Tarantel und Vogelspinne Unterschied

Vielen Menschen läuft beim Anblick von Spinnen ein Schauer über den Rücken. Sie finden Sie ekelig oder haben Angst vor ihnen. Selbst vor giftigen oder großen Spinnen brauchst du keine Angst zu haben. Sie haben nämlich selber große Furcht vor anderen Tieren und natürlich auch vor uns Menschen.

Auf der anderen Seite sind die großen Taranteln und Vogelspinnen optisch so wunderschön, dass immer mehr Menschen sie als Haustier im Terrarium halten. Manche werden ganz zahm und sind friedlich. Es ist wichtig, ihre Lebensweise und ihr Verhalten zu kennen, dann hast du lange Freude an deinem Haustier.

Doch ist eine Vogelspinne automatisch eine Tarantel oder nur eine Spinne? Eine gute Frage, die wir immer wieder in letzter Zeit erhalten. Das zuletzt Gesagte ist dabei korrekt. Es handelt sich hier nämlich um zwei unterschiedliche Familien im Tierreich. Taranteln gehören zu den Wolfspinnen und die beliebten Vogelspinnen zu den Theraphosidae.

Worin sich Vogelspinnen und Taranteln unterscheiden:

Es sind zwei verschiedene Familien. Taranteln sind Wolfsspinnen (Lycosidae) bei Vogelspinnen handelt es sich um Theraphosidae. Amerikaner nennen Vogelspinnen Tarantulas, weil die eingewanderten Italiener die Tiere für die recht großen Taranteln aus ihrer Heimat hielten. So hält sich Begriff bis heute.

Die zwei Familien sind grundlegend verschieden. Vogelspinnen sind urtümlich und ihre Beißklauen schlagen etwa parallel nach unten, während die Beißklauen der Taranteln wie eine Zange gegeneinander arbeiten. Ein weiteres Erkennungsmerkmal der Vogelspinne sind zwei Paar Fächerlungen.

Für die Sauerstoffversorgung, ohne weitere Luftkanäle. Die Taranteln besitzen ein paar Fächerlungen für die Versorgung ihres Körpers mit Sauerstoff und reichlich Luftkanäle. Vogelspinnen haben zwei Paar Ausscheidungsöffnungen für giftige Abbauprodukte. Taranteln hingegen besitzen nur ein Paar.

Vogelspinnen:Taranteln:
Familie Theraphosidae (Vogelspinnen)Familie Lycosidae (Wolfspinnen)
Die Chelizerenklauen schlagen parallel nach untenDie Chelizerenklauen funktionieren hier fast wie eine Zange
Zwei Paar Fächerlungen, Tracheen sind nicht vorhandenKeine Fächerlungen, dafür reichlich Tracheen zur Sauerstoffversorgung
Zwei Paar Nephridien zur Ausscheidung giftiger AbbauprodukteNur ein Paar Nephridien zum Ausscheiden toxischer Abbauprodukte

Vogelspinne – Grundlegendes zur Spinnenfamilie:

Vogelspinne

Die Vogelspinnen gehören zur Ordnung der Webspinnen. Es gab sie bereits vor 350 Millionen Jahren. Sie leben in der Natur in tropischen bis subtropischen Klimazonen wie dem brasilianischen Regenwald. Die Vogelspinne zählt zu den Gliederfüßern. Ihr Körper ist in mehrere Abschnitte unterteilt.

Bei der Vogelspinne unterscheidest du zwischen dem Vorderkörper (Prosoma) mit vier Laufbeinpaaren, den Kieferntastern (Pedipalpen), den Beißklauen (Cheliceren) sowie dem Hinterleib (Opisthosoma) mit Spinnwarzen. Die Augen der Vogelspinne sind recht klein und befinden sich auf dem Augenhügel. Der Sehsinn ist bei Vogelspinnen schwach ausgebildet.

Sie besitzen Haupt- und Nebenaugen. Mit Hauptaugen nehmen sie Bilder und Farben wahr, und sie sind nützlich für das Erfassen der Beute. Die Nebenaugen nehmen Bewegungen wahr. Die Theraphosa blondi gilt als größte Vogelspinne der Welt mit etwa 12 Zentimetern Körperlänge sowie einer Spannweite von 28 Zentimetern.

Für das Terrarium und Anfänger eignen sich Vogelspinnen optimal. Erfahrenen Halter empfehlen die Rote Chile-Vogelspinne für Spinnenneulinge. Die Bodenbewohnerin ist weitgehend friedlich sein verzeiht kleinere Haltungsfehler. Die Vogelspinne, im Englischen tarantula, wird im Deutschen meist falsch mit Tarantel übersetzt, was bis heute immer noch zu Verwechslungen und Verwirrungen führt.

Gut zu wissen:
Die Unterschiede zwischen Tarantel und Vogelspinne sind erkennbar. Hast du die Lebensweise der Arten studiert, dir die optische Schönheit angesehen, und die Anmut der Bewegungen beobachtet, fallen die Unterschiede kaum mehr ins Gewicht.

Taranteln – Allgemeines über die kleinen Tiere:

Tarantel

Taranteln stammen aus der Familie der Wolfsspinnen und sind in Europa heimisch. Im Gegensatz zu den hierzulande bekannten Vogelspinnen werden sie nicht ganz so groß. Durchschnittlich erreichen sie eine Länge von 3 cm. Ihr Name kommt von der Stadt Tarent in Italien und die Bezeichnung Apulische Tarantel von der Region Apulien. Dort sind die Tiere überaus bekannt und häufig anzutreffen.

Auf der grauen Kopfbrust hat die Tarantel einen hellen, mittig zentrierten Streifen. Den hellgrauen Hinterleib zieren dunkle Streifen. Sie besitzt zwei große sowie sechs kleine Augen. Mit den großen Augen geht die Tarantel auf die Jagd. Die kleinen Augen benutzt sie hingegen lediglich, um das Umgebungslicht wahrzunehmen.

Gut zu wissen:
Vergiftungserscheinungen und die Tanzwut des Veitstanzes schrieb man früher dem Biss der Taranteln zu. Daher Redensart: Wie von der Tarantel gestochen. Die Giftwirkung der Tiere ist allerdings schwach.
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