Waran-giftig

Warane fressen gerne Aas. Aber sie können auch sehr gut jagen. Sobald sie ihr Beutetier einmal gebissen haben, verendet dies meist innerhalb weniger Stunden oder Tage. Aufgrund dessen wurde lange Zeit von Wissenschaftlern die Theorie geführt, dass im Speichel der Warane gefährliche Bakterien enthalten sind. Diese sollen für eine Blutvergiftung oder eine Art septischen Schock sorgen.

Allerdings hat sich dies schon vor über einem Jahrzehnt als falsch herausgestellt. Die fehlenden Beweise haben dafür gesorgt, dass ein internationales Team um den Wissenschaftler Bryan Fry mit der genaueren Untersuchung des Sachverhalts begonnen hat. Der Wissenschaftler von der University of Melbourne fand mit seinen Kollegen schließlich verstecke Giftkanäle im Maul der Tiere.

Warane haben kaum Kraft beim Zubeißen:

Waran Biss

Die Wissenschaftler arbeiteten sehr gründlich. Sie prüften sogar, ob allein die Kraft des Zubeißens für eine Tötung ausreicht. Dem ist aber nicht so. Zwar ist das Maul der Warane sehr groß, aber viel Druck können sie damit nicht erzeugen. Krokodile mit ähnlich großer Schnauze können um ein Vielfaches kräftiger zubeißen. Also muss etwas anderes für die Verendung der Beutetiere verantwortlich sein.

Allerdings sind es keine gefährlichen oder gar tödlichen Bakterien. Dies wurde lange vermutet aufgrund des häufig auftretenden Wundbrands und der starken Entzündungen im Bereich der Bisswunden. Die durch das Zubeißen auftretenden Erkrankungen sorgten für ein langsames und qualvolles Verenden der Beute. Allerdings handelt es sich nur um Begleiterscheinungen und Symptome des Gifts.

Die versteckten Giftdrüsen im Kiefer der Warane:

Waran Maul Giftdrüsen

Ein Magnetresonanzbild gab dann Aufschluss. Die Untersuchung eines konservierten Komodowaran-Schädels sorgte für eine interessante Entdeckung. Man fand Drüsen im Kiefer, die mit großen Kammern verbunden waren. In diesem befindet sich Gift. Allerdings enden die Kanäle der Giftdrüsen nicht in den Zähnen selbst, wie man es beispielsweise von giftigen Schlangen kennt. Die Kanalenden liegen in den Zahnzwischenräumen.

Dies wurde lange übersehen, da man sich bei der Suche nach Anzeichen für Gift nach den typischen Rillen in den Zähnen suchte. So kannte man es von Schlangen und anderen giftigen Echsen. Zudem war und ist es nicht einfach einen Komodowaran zu untersuchen. Die Wissenschaftler bekamen aber die Möglichkeit einen todkranken Komdodrachen gründlich zu untersuchen.

Man operierte das Tier während einer Narkose und entfernte eine der Drüsen. Nachdem man sie gründlich untersucht hatte, stand zweifelsfrei fest, dass sich darin Giftstoffe befinden. Aufgrund dieser Untersuchung und neuen Erkenntnissen der Wissenschaft geht man davon aus, dass alle Warane über Giftkammern in ihrem Maul verfügen. Die Theorien über tödliche Bakterien und die Bisskraft gelten seitdem als widerlegt.

Natürlich beließ man es nicht nur bei dieser einen Untersuchung. Man nahm Proben von serösem Gewebe im Unterkiefer bei 15 weiteren Waran-Arten. Diese Gewebeproben wurden mithilfe einer Massenspektrometrie untersucht. Auch die Mundhöhlensekretionen hat man mittels dieser Form untersucht. Seit dieser Untersuchung ist man sich sehr sicher, dass alle Warane giftig sind. Dies gilt auch für die im Terrarium gehaltenen Arten.

Gut zu wissen:
Große Waran-Arten, wie der Komdowaran können bereits bei einer Größe von 1,6 Metern einen Milliliter Gift bereithalten. Dieses enthält eine Mixtur aus Proteinen, die für eine Hemmung der Blutgerinnung sorgen. Außerdem können sie auch für Muskelstarre und eine Bewusstlosigkeit beim Opfer sorgen.

Welche Spuren das Gift bei Menschen hinterlässt:

Die Wirkung des Warangifts ist nicht wirklich vollumfänglich untersucht. Allerdings gibt es Berichte, wo über Vergiftungssymptome bei Menschen erzählt wird. Laut diesen Artikeln kommt es zu einem starken Anschwellen der Bissstelle sowie zu starkem Schwindel. Aber auch einer stechender Schmerz oder gar eine Störung der Blutgerinnung können jederzeit einsetzen.

Meist halten diese Erscheinungen über mehrere Stunden an. Dies gilt zumindest für Bisswunden des Buntwarans sowie des Gebänderten Baumwarans. Der Wüstenwaran soll zusätzlich noch für ein starkes Herzrasen, Muskelschwäche und sogar Atemprobleme sorgen. Wie sich die Bisse anderer Waran-Arten bei Menschen auswirken, ist noch nicht hinreichend beschrieben worden.

Gut zu wissen:
Warane sind gefährliche Echsen und können auch Menschen angreifen. Daher sollte man sich ihnen mit Bedacht nähern und sie niemals in die Enge treiben. Wer hier unvorsichtig vorgeht, muss nicht gleich einen giftigen Biss riskieren. Ein Peitschenhieb mit dem Schwanz sorgt allerdings schon für schwere und langwierige Verletzungen.
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