Vogelspinne melken

Der Biss einer Vogelspinne ist eine eklige Vorstellung. Zudem handelt es sich hierbei um eine Übertragung von gefährlichen Keimen und Bakterien. Und zu allem Überfluss sind die Spinnen auch noch giftig und injizieren mit ihren Klauen Gift. Dieses möchten Wissenschaftler untersuchen und melken die Vogelspinnen deswegen. Im Gegensatz zu Schlangen und anderen Reptilien wird hier die Giftentnahme aber noch nicht allzu lange praktiziert.

Daher möchten wir in diesem Beitrag detaillierter auf das Vogelspinnen melken eingehen. Schließlich wird die Giftentnahme von Fachleuten inzwischen täglich vorgenommen. Nur so ist es möglich das Vogelspinnengift zu untersuchen. Langfristig soll es sogar in Medikamenten eingesetzt werden. In Amerika und Australien greift die Pharmaindustrie bereits großflächig auf Vogelspinnengift in Medikamenten zurück.

Welche Vorbereitungen man treffen sollte:

Das Melken einer Vogelspinne ist kompliziert und erfordert daher eine Menge an Wissen. Ansonsten kann die Giftentnahme schnell zu einem Ritt auf Messerschneide werden. Bevor man sich aber an die Prozedur machen kann, müssen ein paar Vorkehrungen getroffen werden.

Damit das Gift später auch für die Forschung oder die Medikamentenproduktion genutzt werden kann, darf es nicht verunreinigt werden. Der Arbeitsplatz sollte also sauber gehalten werden. Natürlich schadet der Einsatz von Desinfektionsmitteln nicht. Schließlich ist eine sterile Arbeitsumgebung die beste Wahl.

Um einen Milliliter Vogelspinnengift zu erhalten, müssen große Mengen an Vogelspinnen gemolken werden. Trotzdem sollte man bei den ersten Versuchen Geduld walten lassen. Einmal kurz durchatmen kostet kaum Zeit und beruhigt die Nerven. Beim Melkprozess ist nichts ärgerlicher als eine zittrige Hand.

Gut zu wissen:
Sogenannte Fehlmelkungen gibt es auch in den großen Vogelspinnen-Farmen in Australien oder Amerika. Natürlich kostet ein Fehlversuch Zeit, Nerven und auch Geld. Immer gelingt das Melken der Vogelspinne aber nicht. Dies sollte man einkalkulieren und nicht gleich beim ersten gescheiterten Versuch aufgeben. Hier macht Übung den Meister.

Wie die Giftentnahme bei Vogelspinnen gelingt:

Vogelspinne Cheliceren

Möchte man die Vogelspinne nun melken, muss man mit Bedacht an die Sache herangehen. Wer hier übereifrig agiert, riskiert eine zu frühe Abgabe des Gifts. Besonders bei aggressiven Arten können die Abwehrmechanismen schon bei den kleinsten Fehlern einsetzen. Kommen wir nun aber zum Melken.

Hierfür wird das Tier sicher gegriffen und mit einer Pinzette wird leichter Druck auf die Chelizeren ausgeübt. Wenn der aufgewendete Druck auf die Beißwerkzeuge nicht genügt, kann man mit geringem Stromschlägen nachhelfen. So wird das Tier letztendlich dazu animiert sein Gift abzugeben.

Natürlich muss man dieses mithilfe eines kleinen Gefäßes auffangen. Nun muss es nur noch in eine Ampulle umgefüllt werden. Diese wird benötigt, um eine lange und sichere Lagerung zu garantieren. Außerdem lässt sich das Vogelspinnengift in Ampullen auch besser transportieren.

Gut zu wissen:
Wenn der Füllstand in der Ampulle einen einzigen Millimeter betragen soll, muss man dafür ziemlich viele Vogelspinnen melken. Das Ganze lohnt sich aber, da man mit einer Ampulle Gift mehrere Tausend Euro verdienen kann. Die Giftentnahme ist sogar so rentabel, dass es in Australien oder Amerika darauf spezialisierte Farmen gibt.

Wofür das Vogelspinnengift genutzt wird:

Vogelspinnen Gift Forschung

Hierzulande steckt die Forschung und Verwendung des Gifts noch in den Kinderschuhen. In Amerika oder in Australien ist dem aber nicht so. Dort setzen diverse Medikamentenhersteller auf die toxischen Substanzen der Vogelspinnen. Gerade bei Schlafmitteln kommt das Vogelspinnengift häufig zum Einsatz.

Hier wird es vor allem aufgrund eines Aspekts eingesetzt. Bei den meisten regelmäßig eingenommenen Arzneien muss man die Dosis regelmäßig erhöhen. Allerdings kann der menschliche Körper nicht immun gegen das Gift werden. Daher kann die Dosis hier immer gleich bleiben. Auch muss der Zeitpunkt der Einnahme nicht verändert werden.

Aktuelle Situation in Deutschland:

Allerdings ist man in Deutschland sehr skeptisch gegenüber der Verwendung von Vogelspinnengift in Medikamenten. Es wird auch noch recht wenig geforscht oder gar für dessen Zwecke gemolken. Auch sind die genauen Bestandteile und Zusammensetzungen des Gifts bestimmter Arten unbekannt.

Wie sich deren Gift verhält und ob ein Einsatz in der Pharmaindustrie überhaupt möglich ist, weiß man daher nicht. Zudem ist es sehr ungewiss, ob man im konservativen Deutschland jemals Vogelspinnengift in Medikamenten einsetzen wird.

Gut zu wissen:
Laut einer Studie amerikanischer Forscher greifen Chili-Schoten und Vogelspinnen auf die gleichen Proteine zurück, um Schmerzen hervorzurufen. Zumindest gilt dies für eine Vogelspinnenart aus Westindien. Allerdings wirken die Stoffe unterschiedlich. Das Gift der Spinnen dockt nämlich an einer anderen Stelle der Rezeptoren an und kann damit nicht nur Säugetieren, sondern auch Vögeln gefährlich werden.
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