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Denkt man an das Wörtchen Riesenwaran, schießen einem gleich die Komodrachen durch den Kopf. Allerdings verbirgt sich hinter dem Begriff auch die größte Echse Australiens. Über 2 Meter kann die Art lang werden. Charakteristisch ist das schwarze Netzmuster an Hals, Kehle und Kopf. Der Rücken hingegen ist braun gefärbt und verfügt über helle Punkte. Anhand dieser Merkmale lässt sich der Riesenwaran sehr gut von anderen Echsen der gleichen Gattung unterschieden.

Was man über den tagaktiven Einzelgänger wissen muss, verraten wir dir in diesem Artikel. Dabei gehen wir nicht nur auf das natürliche Habitat oder die Ernährung ein. Wir kümmern uns auch um die Fortpflanzung, die kulturelle Bedeutung und viele weitere spannende Aspekte. So versteckt sich die Waran-Art während der australischen Trockenzeit für mehrere Wochen in Bauten. Direkt nach der ausgiebigen Ruhephase schließt sich auch schon die Balz an. Mehr darüber, erfährst du weiter unten im Artikel.

Die größten Warane der Welt:
  • Komdowarane werden bis zu 3 Meter lang und über 70 Kilogramm schwer.
  • Bindenwarane halten den Längenrekord mit 3,21 Metern, wiegen aber selten mehr als 15 Kilogramm.
  • Die australischen Riesenwarane werden maximal 2,5 Meter lang und selten schwerer als 12 Kilogramm.

Unser großer Riesenwaran-Steckbrief:

Bezeichnungen:Riesenwaran (Varanus giganteu)
Aussehen:Dunkelbraune bis schwarze Färbung, gelbe, schwarz umrandete Flecken, kleine gelbe Tüpfel & Netzzeichnung an der Kehle.
Größe:Gesamtlänge von 2 bis 2,5 m, wobei der Schwanz etwa 1,5 mal so lang ist, wie Kopf und Rumpf zusammen.
Lebenserwartung:Bis zu 20 Jahre
Verbreitung:Die Trockengebiete Australiens und dort findet man sie in Halbwüsten, Sandwüsten, Trockenwäldern und dem Buschland.
Lebensweise:Tagaktive Echse, die überwiegend den Boden bewohnt. Man findet sie nachts in Erdhöhlen und die Echsen sind Einzelgänger.
Fortpflanzung:Eierlegend
Geschlechtsreife:Ab dem 3. Geburtstag
Ernährung:Fleischfresser (Beutetiere, Eier & Aas)
Nutzung:Jagd & Lederindustrie
Besonderheiten:Größte Waran-Art Australiens, Geschlechtsdimorphismus, kann klettern & halten eine Ruheperiode während der Trockenzeit

Merkmale & Aussehen:

Der Riesenwaran erreicht eine maximale Gesamtlänge von 2,0 bis 2,5 Metern. In der Regel werden die Tiere aber selten länger als 2 Meter. Und diese Maße erreichen im Prinzip auch nur die männlichen Tiere. Laut verschiedenen Studien werden diese im Mittel 23 % länger und wiegen dabei rund 2,5 mal so viel wie die Weibchen. Man kann hier also einen sogenannten Geschlechts­dimorphismus erkennen.

Obwohl die australischen Warane relativ groß werden, sind sie nicht besonders schwer. Ihr Körperbau lässt sich als schlank beschreiben. Die Nasenlöcher sind rundlich und liegen seitlich am Kopf an und befinden sich sehr nahe an der Spitze der Schnauze. An den Füßen fallen einem sofort die scharfen und sehr kräftigen Krallen auf. Der Schwanz der Tiere ist seitlich stark abgeflacht und normalerweise nicht ganz 1,5 mal so lang, wie Kopf und Rumpf zusammen.

Die Oberseite der Riesenwarane ist dunkelbraun oder schwarz gefärbt. Wirft man einen genaueren Blick auf den Rumpf, kann man gelbe Flecken erkennen. Diese sind relativ groß und schwarz umrandet. Meist sind diese in Querreihen angeordnet und ziehen sich über den kompletten Körper. Zumindest vom Hals abwärts.

Zusätzlich dazu kann man am Körper noch kleinere gelbe Punkte erkennen. Das letzte Drittel des Schwanzes zeigt nur weiß-gelbe Flecken auf der Unterseite. Die Unterseite des Körpers ist wie bei vielen Echsen hell gefärbt. Auf der Kehle sieht man eine etwas stärker ausgeprägte Netzzeichnung.

Gut zu wissen:
Die Schuppen der australischen Warane sind glatt, klein und am Schwanz gekielt. Ebenfalls interessant ist der Fakt, dass Einheimische Waranspuren deuten können. Beim Riesenwaran geht das ziemlich einfach anhand der Schleifspur des Schwanzes. Diese ist sehr groß, schmal und gelegentlich unterbrochen. Betrachtet man nun noch die Fußabdrücke ist eine Bestimmung durchaus machbar.

Verbreitung & natürlicher Lebensraum:

Riesenwaran Verbreitung Karte

Die australische Waran-Art bewohnt ausschließlich die Trockengebiete. Damit erstreckt sich das natürliche Habitat von der mittleren Westküste nach Osten bis hin in das zentrale Queensland. Möchte man die riesigen Echsen in der freien Natur erspähen, gelingt dies relativ gut, wenn man felsige Gebiet aufsucht. Aber auch Sandwüsten, Wald- und Buschland sowie das Spinifex-Grasland ziehen die Drachen magisch an.

Die bodenbewohnenden Echsen trifft man dort aber nicht nur auf Sonnenplätzen an. Nachts und manchmal auch am Tage befinden sie sich in ihren selbst ausgehobenen Erdhöhlen. Gelegentlich nutzen sie aber auch Bauten von anderen Tieren oder größere Felsspalten. Sie schlafen aber nicht nur in den kühlen Bauten, sondern vermindern durch das Aufsuchen ihre Körpertemperatur.

Gut zu wissen:
Warane sind klassische Einzelgänger. Dies ist auch hier der Fall. Die Tiere sind zwar eher weniger territorial, leben aber trotzdem in einem angestammten Areal. Diese überschneiden sich nicht selten mit denen von anderen Riesenwaranen. In der Regel ist das Gebiet eines Männchens im Schnitt 240,1 ha groß. Die weiblichen Tiere hingegen begnügen sich mit 64,8 ha.

Lebensweise & Verhalten:

Wie alle Echsen zeigen auch Riesenwarane ein stark ausgeprägtes thermoregulatorisches Verhalten. Das bedeutet, dass sie zur Steuerung der eigenen Körpertemperatur Sonnenplätze oder kühle Bereiche aufsuchen. Ihr Ziel ist es, die eigene Körpertemperatur in einem Bereich von 35 bis 37 °C zu halten. Dies gelingt den australischen Waranen auch gut, während sie durch ihre großen Reviere ziehen.

Die riesigen Einzelgänger sind nicht besonders aggressiv, aber es kommt immer mal wieder zu den sogenannten Kommentkämpfen. Diese werden benötigt, um Streitigkeiten zu klären oder um potenzielle Partnerinnen zu beeindrucken. Aber auch Revierstreitigkeiten, wie zum Beispiel um Verstecke oder Sonnenplätze werden hierdurch gelöst. Nicht selten kommt es bei den Kämpfen zu Verletzungen. Meist sind es Kratzer, ab und an führen Bisse aber auch zu tieferen Fleischwunden.

Gut zu wissen:
Adulte Riesenwarane haben keine natürlichen Feinde. Sie sind die größten Echsen ihres Kontinents und brauchen sich kaum Sorgen um das Überleben zu machen. Allerdings gibt es einen ganz bestimmten Fadenwurm, der fast ausschließlich diese Tiere befällt. Er sorgt für starke Verdauungsprobleme und kann sogar zu Blutungen und Blutarmut führen.

Natürliches Futter & Ernährung:

Fast alle Warane sind Fleischfresser. Dies ist auch hier der Fall. Die australischen Warane ernähren sich von Beutetieren und Aas. Den größten Teil der natürlichen Nahrung machen andere Echsen aus. Hier sind es aber nicht kleine Geckos oder Skinke, sondern 50 cm lange Bartagamen. Aber auch Insekten und kleine Säuger werden von den Riesenwaranan verschlungen.

Der Hauptfokus der Ernährung liegt auf größeren Wirbeltieren. Wirbellose hingegen scheinen nicht wichtig für eine ausgeglichene Ernährung zu sein. Dies ist ungewöhnlich, da viele Waran-Arten fast nur Insekten fressen. Ebenfalls interessant ist, dass die Art sogar sehr große Säugetiere angreift. Sie machen keinen Halt vor kleinen Kängurus, Hasen oder Möwen.

Da sie auch in urbanen Regionen beheimatet sind, fressen sie sehr Aas von sogenannten Roadkills. Die im Straßenverkehr getöteten Tiere scheinen den großen Waranen sehr zu munden. Das Gleiche gilt für die Eier von Meeresschildschkröten. Die saisonale Beute steht sehr weit oben auf der Futterliste. Um Aas, Eier und kleinere Beutetiere zu finden, setzen die Riesenwarane auf ihre Zunge. Sie suchen mit dieser züngelnd große Areale nach Beute ab.

In urbanen Regionen hat man aber auch schon andere Verhaltensweisen bei der Jagd beobachten können. So verstecken sich die Tiere unter Autos und lauern Möwen auf. Diese werden mit einem kurzen Sprint angegriffen und wenn möglich sofort gefressen. Auch Artgenossen, die etwas kleiner sind, werden attackiert und komplett verschlungen.

Gut zu wissen:
Riesenwarane gelten als sehr scheue Tiere. In der Nähe von Siedlungen lockt sie aber der Geruch von Müll an. Dort durchstöbern sie Mülltonnen nach Essbarem. Dabei sind sie gar nicht so wählerisch und verschlingen sogar Sandwiches.

Fortpflanzung & Schlupf:

Obwohl die Tiere nur in wenigen Zoos gehalten werden, ist doch relativ viel über den Fortpflanzung bekannt. Sie Weibchen erreichen ihre Geschlechtsreife im Schnitt mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 49 cm. Die Männchen schaffen dies bereits bei 45 cm. Die Paarung findet meist im späten Frühling oder gar im Sommer statt. Je nach Zeitpunkt der Paarung werden die Eier dann im frühen oder mittleren Sommer abgelegt.

Möchte sich der australische Riesenwaran paaren, braucht er dazu eine passende Partnerin. Diese findet er, indem er große Areale züngelnd absucht. Mithilfe der Zunge gelingt es ihm, die Pheromone der Weibchen zu riechen. Hat er erst einmal die Fährte aufgenommen, findet er auch das Weibchen. Diese Methode ist aber sehr zeitintensiv. Viele Männchen suchen daher gezielt die Verstecke der Weibchen auf, um dort eine Partnerin zur Fortpflanzung zu finden.

Die Weibchen sind etwa 4 Wochen trächtig und legen die Eier in selbst gegrabene Erdnester. So ein Gelege umfasst in der Regel zwischen 5 und 13 Eier. Die Inkubationszeit der Eier ist sehr lange. Man muss sich fast 1 Jahr gedulden bis die Jungtiere schlüpfen. Diese sind zu Beginn etwa 50 bis 60 cm lang, wobei Kopf und Rumpf zusammen etwa 20 cm ausmachen. Sie wiegen frisch geschlüpft 60 bis 90 Gramm.

Gut zu wissen:
Die Jungtiere wachsen nicht besonders schnell. Sind sie 1 Jahr alt, beträgt die Kopf-Rumpf-Länge gerade einmal 30 cm. Beim 2. Geburtstag sind es dann ca. 40 cm. Im Alter von 3 Jahren liegt die Kopf-Rumpf-Länge dann bei 45 cm. Besonders schnell wachsen die Echsen nicht. Allerdings haben sie auch ein langes Leben vor sich. In Gefangenschaft konnten viele Exemplare über 20 Jahre alt werden.

Fressfeinde & Feindvermeidung:

Nur selten haben große Tiere viele natürliche Feinde. So ist es auch bei einem erwachsenen Riesenwaran. Aber auch dieser war einmal eine kleine Echse, die sich gegenüber Katzen, Füchsen, Greifvögeln oder Dingos behaupten musste. Selbst andere Vertreter der gleichen Art waren Fressfeinde. Um nicht erlegt zu werden, flüchten die kleineren Riesenwarane auf Bäume, in Verstecke oder springen ins Wasser.

Die Tiere gelten als sehr scheu. Allerdings sind sie das manchmal nicht, wenn man sich ihnen besonders langsam und mit viel Bedacht nähert. Erschreckt man sie dabei aber, können sie sehr schnell fliehen. Dazu stellen sie sich auf die Hinterbeine und rennen einfach los. Um dabei nicht zu stürzen, halten sie mithilfe des Schwanzes ihr Gleichgewicht. Wenn diese Option einmal nicht Erfolg versprechend ist, können sie sich auch mehrere Meter tief fallen lassen.

Gut zu wissen:
Riesenwarane rennen nicht nur weg. Sie können sich auch mit ihrem langen Schwanz verteidigen. In Ausnahmefällen versuchen sie ihren Angreifer zu beißen. Dies ist gleich doppelt schlimm. Einerseits, wegen der Fleischwunden, andererseits aufgrund der toxischen Substanzen im Speichel. Diese können zu Schwindel, Blutgerinnung, Atemproblemen oder Herzrasen führen.

Riesenwarane & deren Bedeutung für die Menschen:

Viele Waran-Arten werden von der einheimischen Bevölkerung gejagt. Dies ist auch hier der Fall. So ist es Tradition bei den Aborigines die Tiere zu erlegen. Außerdem kennen die australischen Ureinwohner zahlreiche Legenden über den großen australischen Waran. So wird zum Beispiel erzählt, dass der Riesenwaran und der Trauerwaran sich gegenseitig anmalten. Dabei soll sich der Riesenwaran mehr Mühe gegeben haben.

Die Färbung der Trauerwarane ist nämlich sehr ausgefallen mit der feinen Rosettenzeichnung. Der Trauerwaran hingegen soll während des Bemalens müde gewesen sein und dann aus Schludrigkeit den Farbeimer über den Rücken des Riesenwarans gekippt haben. Dadurch soll die relativ eintönige dunkle Färbung entstanden sein.

Dies soll dem Riesenwaran aber gar nicht gefallen haben und so zwang der den Trauerwaran zum Leben in den Bäumen. Zudem fressen die Riesenwarane ab und an auch mal einen Trauerwaran. Ob an dieser interessanten Legende etwas dran ist, wird man wohl nie erfahren. Sicher ist aber, dass die Aborigines sich viele Gedanken um die Echsen ihres Kontinents gemacht haben.

Gut zu wissen:
In Australien werden Riesenwaran als Perentie bezeichnet. Dieses Wort entstammt der Sprache der australischen Ureinwohner.

Unser FAQ zum Abschluss:

FAQ

Viele Menschen sind von großen Waranen fasziniert. So ist es auch beim australischen Riesenwaran. Ab und an erreichen uns auch Fragen rund um diese Art. Dies hat uns schließlich auf die Idee gebracht ein kleines FAQ rund, um die australischen Warane zu erstellen. Du bekommst im Folgenden also die Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen unserer Leser.

Sind Riesenwarane gefährlich oder gar giftig?

Diese Echsen werden groß und verfügen damit auch über einen langen und kräftigen Schwanz. Diese können sie zur Selbstverteidigung einsetzen. Aber auch die scharfen Krallen und Zähne sollte man nicht unterschätzen. Zudem befindet sich im Mund noch eine Drüse mit Gift.

Nichtsdestotrotz sind die Tiere beim Kontakt mit Menschen ängstlich und suchen meist von sich aus das Weite. Angst braucht man nicht zu haben. Trotzdem ist ein respektvoller Umgang mit den großen Drachen Pflicht. Treibt man diese ungewollt in die Enge, wissen sie sich nur mit einem Angriff zu verteidigen.

Kann man den Riesenwaran in Deutschland halten?

Nein. Uns ist derzeit kein Händler oder Züchter bekannt, der diese australischen Warane im Angebot hat. Wer sich für große Arten interessiert, sollte sich näher mit Nil-, Binden- oder Steppenwaranen auseinandersetzen. Auch der Merten’s Wasserwaran wäre eine interessante Wahl. Allerdings sind diese Echsen sehr auf Gewässer fixiert. Dafür stammen sie aber wenigstens aus Australien.

Kann man den Riesenwaran im Zoo bestaunen?

Selbstverständlich ist dies möglich. Allerdings halten nur 3 Tierparks weltweit diese Art. In Europa gibt es 2, wobei nur ein Anbieter im deutschsprachigen Raum sitzt. Wer die Echsen live sehen möchte, muss in die Schweiz fahren. Im Züricher Zoo wird man dann fündig.

Gilt die Waran-Art als gefährdet?

Nein, die Population gilt als überaus stabil. Diese Warane sind in Australien nämlich weitverbreitet. Zudem werden die Bestände auch nicht von eingeschleppten Tieren, wie etwa verwilderten Hunden, Katzen oder Rotfüchsen signifikant dezimiert. Allerdings ist der Riesenwaran im Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens aufgeführt.

Wann wurde die Art zum ersten Mal beschrieben?

Bereits im Jahr 1845 wurde die Art vom britischen Zoologen und Philatelisten John Edward Gray beschrieben. Er bezog sich dabei auf ein Exemplar, welches von Barrow Island stammt. Seine Gedanken kann man dem Catalogue of the specimens of lizards in the collection of the British Museum entnehmen. Wicht ist dabei zu wissen, dass die Art damals noch den Namen Hydrosaurus giganteus innehatte. Unterarten sind derzeit nicht bekannt.

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