Waran auf der Suche nach Futter

Viele Erkrankungen gehen auf eine falsche Ernährung zurück. Dies ist nicht nur bei Menschen der Fall. Auch Warane finden in ihren Terrarien häufig völlig ungeeignetes Futter vor. Oft liegt es an der Unwissenheit der Halter. Daher möchten wir uns in diesem Ratgeber sehr detailliert den unterschiedlichen Futterinsekten, Futtertieren und anderen Bestandteilen einer ausgewogenen Fütterung widmen.

Worauf es in puncto Waran-Futter wirklich ankommt, welche Fehler dabei häufig gemacht werden und warum Vitaminpräparate bei Terrarien-Tieren keine Halsaufschneiderei sind, verraten wir dir in diesem Beitrag. Natürlich gehen wir sowohl auf kleine als auch große Vertreter der Gattung Warane ein. Hier liegen nämlich die kleinen, aber feinen Unterschiede.

Achtung, aufgepasst:
Warne sind carnivor. Es handelt sich also um reine Fleischfresser. Es existiert allerdings eine einzige Art auf den Philippinen, die zusätzlich auch Früchte isst. Viele Halter berichten uns immer wieder davon, dass auch andere Warane Obst vertilgen. Inwieweit dies einer artgerechten Haltung entspricht, muss man selbst entscheiden.

Was fressen Warane?

In der freien Natur ernähren sich Warane nicht nur von Beutetieren. Sie fressen auch Aas und Eier von Krokodilen oder Schildkröten. Mithilfe ihrer Zunge können die Echsen potenzielle Nahrung in einer Entfernung von bis zu 100 Meter aufspüren. Manche Arten sind sehr gute Jäger, andere hingegen lauern ihre Beute aus Verstecken auf.

Diese besteht oft aus kleineren Echsen oder anderen Säugern. Gerade kleinere Arten ernähren sich überwiegen von Insekten, Schnecken oder Tausendfüßern. Am Wasser beheimatete Arten, wie der Nilwaran oder der Merten’s Wasserwaran vertilgen auch Muscheln und Fische. Darüber hinaus stehen auch Küken, Mäuse und Ratten auf dem Speiseplan.

In urbanen Gegenden machen die großen Echsen auch keinen Halt vor Müllhalden. Dort bedienen sie sich aber nicht nur an Fleischstücken, sondern auch an Resten von Sandwhiches oder Aufläufen. Aufgrund dieser Tatsache gelten Warane auch als sehr anpassungsfähig. Allerdings handelt es sich auch bei solchen Exemplaren, um scheue Tiere.

Gut zu wissen:
Nicht immer finden die großen Echsen in ihrem natürlichen Lebensraum ausreichend Futter. Daher halten bestimmte Waran-Arten während der Trockenzeit eine Art Winterruhe. Während dieser verkriechen sie sich in ihren Bauten.

Welches Futter eignet sich für Warane im Terrarium?

Als besonders wählerisch in puncto Ernährung kann man Warane gewiss nicht bezeichnen. Allerdings heißt das im Umkehrschluss nicht, dass man bei der Fütterung nur auf Katzen- oder Hundefutter zurückgreifen sollte. In diesen Dosen ist einfach zu wenig Fleisch enthalten. Der Anteil an Kohlehydraten ist zudem viel zu hoch. Damit gefütterte Vertreter werden schnell übergewichtig. Außerdem mangelt es an Ballaststoffen.

So funktioniert die Fütterung also nicht. Viel eher sollte man sich an natürlichen Futterquellen der jeweiligen Arten handeln. Bei klein bleibenden Arten sind dies meist Insekten, Küken, Eier und kleinen Wirbeltieren. In der Terraristik setzt man meist auf Grillen, Heimchen, Schaben und Larven des Schwarzkäfers. Ab und darf auch mal eine nestjunge Maus verabreicht werden.

Größere Arten, wie etwa der Nilwaran vertilgen auch mal eine ganze Ratte als Snack für zwischendurch. Sie überwältigen prinzipiell alles, was sie verschlingen können. Dies kann auch mal ein Kleinsäuger oder Vogel sein. Interessant ist dabei, dass sie ihre Beute mit Knochen, Hörnern und Hufen vertilgen. Die meisten Halter bieten den Tieren Fleischstücke, Mäuse oder Küken an.

Gut zu wissen:
Jegliche Form von Futter sollte mit zusätzlichen Vitamin- und Mineralienpräparaten behandelt werden. Das Ganze ist relativ simpel. Insekten können einfach damit bestäubt werden. Als Alternative dazu, kann man bei toten Futtertieren, wie etwa Mäusen oder Ratten die flüssigen Präparate einfach spritzen.

Empfehlenswerte Futtertiere & deren Eigenheiten:

Wiesenplankton

Natürlich ist es leicht gesagt, dass kleineren Warane Insekten als Futter brauchen und größere Arten eher Mäuse, Küken oder Fleischstücke. Doch was heißt das konkret? Welche Futterinsekten gibt es im Handel, welche kann man als Sparmaßnahme selber züchten und worin unterscheiden sich die Tierchen? Im Folgenden verraten wir es dir.

Vorher müssen wir aber noch einen wichtigen Punkt ansprechen. Es sollten immer nur so viele Futtertiere ins Terrarium gegeben werden, wie auch sicher gefressen werden. Ansonsten muss man die überschüssigen Futtertiere am Abend wieder einfangen. Eine mühselige Arbeit. Wer dazu keine Lust hat, muss damit rechnen, dass die Insekten aus dem Terrarium entkommen.

Diese können schnell zu einer wahren Plage in den eigenen vier Wänden werden. Übrig gebliebene Heimchen fressen aber auch mal unsere geliebten Terrarien-Tiere an, sobald sie nachts Hunger bekommen. Dies kann sogar eine fingerkuppengroße Wunde geben. Wirklich nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Daher gibt man nur soviel Futter, wie auch sicher verspeist wird. Ein Fastentag ist in diesem Zusammenhang nie eine schlechte Idee.

Futterinsekten – Kleines 1×1:

Sie dienen als Futter für eine Vielzahl an Reptilien. Besonders für kleine Waran-Arten dienen sie als Hauptnahrungsquelle. Die Auswahl und Zahl an Händlern ist sehr groß. Man kann die Futterinsekten vor Ort kaufen, aber auch einfach im Internet bestellen. Auch eine eigene Zucht ist im Rahmen des Möglichen.

Für Warane bieten sich vor allem Heimchen, Schaben, Steppengrillen, Wanderheuschrecken, Wüstenheuschrecken, Wachsmottenlarven, Mehlwürmer, Zoohphobas und Zweifleckgrillen an. Abstand sollte man von Asseln, Speisebohnenkäfern oder Springschwänzen nehmen. Diese sind eher etwas für Dendrobaten. In der Regel handelt es sich dabei um Baumsteigerfrösche.

Viele der oben aufgelisteten Futterinsekten kann man selber züchten. Allerdings ist dies mit viel zeitlichen Aufwand verbunden. Zu Beginn muss man auch eine ganze Menge Ausrüstung anschaffen. Gerade Anfänger scheitern häufig bei der Vermehrung. Wer sich tiefer in die Materie einarbeiten möchte, kann mit der Zucht von Heimchen oder Grillen anfangen.

Futtertiere – von A bis Z:

Nicht immer muss es nur ein Stück Fleisch oder Fisch sein. Wer seinem großen Waran etwas Gutes tun möchte, sollte sich mit Futtertieren auseinandersetzen. Es bieten sich nestjunge Mäuse oder auch Küken an. Letztere können aber einen dünnflüssigen Kot im Terrarium zurücklassen. Dann sind allerdings langwierige Putzarbeiten angesagt.

Daher raten wir zu nestjungen Mäusen. Diese bekommt man sehr einfach. Entweder lebendig oder als Frostfutter. Wer sich für die letzte Variante entscheidet, kann diese sehr leicht mit flüssigen Vitamin- und Mineralienpräparaten aufwerten. Auch Fischchen bekommt man inzwischen in allen Größen als Frostfutter. Bei Nil- oder Bindenwaranen kann man auch mal ein Meerschweinchen oder eine Ratte zur Abwechslung anbieten.

Gut zu wissen:
Viele Einsteiger sind der Meinung, dass man mit der Futtertierzucht eine Menge Geld sparen kann. Dem ist auch so, aber nur unter einem bestimmten Aspekt. Die Menge muss stimmen. Wer nur einen Waran hält, braucht sich nicht weiter mit der Zucht von Insekten und Futtertieren auseinander zu setzen.

Vitamine & Mineralstoffe sind überlebenswichtig:

Man kann es gar nicht oft genug erwähnen, aber das Futter muss nicht nur abwechslungsreich gestaltet sein, sondern auch über ausreichend Nährstoffe verfügen. In der Terraristik gelingt dies aber nur selten ohne Nahrungsergänzungsmittel. So brauchen Warane die Vitamine für ihre Häutung, den Knochenbau und auch den Eiweißstoffwechsel. Interessant ist hierbei, dass zum Beispiel Vitamin D über die UV-Beleuchtung produziert wird.

Aber auch Mineralien und Spurenelemente darf man nicht außer Acht lassen. Sie sind absolut notwendig für einen gesunden Organismus. Leider werden sie in Gefangenschaft nicht in ausreichender Menge aufgenommen. Vor allem Kalzium und Phosphor sind wichtig für gesunde Knochen. Eisen oder Magnesium hingegen werden für den Stoffwechsel benötigt.

Futterinsekten aufwerten, aber richtig:

Wer kleine Warane hält, sollte die Insekten vor der Fütterung pudern. Dafür werden diese in ein kleines Gefäß samt Mineralstoff- und Vitaminpräparate gegeben. Dieses wird nun kurz durchgeschüttelt. Schon haften die Nahrungsergänzungsmittel an den Futtertieren. Viele Halter sind der Meinung, dass man diese Präparate nicht braucht.

Allerdings erhalten die meisten Futterinsekten während und vor dem Verkauf keinerlei Futter. Daher ergibt es absolut Sinn sie kurz aufzuwerten. Besonders engagierte Waran-Halter füttern die Insekten vor dem Verkauf auch noch über einige Tage hinweg. So sind die kleinen Insekten besonders nahrhaft.

Futtertiere werden nicht gepudert, sondern gespritzt:

Große Warane sind kein Fan von kleinen Insekten. Sie wollen nestjunge Mäuse oder Küken fressen. Diese kann man natürlich nicht ohne Weiteres bestäuben. Prinzipiell ist dies zwar möglich, aber es empfiehlt sich eine andere Herangehensweise. Die Rede ist vom sogenannten Spritzen der Futtertiere. Dies hört sich komplizierter an als es letztendlich ist.

Man kann flüssige Präparate mit einer kleinen Spritze nämlich ganz einfach in die toten Futtertiere injizieren. Dabei genügt es vollkommen bei jeder 2. oder 3. Fütterung von dieser Methode Gebrauch zu machen. Selbst bei langjähriger Anwendung solcher Flüssigpräparate sind bei unseren Waranen keine sichtbaren Nebenwirkungen aufgetreten.

Gut zu wissen:
Es gibt verschiedene Varianten, wie man den Waranen das Futter anbieten kann. Insekten kann man im Terrarium freilassen und die Warane erlegen sie dann. Fleischstücke und tote Futtertiere kann man mit einer Pinzette anbieten. Man sollte dann lediglich mit der Pinzette für etwas Bewegung sorgen, dass der Waran schnell auf sein Fresschen aufmerksam wird.

Unser FAQ über Waran-Futter:

FAQ

Ab und bekommen wir Fragen rund um die richtige Ernährung von Waranen gestellt. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, gibt es doch nur spärliche Informationen zu diesem Thema. Dies hat uns letztendlich dazu veranlasst ein kleines FAQ zu erstellen. Es wird dich mit weiteren Informationen rund um die korrekte Fütterung der Tiere versorgen.

Worauf sollte man bei der Ernährung achten?

Nicht immer wird zu viel oder zu wenig gefüttert. Häufig wird aus Unwissenheit das Kalzium-/Phosphor-Verhältnis von 1,3 zu 1 missachtet. Dies hat nicht selten Gicht und andere Stoffwechselerkrankungen zur Folge.

Muss man eine Trinkschale zur Verfügung stellen?

Ein Trinknapf ist nie eine schlechte Idee. Allerdings braucht nicht jede Art einen im Terrarium. Sinnvoll ist er allerdings bei Stachelschwanzwaranen, Steppenwaranen, Nilwaranen und vielen anderen beliebten Terrarien-Waranen.

Was sollte man dem Waran nicht füttern?

Bis auf eine Art sind alle Warane reine Fleischfresser. Sie dürfen daher nicht mit Blättern, Blüten, Obst, Früchten oder Gemüse gefüttert werden. Dieses Futter wird selten angerührt und wenn doch, kommt es oft zu Problemen bei der Verdauung.

Trotzdem berichten uns viele Halter davon, dass sie ab und kleine Bananenstückchen ins Terrarium geben. Die Warane sollen diese sehr wohl fressen und sich darüber freuen. Inwieweit dies bei der Pflege eines karnivoren Tiers artgerecht ist, muss jeder für sich selbst wissen.