Futterinsekten selber fangen: Wie es geht und was man alles über Wiesenplankton wissen muss!

Wiesenplankton

Die Terraristik ist ein teures Hobby. Viele unserer geliebten Exoten haben einen großen Hunger auf Insekten. Da kommen viele Halter auf die Idee mit der Zucht von Futtertieren zu beginnen oder diese einfach selbst zu fangen. Letzteres klingt natürlich sehr attraktiv. Man muss den sogenannten Wiesenplankton nämlich nicht in großen Behältnissen über Wochen aufziehen und sich detailliert in die Materie einarbeiten. Es genügt vollkommen raus in die Natur zu gehen und Futterinsekten zu ernten.

Allerdings warnen viele Leute davor, dass sich die Reptilien so leicht Parasiten holen können. Dies ist aber absoluter Schwachsinn. In Deutschland braucht man sich hierüber keine Sorgen zu machen. Es gibt hierzulande kaum Parasiten, die auch unsere exotischen Echsen befallen können. Zudem ist das Vorkommen an Parasiten wirklich verschwindend gering. Die Gefahr ist viel größer, dass man diese aufgrund falscher oder fehlender Quarantäne bei Neuankömmlingen einschleppt.

Aber darum soll es gar nicht gehen. Wir möchten dir in diesem Ratgeber kurz und knapp erklären, wie man Wiesenplankton korrekt erntet. Dabei gehen wir auf den richtigen Zeitpunkt, den perfekten Ort und viele weitere Fallstricke ein. Schließlich kann man auch hier ein paar Fehler begehen, die einem teuer zu stehen kommen können. In diesem Sinne wünschen wir viel Spaß beim Lesen!

Was für Wiesenplankton spricht:
  • Das Fangen kostet kein Geld, sondern nur Zeit.
  • Wiesenplankton bietet die höchste Qualität.
  • Der Speiseplan wird abwechslungsreicher.

Leider kann man in Deutschland nur von April bis Oktober Futtertiere selber fangen. Zudem sind manche von ihnen geschützt und dürfen aufgrund dessen nicht mitgenommen werden. Dies müsst ihr auf alle Fälle bei dem schönen Zeitvertreib beachten.

Wann kann man mit dem Fangen loslegen?

Wiesenplankton lässt sich, wie es der Name bereits vermuten lässt, nur auf einer blühenden Wiese fangen. Das heißt also, dass der Winter erst mal flachfällt. Die Saison beginnt hierzulande je nach den Temperaturen im März oder April.

Etwa bis in den November hinein lassen sich dann noch Insekten für die Reptilien im heimischen Terrarium fangen. Besonders gut gelingt das Ganze aber nur von Mitte April bis Mitte August. Der beste Zeitpunkt ist der frühe Morgen oder der Abend.

Gut zu wissen:
Kellerasseln und Spinnentiere können ganzjährig gefangen werden. Hier gibt es keine Saison. Allerdings sind gerade letztere wenig nahrhaft. Wer einen Kuh- oder Schweinestall besitzt, kann darin ebenfalls ganzjährig Ausschau nach Stuben-, Fleisch- und Schmeißfliegen halten.

Wo gibt es ausreichend Wiesenplankton?

Wiese

Der beste Platz, um Futterinsekten zu fangen, ist eine Wiese. Diese sollte nach Möglichkeit weder gemäht noch mit Pestiziden behandelt worden sein. Auch sollte sie sich nicht in der Nähe von stark frequentierten Straßen befinden. Des Weiteren sollten sich keine Industriegebiete in der direkten Nähe befinden.

Wer sich gut in der Umgebung auskennt, kann auch einen Versuch in Mooren oder Feuchtwiesen wagen. Empfehlenswert ist dies aber unserer Meinung nach nicht. Ebenfalls sollte man Abstand von Naturschutzgebiete nehmen. Der eigene Garten hingegen klingt zwar bequem, ist aber meist eine schlechte Wahl. Auf Rasenflächen ist es so gut wie unmöglich Insekten einzufangen.

Manchmal sammeln sich aber geeignete Fliegen, Mücken, Falter und Taubfliegen im eigenen Garten. Das kann nicht sein? Doch, so ist es. Man sollte einmal den Blick gründlich schweifen lassen. Abends sammeln sich die Tierchen meist an den Glasflächen von Wintergärten und Schuppen. Man muss sie dann nur noch ernten gehen.

Gut zu wissen:
Wer gar keine Idee hat, wo er mit der Suche nach Futterinsekten beginnen sollte, kann sich einmal durch Google Earth klicken. Nicht selten lassen sich so gute Fanggründe aufspüren.

Welche Futtertiere darf man nicht fangen?

Vielen ist gar nicht bewusst, dass man nicht alle Insekten als Wiesenplankton ernten kann. So unterliegen viele Tierchen dem Washingtoner Artenschutzabkommen, dass hierzulande viele unter dem Begriff CITES kennen. Auch die EU-Artenschutzverordnung sowie das Bundesnaturschutzgesetz spielen hier eine große Rolle. Von welchen Tieren man zum Beispiel die Finger lassen sollte, verrät dir unsere kleine Aufzählung:

  • Bockkäfer
  • Verschiedene Schmetterlinge
  • Laufkäfer
  • Große Höckerschrecke
  • Grüne Standschrecke
  • Libellen
  • Große Sägeschrecke
  • Kreuzspinne
Bitte haltet euch beim Fang von Wiesenplankton an die aktuellen Artenschutzverordnungen. Wer Verstöße als Kavaliersdelikt ansieht, sollte sich einen ganz bestimmten Paragrafen näher anschauen. Die Rede ist vom § 44 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG).

Welche Futterinsekten sind eine gute Wahl?

Die Auswahl an Wiesenplankton ist riesig. So kann man verschiedene Käfer, Falter oder auch Heuschrecken fangen. Doch welche sind besonders geeignet und wie erntet man sie am schnellsten? Hier steht es geschrieben:

  • Grashüpfer / Heuschrecken: Am besten gelingt das Ernten mit einem Kescher auf Wiesen.
  • Kellerasseln: Diese Tierchen findet man in feuchten Kellern oder unter Totholz. Am einfachsten ist das Einsammeln mit einem Kescher.
  • Zitterspinnen: Diese Spinnen findet man in fast jeder Wohnung. Man kann sie Keschern oder mit der Hand einfangen.
  • Kohlschnaken: Diese Insekten kann man auch ohne Kescher leicht auf Wiesen und Hecken einsammeln.
  • Falter: Sie lassen sich in den Abendstunden mit einem weißen Tuch anlocken und dann einfach mit der Hand fangen.
  • Stuben-, Fleisch- und Schmeißfliegen: Hier bieten sich vor allem Fallen an. Gute Jagdgründe sind Tierställe oder gedeckte Tische im Freien.
Natürlich existieren noch andere Fangmethoden und es gibt sogar eigens für diesen Zweck hergestellte Fallen. Erlaubt ist hierbei alles, solange man alle rechtlichen Bestimmungen der verschiedenen Artenschutz- und Tierschutzabkommen einhält.

Wie lässt sich Wiesenplankton ernten?

Kescher für Wiesenplankton

Grundsätzlich gibt es 2 bessere Varianten. Da wäre einmal das Einfangen per Hand oder das Nutzen eines kleinen Keschers. Gute Erfahrungen haben wir mit dem Sammeln von Blattläusen an Brennnesseln und Wildrosen gemacht. Auch Zitterspinnen und Kellerasseln lassen sich leicht mit der Hand fangen.

Der Kescher ist eine gute Wahl, wenn man das Ganze bequemer und effizienter gestalten möchte. Gerade bei Wiesen spielt man hier alle Vorteile des Netzes aus. Man bewegt dieses einfach durch das Gras. Schon hat man die ersten Futterinsekten gefangen. Natürlich müssen diese noch entnommen werden.

Wer noch einen passenden Kescher benötigt, findet diesen in allen Aquaristikläden. Ein kleiner, aber auch feinmaschiger Kescher aus dem Anglerbedarf ist eine weitere Option. Gerade die Modelle von Fliegenfischern sind sehr handlich und gut geeignet zum Fang von Wiesenplankton.

Gut zu wissen:
Wer seinen Kescher noch etwas aufmotzen möchte, kann in der Mitte ein Loch machen und darin eine Plastikflasche montieren. Dann fallen die Insekten gleich ins Behältnis und muss sie nicht mit der Hand aufsammeln. Cool, oder?

Was sollte man noch wissen?

FAQ

Das Fangen von Futtertieren ist ein interessanter Zeitvertreib, mit dem sich auch der eigene Geldbeutel schonen lässt. Gerade im Sommer erhalten wir viele Fragen rund um dieses Thema. Einerseits, weil dann Hochsaison ist, anderseits da es kaum Bücher oder Ratgeber mit Informationen gibt. Daher haben wir den Artikel wegen des hohen Besucheransturms um ein eigenes FAQ ergänzt:

Welche Futterinsekten sind einfach zu fangen?

Hierüber wird immer wieder gestritten. In Deutschland lassen sich vor allem Kohlschnacken, Stuben-, Fleisch- oder Schmeißfliegen sehr leicht fangen. Das Gleiche gilt natürlich auch für Grashüpfer oder Heuschrecken. Wer das Haus nicht verlassen möchte, sollte sich mit dem Fangen von Zitterspinnen und Kellerasseln auseinandersetzen. Beide findet man in feuchten und Spinnweben überzogenen Kellern.

Welche Schnitzer sollte man tunlichst vermeiden?

Man sollte beim Ernten von Wiesenplankton darauf schauen, dass man keine geschützten Arten einfängt. Diese sollten direkt vor Ort wieder ausgesetzt werden. Ebenfalls ist es nicht empfehlenswert, wenn man giftige oder stechende Insekten fängt.

Dabei geht es allerdings weniger um die Echsen als um einen selber. So ein Stich kann nämlich schnell richtig arg schmerzen und sich entzünden. Nicht selten haben die Insekten gefährliche Pestizide im Blut. Grundsätzlich abraten kann vom Fang geschützter Tiere, wie zum Beispiel Bockkäfer, Libellen, einige Schmetterlinge oder Laufkäfern. Auch verschiedene Heuschrecken- oder Spinnen-Arten fallen unter das Artenschutzabkommen.

Spart man dabei wirklich viel Geld?

Viele Halter fragen sich natürlich, ob man mit dieser Zeit- und Nervenaufreibenden Beschäftigung bares Geld sparen kann. Selbstverständlich! Allerdings weitaus weniger als man meinen könnte. Wer wirklich bei den Futterinsekten günstig davon kommen möchte, sollte sich mit deren Zucht auseinandersetzen. Wer relativ viele Terrarien-Tiere sein Eigen nennen kann, ist mit dieser Methode besser bedient.

Was ist Wiesenplankton?

Unter diesen Begriff fallen alle nicht geschützten Insekten, die man hierzulande für seine Terrarien-Bewohner ernten kann. In der Praxis sind das meist Heuschrecken, Asseln und Spinnen. Viele Terrarianer setzen auf die kleinen Viecher, um die Ernährung ihrer Liebsten abwechslungsreicher zu gestalten. Etwas Geld kann dadurch auch noch eingespart werden.

Kann man Wiesenplankton kaufen?

Offizielle Händler haben natürlich keinerlei Wiesenplankton in ihrem Sortiment. Allerdings kann man online als auch offline diverse Futterinsekten kaufen. Beliebt sind vor allem Heimchen, Heuschrecken, Grillen, Wachsraupen, Zophobas, Schaben und Fruchtfliegen. Im Gegensatz zu Wiesenplankton werden dieser aber mit Kraftfutter und unter Mastbedingungen aufgezogen.

Über Fabian Wüst 5 Artikel
Hallo! Ich heiße Fabian und bin der Kopf hinter dieser Webseite. Auf Terraristikfibel.de schreibe ich über meine größte Leidenschaft. Die Rede ist natürlich von der Terraristik. Da ich bei Fragen gerne behilflich bin und mehr Leute für Terrarientiere begeistern möchte, habe ich dieses Online-Magazin gegründet.