Vogelspinne in ihrem Terrarium

Eine der am häufigsten gehaltenen Vogelspinnen in Deutschland dürfte wohl die Brachypelma hamorii sein. Diese wunderschöne Anfängerspinne mag es kuschlig warm und noch dazu eher trocken in ihrem Terrarium. Eben ganz so wie das Klima in ihrem Heimatland Mexiko ist. Aber auch viele weitere beliebte Vogelspinnen bevorzugen Tagestemperaturen von 24 Grad Celsius und manchmal auch deutlich mehr.

Da hierzulande eher niedrigere Temperaturen in den Wohnräumen herrschen, muss man das Vogelspinnenterrarium also gezielt beheizen. Hier hat man dann die Qual der Wahl. Da wären die altbewährten Wärmelampen, die klassischen Heizmatten sowie die neu in den Handel gekommenen Heatpanels. Alle diese Produkte kosten unterschiedlich viel und haben noch dazu ihre ganz eigenen Vor- als auch Nachteile.

Zudem kann man all diese Geräte munter miteinander kombinieren und jedes Terrarium muss individuell nach seinen Eigenheiten beheizt werden. Gerade als Einsteiger kann man bei diesem Thema daher schnell verzweifeln. Dabei gibt es ein paar einfache und in der Regel ausreichende Standardlösungen. Welche das sind und worauf es nach unserer Erfahrung ankommt, verraten wir dir in diesem kleinen Ratgeber.

Alles Wichtige auf einen Blick:
  • Zur Beheizung kann man auf eine Lampe oder eine Heizmatte zurückgreifen. Auch die neuartigen Heatpanels sind eine interessante, aber noch selten genutzte Möglichkeit. Bei all diesen Produkten empfiehlt sich der Einsatz einer Zeitschaltuhr. Zudem existieren Steueranlagen, die mittels eines Temperaturfühlers, eine Heizquelle an- als auch abschalten können.
  • Vogelspinnen sind wahre Meister im Erklimmen von Gegenständen. Weder haben sie Probleme damit an einer senkrechten Schreibe hoch zu laufen, noch hält sie sonst etwas vom Herumklettern im Terrarium ab. Daher muss man die Heizung und damit ist auch die Beleuchtung gemeint, außerhalb des Terrariums anbringen.
  • Innerhalb des Vogelspinnenterrariums sollte ein Temperaturgefälle herrschen. Jederzeit muss die Spinne nämlich einen kühleren Ort aufsuchen können. Bei wärmeliebenden Arten wird oft eine Sonneninsel dankend angenommen. Meist reicht hierfür eine Wurzel oder ein Stein direkt unterhalb der Leuchte.

Die Beleuchtung als Heizquelle:

Vogelspinnenterrarium mit Lampe als Heizquelle

Der Klassiker schlechthin in der Vogelspinnenhaltung dürfte noch immer die Lampe sein. Seit jeher werden alle nur erdenklichen Behausungen in der Terraristik mittels Lichtquellen beheizt. Allerdings wandelt sich das Blatt hier etwas und es werden inzwischen oft mehrere Heizvarianten gleichzeitig genutzt. Darauf kommen wir aber später zu sprechen. Beginnen wir erstmal mit den Grundlagen der Terrarienbeleuchtung.

Im Bereich der Vogelspinnen wird meist ein kleiner Spotstrahler mit 15 bis 50 Watt genutzt. Je größer das Becken ist, desto mehr Watt braucht es an Leistung. Zudem erzielt man meist erst ab 25 Watt spürbare höhere Temperaturen in einem handelsüblichen 30er-Würfel. Fällt die Belüftungsfläche (Gaze) beim Terrarium aber recht groß aus, braucht es noch mehr Power. In solch einem Fall kann man die Belüftungsflächen aber auch einfach zur Hälfte verschließen.

Dann spart man eine Menge Strom und muss außerdem kein stärkeres Leuchtmittel erwerben. Des Weiteren darf die Lampe niemals innerhalb des Terrariums platziert werden. Die Vogelspinne könnte bei der Berührung nämlich schwere Verbrennungen erleiden. Um Glasbruch vorzubeugen, sollte man die Lampe zudem nicht direkt auf das Glas legen. Eine Halterung muss also her.

Zum Glück bietet der Fachhandel zum Platzieren der Beleuchtung einige Produkte an. Dabei wird natürlich keine Preisspanne ausgelassen. Besonders günstig und vielseitig einsetzbar sind klemmbare Lampenfassungen. Aber auch fertige Abdeckungen lassen sich samt passendem Leuchtmittel erwerben. Und als wäre das noch nicht genug, gibt es auch noch Lampenhalter mit Klebestreifen.

Fertige Abdeckungen als elegante Lösung:

Für die meisten fertigen Terrarien kann man schön anzusehende Abdeckungen erwerben. In diesen lässt sich dann meist eine ganz normale oder eine vom Hersteller produzierte Lampe anbringen. Letztere sind häufig teurer und noch dazu schwerer zu bekommen. Man sollte also immer gleich eine passende Ersatzglühbirne mitbestellen. Wer allerdings etwas pfiffig ist, findet im Baumarkt für einen Bruchteil des Geldes Ersatzleuchtmittel.

Dies ist aber auch schon der einzige Nachteil. Ansonsten überzeugen die Abdeckungen auf voller Linie. Man braucht sich zum einen keine Gedanken, um die Kompatibilität unterschiedlicher Fassungen und Leuchtmittel zu machen und die Optik des Vogelspinnenterrariums wird aufgewertet. Leider gibt es solche Abdeckungen nur für Becken mit Gazedeckel. Wer ein Glasterrarium besitzt, muss auf andere Lösungen zurückgreifen.

Lampenhalter für maximale Flexibilität:

Wer wirklich die volle Kontrolle über seine Heizquelle haben möchte, kommt nicht um eine Haltevorrichtung für seinen Wärmestrahler herum. Zudem handelt es sich hier um die einzig sinnvolle Lösung für Vollglasterrarien. Je nach persönlicher Vorliebe und natürlich den baulichen Gegebenheiten gibt es hier passende Produkte. Grundsätzlich betrachtet funktionieren sie alle gleich.

Die Halterung wird entweder direkt am Terrarium angebracht oder in der Nähe des Beckens festgemacht. In die Fassung kommt nun noch das Leuchtmittel und das war es auch schon. Zum Ein- und Ausschalten kann man entweder den verbauten Knopf oder lieber gleich eine Zeitschaltuhr nutzen. Weiterhin sollte man etwas mit dem Abstand zwischen Leuchtmittel und Terrarium spielen. Dadurch lässt sich nämlich die Temperatur steuern.

Umso näher sich die Leuchte an der Spinnenbehausung befindet, desto wärmer ist es im Inneren. Gerade in den heißen Sommermonaten sollte man also den Abstand etwas vergrößern. Außerdem spart man sich so das Austauschen der aktuellen Lampe gegen ein schwächeres Modell. Nutzer einer Abdeckung haben diese Möglichkeit nicht und müssen jetzt das Leuchtmittel wechseln. Ansonsten könnte es zum Hitzetod der Spinne kommen.

Gut zu wissen:
Wir installieren die Lampen immer so, dass diese nicht direkt auf den Unterschlupf zeigen. Und keine Sorge, dies ist auch bei fertigen Abdeckungen überhaupt kein Problem. Je nach Bauart muss man sich allerdings vor der Einrichtung des Beckens ein paar Gedanken machen. Als Hinweis sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass die Wattzahl pro Leuchtmittel bei handelsüblichen Abdeckungen meist auf 25 Watt begrenzt ist.

Heizmatten & Heatpanels am Vogelspinnenterrarium:

Manche Vogelspinnenhalter sind der Meinung, dass Spinnen nicht mit einer Lampe beleuchtet werden müssen. Das natürliche Licht im Raum würde nämlich vollkommen zur Aufrechterhaltung des Tag-Nacht-Rhythmus reichen. Ob dem so ist, werden uns die Spinnen wohl nie verraten können. Allerdings gibt es auch keine Belege, die für eine zwingende Bestrahlung mit UV-Leuchten sprechen.

Wer also sein Vogelspinnenterrarium nicht mit einer Lampe beheizen möchte, braucht eine ebenso gute Alternative. Hier kommen dann handelsübliche Heizmatten und Heatpanels ins Spiel. Diese werden an einer Glaswand des Terrariums angebracht. Nach Möglichkeit sollte sich vor der Heizmatte keinerlei dämmendes Material befinden. Gemeint sind damit Strukturwände, dichter Pflanzenbewuchs oder ein Substratberg.

Wichtig ist dies aus 2 relativ simplen Gründen. Einerseits wird die Wärmeübertragung massiv gehemmt, andererseits erhitzt sich die Glasplatte unglaublich stark. Letzteres kann sogar für einen Sprung im Material sorgen. Auch ein Anbringen der Heizmatte oder des Heatpanels unterhalb der Bodenplatte ist wenig ratsam. In der Natur wird es nämlich kühler, umso tiefer man gräbt.

Auf die Positionierung kommt es an:

Hier käme es aber zum genauen Gegenteil. Man stelle sich bloß mal vor, dass die Spinne Abkühlung in ihrer Höhle sucht und stattdessen ist es dort unerträglich warm. Der Gesundheit des Tieres ist dies bestimmt nicht zuträglich. Auch beachten sollte man, dass die Heizwirkung unterhalb des Bodensubstrats gering ist. Man glaubt gar nicht wie gut Erde als Dämmstoff funktioniert und sich infolge dessen nur die Glasplatte aufheizt.

Heatpanels lassen sich nur mit viel Mühe und einer guten Portion handwerklichem Geschick an einer Seitenwand anbringen. Meist muss man eine Haltekonstruktion basteln oder viel Kleber nutzen. Wir empfehlen daher die Montage an der Oberseite des Terrariums. Besonders gut gefallen uns Heizplatten auf vollflächigen Gazedeckeln. Dort bringt man sie im Abstand von einem Zentimeter an und erfreut sich über 2 Aspekte.

Da wäre zum einen die gut funktionierende Luftzirkulation und zum anderen die Tatsache, dass die Wärme nun von oben kommt. Klingt erstmal unwichtig, ist es aber nicht. In der freien Natur strahlt die Sonne nämlich von oben herab und erwärmt so den Boden. Dies sollten wir im Terrarium auch so nachstellen und deshalb die Heizquelle oben anbringen. Dabei darf diese aber nicht die ganze Fläche ausfüllen. Sonst wird es schwer mit dem Temperaturgefälle.

Gut zu wissen:
Für die klassischen 30er-Würfel sind die meisten Heatpanels zu groß. Hier muss man dann auf die altbewährten Heizmatten zurückgreifen. Wichtig ist dabei eine Sache. Bei der seitlichen Anbringung darf das Bodensubstrat nicht mit geheizt werden. Zu groß darf die Heizmatte daher nicht auffallen. Zudem empfiehlt sich das Anbringen der Heizqelle auf der gegenüberliegenden Seite des Unterschlupfs.

Unsere Vorgehensweise & ein Fazit zum Abschluss:

Es gibt noch immer kein allgemein gültiges Rezept, wie man ein Spinnenterrarium zu beheizen hat. Wir selbst nutzen als primäre Heizquelle die Beleuchtung. Nicht zuletzt, da man diese eh zur Aufrechterhaltung des Tag-Nacht-Rhythmus bei den Spinnen braucht. Sobald die Lampe aber am Abend erlischt, sinkt auch die Temperatur im Becken immer weiter ab. In der Regel ist dies absolut kein Problem.

Die meisten uns bekannten Arten stört es nicht, wenn die Temperatur in der Nacht um die 18 bis 20 Grad Celsius beträgt. Allerdings gibt es auch Räume und Häuser, die in den dunklen Stunden noch weiter abkühlen. Hier sorgt dann eine Heizmatte oder auch ein Heatpanel für Abhilfe. Die verwendeten Produkte können ungefähr halb so viel Watt Leistung haben, wie die normale Beleuchtung.

Für die Regelung der zusätzlichen Wärmequelle gibt es 2 Möglichkeiten. Entweder setzt man auf eine normale Zeitschaltuhr oder setzt eine deutlich teurere Steueranlage mit frei platzierbarem Temperaturfühler ein. Diese aktiviert die Heizquelle dann nur bei Bedarf. Dafür kann man bei den Steueranlagen einen Temperaturbereich einspeichern, wann die Heizquelle mit Strom versorgt werden soll.

Wie beheizt du dein Vogelspinnenterrarium?

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