kaum noch herumzappeln. Wirft man nun einen genauen Blick auf das ventrale Spinnenfeld oder die Epigastralfurche kann man das Geschlecht bestimmen. Natürlich gelingt dies nur mit Erfahrung. Alternativ kann man auch die Häutungsreste unter einem Mikroskop inspizieren.

Macht man beim Spinnengriff nämlich Fehler, kann das ganz schön ins Auge, äh in den Finger gehen. Daher raten wir Einsteigern von dieser Technik ab. Nicht zuletzt, da die Vogelspinne auch schnell stark verletzt werden kann. Unser Favorit ist und bleibt daher das Einfangen mithilfe einer Futterinsektenbox. Eines möchten wir aber noch mal betonen. Nämlich, dass Vogelspinnen nur in Ausnahmefällen aus dem Terrarium entnommen werden sollten.


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