Brachypelma albopilosus

Die Kraushaarvogelspinne oder Tliltocatl albopilosum ist eine Vogelspinne, die sich nicht oft versteckt. Sie ist neugierig und sitzt gerne außerhalb ihres Verstecks im Terrarium. Es handelt sich um eine friedliche Vogelspinne. Sie ist völlig unbeeindruckt von ihrer menschlichen Gesellschaft oder anders gesagt, bleibt sie trotz Menschen in ihrer Nähe ruhig. Sie ist auch bei der Haltung nicht besonders anspruchsvoll.

Sie zieht sich eher zurück, als zum Angriff überzugehen. In ganz seltenen Fällen schmeißt sie ihre Abdominalbrennhaare ab. Das Terrarium braucht nur eine Grundfläche von 30 x 30 cm, was nicht viel ist. Wer sich für Spinnen begeistern kann, wird an dieser Vogelspinne viel Spaß haben. Es ist eine Freude sie beim Fressen und Trinken zu beobachten. Wenn sie sich das erste Mal häutet, ist es gerade für Anfänger ein Erlebnis.

Sie ist aufgrund ihrer ruhigen Art leicht zu pflegen und verzeiht den ein oder anderen Anfängerfehler, wie ein zu schnelles bewegen, wenn Unrat aus ihrem Terrarium entfernt wird. Experten bezeichnen sie gerne als perfekte Anfängerspinne. Der folgende Ratgeber verrät dir, was mit der Haltung einer Kraushaarvogelspinne auf dich zukommen würde. Natürlich verraten wir auch einige interessante Fakten zur Art.

Kraushaarvogelspinne-Steckbrief:

Wenn du eine Spinne suchst, die leicht zu halten ist, sich nicht den ganzen Tag in ihrem Versteck aufhält und ein gutes Einsteiger-Tier ist, dann bist du bei der Kraushaarvogelspinne goldrichtig. Sie ist eine aktive, neugierige Spinne, die kaum Angst vor dem Menschen hat. Sie wählt im Zweifel und wenn es ihr möglich ist den Rückzug und nicht den Angriff.

Zudem stellt sie verhältnismäßig wenige Ansprüche an ihre Unterkunft und Verpflegung. Damit macht sie es neuen Spinnenliebhabern wirklich leicht, ihr Traumtier zu halten. Doch was muss man über die Spinne wissen? Eine ganze Menge! Daher folgt nun eine detaillierte Tabelle mit allen wichtigen Fakten:

Wissenschaftliche Bezeichnung:Tliltocatl albopilosus (früher Brachypelma albopilosus)
Deutscher Name:Kraushaarvogelspinne
Artenschutz:Sie fällt unter den WA II Anhang B.
Verbreitung:Ihre Heimat ist die Hochlandregion von Mittelamerika, also die Regenwälder von Costa Rica, Guatemala, Honduras oder Panama.
Lebensweise:Nachtaktiver Bodenbewohner
Verhalten:Es handelt sich hier um eine aktive, aber defensive Spinne.
Lebenserwartung:Männchen leben nach ihrer Reifehäutung bis zu zwei Jahre.
Weibchen können hingegen bis zu 12 Jahre alt werden.
Adulte Größe:Sie erreichen eine Körperlänge von 7 bis 8 Zentimetern.
Farbvarianten:Sie sind dunkelbraun gefärbt, wobei der Rücken einen silbernen Schimmer hat. Die Beine, die Taster und der hintere Teil des Körpers sind mit hellbraunen und gekräuselten Haaren bedeckt.
Terrarium:30 x 30 x 20 cm (B x L x H) großes Feuchterrarium.
Klimagestaltung:Warm und feucht, d. h. tagsüber 25 – 27 °C und nachts 18 – 20 °C mit 70 bis 80 % Luftfeuchtigkeit.
Futter:Sie mögen Grillen, Heimchen, Mehlwürmer und Zophobas. Ausgewachsene Spinnen verspeisen auch Heuschrecken, Nacktmäuse und Schaben. Bevorzugt wird lebendes Futter, es geht aber auch bereites totes Futter.
Vergesellschaftung:Sie sollte einzeln gehalten werden.
Schwierigkeitsgrad:Unproblematische Spinne für Anfänger.

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Merkmale & Aussehen:

Tliltocatl albopilosus

Bei den Kraushaarvogelspinnen sehen sich die männlichen und die weiblichen Tiere extrem ähnlich. Meist sind die Männchen etwas kleiner als die Weibchen. Das gibt ihnen eine bessere Chance zu flüchten, wenn das Weibchen sie nach der Fortpflanzung als Snack verwenden möchte. Die Grundfärbung ist bei dieser Vogelspinnenart dunkelbraun. Der Carapax gibt ihnen mit einem leichten goldenen Schimmer ein edles Aussehen.

Der Hinterleib, die Taster und die Beine sind hellbraun eingefärbt. Hier sind die Haare gekräuselt, was den Namen der Spinne erklärt. Am Hinterleib finden sich die Abdominalbrennhaare, welche die Spinne bei Gefahr abwirft oder zu ihrem Schutz in ihr Netz einarbeitet. Männchen und Weibchen lassen sich anhand äußerlicher Merkmale voneinander unterscheiden.

So befindet sich bei den Männchen auf der Unterseite des Hinterleibs eine kreisrunde, dunkle Region. Wer Schwierigkeiten hat diese zu entdecken, sollte sich beim Suchen an den Bereich oberhalb der Epigastralfurche halten. Auch die weiblichen Spinnen verfügen über ein eigenes Wesensmerkmal. Bei ihnen lässt sich nämlich ein 9 mm breiter und dabei horizontaler Schlitz in der besagten Furche erkennen.

Gut zu wissen:
In der freien Natur, aber auch im heimischen Terrarium sitzt die Kraushaarvogelspinne am liebsten herum und beobachtet ihre Umgebung. Sobald sie aber Futter erspäht, verlässt sie ihren angestammten Platz in Windeseile. Futtertiere werden also relativ flott erbeutet.

Verbreitung & Lebensraum:

Kraushaarvogelspinne Verbreitung Karte

Diese Art liebt das tropische, warme Klima. Diese Vorliebe liegt an ihrer Herkunft, den mittelamerikanischen Hochlandregionen. Sie lebt in den Regenwäldern von Costa Rica, Guatemala, Honduras und Panama. Als Bodenbewohnerin mag sie Verstecke, wie etwa kurze Röhren in Steinen oder aufgeschichtete Rindenstücke. Sie zieht sich zum Schutz gegenüber Fressfeinden gerne in kleine Höhlen zurück.

Das Graben von kleinen Höhlen liebt die Art aber nicht. Nur selten beobachtet man sie dabei im Terrarium oder der freien Natur. In ihrer Heimat gibt es von etwa Mai bis Dezember eine Regenzeit. Diese klimatischen Bedingungen sollte man daher im Terrarium nachstellen. Gemeint ist damit eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit. Dazu braucht es aber keine Verneblungs- oder gar Beregnungsanlage. Ein Drucksprüher genügt vollkommen.

Gut zu wissen:
Kann sie sich beim Anblick eines Feindes nicht erfolgreich zurückziehen, kann es in auch mal zum Abwurf der Abdominalbrennhare kommen. Bisse bei der Kraushaarvogelspinne kommen hingegen so selten vor, dass sie in der Literatur nicht zu finden sind. Die Art ist einfach als sehr friedlich zu beschreiben.

Lebensweise & Verhalten:

Tliltocatl albopilosus im Terrarium

Die Kraushaarvogelspinne ist eine extrem freundliche Vogelspinne. Wenn sie könnte, würde sie wohl lachen. Sie ist recht neugierig und bewegt sich viel in ihrem Terrarium. Sie lässt sich von menschlicher Anwesenheit nicht beeindrucken. Wird es ihr einmal Zuviel, versucht sie, sich zurückzuziehen und geht nicht zum Angriff über.

Kann sie sich nicht ausreichend zurückziehen, kann es in seltenen Fällen zum Abwurf der Abdominalbrennhare kommen. Bisse einer Kraushaarvogelspinne kommen so selten vor, dass sie in der Literatur nicht zu finden sind. Sie bewegt sich gerne in ihrem Terrarium und spinnt viel. Sie ist für einen Liebhaber eine echte Augenweide.

Gut zu wissen:
In der Wildnis legen Männchen weite Strecken auf der Suche nach einem Weibchen zurück. Dabei scheuen sie sich auch nicht vor der Überquerung viel befahrener Straßen. Leider kommen einige dabei ums Leben. Andere werden schon vorher Opfer von Raubtieren. In der Terrarienhaltung wird der starke Fortpflanzungstrieb genutzt, um die Art mit der Schwarzroten Vogelspinne zu verpaaren.

Haltung der Kraushaarvogelspinne:

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Es handelt sich hierbei nicht nur eine friedliche Spinne, sondern auch um eine wenig komplizierte Art. Die Haltung ist damit wirklich nicht als schwierig zu bezeichnen. Die Anzahl an Haltern ist hierzulande daher alles andere als gering und wird stetig größer.

Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass man unzählige Erfahrungsberichte und Ratschläge rund um die Haltung findet. In den folgenden Absätzen konnten wir deshalb aus dem vollen Schöpfen und einige Details für dich zusammentragen.

Unsere Checkliste für die Erstausstattung:

Wer sich für die Haltung dieser interessanten Art entschieden hat, braucht einiges an Ausrüstung. Mit einem leerem Terrarium allein ist es da natürlich nicht getan. Was man für den Einstieg alles benötigt, verrät dir unsere Liste:

  • Terrarium
  • Beleuchtung
  • Heizmatte
  • Thermometer
  • Hygrometer
  • Bodensubstrat
  • Unterschlupf
  • Strukturrückwand
  • Wassernapf
  • Deko
Erwerbe eine Vogelspinne bitte nicht zeitgleich mit einem Einsteigerset. Auf dem Transportweg kann es nämlich zu Equipmentschäden kommen oder die Lieferung ist unvollständig. Zudem lässt man das Becken erstmal ein paar Tage laufen, um eventuell vorhandene Fehler zu erkennen. Nicht immer stimmen alle klimatischen Werte oder die verbaute Technik ist fehlerhaft. Etwas Geduld sollte man daher haben.

Worauf es beim Terrarium wirklich ankommt:

Die Kraushaarvogelspinne ist eine Bewohnerin des Bodens. In freier Wildbahn nutzt sie kleine Röhren, die sie in Steinen und heruntergefallenen Rinden findet als Unterschlupf. Lebt sie in einem Terrarium sollte sie einen Bodengrund von fünf bis acht Zentimetern haben. Dieser Grund kann aus Kokoshumus, Blumen- oder Lauberde bestehen.

Wichtig ist, dass in dem verwendetem Substrat kein Düngemittel enthalten ist. Die Kraushaarvogelspinne dankt es dir, wenn du ihr den Grund etwas festdrückst, sodass ihre Tarsen nicht in den Grund einsinken können. Damit sich die Spinne zurückziehen kann, solltest du ihr Versteckmöglichkeiten bieten. Gerne genutzt werden hierfür Baumrinde oder Korkröhren, die man im Zoofachgeschäft bekommt.

Andere Möglichkeiten wären eine Kokosnusshälfte, eine fertige Höhle oder ein halbierter Blumentopf aus gebrannter Keramik. Wer möchte, kann auch einen Unterschlupf aus Steinen bauen. Dieser sollte dann aber auf alle Fälle einsturzsicher sein. Wer hierbei ganz auf Nummer sicher gehen möchte, nutzt zur Befestigung der Bauteile Terrarienkleber an.

Nicht vergessen in puncto Terrarienausstattung sollte man die Trinkmöglichkeit. Einige Halter verwenden hierfür einen Blumenuntersetzer von etwa acht Zentimeter Durchmesser. Im Zoofachhandel gibt es aber auch optisch ansprechendere Alternativen. Es ist bei der Auswahl darauf zu achten, dass der Napf möglichst flach ist.

Was man in puncto Ernährung wissen muss:

Vogelspinnen brauchen eigentlich Lebendfutter. Schließlich sind sie es so aus der Natur gewöhnt. Allerdings spalten sich hier die Meinungen der Terrarianer. Viele Halter haben gute Erfahrungen mit Frostfuttertieren gemacht. Manch ein Halter kommt aber auch nichts anders als ein lebendiges Futterinsekt ins Terrarium.

Zu den beliebtesten Futtertieren gehören Grillen, Heimchen, Mehlwürmer und Zophobas. Ist die Spinne ausgewachsen, fressen sie auch Heuschrecken, nestjunge Nacktmäuse oder Schaben. Füttert man lebende Futtertiere, muss man darauf achten, ob die Spinne das Tier auch erlegt. Nicht, dass das Futtertier die Spinne angreift oder sich unkontrolliert im Terrarium vermehrt.

Wie man diese Vogelspinne erfolgreich züchtet:

Bei der Vermehrung ist es am wichtigsten, dass das Männchen paarungsbereit ist. Dann spinnt es ein sogenanntes Spermanetz. Dieses Netz nutzt das Männchen, um sein Sperma in seine Bulben zu bekommen. Jetzt ist das Männchen bereit für die Paarung. Trifft das Männchen nun auf ein Weibchen, fängt es an zu zittern. Das Weichen spürt die Schwingungen und kommt zum Männchen.

Auch das Weibchen signalisiert mit Schwingungen ihre Paarungsbereitschaft. Das Männchen stimuliert das Weibchen. Durch die Stimulation positioniert sich das Weibchen so, dass das Männchen sie befruchten kann. War die Paarung erfolgreich, sucht das Männchen sofort das Weite. Er will nicht der Snack nach der Paarung werden. Wenn du das Weibchen nach der Paarung gut fütterst, unterstützt du die Bildung der Eier.

Ungefähr drei Monate nach der Paarung fängt das Weibchen an einen Kokon zu bauen. In den Kokon legt sie zwischen 600 und 2.000 Eier. Etwa neun bis zehn Wochen nach dem Legen der Eier, schlüpfen die kleinen Spinnen, welche Spiderlinge genannt werden. Mit ausreichend Futter und Moos im Terrarium können die Spiderlinge die erste Zeit zusammenbleiben. Nach ein paar Wochen müssen die Spinnen einzeln gesetzt werden.

Worauf es beim Kauf ankommt:

Bevor du deine Vogelspinne kaufst, solltest du noch einmal das Einverständnis der Familienmitglieder einholen. Wirklich alle Bewohner des Hauses sollten mit dem neuen Haustier einverstanden ein. Erst dann solltest du dich auf den Weg zu einem Händler zu machen. Dort angekommen, gilt es die Terrarien zu begutachten.

Sie sollten absolut sauber und natürlich auch nicht zu klein sein. Weiterhin sollten alle klimatischen Bedingungen im Inneren eingehalten werden. Selbstredend solltest du beim Kauf alle benötigten Papiere bekommen. Ein Herkunftsnachweis ist hier eine absolute Selbstverständlichkeit. Dies gilt übrigens auch für etwas Zeit, um die Tiere anzusehen.

Dabei solltest du auf folgende Dinge achten:

  • Auf keinen Fall sollte die Spinne über Verletzungen oder nässende Wunden an den Gelenken verfügen. Auch Hautausschläge sind absolut tabu.
  • Kleine, sich hin und her bewegende Punkteauf dem Tier deuten auf einen Befall mit Milben oder Rennfliegenmaden hin.
  • Des Weiteren sollten keinerlei Gliedmaßen in Teilen oder gar vollständig fehlen. Auch gekrümmte Beine können schnell zum Problem werden. Zieht die Spinne ihre Vorderbeine unter dem Körper zusammen, ist ebenfalls Vorsicht geboten.
  • Der Hinterleib sollte nicht verkümmert aussehen oder gar faltig sein. Auch dürfen sich auf ihm keine Blasen, Flecken oder Pusteln befinden. Darüber hinaus sind weiße Beläge ein No-Go. Sie könnten erste Anzeichen eines Pilzbefalls sein.
  • Zu guter Letzt sollten die Chelizerenklauen, also die Mundwerkzeuge, nicht einfach lose herabhängen.
Gut zu wissen:
Für den Transport werden junge Vogelspinnen in Döschen gesteckt. Diese werden noch mit Zeitungspapier ausgelegt und schon kann es losgehen. Große Exemplare, wie die hier vorgestellte Goliath-Vogelspinne, fühlen sich in geräumigeren Heimchendosen deutlich wohler. Um die Tiere vor Temperaturschwankungen schützen zu können, empfiehlt sich die Verwendung einer Styroporbox.

FAQ zum Abschluss des Ratgebers:

FAQ

In Deutschland halten überraschend viele Menschen eine Kraushaarvogelspinne. Gerade unter Anfängern ist diese Art neben der Mexikanischen Rotknievogelspinne ein echter Dauerbrenner. Daher ist es auch kein allzu großes Wunder, dass uns ab und an interessante Fragen rund um die Haltung erreichen. Die spannendsten Fragestellungen samt unseren Antworten haben wir im Folgenden aufgelistet:

Wann wurde die Art zum ersten Mal beschrieben?

Im Gegensatz zu vielen anderen Wirbellosen wurde dieser Art erst spät entdeckt. Die Erstbeschreibung stammt nämlich aus dem Jahr 1980.

Wie verteidigt sich die Tliltocatl albopilosum gegenüber Angreifern?

Ihre Verteidigung liegt im Rückzug. Wenn sie die Chance hat, flüchtet sie in eine Röhre oder unter ein Hindernis. Der Angriff stellt bei ihr nämlich nur den letzten Ausweg dar. Kommt es doch mal zur Verteidigung schmeißt sie ihre Brennhaare ab. Über Bisse liest man bei dieser Art nur ganz wenig.

Eignet sich eine Kraushaarvogelspinne für Einsteiger?

Die Kraushaarvogelspinne ist eine neugierige und aktive, aber friedliche Spinne. Sie ist nicht anspruchsvoll. Diese beiden Aspekte machen die Kraushaarvogelspinne zur idealen Spinne für Einsteiger.

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