Vogelspinnen Lebensweisen

Vogelspinnen sind in allen wärmeren Ländern dieser Welt vertreten. Dabei unterscheiden sich die Lebensräume zwischen den unterschiedlichen Gattungen voneinander. Dies macht sich vor allem bei der Lebensweise und dem daraus resultierenden Verhalten der Tiere bemerkbar. So gibt es nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen Baumbewohner, Bodenbewohner und sogenannte Röhrenbewohner.

Letztere leben ausschließlich unterirdisch und spielen in der Terraristik nur eine untergeordnete Rolle. Obwohl man es kaum glauben mag, kommen ab und an alle 3 Kategorien von Vogelspinnen im selben Habitat vor. Was es noch interessantes über die Gruppen zu wissen gibt, welche Gattungen sich für die Heimhaltung eignen und noch viele mehr, verraten wir dir in unserem Ratgeber.

Gut zu wissen:
Bei der Auswahl der passenden Vogelspinne sollte man sich nicht ausschließlich auf die Lebensweise versteifen. So sollte man als Anfänger Abstand von aggressiven Arten nehmen. Gerade die Anschaffung von afrikanischen oder asiatischen Arten sollte aufgrund des hohen Aggressivitätslevels überdacht werden.

Baumbewohnende Vogelspinnen:

Baumbewohnende Vogelspinnen

Auf Bäumen und Sträuchern findet man die sogenannten Baumbewohner. Sie sind als klein und kompakt zu beschreiben. Gerade im direkten Vergleich mit den Bodenbewohnern bemerkt man die deutlich kleineren Ausmaße. Warum diese Spinnen so klein sind, ist schnell erklärt. Anders passen die baumbewohnenden Vogelspinnen nicht in kleine Astlöcher oder auch Baumhöhlen.

Diese nutzen sie als ihre Verstecke. Damit Feinde und andere Eindringlinge sie darin nicht attackieren können, bauen die Tiere ein Gespinst. Manche Arten, wie beispielsweise die Aviculariinae, können sich bei einer Bedrohung mehrere Meter tief fallen lassen. Dabei schauen viele Fressfeinde richtig verdutzt aus der Wäsche. Schließlich verletzten sich die Vogelspinnen bei diesem Manöver so gut wie nie.

Möglich macht dies die besondere Falltechnik. Die Tiere lassen sich mit ausgestreckten Beinen, wie ein Fallschirm fallen und segeln dann ganz entspannt zu Boden. Viele baumbewohnende Arten in Südamerika, Sri Lanka oder auch Indien findet man nicht nur auf Bäumen oder Sträuchern. Vogelspinnen der Gattungen Poecilotheria und Avicularia haben die Häuser der Einheimischen als Unterschlupf für sich entdeckt.

Baumbewohnende Vogelspinnen für Terrarianer:
  • Rotfußvogelspinne (Avicularia metallica)
  • Salem-Baumvogelspinne (Poecilotheria formosa)
  • Venezuela Ornament-Vogelspinne (Psalmopoeus irminia)

Bodenbewohnende Vogelspinnen:

Bodenbewohnende Vogelspinne

Am beliebtesten sind noch immer Bodenbewohner bei den meisten Terrarianern. So gibt es hier viele Arten, die einfach zu halten sind und wirklich wunderschön anzusehen sind. In diesem Zusammenhang hört und liest man immer wieder von der Gattung Brachypelma. Das Aussehen lässt sich als massig und groß bezeichnen. Die bodenbewohnenden Vogelspinnen sind deutlich größer als die anderen beiden Kategorien.

So kann der Hinterleib richtig große Ausmaße annehmen. Bei überfütterten Exemplaren ist er oft so groß, wie ein richtiger Tennisball. Aber auch trächtige Tiere verfügen über ein großes Abdomen. Weiterhin sind bei den bodenbewohnenden Vogelspinnen auch die Extremitäten verhältnismäßig dick und kompakt.

Daher können die Tiere nur schlecht klettern. In der freien Natur legen sie daher große Höhlen an oder übernehmen die Bauten anderer Insekten. Natürlich kommen diese Vogelspinnen tagsüber zur Nahrungsaufnahme an die Oberfläche. Allerdings bleiben sie recht nah am Eingang. Dieser befindet sich oft unter Steinen oder Wurzeln. Damit fällt es Fressfeinden schwer ihn aufzuspüren.

Zusätzlich sind der Innenraum sowie der Eingang mit einem Gespinst ausgepolstert. Dieses sorgt noch einmal für zusätzlichen Schutz vor Feinden. Gerade während der Winterruhe oder der Häutung ist dieser absolut überlebenswichtig. Die Spinnen wären Eindringlingen ansonsten schutzlos ausgeliefert.

Zum Graben nutzen die bodenbewohnenden Vogelspinnen ihre Chelizeren. Aber auch zum Beutefang greifen sie auf ihre Klauen zurück. Wenn alles glattläuft, verlässt so eine Spinne ihre Behausung ein Leben lang nur zur Jagd nach Nahrung. Mann kann die Bodenbewohner also als sehr standorttreu bezeichnen.

Bodenbewohnende Vogelspinnen für Terrarianer:

Unterirdisch lebende Vogelspinnen:

Röhrenbewohnende Vogelspinne

Wirklich mehr als interessante Arten enthält die Gruppe der sogenannten Röhrenbewohner. Diese findet man in meterlangen Röhren, die man getrost als Wohnhöhlen bezeichnen kann. Schließlich verlaufen sie erst senkrecht nach unten und knicken dann in eine andere Richtung ab. In diesem Bereich leben dann die röhrenbewohnenden Vogelspinnen.

Nicht immer graben die Vogelspinnen ihre meterlangen Bauten selbst. Sie greifen oft auch auf verlassene Höhlen von Nagetieren zurück. Meist verlassen die Tiere ihre Wohnhöhlen ein Leben lang nicht mehr oder bleiben zumindest mehrere Jahre an einem Ort. Aufgrund dessen kann man die unterirdisch lebenden Vogelspinnen als standorttreu bezeichnen.

Die Haltung von Röhrenbewohnern ist aber sehr komplex. Man braucht nämlich ein Spezial-Terrarium, das den Tieren das Anlegen von langen Höhlen erlaubt. Das Graben dieser Gänge kann man dann live verfolgen. Schließlich ist das Terrarium transparent. Wer eine etwas ausgefallenere Vogelspinne halten möchte, sollte sich diese Arten definitiv einmal näher anschauen.

Röhrenbewohnende Vogelspinnen für Terrarianer:
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