Vogelspinne Wildfang

Bis vor einigen Jahren bekam man viele Vogelspinnen-Arten nur als Wildfang und deutsche Nachzuchten waren rar gesät. Inzwischen wandelt sich das Blatt zwar so langsam, aber noch immer gibt es viele adulte Wildfänge in Zoohandlungen zu kaufen. Viele Menschen fragen sich daher welche Variante die Bessere ist. Soll man lieber eine Nachzucht bei einem Züchter ordern oder doch lieber einen Wildfang erwerben?

Diese Frage ist sehr spannend und wird häufig kontrovers diskutiert. Aufgrund dessen kann man sie auch nicht in einem einzigen Satz beantworten. Grundsätzlich lässt sich an dieser Stelle aber schon mal ein wichtiger Punkt festhalten. Wir sind kein großer Fan des Handels mit aus der Natur entnommen Tieren. Allerdings gibt es durchaus ein paar Punkte die für den Erwerb solcher Vogelspinnen sprechen. Welche das sind, verraten wir dir in diesem Artikel.

Alles Wichtige auf einen Blick:
  • Einsteigern raten wir prinzipiell von Wildfängen ab. Schließlich sind diese noch an das echte Leben gewöhnt und können sich so nur langsam an das Leben in einem Terrarium gewöhnen. Meist sind diese Tiere auch nervöser und greifen schneller an als ihre nachgezüchteten Kollegen. Außerdem weiß man nie, wie stark die natürliche Population durch den starken Export bereits geschwächt ist. Nicht überall, wo nämlich ein Artenschutz sinnvoll wäre, wird auch einer vorgenommen!
  • Möchte man als Züchter neues Blut in seine Gruppe bringen, führt oft kein Weg an einem Wildfang oder einem adulten Weibchen von einem anderen Anbieter vorbei. Wer nämlich immer wieder mit den gleichen Tieren züchtet, produziert Inzuchttiere. Diese verfügen über ein schlechteres Immunsystem und sind damit anfälliger für Krankheitserreger. Auch kommen Gendefekte häufiger vor und die Spiderlinge versterben in größerem Maße.
  • Wer sich für den Erwerb eines Wildfangs entschieden hat, muss leider mit vielen Problemen rechnen. Die Tiere kennen das Leben auf so geringem Raum und noch dazu in Gefangenschaft nicht. Häufig sind sie launisch, aggressiv und greifen gerne an. Noch dazu können sie von Parasiten und Würmern befallen sein. Man muss die Tiere daher nach dem Kauf zwingend in ein Quarantäneterrarium weit entfernt von den anderen Achtbeinern setzen.

Wildfänge sind ein zweischneidiges Schwert:

Vogelspinne Wildfang

Viele Vogelspinnenarten wurden in der Vergangenheit durch den starken Export fast ausgerottet. Leider stehen aber noch immer nicht alle dadurch betroffenen Vogelspinnenarten auf den Artenschutzabkommen dieser Welt. Das heißt nichts anderes als das der Handel vieler seltener Tiere gar nicht kontrolliert wird. Vor dem Kauf sollte man sich daher über die natürliche Population informieren und im Zweifelsfall lieber zu einer Nachzucht greifen.

Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, ist diese Vorgehensweise immer die bessere Wahl. Außerdem weiß man nie wie alt so ein Wildfang ist und häufig wird Einsteigern das Geschlecht des Tieres nicht genannt. Man muss also damit rechnen, dass die Vogelspinne unter Umständen gar nicht mehr so lange lebt. Auch sind aus der Wildnis gefangenen Achtbeiner häufig krank. Sie leiden unter Parasiten oder Würmern.

Zudem sind sie durch den langen Transport sehr geschwächt und ausgehungert. Aufgrund dessen muss man die Tiere in ein Quarantäneterrarium setzen, das sich nicht in unmittelbarer Nähe zu den anderen gehaltenen Vogelspinnen befindet. Am besten lässt man einen Raum Abstand und bringt das Tier bei Anzeichen für eine Erkrankung schnellstmöglich zu einem fachkundigen Veterinär. Wer keinen kennt, muss einschlägige Verzeichnisse durchsuchen.

Gut zu wissen:
Hungrige Vogelspinnen nehmen auch Aas als Futter an. Damit meinen wir aber nicht, dass man ihnen gefriergetrocknete Insekten anbieten soll. Viel besser ist das Verfüttern roher Rinderherzstückchen. Diese sollten ungefähr 1 cm groß sein und werden von den ausgehungerten Achtbeinern dankend angenommen. Allerdings findet man Rinderherz nicht im Supermarktregal, sondern muss bei einem Metzger vorbeischauen.

Vogelspinnen von Züchtern sind meist die bessere Wahl:

Vogelspinne beim Züchter

Wildfänge sind heute nicht mehr die Regel, sondern die Ausnahme. Oftmals werden sie nur noch von großen Zoohandlungen an unwissende Einsteiger verkauft. Damit so etwas erst gar nicht passiert, empfehlen wir immer wieder den Kauf bei Züchtern. Nicht zuletzt, da man dort auch ausreichend über das Wesen und die Haltungsanforderungen der Spinnen informiert wird.

Außerdem erhält man alle benötigten Papiere und die Tiere sind fast genauso schön wie ihre Kollegen aus der unberührten Natur. Allerdings sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass Wildfänge häufig eine Spur farbenprächtiger sind. Dafür muss man aber auch mit dem schwierigeren Charakter klarkommen. Gemeint ist damit vor allem das deutlich aggressivere Verhalten gegenüber dem Halter.

Viele Vogelspinnen können heute auch nicht mehr einfach so ohne Beschränkungen exportiert und gehandelt werden. So erhält man beispielsweise Tiere der Gattungen Brachypelma und Tliltocatl nur noch von deutschen Züchtern und das natürlich mitsamt Herkunftsnachweis. Bei diesen Spinnengattungen stellt sich also erst gar nicht die Frage nach einem Wildfang. Wenngleich auch hier noch ab und an illegale Wildfänge im Handel auftauchen.

Gut zu wissen:
Wer nicht die Möglichkeit hat einen Züchter oder alternativ seriösen Händler aufzusuchen, kann die Tiere auch online bestellen. Da die Versandwege hier kurz sind und die Vogelspinnen meist schon am nächsten Tag eintreffen, ist hier gegen wenig einzuwenden. Wir halten solche Käufe aber nicht für den Königsweg. Zudem löhnt man hier meist einiges für den Expressversand und die temperaturabhängige Verpackung.

Unser Fazit:

Wildfänge sind unserer Meinung nach weder empfehlenswert noch notwendig. Züchter können Tiere zur Verpaarung nämlich tauschen und private Halter sollten den Export nicht unterstützen. Schließlich ist der Sinn und Zweck der Terraristik nicht die natürliche Population zu dezimieren oder gar völlig in Terrarien zu verlegen. Ansonsten sind viele Halter und Tierärzte noch mit der Behandlung kranker Tiere überfordert.

Daher können wir nur immer wieder jedem Interessenten dazu raten einen Züchter aufzusuchen und dort das künftige Haustier zu erwerben. Man bekommt eine gute Beratung mit Praxiserfahrung und die Preise sind durchaus als moderat zu bezeichnen. Außerdem kann man sich die Tiere und die Terrarien vor Ort in Ruhe ansehen und so entscheiden, ob man die angepeilte Spezies auch wirklich pflegen möchte.


Was hältst du von Wildfängen im Allgemeinen?

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